Archiv der Kategorie: Allgemein

Lied der Stille

 

 

 

 

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Theodore Strawinsky, Lied der Stille, Steidl 2015, ISBN 978-3-95829-128-7

 

Théodore Strawinsky wurde 1907 als Sohn des Komponisten Igor Strawinsky in Sankt Petersburg geboren. 1913 kam er mit der Familie in die Schweiz  und lebte später in Frankreich. Während des Zweiten Weltkrieges verbrachte ihn die deutsche Besatzungsmacht in ein Auslieferungslager. Mit Hilfe verschiedener Freunde, u. a. des Mäzens Werner Reinhart  kam er 1943 nach Genf in die Schweiz.

Seine Frau war die Tochter der Genfer Malerin und Schülerin Hodlers, Stéphanie Guerzoni (1887–1970). Théodore Strawinsky war Porträtist, schuf Mosaiken, Kirchenfenster (z. B. Christkönigs-Kirche Fribourg), Fresken. (wikipedia)

 

Schon als Kind entdeckte Theodore Strawinsky seine Liebe zur Kunst und zeigte ein erstaunliches  Zeichentalent. Als Jugendlicher lernte er durch den Bekanntenkreis seines Vaters wichtige Künstler kennen, die ihn  prägten, darunter Braque, Picasso und Andre Derain, den er später als seinen eigentlichen „Lehrmeister“ bezeichnete.

 

Ab 1930 arbeitete Strawinsky für verschiedene Bühnen und kooperierte mit Schriftstellern, während er immer auch seine unmittelbare Umgebung zeichnerisch und malerisch festhielt: Familienmitglieder, Freunde, Wohnungen, Landschaften gehören zu seinen bevorzugten Sujets. In einzelnen Werkreihen umkreiste er zudem die Welt des Zirkus oder das Aktgenre.

 

In einem Band anlässlich einer Ausstellung im Kunstmuseum Appenzell, die vom 6. November 2015 bis zum 27. März 2016 zu sehen war, hat der Steidl Verlag eine Auswahl von etwa 100 Stillleben, Porträts, Landschaften, Zeichnungen und Bühnenentwürfen zum ersten mal für ein deutsches Publikum aufbereitet.

 

Es zeigt einen Künstler, dessen Werke das poetische „Lied der Stille“ singen.

 

Expedition Wissen Weltraum

 

 

 

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Michael Bayer, ThiLo, Expedition Wissen Weltraum, Ravensburger Verlag 2016, ISBN 978-3-473-55401-0

 

Schon in meiner Jugend interessierte ich mich für den Weltraum und graste die damals in unserer kleinen Gemeindebibliothek zur Verfügung stehenden Bücher ab. Waren es in frühen Sechzigern zunächst die alten Science-Fiction-Romane von Hans Dominik, die ich begeistert verschlang, war es später die dritte Auflage der Perry Rhodan Serie, von der ich mehrere hundert Hefte las.

Das Wissen um den Weltraum hat sich seither explosionsartig erweitert, vor allem durch die bemannten Raumflüge und viele Sonden, die weit in unser Sonnensystem und darüber hinaus geschickt wurden, um die Entstehung des Universum zu erforschen. Und die Literatur für Kinder darüber hat sich ähnlich revolutioniert.

 

Ich hatte damals nie die Informationen parat, die durch die neue Tiptoi- Technik den Kindern heute ganz neue Dimensionen erschließen zu dem Thema.
Denn dieses Produkt ist eine sensationelle Neuheit, die das Lernen für Kinder mit Büchern revolutionieren wird. Einmal angeschafft, passt der Stift zu immer mehr Produkten aus dem Ravensburger Verlag, wie zum Beispiel zu dem hier anzuzeigenden Buch für Leseanfänger

Tip Toi ist ein audiovisuelles Lernsystem für Bücher und Spiele, mit dem die Kinder die Welt spielerisch entdecken. Tippt das Kind mit dem Stift auf ein Bild oder einen Text oder ein entsprechendes Symbol, erklingen passende Geräusche, Sprache oder auch Musik. Eine intelligente Elektronik ermöglicht Kindern, Bücher und Spiele völlig eigenständig immer wieder neu zu erleben.

