Alle Beiträge von Winfried Stanzick

Alles über Rennfahrzeuge

 

 

 

 

 

Susanne Gernhäuser, Peter Nieländer, Alles über Rennfahrzeuge, Ravensburger Verlag 2018, ISBN 978-3-473-32937-3

 

Mit  dem vorliegenden von Susanne Gernhäuser getexteten und von Peter Nielöänder liebevoll illustrierten Sachbilderbuch über die Welt der Märchen legt der Ravensburger Verlag den nunmehr 69. Band seiner beliebten Sachbuchreihe für Kinder zwischen vier und sieben Jahren vor, die unter dem Reihennamen WiesoWeshalbWarum in den letzten Jahrzehnten jeden Kind mindestens einmal zuhause, im Kindergarten  oder in der Bibliothek begegnet ist.

 

„Alles über Rennfahrzeuge“ haben die AutorInnen das Buch genannt, in dem sie viel Wissenswertes über Rennfahrzeuge und ihren Einsatz erzählen:

  • Was ist ein Rennfahrzeug?
  • Was ist für ein Rennen wichtig?
  • Wie wird der Rennfahrer geschützt?
  • Wie wird ein Rennen vorbereitet?
  • Wer fährt noch auf Asphalt?
  • Wie wird man eigentlich Rennfahrer?
  • Was muss ein Rennfahrer können?
  • Was ist eine Rallye?
  • Was ist das Besondere an Geländerennen?
  • Rennen ohne Reifen (Boote)
  • Welche Renne finden in der Luft statt?

Wie immer in dieser Reihe, die sehr spielerisch Sachwissen vermittelt, laden einzigartige Klappen zum Entdecken ein.

 

Mit diesem Buch können Kinder ab 4 Jahren bis zum ersten Lesealter in die Welt der Maschinen und Rennen eintauchen, die manche Kinder schon früh begeistern und dabei nicht nur Jungen.

 

Die Mittelmeerreise (Hörbuch)

 

 

 

 

Hanns- Josef Ortheil, Die Mittelmeerreise (Hörbuch), der Hörverlag 2018, ISBN 978-3-8445-3045-2

 

Über Hanns-Josef Ortheils Kindheits -Roman „Die Erfindung des Lebens“ schrieb ich vor vielen Jahren:

„Ortheil hat es in seinem wohl persönlichsten Buch auf eine meisterhafte Weise verstanden, das Gestern und das Heute zu verbinden und zu einer einmaligen Leseerfahrung zu machen.

Schon lange hat kein Buch mehr so mitfühlend vom Leben und der Liebe geschrieben. Ortheils Roman ist ohne jeden Kitsch und ohne jedes Pathos ein Buch, dessen wahre Geschichte noch das härteste Leserherz erweichen wird. Ein Buch über die heilende Kraft der Musik und die lebensrettende Wirkung des Schreibens und der Literatur. Denn niemand wird dieses Buch nach atemlosem und gebannt – mitfühlendem Lesen aus der Hand legen, ohne so etwas wie wirklichen Trost und Ermutigung für sein eigenes Leben gespürt zu haben, wie immer es auch aussehen mag.

Ein großes Buch, ein wahrhaft meisterhafter Roman.“

Vielen Menschen ist es bei der Lektüre dieses wunderbaren Buches ähnlich gegangen, und viele werden, so wie ich, danach auch  „Die Moselreise“ zur Hand genommen haben, quasi der Vorläufer des gleich anzuzeigenden Buches. Von Hanns-Josef Ortheil als Elfjähriger nach der ersten Reise, die er allein mit seinem Vater unternahm, aufgeschrieben und hier zum ersten Mal, mit begleitenden Essays des Autors ergänzt, veröffentlicht, füllt es eine Lücke über entscheidende Tage im Leben von Ortheil, die in „Die Erfindung des Lebens“ nur ganz nebenbei erwähnt worden sind.

Es war diese Reise, der dann viele weitere folgen sollten, die der kluge und umsichtige Vater organisiert hatte, um seinem Sohn aus seiner inneren Gefangenschaft herauszuhelfen. Das Buch ist nicht nur ein schöner Reisebericht, in dem sich das schriftstellerische Talent des späteren Autors schon andeutet, sondern auch ein einzigartiges bewegendes und eindrückliches Dokument einer wunderbaren Vater-Sohn-Beziehung.

