Archiv der Kategorie: Allgemein

Bin am Meer 2017

 

 

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Udo Schroeter, Bin am Meer, Adeo 2016, ISBN 978-3-86334-091-9

 

Wunderbare, weite Fotografien von Szenen am Meer hat Udo Schroeter hier in diesem schönen zur Meditation und spirituellen Einkehr einladenden Wandkalender versammelt.

Viele Motive vermitteln den Eindruck eines tiefen Horizonts, hinter dem sich immer wieder überraschend neues Leben und neue Chancen verbergen.

Jede Fotografie und jeden Monat hat er quasi unter ein spirituelles Motto gestellt. So schreibt er etwa im Juli unter der Abbildung reines altes Fischerhauses:

„Die Vergangenheit ist für viel die Welt der Wunden. Die Zukunft ist oftmals die Welt der Angst. Das Leben findet im Hier und Jetzt statt“.

Die faszinierenden Fotografien haben ebenso wie die Aphorismen unter ihnen die Kraft, den Besitzer dieses Kalenders einen ganzen Monat anzuregen, zu irritieren, zu bewegen. Leben und handeln in der Gegenwart, Loslassen alles Beschwerenden und offen sein für den Augenblick-  darum geht es.

Ein schönes Geschenk für Menschen, die sich danach sehnen, noch etwas anderes zu spüren – das, was dahinter ist.

 

Alle Tiere schlafen schon

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Dagmar Geisler, Paul Maar, Alle Tiere schlafen schon, Oetinger 2015, ISBN 978-3-7891-6900-7

 

Sieben schöne und vierzeilige Reime von Paul Maar über schlafende kleine und große Tiere hat Dagmar Geisler für dieses schöne Gute-Nacht-Bilderbuch für Kinder ab 18 Monaten mit zarten und farbenfrohen Bildern illustriert.

 

Kleine Schafe und Hasen, ein Kälbchen, eine Fledermaus, ein starker Löwe, ein grüner Frosch und ein kleines Kind können sehr gut kleine Kinder beim Einschlafen begleiten:

„Tiere schlafen gern im Stall

Oder draußen, unter Bäumen.

Menschenkinder sind im Bett,

wenn sie schlafen und dann träumen.“

 

Ein wunderschönes Bilderbuch.

Klein

 

 

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Stina Wirsen, Klein, Klett Kinderbuch 20916, ISBN 978-3-95470-131-5

Schon das Vorwort zeigt, dass das vorliegende Bilderbuch kein gewöhnliches ist, sondern ein ausgesprochen heikles Thema aufgreift und bearbeitet:

„Niemand, der erwachsen ist, darf Angst machen oder schlagen. Wir, die wir dieses Buch gemacht haben, hoffen, dass es Kindern helfen kann, die zu Hause Angst haben müssen. Und dass es Erwachsene daran erinnert, dass alle, die groß sind, Verantwortung für die tragen, die klein sind.“

Da ist Klein und seine Eltern Groß und Stark. Klein mag es sehr, wenn zu Hause alles schön ist und es keinen Streit gibt.  Doch das ist leider selten der Fall. Immer wieder gibt es großen Streit, bei dem einer der Eltern das Haus verlässt. Klein versucht zu schlichten und zu trösten – vergeblich. Doch da sind zwei andere Wesen, die Klein für kurze Zeit das häusliche Elend vergessen lassen. Zum einen seine Erzieherin Frau Traulich in seiner Kita und zum andern der Nachbar Jemand, der ihn  fragt ob er traurig ist. Klein verneint, aber er ist traurig. „Im ganzen Bauch und im Kopf und in den Armen auch.“ Eine sprachlich gelungene Beschreibung einer kindlichen Depression.

Klein öffnet sich Frau Traulich und erzählt ihr von seinen Gefühlen. „Frau Traulich hört zu. Frau Traulich hört alles.“ Und sie sagt: „Du bist klein. Du bist gut. Dir darf man keine Angst machen.“

Und sie handelt und hilft Klein, weil er viele fröhliche Tage ohne Streit braucht.