Ich kann das System nur empfehlen. Die TipToi Büchern sind etwa ein Drittel teurer als die herkömmlichen Wissensbücher bei Ravensburger, aber diese Investition in das Lernen und vor allem die Lernfreude ihres Kindes lohnt sich.

 

Hier im vorliegenden Buch Expedition Wissen Weltraum hat THiLo das aktuelle Wissen über den Weltraum in  eine spannende Geschichte verpackt, in der Juli, Ben und der Professor (manche Kinder werden die drei schon aus früheren Büchern kennen) bei einem Besuch eines Weltrauminformationszentrums eine seltsame Nachricht wahrnehmen? Sind das Außerirdische?

 

Von Michael Bayer ansprechend illustriert, lässt ThiLo die drei Hobbyforscher zwischen Sternarte, Planetarium und Weltraummuseum diesem Geheimnis auf den Grund gehen…

 

Kinder zwischen sieben und zehn Jahren werden mit diesem Buch nicht nur viel spannende Unterhaltung erleben, sondern mit der TipToi Technik auch sehr viel Neues lernen über das Thema.

 

Wieder beste Freunde

 

 

 

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Katja Reider, Henrike Wilson, Wieder beste Freunde, Coppenrath 2016, ISBN 978-3-649-66790-2

 

Nachdem in ihrem letzten Bilderbuch ein kleiner Bär die Langeweile als einen kreativen Zustand entdeckte, erzählt Henrike Wilson in ihren neuen, von Katja Reider getexteten Bilderbuch die Geschichte der Freundschaft zwischen den großen Bären Schimansky und seinem Freund dem Waschbären Mats.

Richtig gut Freunde sind sie, unternehmen alles gemeinsam, bis es eines Tages zu einem handfesten Streit kommt. Natürlich weiß später keiner der beiden mehr, wie es dazu kam, aber erst einmal reden sie kein Wort mehr miteinander.

Zunächst kommunizieren sie über ihre Freunde, und übermitteln die Botschaft, es gehe ihnen jeweils blendend ohne den Anderen. Das geht eine Zeitlang so, bis alle unendlich müde sind von diesem seltsamen Spiel.

Irgendwann- viel später- , beauftragt Schimansky den verschlafenen Maulwurf: „Sag Mats von mir, dass wir uns nie mehr vertragen!“  Über mehrere Stationen wird die Botschaft weitergegeben und wie bei der Stillen Post verändert sie sich. Am Ende der Kette dann sagt die Ziege zu Mats: „Er ist bereit, sich mit dir zu vertragen!“

Und da beginnt Mats auch schon zu rennen – hin zu seinem besten Freund.

Ein schönes Bilderbuch über wiedergewonnene Freundschaft und auch darüber, wie ein Streit zwischen zweien eine ganze Gemeinschaft belasten kann.

1,2,3,4 Lieblingstier

 

 

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Sabine Lohf, 1,2,3,4, Lieblingstier, Gerstenberg 2016, ISBN 978-3-8369-5895-0

 

Im vergangenen Jahr hatte Sabine Lohf einen ganz außergewöhnlichen Adventskalender vorgelegt in der Form eines Bilderbuches mit schönen Reimen. Es wurde die Geschichte eines Sackes voller Knöpfe erzählt, aus dem Knöpfe für jeden Tag des Advents herausgenommen und  selbstgebastelte Gegenstände damit dekoriert wurden.

Nun veröffentlicht sie eine ACB – Buch mit dem Titel “1,2,3,4 – Lieblingstier“. Hier werden Tiere von A bis Z abgebildet, aber nicht in ihrer ursprünglichen in der Natur vorkommenden Erscheinung, sondern als gebastelte Figuren. In jeweils vier auf der linken Seite abgebildeten und erläuterten Schritten wird erklärt, wie man die auf der rechten Seite abgebildeten Figuren selbst herstellen kann. Ganz unterschiedliche Materialien werden dabei verwendet. Holz, Wolle, Knete, Naturmaterialien wie Maiskolben etwa, Papier und Pappe, Stoffe, Eier, Schrauben und vieles mehr kommen zum kreativen Einsatz.