 

Nach Vater und Sohn 1964 in Berlin waren  (vgl. Die Berlin-Reise, Luchterhand 2014), unternehmen sie 1967 eine weitere, sehr große „Mittelmeerreise“ auf einem schwer beladenen Frachter, von Amsterdam, durch die Meerenge von Gibraltar bis nach Griechenland und Istanbul.

 

Ähnlich wie schon das Manuskript der „Moselreise“ wanderten auch die Aufzeichnungen des 16- jährigen Johannes, wie ihn sein Vater nennt, in das Familienarchiv, wo sie Hanns-Josef Ortheil wo er es erst vor einiger Zeit wiederentdeckte und mit wachsendem Erstaunen. Er hat sie abgetippt und hat sie zu einem „Roman eines Heranwachsenden“ collagiert.

 

So leicht verändert, wird dieses Buch nun wie die beiden anderen Reiseromane vorher veröffentlicht. Wie schon „Die Moselreise“ das große literarische Talent des gerade Zwölfjährigen zeigte, dem es sehr sensibel gelingt, feine Stimmungen aufzufangen und in Worte zu fassen, zeigt er sich vier Jahre später als gereifter junger Mann, der eine große Odyssee ins Erwachsenenleben beschreibt.

 

 

Wieder beobachtet die Menschen, die er trifft, ganz genau und ihm gelingt es meisterhaft, die Atmosphäre auf dem Frachter zu beschreiben. Er macht sich seine eigenen Gedanken zu Dingen, die er sieht oder Begriffen, die er hört.

 

Ich habe mich nach der Lektüre dieses faszinierenden Buches gefragt, ob im Jahr 1967 irgendein deutscher Verlag dieses Buch eines gerade Sechzehnjährigen veröffentlicht hätte, und welche Wirkung dessen genaue und feinfühlige Beobachtungen gehabt hätte bei der Kritik.

 

Allen Freunden von Ortheil sei dieses Buch sehr empfohlen. Und wer seinen oben beschriebenen und wertgeschätzten Roman noch nicht kennt und die Beschreibung der ersten beiden Reisen – man sollte es nachholen.

 

Trotzdem allem freue ich mich auf den Altersroman von Ortheil.

 

Die hier im Hörverlag vorliegende über 5 stündige inszenierte und mit Musik unterspielte Lesung hat der Autor selbst produziert. Seine Stimme lässt den jungen Mann lebendig werden auf seinem Weg ins Erwachsenenleben und strahlt die große Dankbarkeit seinem Vater gegenüber aus.

 

Ein ganz besonderes Hörerlebnis.

 

 

73 Ouvertüren. Die Buchanfänge der Bibel und ihre Botschaft

 

Egbert Ballhorn u.a. (Hg., 73 Ouvertüren. Die Buchanfänge der Bibel und ihre Botschaft, Gütersloher Verlagshaus 2018, ISBN 978-3-579-08237-0

 

Seit Jahrzehnten begleiten mich die Bibel und ihre Bücher als Pfarrer. Doch so wie dieses Buch mit seinen fünfzig namhaften BibelwissenschaftlerInnen bin ich noch nie an sie herangegangen.

 

Der Schriftsteller Arnold Stadler schreibt in seinem Vorwort zu dieser außergewöhnlichen theologischen Prosa: „Beim Öffnen der Bibel eröffnet sich etwas. Ein Weltraum.“

 

Und genau diese Erfahrung machen auch die Dutzenden TheologInnen, die alle 73 Bücher der Bibel, Alten und Neuen Testamentes für sich gelesen und dabei besonders auf die jeweiligen Anfänge geachtet haben.

Denn was wir als Leser bei Romanen etwa immer wieder beobachten können, dass nämlich auch sprachlich gelungene Anfänge uns sozusagen zu Gefangenen eines Buches machen, das uns nach den ersten Seiten nicht mehr los lässt, genau dieses gilt auch für die Bücher der Bibel.

 

Alle ihre Anfänge haben das Potenzial, dem Leser einen Zugang zur ganzen Heiligen Schrift zu eröffnen.

 

Dazu wollen die Beiträge des vorliegenden, 700 Seiten starken Buches beitragen, indem sie die Leitideen des biblischen Kanons zugänglich und verständlich machen.

 

Sie bringen dem Gläubigen die Bibel nahe als eine religiöse Glaubensschatzkammer, dem Skeptiker und Distanzierten stellt sie sich als einzigartiges Kulturgut und unverzichtbarer Teil der Weltliteratur.

