Archiv der Kategorie: Allgemein

BEEF! Wurst

 

 

 

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Ralf Frenzel, BEEF. Wurst, Tre Torri 2016, ISBN 978-3-944628-68-4

 

Zwar werde ich nie auf die Idee kommen, selbst meine eigene Wurst herzustellen, wofür es in diesem interessanten Buch zahlreiche Beispiele und Anleitungen gibt, doch ich bin passionierter Wurstesser und habe schon als Kind gelernt, die unterschiedlichen Fleischwurst- und Leberwurstsorten der damals noch zahlreichen Metzger in meinem Heimatdorf zu unterscheiden.

 

Deshalb habe ich das vorliegende Buch aus der BEEF-Reihe auch mit großem Interesse gelesen. Es ist ein Loblied auf die alte Handwerkskunst des Wurstmachens, die im Angebot der industriell hergestellten Wurst aus den Regalen der Supermärkte und Discounter unterzugehen droht.

 

Doch ähnlich wie viele Konsumenten in den vergangenen Jahren bereit wurden, für eine ordentlichen Wein oder ein gutes Stück Fleisch einen entsprechenden Preis zu zahlen, wirbt das Buch auch bei der Auswahl der Wurst dafür. Mir ist aufgefallen, dass nicht wenige der im ersten Teil des Buches vorgestellten Metzger und Wurstmacher in einem Radius von ca. 150 km  um meinen hessischen Wohnort leben und arbeiten.

Ähnlich wie viele junge Winzer geht auch diese neue Generation von Metzgern mit Lust und Leidenschaft an ihr Handwerk, das hoffentlich auch hier goldenen Boden hat.

 

Diese jungen Metzger erzählen von ihrer Kunst, ihrer Begeisterung für ein Produkt, zu dessen eigener Herstellung sie immer wieder einladen und viele Vorschläge dazu machen.

Nachdem der Leser viele wichtige Informationen über die für die Wurst verwendeten Tiere erhalten hat, folgen im umfangreichen Hauptteil des Buches unzählige Rezepte zur Wurst. Hier sind auch viele Vorschläge dabei, die man umsetzen kann, auch wenn nicht selbst wursten will.

 

Mich hat das Buch neu sensibilisiert für den Wert von originaler Metzgerwurst aus meiner eigenen Gegend.

 

 

Bäume 2017

 

 

 

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DumontKalenderverlag, Bäume 2017, Dumont Kalenderverlag 2016,ISBN 978-3-8320-3413-9

 

Zwölf große, meist alte Bäume haben verschiedene Fotografen und Agenturen quer durch die Jahreszeiten für diesen Kalender fotografiert und ein namenloser Verlagsmitarbeiter hat diese Aufnahmen für den beliebten Bäume Kalender des Verlags für die Ausgabe 2017 zusammengestellt.

 

Der Baum ist seit jeher ein mächtiges Symbol. Oft wurden Bäume als Sinnbild göttlicher Wesen oder als Aufenthaltsort numinoser Mächte verehrt.  Das jährliche Erneuern der Blätter von Laubbäume gilt als Zeichen der Wiedergeburt des Lebens, die den Tod besiegt. Die Verbindung zwischen Wurzelwerk und Krone wird als Symbol der Verbindung zwischen Erde und Himmel gesehen.

 

Die anthropomorphe Deutung des Baumes, der wie der Mensch aufrecht steht und wie dieser wächst und vergeht, ist in den Kulturen der Menschheit weit verbreitet. Die Lyrik hat sich seines Bildes bedient z.b. Nazim Hikmet:

Leben
wie ein Baum
einzeln und frei
und
brüderlich
wie ein Wald
das ist
unsere Sehnsucht

 

Der Liedermacher Reinhard Mey hat in einem Lied, das immer wieder bei Bestattungen gewünscht wird, den Baum mit seinem Tod in Verbindung gebracht und als Refrain gesungen:

Wie ein Baum, den man fällt,
Eine Ähre im Feld,
Möcht‘ ich im Stehen sterben.

 

Der Baum, insbesondere der alte Baum, strahlt Würde aus. Man sieht, was er durchgemacht hat, welchen Winden und Stürmen er getrotzt und doch immer weiter seine Wurzeln in die nährende Erde getrieben hat. Immer wieder hat er ausgeschlagen, auch wenn einzelne Teile von ihm schon abgestorben sind. Und er versucht Frucht zu bringen bis zuletzt. Dass das Leben weitegeht, auch wenn er fallen muss, irgendwann nach langer Zeit.