Eine Liste der verwendeten und zum Nachmachen nötigen Materialien hat Sabine Lohf auf der letzten Seite abgedruckt (44 insgesamt!).

Eine schöne Anleitung für ein kreatives „Sich- durch-das Alphabet-Basteln“.

 

Wir entdecken Österreich

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Susanne Gernhäuser, Stefan Seidel, Wir entdecken Österreich, Ravensburger Verlag 2016, ISBN 978-3-473-32645-7

 

„WiesoWeshalbWarum?“ ist eine der besten Sachbuchreihen für Kinder zwischen vier und sieben Jahren, die man auf dem Buchmarkt finden kann. Neben der Vermittlung von grundlegendem Sachwissen zum  jeweiligen Thema überzeugen sie durch zahlreiche Klappen, die Einblicke ermöglichen und Bewegungen und Abläufe veranschaulichen, detailreiche Bilder mit hohem Entdeckungswert und mit einer leicht verständlichen Sprache, die auch zum Selberlesern einlädt.

In dem vorliegenden 58. Band der Reihe geht es um das Entdecken von Österreich, seiner Geschichte, seiner Landschaft und Kultur. Susanne Gernhäuser ist für die Texte verantwortlich gewesen und Guido Wandrey hat das Buch auf ansprechende Weise  illustriert. Beide sind übrigens so etwas wie Stammautoren dieser Reihe.

Österreich ist eines der beliebtesten Urlaubsziele der Deutschen, Deshalb dürften auch jedes Jahr Hunderttausende Kinder im Vorschulalter und Grundschulalter zusammen mit ihren Eltern oder Großeltern Urlaub in unserem Nachbarland machen.

Das vorliegende Buch eignet sich ganz hervorragend als Urlaubsvorbereitung, die Eltern und Kinder gemeinsam treffen können. Auf insgesamt acht Doppelseiten geht es um das Besondere an Österreich und seiner Geschichte, um die Hauptstadt Wien und um Salzburg und um die einzelnen Bundesländer Niederösterreich, Oberösterreich, die Steiermark, Kärnten, das Burgenland, Tirol und Vorarlberg und ihre jeweiligen auch für den Urlaub relevanten Besonderheiten.

Perfekt für die Vor-und Nachbereitung eines Urlaubs in Österreich.

 

 

Das tolle ABC-Buch

 

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Joke van Leeuwen, Das tolle ABC-Buch. Bilder, Geschichten & Gedichte, Gerstenberg 2016, ISBN 978-3-8369-5926-1

 

In ihrem letzten bei Gerstenberg in Hildesheim erschienenen Buch „Augenblick mal – Was wir sehen, wenn wir sehen und warum..“ stellte die niederländische Kunsthistorikerin und in ihrem Heimatland sehr bekannte und preisgekrönte Jugendbuchautorin Joke van der Leeuwen  in einer Schule des Sehens mit einem geradezu spielerischen Streifzug durch die Kulturgeschichte überzeugend unter Beweis, was die Jury zur Verleihung des James Krüss Preises später so ausdrückte: „Jedes ihrer Bücher ist ein kleines Gesamtkunstwerk.“

Auch ihr neues Buch bei Gerstenberg ist dafür ein beeindruckendes Beispiel. Unter den jedes Jahr pünktlich zum Schulbeginn erscheinenden ABC – Büchern ragt ihres mit seinen Bildern, Geschichten und Gedichten besonders heraus.

Bildergeschichten von Gabella und Löffelino wechseln sich ab mit schönen fabelartigen Geschichten über Tiere, lustigen bis nachdenklichen Gedichten und grafisch ausdrucksvollen Bildern. Ein Schau-ABC mit wunderbaren Figuren, die als Buchstaben erkannt werden wollen und mit einem in Reimform gefassten ABC mit lustigen Illustrationen gibt sie Kindern im Vorschulalter die Gelegenheit, die Buchstaben in ihrer Reihenfolge zu lernen, die ansonsten in dem Buch wild durcheinanderpurzeln.

Ein wunderbares Geschenk zum Schulanfang oder auch ein Jahr davor.