 

Nicht wenige der Beiträge sind anspruchsvolle theologische Prosa vom Feinsten

 

 

Der vergessene Weltkrieg. Europas Osten 1912-1923

 

 

 

Wlodzimierz Borodziej, Maciej Gorny, Der vergessene Weltkrieg. Europas Osten 1912-1923, wbgTheiss 2018, ISBN 978-3-8062-3820-4

 

In diesem Tagen ist in vielen Veranstaltungen auf hoher Ebene in Europa an die 100. Wiederkehr des Endes des Ersten Weltkrieges erinnert worden.  So wie schon damals Helmut Kohl und Francois Mitterand sich auf den ehemaligen Schlachtfeldern um Verdun die Hand zur Versöhnung  reichten, fanden die Erinnerungsfeiern auch 2018 in Frankreich statt. Denn der Erste Weltkrieg wird schon immer mit den Schlachtfeldern in Frankreich assoziiert, wo unzählige Menschen einen sinnlosen Tod fanden

 

Nun ist ein neues historisches Werk erschienen, aus dem Polnischen ins Deutsche übersetzt, das eine faszinierende und großartige Darstellung eines immer wieder wenig beachteten und oft unbekannten Weltkriegs bietet: des Krieges in Osteuropa von 1912 bis 1923. In unserer Geschichtserinnerung reduziert sich der Erste Weltkrieg auf den Stellungskrieg und die Materialschlachten in Nordfrankreich. Welche unermesslichen Tragödien sich im Osten abspielten, ist aus dem Bewusstsein gestrichen.
Die mit feiner Erzählkunst beschriebenen Schauplätze dieses großen Krieges im Osten reichen vom 1. Balkankrieg 1912 über den habsburgischen Teil der Ukraine bis nach Russland Anfang der 20er Jahre. Schon die Aufteilung der beiden Bände „Imperien 1912-1916“ und  „Nationen 1917-1923“ ist faszinierend neu. Die Perspektive weitet sich aber noch inhaltlich, denn im ethnisch und religiös zerklüfteten Osten wurde der Krieg rasch zu einem Rassenkrieg und bildete so den Auftakt zum größeren Rassenkrieg 20 Jahre später.

 

Dieses Werk wird nach Ansicht vieler Historiker noch lange gelesen und diskutiert werden, lässt es doch verstehen, dass und wie das Erbe dieses „vergessenen Weltkriegs“ bis in die Probleme und Auseinandersetzungen der Gegenwart reicht.

 

 

 

Wir entdecken Märchen

 

 

 

Susanne Gernhäuser, Marion Kreimeyer-Visse, Wir entdecken Märchen, Ravensburger Verlag 2018, ISBN 978-.3-473-32938-0

 

Mit  dem vorliegenden von Susanne Gernhäuser getexteten und von Marion Kreimeyer-Visse liebevoll illustrierten Sachbilderbuch über die Welt der Märchen legt der Ravensburger Verlag den nunmehr 68. Band seiner beliebten Sachbuchreihe für Kinder zwischen vier und sieben Jahren vor, die unter dem Reihennamen WiesoWeshalbWarum in den letzten Jahrzehnten jeden Kind mindestens einmal zuhause, im Kindergarten  oder in der Bibliothek begegnet ist.

 

„Wir entdecken Märchen“ haben die Autorinnen das Buch genannt, in dem sie viel Wissenswertes über Märchen aufarbeiten:

  • Was ist das Besondere an Märchen?
  • Wo kommen Märchen her?
  • Wer hat Märchen aufgeschrieben?
  • Warum werden Märchen erzählt?
  • Welche Rolle spielen Tiere im Märchen?
  • Warum gibt es im Märchen Magie?
  • Wer verwandelt sich im Märchen?
  • Welche Rolle spielen Hexen im Märchen?
  • Wer erfüllt Wünsche?
  • Welche Zwerge und Riesen gibt es im Märchen?
  • Welche Fabelwesen gibt es noch?
  • Warum glaubten Menschen an Drachen?
  • Wie werden Märchen lebendig?

 

Wie immer in dieser Reihe, die sehr spielerisch Sachwissen vermittelt, laden einzigartige Klappen zum Entdecken ein.

 

Mit diesem Buch können Kinder ab 4 Jahren bis zum ersten Lesealter die Märchen, die sie gerne hören und erzählt bekommen besser verstehen. Auf diese Weise bekommen sie eine erste und frühe Einführung in das was sie später im Deutschunterricht als Literaturkritik kennenlernen werden.

