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Suburra

 

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Giancarlo de Cataldo, Suburra, Folio 2015, ISBN 978-3-85256-660-3

 

Seit vielen Jahren arbeitet der Schriftsteller Giancarlo de Cataldo in seinem Hauptberuf als Richter am Appelationsgericht in Rom. Er gilt als profunder Kenner der innenpolitischen Situation in Italien, insbesondere der Rolle der Mafia und ihre Einflüsse in die italienische Politik und in die katholische Kirche.

Dies ist auch in vielen seiner bisherigen Romane das Hauptthema, in denen er Stück für Stück die italienische Geschichte seit den siebziger Jahre bearbeitet und auf seine literarische Weise analysiert. Sein neues Buch „Suburra. Schwarzes Herz von Rom“ behandelt die Zeit bis zu Berlusconis Rücktritt und zeigt, wie mächtig alte faschistische Seilschaften in Verbindung mit der Mafia, Romaclans und der Kirche immer noch sind.

Es geht um viel Geld. Um ein riesiges Bauprojekt in dem Rom vorgelagerten Ostia, da sich als ein perfekte Geldwaschanlage für die Mafia und den Vatikan erweist und eine willkommene Einnahmequelle für alle darstellt, die bei solchen Projekten die Hände offenhalten, Politiker, Staatsanwälte und Polizeioffiziere.

Vor dem Hintergrund von Kämpfen unterschiedlicher Mafiagruppen um Einfluss und Macht beschreiben die beiden Autoren quasi einen Zweikampf zwischen dem aufrechten Sonderermittler Marco Malatesta und seinem alten Widersacher „Samurai“.

Sie bauen mit vielen Rückblicken und Nebenhandlungen unterschiedliche Erzählstränge auf, die auf ein furioses Finale hinsteuern. Der Krimikritiker der Zeit, Tobias Gohlis hat einmal zu den Büchern von Giancarlo de Cataldo geschrieben, man sollte sie gelesen haben, wenn man verstehen will, was in Italien los ist.

Es sind keine besonders ermutigenden Botschaften, wie ich finde.

 

 

Lesereise Rom

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Christina Höfferer, Lesereise Rom, Picus 2015, ISBN 978-3-7117-1056-7

 

In ihrem letzten Buch „Bella Arcadia“ hatte die österreichische Kulturhistorikerin und Journalistin Christina Höfferer „das Italien der Literaten und Künstler“ regelrecht besungen mit ansprechenden Texten und faszinierenden Fotos, die den Leser sofort in den Bann zogen. Liebevolle und zärtliche Annäherungen waren das an ein Land, das sie auch durchaus kritisch sah.

In ihrem neuen hier vorliegenden Buch in der Reihe „Lesereise“ des Picus Verlags konzentriert sie sich auf die italienische Hauptstadt Rom und schreibt vom „süßen Leben und der großen Schönheit“.

 

Sie ist auf der Spur des versteckten Romans, führt ihre Leser zu seltenen Plätzen und unbekannten Geheimnissen. Wieder sind es die Begegnungen und Beschreibungen ganz konkreter Menschen, die den Leser ansprechen. Römische Bürger, passioniert, leidenschaftlich in ihrem Handeln und in ihrer großen Liebe zu ihrer Stadt.

 

Sie nimmt ihre Leser mit auf verschlungene Wege, entdeckt Plätze

und Orten, Cafes und Läden, die in keinem der üblichen Reiseführer verzeichnet sind.

 

Zu „Bella Arcadia“ schrieb ich am Schluss

„Wer Italien liebt und gleichzeitig sich für Kultur und Kulturgeschichte interessiert, wer bei seinem nächsten Aufenthalt in diesem wunderschönen Land einmal ganz andere Winkel entdecken und andere Landschaften bereisen möchte, wer teilhaben möchte an einer faszinierenden und außergewöhnlichen Forschungsreise durch ein Land der Literaten und Künstler, das durch viele Gespräche mit ganz normalen Menschen erschlossen wird, der wird mit diesem Buch glücklich.“

 

Für das hier vorgestellte Buch über Rom gilt das in noch stärkerem Masse. Beim Lesen wird die Sehnsucht danach, diese Stadt zu bereisen und zu entdecken, bzw. neu zu entdecken, fast unerträglich.