 

All dies mag in dem Betrachter dieses wunderschönen Kalenders ausgelöst werden. Bei mir jedenfalls hat es genau das getan.

Atempause 2017

 

 

 

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Micha Pawlitzki, Atempause 2017, Dumont Kalenderverlag 2016, ISBN 978-3-8320-3440-5

 

Micha Pawlitzki gilt  als einer der besten europäischen Naturfotografen.  Seine faszinierenden Natur- und Landschaftsfotos bewegen sich auf höchstem Niveau. So haben auch seit einigen Jahren seine im Dumont Verlag verlegten Kalender mit dem Titel „Atempause“ immer mehr Freunde gefunden.

Menschen, die seine Bilder in der Wohnung oder am Arbeitsplatz hängen haben und die bei ihrem Anblick Ruhe tanken und ausspannen können. Denn seine Bilder, häufig am und um das Meer herum entstanden, erzählen von Ruhe, von der Ewigkeit der Natur. Es sind Szenen, in denen die Zeit still zu stehen scheint.

Sie wecken Sehnsucht nach Weite und Transzendenz und laden doch ein, im Hier und Jetzt mitten im Alltag einen Ruhepunkt zu suchen, der eine Atempause ermöglicht.

Im vorliegenden Kalender 2017 beschäftigen sich seine Bilder weniger mit dem Meer, als mit Motiven von Pflanzen im Wechsel der Jahreszeiten. Die meisten Motive stammen offenbar von zwei Aufenthalten von Micha Pawlitzki in Island und Kalifornien und vermitteln alle auf unterschiedliche Weise einen tiefen Eindruck von der Schönheit unserer Welt.

Vielleicht motivieren sie auch den Betrachter, die „Atempausen“  seinem Leben nicht nur beim Betrachten des Kalenders zu suchen, sondern selbst raus zu gehen in  die Schönheit der verschiedenen Jahreszeiten und dort aufzutanken

New York 2017

 

 

 

 

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N.Y.SEE, New York 2017, Dumont Kalenderverlag 2016, ISBN 978-3-8320-3405-4

 

Die zwölf außergewöhnlichen Fotografien, die für den diesjährigen New York Kalender des Dumont Kalenderverlags ausgesucht wurden, stammen von einer N.Y.SEE Collection. Das ist ein gemeinschaftliches Fotoprojekt von 30 internationalen Fotografen, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, fortlaufend New York City aus ungewöhnlichen  Blickwinkeln abzulichten, in verborgene Viertel abzutauchen und ganz besondere Orte zu entdecken in „the city that never sleeps.“

 

Bekannte Motive wie der Time Square, die Great Central Station, die Manhattan Bridge, die Brooklyn Bridge, die High Line, der Central Park oder die Wall Street erscheinen in einem ganz andere Licht und einer völlig neuen Perspektive.

 

Es sind tiefgründige Fotos aus einer wunderbaren lebendigen Stadt, die einen mit diesem Kalender durch das Jahr begleiten, bis es endlich so weit ist, wieder einmal alles live und vor Ort in Augenschein zu nehmen.

 

 

Pioniere des Comic

 

 

 

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Alexander Braun (Hg.) Pioniere des Comic. Eine andere Avantgarde, Hatje Cantz 2016, ISBN 978-3-7757-4110-1

 

Dieses Buch erscheint parallel zu der gleichnamigen Ausstellung, die vom 23. Juni 2016 bis zum 18. September 2016 in der Schirn Kunsthalle in Frankfurt zu sehen ist. Sie widmet sich den im Kunstkontext bisher kaum gewürdigten Gründungsjahren des Comic, der bis heute in seinem kunsthistorischen Wert unterschätzt und oft als reine „Unterhaltung“ abgewertet wird.

Dem wollen diese Ausstellung und das Buch entgegenwirken und stellen sechs mehrheitlich US – amerikanische Zeichner vor mit insgesamt 230 seltenen Comic-Seiten von 1905 bis in die 1940 er Jahre.

Mit dieser Ausstellung und besonders mit den Essays von Alexander Braun zu den jeweiligen Zeichnern werden erstmals Verbindungslinien gezogen mit der künstlerischen Avantgarde, und der Comic wird als eigene Kunstform aufgewertet, indem sein Stellenwert im kunsthistorischen und sozial-historischen Kontext genau beschrieben und  evaluiert wird.