 

Die Mittelmeerreise

 

 

 

 

Hanns- Josef Ortheil, Die Mittelmeerreise, Luchterhand 2018, ISBN 978-3-630-87535-4

 

Über Hanns-Josef Ortheils Kindheits -Roman „Die Erfindung des Lebens“ schrieb ich vor vielen Jahren:

„Ortheil hat es in seinem wohl persönlichsten Buch auf eine meisterhafte Weise verstanden, das Gestern und das Heute zu verbinden und zu einer einmaligen Leseerfahrung zu machen.

Schon lange hat kein Buch mehr so mitfühlend vom Leben und der Liebe geschrieben. Ortheils Roman ist ohne jeden Kitsch und ohne jedes Pathos ein Buch, dessen wahre Geschichte noch das härteste Leserherz erweichen wird. Ein Buch über die heilende Kraft der Musik und die lebensrettende Wirkung des Schreibens und der Literatur. Denn niemand wird dieses Buch nach atemlosem und gebannt – mitfühlendem Lesen aus der Hand legen, ohne so etwas wie wirklichen Trost und Ermutigung für sein eigenes Leben gespürt zu haben, wie immer es auch aussehen mag.

Ein großes Buch, ein wahrhaft meisterhafter Roman.“

Vielen Menschen ist es bei der Lektüre dieses wunderbaren Buches ähnlich gegangen, und viele werden, so wie ich, danach auch  „Die Moselreise“ zur Hand genommen haben, quasi der Vorläufer des gleich anzuzeigenden Buches. Von Hanns-Josef Ortheil als Elfjähriger nach der ersten Reise, die er allein mit seinem Vater unternahm, aufgeschrieben und hier zum ersten Mal, mit begleitenden Essays des Autors ergänzt, veröffentlicht, füllt es eine Lücke über entscheidende Tage im Leben von Ortheil, die in „Die Erfindung des Lebens“ nur ganz nebenbei erwähnt worden sind.

Es war diese Reise, der dann viele weitere folgen sollten, die der kluge und umsichtige Vater organisiert hatte, um seinem Sohn aus seiner inneren Gefangenschaft herauszuhelfen. Das Buch ist nicht nur ein schöner Reisebericht, in dem sich das schriftstellerische Talent des späteren Autors schon andeutet, sondern auch ein einzigartiges bewegendes und eindrückliches Dokument einer wunderbaren Vater-Sohn-Beziehung.

 

Nach Vater und Sohn 1964 in Berlin waren  (vgl. Die Berlin-Reise, Luchterhand 2014), unternehmen sie 1967 eine weitere, sehr große „Mittelmeerreise“ auf einem schwer beladenen Frachter, von Amsterdam, durch die Meerenge von Gibraltar bis nach Griechenland und Istanbul.

 

Ähnlich wie schon das Manuskript der „Moselreise“ wanderten auch die Aufzeichnungen des 16- jährigen Johannes, wie ihn sein Vater nennt, in das Familienarchiv, wo sie Hanns-Josef Ortheil wo er es erst vor einiger Zeit wiederentdeckte und mit wachsendem Erstaunen. Er hat sie abgetippt und hat sie zu einem „Roman eines Heranwachsenden“ collagiert.

 

So leicht verändert, wird dieses Buch nun wie die beiden anderen Reiseromane vorher veröffentlicht. Wie schon „Die Moselreise“ das große literarische Talent des gerade Zwölfjährigen zeigte, dem es sehr sensibel gelingt, feine Stimmungen aufzufangen und in Worte zu fassen, zeigt er sich vier Jahre später als gereifter junger Mann, der eine große Odyssee ins Erwachsenenleben beschreibt.

 

 

Wieder beobachtet die Menschen, die er trifft, ganz genau und ihm gelingt es meisterhaft, die Atmosphäre auf dem Frachter zu beschreiben. Er macht sich seine eigenen Gedanken zu Dingen, die er sieht oder Begriffen, die er hört.

 

Ich habe mich nach der Lektüre dieses faszinierenden Buches gefragt, ob im Jahr 1967 irgendein deutscher Verlag dieses Buch eines gerade Sechzehnjährigen veröffentlicht hätte, und welche Wirkung dessen genaue und feinfühlige Beobachtungen gehabt hätte bei der Kritik.

