Alle Beiträge von Winfried Stanzick

Gilead

 

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Marilynne Robinson, Gilead, S. Fischer 2016, ISBN 978-3-10-002459-6

 

Im vergangenen Jahr veröffentlichte S. Fischer den Roman „Lila“ der in den USA hochgelobten Schriftstellerin Marilynne Robinson, der auch in Deutschland von den Kritikern höchstes Lob erfuhr. So nannte Elke Heidenreich „Lila“ „ein erschütternd schönes Buch“ und die Autorin Zsusza Bank schrieb:

„Etwas zutiefst Tröstliches liegt in dem Wissen, das zwei sich nicht nur finden können – sondern auch schützen und halten. Diese Annäherung wird so zurückgenommen, so tastend behutsam erzählt, dass man sich ein wenig schämt, wenn man Lila und John weiter beobachtet, während sie reden, sich öffnen und bekennen.“

 

Es erzählte als dritter Teil einer Trilogie davon, wie die junge Frau Lila nach Gilead kam und dort die Frau des Pfarrers John Ames wurde.

 

Nun hat S. Fischer den ersten Band der Trilogie veröffentlicht, „Gilead“. In den USA schon 2004 erschienen, erzählt hier der Pfarrer John Ames sein Leben.

Er weiß, dass er bald sterben muss, deshalb schreibt er seinem siebenjährigen Sohn einen Brief. Dieses Kind, das ihm Lila schenkte als er schon fast siebzig Jahre alt war, ist für ihn ein Geschenk Gottes.

Und deshalb will er ihm möglichst viel erzählen, vom harten und entbehrungsreichen Leben seiner Vorfahren, von seinem Glauben, den er ein ganzes Leben lang mit seinem Freund Boughton diskutierte, warum er nach dem Tod seiner ersten Frau fast fünfzig Jahre allein lebte, bis ihm der Herr Lila schickte und seinen Traum erfüllte, Vater zu werden.

 

Vieles von dem war er da über die amerikanische Geschichte schreibt, interessiert ein Kind wenig. Doch er geht davon aus, dass seine Mutter irgendwann seinem dann erwachsenen Sohn den Brief zu lesen gibt und der daraus lernt.

„Gilead“, dessen zweiter Teil „Home“ vermutlich nächstes Jahr erscheinen wird, ist, so wie die gesamte Trilogie, in den USA ein literarischer Klassiker. Völlig unverständlich, dass es über ein Jahrzehnt gedauert hat, bis diese Trilogie einen deutschen Verlag fand. Ich vermute, es hängt damit zusammen, dass hier viel von Theologie und Glauben die Rede ist und ihrer Bedeutung dabei, die Ungeheuerlichkeit des Lebens zu begreifen, was immer nur in der Rückschau funktioniert.

Zwar hat der Prediger John Ames, so wie seine Schöpferin Marilynne Robinson auch Zweifel, doch das Buch atmet eine tiefe Glaubensgewissheit, die tröstet.

 

Robinsons Romane haben über ihre hohe literarische Qualität hinaus wie nur wenige Bücher eine große visionäre Kraft. Und das hängt mit der Zeitlosigkeit oder Ewigkeit des Glaubens an einen Schöpfer zusammen, aus dem der Ich-Erzähler John Ames sein ganzes Leben seine Kraft und seinen Trost gezogen hat und von dem auch die Autorin tief durchdrungen scheint.

 

Mir hat dieser erste Teil noch viel besser gefallen als der dritte Teil und er ist mir als 62-jähriger Vater eines 13- jährigen Sohns tief unter die Haut gegangen. Ich freue mich sehr auf den zweiten Band der Trilogie.

Der Metzger

 

 

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Thomas Raab, Der Metzger, Droemer 2016, ISBN 978-3-426-28136-9

 

Das vorliegende neue Buch von Thomas Raab schließt sich nahtlos an die bisherigen durchweg lesenswerten Fälle des Restaurators Willibald Adrian Metzger an, der als Hobbydetektiv immer wieder in mysteriöse Fälle schlittert und sie mit seiner eigenwilligen Art der Durchdringung der Materie und immer wieder mit tatkräftiger Unterstützung seiner Frau löst.