Ein für Liebhaber von Comics und andere Kunstfreunde interessantes Werk über das erste Bildmassenmedium der Geschichte, dessen Bedeutung für die Kunstgeschichte größer ist, als man es bisher sah. Das wird in diesem Buch überzeugend herausgearbeitet.

Aschenputtel

 

 

 

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Mehrdad Zaeri, Christina Laube, Aschenputtel, Knesebeck 2016, ISBN 978-3-86873-768-4

 

In diesem prächtig ausgestatteten Bilderbuch hat Christina Laube das bekannte Märchen vom Aschenputtel mit wenigen Worten ansprechend nacherzählt.

Ihr sensibler Text passt sich hervorragend den wunderbaren Scherenschnitten und magisch-schönen Illustrationen des in Mannheim lebenden Exiliraners Mehrdad Zaeri an, die eine Augenweide sind, und einen das wertvolle Buch nur ganz vorsichtig anfassen und umblättern lassen.

Staunend und ehrfürchtig wie ein Kind schaut man als Erwachsener dieses Buch an, ein ganz besonderes Kunstwerk, das seinen stolzen Preis wert ist.

Es ist nicht nur für Kinder geeignet, sondern ziert auch das Regal jedes Liebhabers besonderer Bücher. Die ist mit Sicherheit eines davon.

Mit dem Zeppelin nach New York

 

 

 

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Stephan Martin Meyer, Thorwald Spangenberg, Mit dem Zeppelin nach New York, Gerstenberg 2016, ISBN 978-3-8369-5884-4

 

In einem wunderbaren Sachbilderbuch für Kinder ab etwa sieben Jahren erzählen die beiden Autoren nach einer wahren Begebenheit die Geschichte des Kabinenjungen Werner Franz, der als 14-jähriger mit der Unterstützung seiner Eltern auf dem Zeppelin „Hindenburg“ anheuert und mit dem Luftschiff zuerst nach Rio de Janeiro und dann nach New York fährt, wo es dann in Lakehurst zu dem dramatischen  Unglück kommt, bei dem viele Menschen ihr Leben verloren.

 

Es ist nicht nur die spannenden von Stephan Martin Meyer Abenteuergeschichte eines Jungen, die kleine Leser begeistern wird, sondern auch die Illustrationen von Thorwald Spangenberg, die den Leser nicht nur über die Orte informieren, die der Zeppelin angeflogen hat, sondern auch über seine faszinierende Technik. So ganz nebenbei erfahren die Leser auch etwas über die damalige Zeit, die Wirtschaftskrise und den Nationalsozialismus.

 

Eine spannende und lehrreiche Reise in die Vergangenheit unterstützt von der Zeppelin Stiftung in Friedrichshafen, wo noch heute die Zeppeline täglich über dem Bodensee kreisen. Ein Besuch im dortigen Museum lohnt sich auf jeden Fall, wenn man in der Gegend ist.

Nörgler, Besserwisser, Querulanten

 

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Evelyn Summhammer, Nörgler, Besserwisser, Querulanten, Goldegg 2016, ISBN 978-3-903090-07-1

 

Jeder Mensch kennt sie. Entweder in der Familie oder auf der Arbeitsstelle, im Sportverein oder in der Kirchengemeinde. Überall dort, wo sich Menschen begegnen, tauchen sie auf und verbreiten eine gereizte bis aggressive Stimmung.

Die Rede ist von sogenannten schwierigen Menschen, auch Nörgler und Besserwisser genannt. Sie machen den anderen, die ihnen begegnen, das Leben schwer. Und man weiß oft nicht, wie man auf solche Menschen reagieren soll. Denn das die Interaktion gleich in einen  handfesten Konflikt ausartet ist auf die Dauer ebenso unbefriedigend wie der Reflex, einem solchen Menschen aus dem Weg zu gehen. Oft ist das auch gar nicht möglich. Andere Strategien sind also notwendig, um schwierige Menschen zielsicher (zu) steuern.“

Die Autorin des vorliegenden Buches, die österreichische Wirtschaftspsychologin, Coach und Key-Note-Speakerin Evelyn Summhammer hat dem Umgang mit diesen Menschen einen ganzen wertvollen Ratgeber gewidmet.