Wir entdecken die Wunder der Natur

 

 

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Susanne Gernhäuser, Guido Wandrey, Wir entdecken die Natur, Ravensburger Verlag 2016, ISBN 978-3-473-32655-6

 

„WiesoWeshalbWarum?“ ist eine der besten Sachbuchreihen für Kinder zwischen vier und sieben Jahren, die man auf dem Buchmarkt finden kann. Neben der Vermittlung von grundlegendem Sachwissen zum  jeweiligen Thema überzeugen sie durch zahlreiche Klappen, die Einblicke ermöglichen und Bewegungen und Abläufe veranschaulichen, detailreiche Bilder mit hohem Entdeckungswert und mit einer leicht verständlichen Sprache, die auch zum Selberlesern einlädt.

In dem vorliegenden 61. Band der Reihe geht es um das Entdecken der Wunder der Natur. Susanne Gernhäuser ist für die Texte verantwortlich gewesen und Guido Wandrey hat das Buch auf ansprechende Weise  illustriert. Beide sind übrigens so etwas wie Stammautoren dieser Reihe.

Auf insgesamt acht Doppelseiten geht es um Höhlenlandschaften unter der Erde, um die Geysire in Island, um die Entstehung und die einzigartige Lebenswelt des Grand Canyon in den USA, um die bunte Welt unter dem Meeresspiegel, die hohen Berge des Himalaya und die Menschen, die dort leben. Weiter wird die Lebenswelt in der Wüste beschrieben, die Besonderheiten des Regenwaldes und der Antarktis.

Vorsichtig deuten die Autoren immer wieder an, dass viele dieser Wunder unserer Natur in ihrer Existenz gefährdet sind und vermitteln so eine erste Form von Umweltbewusstsein bei den Kindern.

Ein sehr empfehlenswertes Sachbuch für Kinder zwischen vier und sieben Jahren. Ich kenne Kinder, die in dieser Phase ihres Lebens diese Bände regelrecht sammeln.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Drüber & Drunter. In aller Welt

 

 

 

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Anne-Sophie Baumann, Drüber Drunter. In aller Welt, Gerstenberg 2016, ISBN 978-3-8369-5925-4

 

Wie sieht die Welt eigentlich von unten aus? Was ist unter dem Polareis, unter einem Vulkan, munter einer Insel, unter der Wüste  und unter dem Regenwald?  Welche Tiere leben dort oder finden ihren Unterschlupf, welche Bodenschichten gibt es dort schon seit ewigen Zeiten und welche Bedeutung haben sie?

 

Mit einem Bilderbuch in ungewöhnlichem Format (32×15) laden Anne-Sophie Baumann und Charline Picard kleine Kinder ab etwa 4 Jahren zu einer Entdeckungsreise unter die Erde ein. Erstaunlich, wieviel Leben es gibt unter der Erde.

 

Viele große und kleine Klappen müssen geöffnet werden, damit die Geheimnisse und Überraschungen des Untergrunds gelüftet werden können. Das Buch bietet viele Informationen, spart aber auch nicht mit lustigen Einwürfen, zum Beispiel dem alten Moped eines wohl in der Wüste Verirrten.

 

Sehr zu empfehlen.

Ich hab dich unendlich lieb…..

 

 

 

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Astrid Debordes, Pauline Martin, Ich hab dich unendlich lieb…, Kleine Gestalten 2016, ISBN 978-3-89955-764-0

 

Dieses Bilderbuch richtet sich an Kinder ebenso wie an Erwachsene. Es erzählt in einer klaren und aufrichtigen Sprache, die von Claudia Sandberg ins Deutsche übertragen wurde, von einer Mutter und ihrem Sohn Max. Der Vater kommt zwar auch vor, hauptsächlich geht es aber in diesem Buch um die Liebe einer Mutter zu ihrem Kind.

Mit vielen aus dem Alltag des Sohnes herausgegriffenen Beispielen antwortet die Mutter auf die Frage, die jedes Kind bewegt: „Mama, wirst du mich eigentlich für immer liebhaben?“

Und es ist die absolute Bedingungslosigkeit dieser mütterlichen Liebe, die überzeugt und bewegt. Kinder und Müttern werden, wenn sie dieses Buch miteinander lesen und betrachten, vielleicht noch weitere Lebenssituationen entdecken und identifizieren, in denen diese Liebe wahrhaftig wird.