 

Allen Freunden von Ortheil sei dieses Buch sehr empfohlen. Und wer seinen oben beschriebenen und wertgeschätzten Roman noch nicht kennt und die Beschreibung der ersten beiden Reisen – man sollte es nachholen.

 

Trotzdem allem freue ich mich auf den Altersroman von Ortheil.

 

Geniale Giganten. Die Weisheit der Wale und Delfine

 

 

 

 

Janet Mann, Geniale Giganten. Die Weisheit der Wale und Delfine, wbgtheiss 2018, ISBN 978-3-8062-3790-0

 

Dass neben den nächsten Verwandten des Menschen, den Menschenaffen, seit langer Zeit auch Wale und Delfine als die intelligentesten Lebewesen auf der Erde gelten, das ist nicht nur den Liebhabern dieser außergewöhnlichen Tiere bekannt.

 

Schon frühe Aufzeichnungen von Naturbeobachtern haben notiert, dass Wale und Delfine keine gewöhnlichen Fische sind, sondern dass sie außergewöhnlich kluge und intelligente Tiere sind, die Werkzeuge benutzen können, miteinander mittels komplizierter Gesänge kommunizieren und sich selbst erkennen können. Ihre vielschichtigen sozialen Beziehungen sind phänomenal.

 

All das ist bekannt und auch schon in vielen Büchern und Filmen gezeigt worden. Nun hat die Professorin für Biologie und Psychologie an der Georgetown University, Janet Mann, ein Buch geschrieben, das nicht nur mit 150 beeindruckenden Fotografie diese Erkenntnisse zusammenfasst, sondern auch die neueste Forschungen vorstellt, die zeigen, zu welchen Sinnesleistungen Wale und Delfine fähig sind. Es sind „geniale Giganten“, die für das Selbstverständnis des Menschen unverzichtbar sind. Sie schreibt dazu:

„Es ist wichtig, die Kultur der Wale zu verstehen. Nur so können wir nachvollziehen, warum sich Wale auf eine bestimmte Art und Weise verhalten und wie sie sich entwickelt haben. Dies hat Auswirkungen auf den Naturschutz, denn ihre Kultur bedingt, wie sie auf menschliche Einwirkungen – von Fischerei über Walfang bis hin zu durch den Klimawandel veränderten Lebensräumen – reagieren. Wenn wir verstehen, wie sich Kultur im Ozean entwickelt hat, können wir möglicherweise Licht auf unsere eigene Herkunft werfen. Wenn wir Wale als kulturelle Wesen wahrnehmen, könnte dies die Art, wie wir mit ihnen und anderen nichtmenschlichen Kulturen umgehen, beeinflussen.“

 

 

An der Geige: Hugo, der Hund

 

 

 

David Litchfield, An der Geige: Hugo, der Hund, Bohem Verlag 2018, ISBN 978-3-95939-063-7

 

Viele Kinder, aber auch Erwachsene waren 2015 begeistert von dem „Bär am Klavier“ , jener wunderbaren Geschichte eines Bären, der vom Wald auf die Bühnen der Welt kommt und dort sagenhaften Erfolg hat.

 

In der hier vorliegenden Fortsetzung taucht der Bär wieder auf, doch zunächst wird die Geschichte von Hector und Hugo erzählt. Hector ist ein alter Musiker, der schon lange zusammenlebt mit seinem besten Freund, dem Hund Hugo. Im Laufe der Jahre hatten die beiden gute und schlechte, aber auch ziemlich verrückte Zeiten erlebt.

 

Doch nun, da alle nur dem klavierspielenden Bär lauschen wollen, ist sein Geigenspiel nicht mehr gefragt und Hector hört auf die spielen. Doch Hugo holt die Geige heimlich aus dem Versteck und fängt an zu spielen. Zunächst nur auf der nächtlichen  Dachterrasse zur Freude der Nachbarn und zum Erstaunen von Hector, den das Spiel aus seinem Dämmer aufgeweckt hat, in der er sich all die Zeit geflüchtet hatte.

 

Hector lehrt seinem Hund alles Tipps und Tricks und immer mehr Leute wollen Hugos Spiel hören. Die Nachricht über den Hund an der Geige verbreitet sich in Windeseile und kommt auch dem berühmten Bär zu Ohren. Der bietet ihm an, in seiner neuen Band mitzuspielen. „Es ist die Chance deines Lebens.“

 

Hugo packt seine Koffer, aber Hector schafft es nicht, ihm beim Abschied seinen Segen zu geben. Ist es Trauer, ist es Eifersucht?