 

 

Mit seinem Restaurator Willibald Adrian Metzger und dessen Lebenspartnerin Danjela Djurkovic aus Kroatien hat Thomas Raab literarische Figuren erschaffen, die nun nach sechs Bänden nicht nur zu den originellsten der deutschsprachigen Krimiszene gezählt werden müssen, sondern auch zu den erfolgreichsten. Mit seinem speziellen Spürsinn und in einer wie selbstverständlichen, oft völlig sprachlosen Kooperation mit seiner Herzensdame Danjela nimmt Willibald Adrian Metzger, auch kurz nur „der Metzger“ genannt, randständige Phänomene seines Alltags wahr und spürt sensibel ihre Unstimmigkeit.
Dann verfolgt er zielstrebig die zunächst noch lockeren und unzusammenhängenden Fäden und stößt mit großer Regelmäßigkeit ziemlich bald in die Mitte eines kriminellen Geschehens vor, das für Thomas Raab immer auch ein Stück seiner österreichischen Heimat und Kultur ist, die er dann mit scharfem und bissigem Humor beschreibt.
Thomas Raab hat einen Stil, in den man sich verliebt, er spielt mit den Worten, hat einfach Freude an ungewöhnlichen Formulierungen und Sprachspielen, mit denen er nicht selten seine Kritik ummantelt.

Thomas Raabs Sprache ist wie immer zunächst gewöhnungsbedürftig. Mit vielen Bilder, seltsamen Satzkonstruktionen fordert er dem Leser zunächst einiges ab, bis der sich an diese Form der Poesie gewöhnt hat und dann richtig Freude daran findet.

 

In seinem neuen Buch geht es gleich hoch her. Da gibt es einen Angriff auf eine Würstchenbude. Nicht nur die Bude ist hin, sondern auch ein sehr bekannter und von vielen gehasster Literaturkritiker kommt zu Schaden.

 

Da gibt es den Hansi Woplatek, Kinderfreund von Willibald Adrian Metzger und Sohn seiner Stammfleischerei. Dieser Hansi will nicht die Nachfolge des Vaters antreten, sondern lieber Schriftsteller sein.

 

Und kurz darauf zwischen den Schweinehälften in der Metzgerei ein menschlicher Kadaver.

 

Und wer ist der Autor jener Manuskriptauszüge, die Thomas Raab immer wieder in kursiver Schrift einstreut und die voller Gewaltphantasien sind?

 

Wie immer dauert es wieder ziemlich lange bis dem Hobbydetektiv eine zündende Idee kommt, nachdem er all die viele Fäden, die Raab auslegt, sortiert hat und die Lösung auf einmal klar auf dem Tisch liegt …

 

Absolut lesenswert und köstliche Unterhaltung.

 

 

 

 

 

 

Der Rhein

 

 

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Manfred Fenzl, Der Rhein, Delius Klasing 2016, ISBN 978-3-667-10007-8

 

Der Rhein war schon in meiner Kindheit der Fluss, an dem ich nicht nur aufgewachsen bin, sondern der mich mit seinen Schiffen und den unterschiedlichen Wasserständen schon sehr früh magisch anzog. Schwimmen, Paddeln, mit dem Motorboot des Onkels mitfahren – das alles ist aus meiner Kindheit nicht wegzudenken.

 

Später lebte ich meistens in Orten direkt am Rhein oder in schnell erreichbarer Nähe. Unvergessen sind mir mehrere lange  Fahrradtouren mit Jugendlichen vom Oberalppass bis in das heimische Rhein-Main Gebiet in den 1980 ern.

 

So zog mich das vorliegende Buch ganz besonders an, obwohl es verfasst ist für Sportbootfahrer. Es umfasst den Rhein vom Rheinfall in Schaffhausen bis zu seiner Mündung in Holland und bietet neben allen wichtigen für die Boots- und Streckenführung wichtigen Informationen und Anleitungen auch interessante und schöne Fotografien von den Sehenswürdigkeiten an Landseite.

 

Auch der Neckar bis Heidelberg und die Lahn bis Limburg sind beschrieben. Das Buch beinhaltet neben den gesetzlichen Bestimmungen für die Sportschifffahrt auch Hinweise auf Brücken und Schleusen, Sliprampen, Häfen, Marinas, Tankstellen und geeigneten Campingplätzen am Ufer.

 

Traumstrecken für jeden passionierten Sportbootfahrer.