Besonders gut hat mir das Sprachspiel gefallen: „Ich hab dich liebe, wenn du dich anlehnst, und wenn du dich auflehnst.“

Die Illustrationen von Pauline Martin korrespondieren ideal mit dem von Astrid Desbordes gefundenen Wortbeispielen. Sie erwecken sie geradezu zum Leben.

Das Bilderbuch hat mich ein wenig an den Klassiker von Sam McBratney erinnert, der 1994 unter dem Titel „Weißt du eigentlich, wie lieb ich dich hab?“ erschienen und seither über zwei Dutzend Auflagen erlebte.

Bobby

 

 

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Eddie Joyce, Bobby, DVA 2016, ISBN 978-3-421-04651-2

 

Eddie Joyce, der Autor dieses empfehlenswerten Romans ist in Staten Island geboren und aufgewachsen. Man spürt seinem Romandebüt auf fast jeder Seite ab, wie sehr er diesen Stadtteil von New York liebt, der unter den Bezirken New Yorks schon immer die geringste Bedeutung hatte.

Eddie Joyce Roman beschäftigt sich mit den Langzeitfolgen des Anschlages auf die Zwillingstürme in New York am 11. September 2001 und er hat sich eine ganz normale Familie aus Staten Island dafür ausgesucht. So wie der Familie des bei dem Anschlag ums Leben gekommenen Feuerwehrmannes Bobby Amendola geht es in New York noch vielen Familien, in denen auch nach 15 langen Jahren die Wunden, die dieser weltweit schlimmste Terroranschlag gerissen hat, längst nicht verheilt sind.

Das Buch handelt vom Leben der irisch-italienischen Einwandererfamilie Amendola, von Gail und Michael und ihren drei Söhnen Peter, Franky und Bobby.

In der Gegenwartsebene arbeitet Peter als erfolgreicher Anwalt in Manhattan, schlittert jedoch gerade in meine große Lebenskrise, Franky ist schwer alkoholabhängig und bekommt zum Leidwesen seiner Eltern sein Leben einfach nicht in den Griff und Bobby ist seit zehn Jahren tot.

Dessen Witwe Tina hat einen neuen Mann kennengelernt und es ist letztlich diese Tatsache, die bei allen Familienmitgliedern die Wunde des Todes von Bobby neu aufreißt. Denn Wade, so heißt der Mann, soll zusammen mit Tina zum Geburtstag von Klein-Bobby zum ersten Mal in der Familie eingeführt werden.

Wie werden alle das aufnehmen? Was wird geschehen? Wie wird sich die Familie in der Zukunft entwickeln?  Doch Eddie Joyce bleibt nicht nur in der Gegenwart, sondern er lässt insbesondere Gail immer wieder sich erinnern. Ihr Gedächtnis und das des auktorialen Erzählers blättern sich vor dem Leser auf wie ein Album, wie ein familiäres Tagebuch, das zurückreicht bis in Zeit der Einwanderung der beiden Familienstränge. Und es ist ein Dokument eines sich verändernden Stadtteils New Yorks.

Im Original trägt der 2015 bei Random House in New York erschienene Roman den Titel „Little Mercies“. Das kann man übersetzen mit „Kleine Gnaden oder Barmherzigkeiten“. Und von solchen Gnadenmomenten, von solchen Zeiten und Augenblicken der Freude in einer Familie, in der bei allen Mitglieder auch noch nach zehn Jahren immer der Schleier des Schmerzes über jeder einzelnen Seele liegt so wie damals der Staub über Manhattan, erzählt ein Buch, das mich gefangen nahm, mich berührte und mir ein Stück Geschichte erzählte von New York und Staten Island und von Basketball, jenem Spiel, das Bobby so liebte.

Ein Buch mit einer sanften, einer segensreichen Botschaft: so groß der Schmerz auch ist, die „little mercies“ werden ihn langsam aber sicher aushöhlen und verwandeln in neues Leben und neuen Lebenssinn.