In einem ersten Teil beschreibt sie die unterschiedlichen Menschen-und Charaktertypen, die man landläufig als „schwierig“ bezeichnet. Sie will damit das Verständnis der Leser für das Denken und Handeln dieser Zeitgenossen und warum sie so geworden sind, wecken. Mit einer neuen Sichtweise, so ihre These, werden neue Handlungsweisen eröffnet. Man kann dann anders auf die jeweilige Person zugehen und anders mit ihr umgehen.

Jedes Mal macht sie viele Vorschläge, wie man Situationen mit solchen schwierigen Personen entschärfen kann, ohne sich auf den Konflikt einzulassen, und so, wenn es gut läuft, die schwierige Person sogar so zu steuern, dass sie keine Probleme mehr macht und eingebunden werden kann in Entscheidungsprozesse oder das Leben in einer Gruppe.

In einem zweiten Teil des Buchers geht es um zahlreiche Tipps für bessere Gesprächsführung und gelingendes Selbstmanagement. Denn auch ohne schwierige Personen geraten wir in unserem Alltag auch in guten gelingenden Beziehungen oft in Situationen, in denen wir überfordert sind oder unangenehm berührt. Wenn man hier gelernt hat, sich nicht nur in das Innenleben de gegenüber, sondern auch und gerade in sein eigenes einzufühlen und  es zu verstehen, wird unsere Kommunikation  mit andern  Menschen besser und die Lebensqualität steigt.

Ein Buch  von dem jeder erwachsene Mensch profitieren kann, denn wir kommunizieren jeden Tag mit anderen und freuen uns, wenn diese Kommunikation gelingt. Sie ist ein Teil unserer Lebensfreude und Lebenssinns.

 

 

 

 

 

Bretonische Flut

 

 

 

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Jean-Luc Bannalec, Bretonische Flut. Kommissar Dupins fünfter Fall, Kiepenheuer & Witsch 2016, ISBN 978-3-462-04937-4

 

Eine neue literarische Stimme macht sich seit einigen Jahren erfolgreich auf dem hart umkämpften deutschen Krimimarkt bemerkbar. Während viele Jahre lang erfolgreiche Serien wie etwa Donna Leons Romane um den Commissario Brunetti aus Venedig schon seit langem an Langeweile und immer mehr von dem Gleichen nicht zu überbieten sind, hat der in Deutschland und in Frankreich lebende Autor unter dem Pseudonym Jean Luc Bannalec sich mit seinem ersten Roman, seinen ersten Fall für Kommissar Dupin 2012 mit einem sogar von der etablierten Literaturkritik beachteten Paukenschlag zu Wort gemeldet.

„Bretonische Verhältnisse“ und auch der zweite Band „Bretonische Brandung“ waren Kriminalromane, die uns nicht nur einen kantigen, menschlich authentischen Kommissar mit einer eigenen, kritischen Meinung präsentierten, sondern auch eine überaus spannende und anspruchsvolle Handlung. Daneben glänzten beide Bücher mit ganz wunderbaren Beschreibungen der einzigartigen Natur des Finistere und des Atlantiks und mit jedem Buch mehr mit langen Ausführungen über bretonische und keltische Kultur und  Mythen.

Während der dritte Band „Bretonisches Gold“  viele Schwächen und Längen hatte, kehrte Bannalec mit seinem vierten Band „Bretonischer Stolz“ nicht nur zur Qualität der ersten Bücher zurück, sondern übertraf sie sogar.

Leider zeigt der hier vorliegende fünfte Fall, der unter dem Titel „Bretonische Flut“ erschienen ist, wieder einige Schwächen. Zum einen hat er unnötige Längen, obwohl die Handlung sich lediglich auf zwei Tage beschränkt, zum anderen sind die durchaus interessanten Hinweise auf die bretonische Kultur, die dieses Mal hauptsächlich von Kommissar Dupins Assistenten Riwal beigesteuert werden (in den anderen Romanen trägt auch seine Sekretärin Nolwenn dazu bei) dieses Mal so ausführlich, dass sie nicht nur den Kommissar, sondern auch den Leser stellenweise nerven.

Gelungen und lehrreich fand ich die Verknüpfung der durchaus spannenden Handlung mit zahlreichen Hinweisen auf die Ökologie des Atlantiks vor der Bretagne und des Finistere und ihren bedrohten Zustand.