Faller

 

 

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Ulrich Biene, Faller. Kleine Welt ganz gross, Delius Klasing 2016, ISBN 978-3-667-10694-0

 

Nicht nur, weil mein Großvater den gleichen Namen besaß, sondern weil man mit den Faller-Sachen wunderbar spielen konnte, nachdem man sie zusammen- bzw. aufgebaut hatte, waren Ende der fünfziger Jahre Faller-Spielzeuge aus meiner Kindheit nicht wegzudenken. Sie passten sich zum Teil wunderbar in meine Modelleisenbahnanlage ein und waren immer wieder willkommener Grund, mich stundenlang aus der Wirklichkeit zu verabschieden und in die Faller-Welt einzutauchen und mich im Spielen zu verlieren.

 

Der vorliegende repräsentative Band von Ulrich Biene erzählt, mit unzähligen farbigen Bilder versehen, die spannende und einzigartige Unternehmensgeschichte dieses Familienbetriebes aus dem Schwarzwald, der seit 70 Jahren nicht nur Kinderherzen erfreut, sondern auch über die ganzen Jahrzehnte bis in die heutige Zeit viele Erwachsene begeistert, die sich dem Modellbau verschrieben haben und die gespannt immer wieder auf die neuesten Modelle warten. Denn im Unterschied zu anderen Firmen ist Faller stets auf der Höhe der Zeit geblieben und zählt nach wie vor zu den Innovationstreibern im Modellbau, der immer wieder neue Impulse mit Hightech- Charakter setzt und damit seine früher eher starre Landschaftsszenerien damit faszinierend belebt.

 

Die Geschichte eines ganz besonderen Familienbetriebes.

Pips spielt Verstecken

 

 

 

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Olivier Dunrea, Pips spielt Verstecken, Coppenrath 2016, ISBN 978-3-649-66839-8

 

Pips ist eine kleine Gans und hat vier allerbeste Freunde, ebenfalls Gänse, die aber genau zu unterscheiden sind. Ihre Lieblingsbeschäftigung ist Verstecken, also das, was kleine Kinder ab 2 Jahren, für die dieses schöne Bilderbuch gedacht ist, auch gerne tun.

 

Und mit vielen Klappen und Schiebern, die zum Entdecken und Mitspielen einladen, können die Kinder, die dieses Buch in Händen halten, das auch tun. Sie können den kleinen Gänsen auf ganz unterschiedliche Weise beim Suchen helfen und sich sicher an ihren Entdeckungen freuen.

 

Eine schöne Bilderbuchidee des bekannten britischen Bilderbuchautors Olivier Dunrea, der schon mehr Bücher über diese lustige Tierfigur gezeichnet hat.

Stilvoll

 

 

 

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Marlene Sorensen, Stilvoll. Inspirationen von Frauen, die Mode lieben, Callwey 2016, ISBN 978-3-7667-2219-5

 

Jeder Mann kennt das das von seiner Frau oder Partnerin und hat, wenn sie Glück hat, Verständnis dafür. Die oft tägliche Frage: „Was soll ich anziehen?“ ist für viele Frauen nicht nur so dahingesagt, sondern ein echtes Problem.

Jede Frau möchte gut aussehen und einen eigenen zu ihr passenden, ganz individuellen Stil entwickeln, der sie unverwechselbar macht. Das einer dies gelingt, ist nicht immer eine Frage des Geldes und der Tatsache, wieviel Auswahl der Kleiderschrank bietet. Es gibt Frauen, die haben ganze Schränke voller Textilien und ein ganzes Zimmer mit Schuhen und rufen dennoch: „Ich habe nichts Gescheites zum Anziehen!“

 

Hier will das vorliegende Buch Abhilfe schaffen, in dem angesagte deutsche Fashionistas zu wichtigen Modefragen Anregungen und Tipps geben. Es geht darum, seinen eigenen Stil zu finden.

 

Alle gezeigten Beispiele sind versehen mit Links, wo man sie erwerben kann.

 

Auch Frauen, die von sich sagen würden, sie haben schon lange ihren eigenen Stil gefunden, werden in diesem Buch Anregungen finden, da bin ich sicher.

Das Leben ist gut

 

 

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Alex Capus, Das Leben ist gut, Der Hörverlag 2016, ISBN 978-3-8445-2351-5

In seinem neuen Roman lässt der in der Schweiz lebende Schriftsteller Alex Capus seinen Ich-Erzähler einfach und in ruhiger Sprache erzählen, davon, wie es sich anfühlt mit sich und seinem Leben zufrieden, im Reinen zu sein. Eher ungewohnt in der ganzen Reihe der zeitgenössischen Romane, die oft Lebensschicksale beschreiben, die gestört oder unglücklich verlaufen. Vielleicht rühren daher auch die Verwunderung so manches Rezensenten und die oft benutzte Abwertung des Buches als belanglos.