 

Die Nachricht vom Erfolg der Bären Big Band auf den Bühnen der Welt und dem Spiel des Hundegeigers Hugo kommt auch Hector zu Ohren und als die Band eines Tages in seiner Heimatstadt auftritt, kauft er sich eine Karte und wird von Hugo auf die Bühne gerufen. Er soll selbst noch einmal spielen. Und da wird Hector klar, dass sie für immer Freunde bleiben würden, auch wenn sie nun getrennt waren: „Denn gute Freundschaft währt – wie gute Musik- ein Leben lang.“

 

Ein Bilderbuch, das viel mit Licht und Schatten spielt und wunderbar erzählt vom Zauber der Musik und die Kraft lebenslanger Freundschaft, die sie zu stiften vermag.

 

 

Das Bären-Buch. Zu Besuch bei Bären aus aller Welt

 

 

Katie Viggers, Das Bären-Buch. Zu Besuch bei Bären aus aller Welt, Laurence King Verlag 2018, ISBN 978-3-96244-036-7

 

Jedes Kind weiß, was ein Bär ist. Sie kommen in vielen Märchen und Bilderbüchern vor. Die bekanntesten sind sicher der Braunbär, der noch größere Eisbär und der putzige, aber seltene Pandabär aus China.

 

Doch es gibt in der großen Bärenfamilie der Welt noch fünf weitere Arten: den Lippenbär, den amerikanische Schwarzbär, den Brillenbär, den asiatischen Schwarzbär und den kleinen Sonnenbär.

 

Sie alle werden nacheinander von Katie Viggers auf je einer Doppelseite mit allen wichtigen Informationen über Lebensraum, Größe und Nahrung vorgestellt.

 

Im zweiten Teil des Buches sind, obwohl das in der Natur so nie vorkommt, alle acht Bärenarten jeweils unter einem Stichwort auf einer sehr lustig gezeichneten Doppelseite abgebildet. Da geht es um Nahrung, ums Schwimmen, ums Klettern, das Laufen, um die Winterruhe.

 

Auf der letzten Seite wird relativ kurz angedeutet, dass der Mensch durch den Klimawandel und die Zerstörung ihrer natürlichen Lebensgrundlagen das Überleben vieler Bärenarten auf das Spiel setzt.

 

Viele interessante und lustige Fakten kombiniert mit den schönen Illustrationen von Katie Viggers machen dieses Sachbilderbuch zu einer guten Einführung in die Welt der Bären.

Wo leben die Tiere unserer Welt

 

 

Thomas Müller, Wo leben die Tiere unserer Welt, Gerstenberg 2018, ISBN 978-3-8369-5986-5

 

Durch seine bisherigen  Bücher, in denen er mit großer Sachkenntnis und wunderbaren Zeichnungen unter anderen die Eule, die Schwalben, Spatzen und Störche durch das Jahr begleitete und ihren jeweiligen Lebensrhythmus und ihre Ernährungs- und Fortpflanzungsgewohnheiten beschrieb, ist Thomas Müller zu einem der besten Sachbuchautoren für Kinder geworden.

 

Nun zeigt er in einem großformatigen Sachbilderbuch im Gerstenberg Verlag de große Bandbreite der Tierwelt auf unserem Planeten. E hat sein Buch in zehn  Lebensräume aufgeteilt, denen er jeweils zwei Doppelseiten widmet (Wald, Antarktis, Bauernhof, Korallenriff, Feld und Wiese, der tropische Regenwald, die Stadt, die Meeresküste, der Teich und die afrikanische Savanne).

Jedem Lebensraum ist eine liebevoll und detailgetreu illustrierte Panoramaseite gewidmet, auf der es für die das Buch betrachtenden Kinder viel zu entdecken gibt. Danach wird auf einer folgenden Übersichtsseite jedes auf der Panoramaseite abgebildete Tier no9ch einmal gezeigt und kurz beschrieben.

Wer ein bestimmtes Tier sucht, kann dieses in einem Register mit farbig gestalteten Tier-Icons finden. Die Farben helfen dabei den Kindern beim Suchen: Wo leben die Tiere unserer Welt?

 

Durch die wunderbaren Zeichnungen lernen die Kinder eine Menge Tiere kennen und unterscheiden.

Ein beispielhaftes und schönes Sachbilderbuch für Kinder ab etwa 5 Jahren zum Vorlesen und Anschauen geeignet.