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Das Verbrechen. Kommissarin Lunds 3. Fall

 

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David Hewson, Das Verbrechen. Kommissarin Lunds 3. Fall, Zsolnay 2105, ISBN 978-3-552-05713-5

 

Normalerweise werden erfolgreiche Krimiserien immer weiter fortgesetzt, solange, bis die Auflage oder die Einschaltquote nicht mehr stimmt. Der neue Roman von Donna Leon „Tod zwischen den Zeilen“, der dreiundzwanzigste(!) Fall für den immer jungen Commissario Brunetti aus Venedig ist dafür nur eines von vielen abschreckenden Beispielen. Der Drehbuchautor Sören Sveistrup, nach dessen Drehbuch David Hewson auch den dritten, die Reihe um Kommissarin Lund abschließenden Teil verfasst hat, hat sich dafür entschieden, ein dem Seelenzustand seiner Protagonistin entsprechendes Ende zu wählen.

Wer die dritte Staffel der Fernsehserie gesehen hat, kennt den Ausgang, doch wer, wie der Rezensent, der schon von den ersten beiden Büchern begeistert war, kaum Fernsehen schaut, wird am Ende des Bandes eine nicht für möglich gehaltene Überraschung erleben.

Zum ersten Buch schrieb ich eine Bemerkung, die auch für den zweiten und den hier vorliegenden letzten Band Geltung hat:

„Dieser außergewöhnliche Roman beschreibt eine epische menschliche Tragödie und ermöglicht einen erschütternden Einblick in das Wesen der Trauer. Und im Subtext geht es immer wieder um die Frage, die auch schon andere Krimiautoren, vorzugsweise aus Skandinavien umgetrieben hat: Was geschieht, wenn eine Gesellschaft den menschlichen Zusammenhalt vergisst?“

Zu Beginn des dritten Bandes steht Sarah Lund vor ihrem 25- jährigen Berufsjubiläum als Polizistin. Es ist geplant, dass sie in die Analyseabteilung wechselt, ein reiner Bürojob. Doch kurz davor wird sie zum Einsatz ins Kopenhagener Hafengebiet gerufen. Dort wird eine übel zugerichtete Leiche gefunden auf dem Gelände der Firma Zeeland. Dieser große Mischkonzern gehört der Familie Zeuthen. Kurz darauf wird die neunjährige Tochter des jungen, in der alten Firmenleitung sehr umstrittenen Firmenerbens entführt.

Bald schon meldet sich der Entführer, doch Sarah Lund spürt, dass es dem Täter um etwas anders geht als Geld. Und es stellt sich heraus, dass sie richtig liegt. Der Entführer spielt auf Zeit, will Druck aufbauen nicht nur auf die Opferfamilie, sondern auch auf die Ermittler und deren Vorgesetzte. Sein Ziel: in einem viele Jahre zurückliegenden Fall sollen neue Ermittlungen aufgenommen werden.

Zur gleichen Zeit tobt die Endphase des dänischen Wahlkampfes. Dem aus Band 1 bekannten Ministerpräsident Troels Hartmann (damals war er Kopenhagener Bürgermeister) passt eine Entführung in einer der wichtigsten dänischen Familie nicht in sein Erfolgskonzept, und er übt Einfluss auf die Behörden aus. So zweifach unter Druck stehend, geht Sarah Lund, die in der Vergangenheit alles für ihre Arbeit geopfert hat (vgl. Band 1 und 2) kompromisslos voran bis zu einer ultimativen Entscheidung…

David Hewson ist in seinem Versuch aus einem Drehbuch für das Fernsehen drei Bücher zu machen, ein einzigartiger Erfolg gelungen. Diese dreiteilige Serie darf man getrost zu den Krimihöhepunkten der letzten 30 Jahre zählen.

 

 

 

 

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