Innerhalb weniger Stunden ist Kommissar Dupin mit drei Mordfällen konfrontiert, begangen nach derselben Methode, sodass er von einem Täter ausgehen muss. Einer Fischerin von der Insel Sein, einer Meeresforscherin und einem ehemaliger Virologe, der dort seinen Altersitz hat, sind jeweils mit einem scharfen Messer die Kehle durchgeschnitten worden.

Bald schon hat Dupin mehrere Personen im Verdacht, weil die sich verdächtig benehmen bzw. für die jeweiligen Tatzeiten kein Alibi haben.

Obwohl er das Meer lieber von der Küste aus anschaut, als sich ihm auf einem Boot auszusetzen, scheuen Dupin und seine kompetente Mannschaft kein Risiko bei teilweise lebensgefährlichen Fahrten durch heftigen Sturm von einer Insel auf die andere den Fall zu lösen.

Die ausführlichen Hinweise auf keltische Mythologie sind dieses Mal nicht nur ein Beiwerk, sondern haben mit der Lösung des Falles direkt zu tun. Diese Komposition bringt Bannalec zu einem wenig überzeugenden und sehr unbefriedigenden Schluss des Buches.

Dennoch: ich habe es, wie die anderen vier Bände auch, wieder mit viel Freude gelesen, sehr viel gelernt über die Gegend, die Menschen und ihre Kultur und der Wunsch, endlich bald einmal selbst das Finistere zu besuchen ist beim Lesen immer stärker geworden.

Vielleicht legt ja Bannalec, so wie es Martin Walker für seinen Bruno getan hat, bald einmal eine Art Reiseführer vor, mit dem sich Leser auf Spuren Dupins an die wunderbaren Orte und Restaurants begeben können, die er in seinen Büchern beschreibt.

Elterncoaching

 

 

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Jesper Juul, Eltern-Coaching, Beltz 2016, ISBN 978-3-407-86429-1

 

Der Däne Jesper Juul ist der mittlerweile bekannteste und meistgelesene Familientherapeut in Westeuropa. Seine Bücher erleben hohe Auflagen und die Werte und Erziehungsziele, die er darin vertritt, haben unzählige Eltern und Erzieher in der Zwischenzeit überzeugt.

In zahlreichen Workshops und Seminaren hat er in den vergangenen Jahren mit betroffenen Eltern und Kinder gearbeitet und legt nun mit seinem bei Beltz erschienenen Buch „Eltern-Coaching“ etwa zwei Dutzend originale Protokolle von familientherapeutischen Eltern-Coachings vor. Im Unterschied zu seinen Ratgeber-Büchern kann man hier genau verfolgen, wie Jesper Juul arbeitet, wie er mit den Problemen und Widerständen seiner Klienten umgeht.

Die hier vorliegende 7. Auflage aus 2016 ist um ein halbes Dutzend Elterngespräche erweitert, die wie die anderen auch überzeugend zeigen, dass Kinder Eltern als Leuchttürme brauchen, die ihnen Orientierung bieten und ihre Verantwortung für die Familie wahrnehmen.

Es ist nicht nur eine liebevolle Beziehung zwischen Eltern und Kindern, die für Juul entscheidend ist, sondern auch die Qualität der Beziehung der Eltern selbst.

Das ist sehr praxisnah und kann Leserinnen und Lesern vielleicht mehr verdeutlichen als ein Ratgeber, die bei Juul zwar immer mit Beispielen bestückt sind, ganz selten jedoch mit Ausschnitten aus konkreten Beratungen.

Die etwa zwei Dutzend, von Juul eingeleiteten und zwischendrin immer wieder auf der Metaebene erläuterten Protokolle gliedern sich in vier Teile:

 

  • Willensstarke Kinder
  • Die Elternrolle
  • Alltagschaos
  • Elternbeziehungen
  • So reden, dass die Kinder zuhören

 

Die Beispiele sind nicht für jede Familie typisch, aber wenn man auch die liest, die einen nicht so sehr betreffen – immer wieder bekommt man auch für seine eigene Familie, seine eigene Rolle, seine eigene Eltern -Beziehung und seinen eigenen Erziehungsstil wertvolle und weiterführende Hinweise und Anregungen. Wer lieber einen Film sieht als ein Buch liest, der sei auf die unterschiedlichen DVDs mit Vorträgen  und Praxisbespielen von Jesper Juuls therapeutischer Arbeit hingewiesen.