 

Alex Capus hat in seinen früheren Büchern bewiesen, dass er ein hervorragender Erzähler ist. Das stellt er in „Das Leben ist gut“ erneut unter Beweis. Sein Ich-Erzähler Max, dem er offenbar viele eigene Beobachtungen und Lebenseindrücke geschenkt hat, und der wie ein Alter Ego von Capus gelesen werden kann, hat vor einigen Jahren mit einem dicken Roman viel Geld verdient. Statt danach weiter zu schreiben, hat er von der Gemeinde, in der er wohnt, ein Haus gekauft, dessen bewegte Geschichte er eindrucksvoll beschreibt. Er richtet dort eine Bar ein, die vom späten Nachmittag an zum  Treffpunkt sehr unterschiedlicher Menschen wird, die er liebevoll beschreibt. Morgens sieht man ihn das Altglas entsorgen und in seiner Bar das eine oder andere reparieren.

 

Er ist mit sich im Reinen und hat die außergewöhnliche Fähigkeit, alles das wahrzunehmen und auch engagiert zu verteidigen, was in der Hektik des Alltags gerne übersehen wird.

 

Als seine Frau Tina zu einem Aufenthalt nach Paris aufbricht (sie hat dort eine Gastprofessur erhalten), schläft Max seit 25 Jahren zum ersten nicht mit seiner Frau in einem Bett. Die Tage, bis sie zum ersten Mal für ein Wochenende wieder nach Hause kommt, verbringt er damit, über sein Leben nachzudenken und zu erzählen davon, was ihm im Leben wirklich wichtig ist.

 

Und obwohl er am Ende von einem Aufenthalt in der Everglades träumt, wo Tom Stark wohnt, den er in seiner Bar kennengelernt hat, möchte er doch nie woanders sein als in seiner Stadt, seiner Bar, mit seiner Frau und Familie und mit seinen vielen Freunden.

 

Max erzählt von Freundschaften und vom Leben, wie er es sich vorstellt. Er ist zufrieden mit seinem Alltag. Da passiert nichts Spektakuläres. Indem er jeden Tag vielen seiner Kunden zuhört, indem er mit seiner Bar Menschen die Gelegenheit zur Begegnung gibt, erfährt er Sinn. Und im Leben mit seiner geliebten Frau. Eng verbunden, lassen sich die beiden die Freiheit, die sie zum glücklichen Leben brauchen.

 

Ich habe das unaufgeregte, viele kleine Alltagsbeobachtungen in den Mittelpunkt stellende Buch gerne gelesen.

 

Beim Hören des hier anzuzeigenden Hörbuchs tat ich mich zunächst mit der Stimme des Autors schwer, der die Einspielung selbst vorgenommen hat. Die ersten Minuten fand ich das wegen der schwerfälligen, akzentbehafteten Stimme eher misslungen, doch mit weiterem Zuhören erschloss sich mir immer mehr die tiefe Übereinstimmung mit dieser Stimme und dem was der Autor da an selbst Verfasstem vorträgt. Aus Alex Capus` Lesung schwingen diese Einstellung zum Leben, die Zufriedenheit mit ihm und der kleine Schalk mit dem er die Beobachtungen seiner Mitmenschen schildert, in jeder einzelnen Minute mit.

 

Den Roman eines anderen Autors würde ich Capus allerdings nicht lesen lassen.

 

 

 

 

 

 

Das Mädchen von weit weg

 

 

 

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Annika Thor, Maria Jönsson, Das Mädchen von weit weg, Oetinger 2016, ISBN 978-3-7891-0422-9

 

Eine schöne bewegende Geschichte erzählt Annika Thor in diesem schon 2014 in Schweden veröffentlichten Bilderbuch, das Maria Jönsson mit eindrucksvollen und zarten Bildern illustriert hat.

 

Ein kleines Mädchen stapft abends durch den Schnee, angelockt vom Licht eines kleinen einsam in der Landschaft stehenden Hauses. Schon lange ist sie alleine unterwegs und sucht einen Ort, wo sie bleiben kann. Nach ihrem unermüdlichen Klopfen öffnet eine Frau, die die Graue genannt wird und auch so aussieht. Sie macht dem Kind klar, dass es nicht bleiben kann, weil das ihr Haus sei und sie am liebsten allein sei.  Doch durch die Fragen und das Wesen des Mädchens beginnt die harte Schale der Grauen langsam aufzuweichen. Sie gibt ihr zu essen und zu trinken und lässt sie schließlich auch im Haus übernachten, zum Ende der Nacht sogar in ihrem eigenen Bett.

 

Doch am Morgen schickt sie sie wieder hinaus in den Schnee. Doch die Nähe des Mädchens  und die Tatsache, dass dieses Kind ein neues Leben sucht, lassen ihr ihr eigenes Leben auf einmal in einem ganz anderen Licht erscheinen. Sie sehnt sich nach Neuem, nach Farbe und Lebendigkeit.  Sie macht sich mitten durch den Schnee auf die Suche nach dem Mädchen und dann  brechen sie gemeinsam auf zu neuen Ufern.

 

Eine wunderbare Geschichte darüber, was man gewinnen kann, wenn man sich dem Unbekannten öffnet.

So geht Wohnen

 

 

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Judith Wilson, So geht Wohnen, Callwey 2016, ISBN 978-3-7667-2105-1

 

Dieses neue Buch der britischen Journalistin und Fachfrau für die Gestaltung von Innenräumen in Wohnungen und anderen Nutzungsformen will vor allen Dingen ermutigen. Ermutigen, auch bei kleineren Wohnräumen einzelne Elemente der Einrichtung zu verwirklichen, die man sich immer schon erträumt.

 

Doch auch dies braucht einen Plan. Deshalb geht es zunächst unter den Stichworten Raumarchitektur, Größe & Form und Kosten um die genaue Planung. Mit den Abschnitten

  • Familienleben
  • Gastfreundschaft
  • Rückzugsorte

werden Elemente des Lifestyles bekannt. Nach einer weiteren Einführung in die Kreativität bei der Auswahl von Farben, Textur und Muster gibt Judith Wilson Bespiele für einzelnen Bereiche einer Wohnung von der Küche bis zum Arbeitszimmer.

 

Alles geschieht in diesem Buch immer unter dem Leitmotto des kreativen Denkens.

Besonders hervorheben möchte ich zwei Anhänge, die das Buch erst zu einem praktischen Ratgeber machen. Etwa 200 Adressen werden genannt, wo man sich zunächst im Internet über alle die Einrichtungsgegenstände und – elemente informieren kann.

 

Auch für die abgebildeten Gegenstände und Möbel gibt es einen Quellennachweis, wo man in verschiedenen Ländern, vornehmlich in GB diese erwerben kann.

 

Fazit.: Ein anregendes Buch, das für jede Wohnung mindestens eine schöne umsetzbare und bezahlbare Idee bereit hält.

 

 

Die Froschprinzessin

 

 

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Bettina Werchan, Alexander N. Afanasjew, Die Froschprinzessin, Urachhaus 2016, ISBN 978-3- 978-3-8251-7987-8

 

„Die Froschprinzessin“ oder im Original „Zarewna Frosch“ ist eines der schönsten russischen Volksmärchen, Es stammt aus der bekannten Sammlung von Alexander N. Afanasjew und erzählt eine Geschichte voller Poesie und Lebenskraft.

 

Es geht um Iwan, den jüngsten Sohn des Zaren. Nach altem Brauch soll ihn ein Pfeil zu seiner Braut führen, die für ihn bestimmt ist. Doch unglücklicherweise bleibt sein Pfeil in einem Sumpf direkt vor einem Frosch stecken. Was er nicht weiß, der enttäuschte Zarensohn: in der Haut des Frosches steckt Wassilis, die Allweise, in deren Macht es steht, alles Geschick zum Guten zu wenden.

 

Doch Iwan glaubt nicht daran,  ist ungeduldig. Deshalb dauert es sehr lange, bis er einen langen und schwierigen Weg gegangen ist, auf dem er einem Zauberknäuel begegnet, Tieren, die zum Helfer werden und schließlich der Hexe Baba Jaga. Diese Figur aus der altslawischen Mythologie führt ihn zu seinem Glück.

 

Ein schönes Märchen aus einer unseren Kindern fremde Kultur, die Bettina Werchan mit ihren Illustrationen wunderbar dargestellt und lebendig gemacht hat.