Worin diese Hilfe genau besteht, und was mit Groß und Stark ist, bleibt offen. Wichtig bleibt die Botschaft an Kinder, denen es ähnlich geht, sich in der Kita zu offenbaren. Und die Botschaft an die Erzieherinnen, nicht wegzuschauen, sondern sich dieser Kinder anzunehmen.

Ein Bilderbuch, das in keiner Kindertagesstätte fehlen und von mutigen und erfahrenen Erzieherinnen eingesetzt werden sollte.

 

 

Weil wir längst woanders sind

 

 

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Rasha Khayat, Weil wir längst woanders sind, Dumont 2016, ISBN 978-3-8321-9814-5

 

Rasha Khayat, die hier ihren bemerkenswerten Debütroman vorlegt, ist in Dortmund geboren und lebte dann bis zu ihrem elften Lebensjahr in Saudi-Arabien. Mit elf kehrte sie mit ihrer Familie  nach Deutschland zurück. Was bedeutet es, in zwei so unterschiedlichen Ländern und Kulturen aufzuwachsen? Was ist Heimat und wo ist sie?

Mit ihren beiden Hauptfiguren Layla und Basil, einem Geschwisterpaar, dem sie viel eigene Erfahrungen unterlegt, versucht sich die Autorin an der schwierigen Antwort.

Lange haben die beiden Geschwister im Ruhrgebiet gelebt, dann gemeinsam in einer WG in Hamburg. Doch dann entschließt sich Layla quasi über Nacht, nach Saudi-Arabien zurückzukehren und dort zu heiraten.

Sowohl die Mutter als auch der Bruder sind entsetzt über diese Entscheidung. Während Basil an der Hochzeit teilnimmt, weigert die Mutter sich. Warum hat Layla ihre Freiheit aufgegeben und wieso will sie in einem Land leben, in dem die Frauen überhaupt keine Rechte haben und noch nicht einmal Auto fahren dürfen? Wo die Religionspolizei über alles wacht?

Basil begibt sich auf die Suche nach Antworten. Sie werden schwierig, weil sich alles komplexer herausstellt, als es sich von Deutschland aus angefühlt hat. Rasha Khayat schildert junge Menschen zwischen zwei Kulturen, hin- und hergerissen, gespalten in der Seele und mit der Sehnsucht, ihre Wurzeln zu finden und eins zu werden mit ihnen.

An einer Stelle, nachdem sie sehr erregt ihr Lebensgefühl in Deutschland mit ihrem jetzigen verglichen hat und die Zäsur von 9/11 beschreibt, sagt Layla zu ihrem Bruder:

„Hier habe ich ein echtes Zuhause, Basil, einen Ort, von dem aus ich überall hingehen und an den ich zurückkommen kann und wo niemand will, dass ich mich gegen etwas anderes entscheide.“

Und ebenso wie bei Basil beginnen auch beim Leser die bisherigen selbstverständlichen  Gewissheiten zu bröckeln. Auf der Suche nach Antworten für diese zunächst unerklärliche Entscheidung seiner Schwester stellen sich nicht nur ihm immer wieder neue Fragen, Fragen mit denen die Autorin ihre Figuren und Leser alleine lässt.

Es ist ein bewegender Roman über die Fremdheit. Wo ist Heimat? Vielleicht an gar keinem bestimmten geographischen Ort, suggeriert die Autorin, sondern in den einzelnen Menschen selbst. Eine tröstende, den Einzelnen aber auch mit einer großen Belastung konfrontierende Einsicht.

Denn Heimat und Zuhause wären dann nichts mehr Gegebenes, Selbstverständliches, mir sozusagen in die Wiege Gelegtes, sondern ich müsste es selbst herstellen und erhalten. Ein großer Preis für eine große Freiheit.

 

 

 

 

 

 

 

 

Unorthodox

 

 

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Deborah Feldman, Unorthodox,  Secession Verlag für Literatur 2016, ISBN 978-3-905951-79-0

 

Dieses Buch ist das in den USA zum Bestseller avancierte Zeugnis der Geschichte einer mutigen Frau, die mittlerweile mit ihrem Sohn als Schriftstellerin in Berlin lebt.

Deborah Feldman erzählt in „Unorthodox“ von der ultraorthodoxen jüdischen Gemeinde der Satmarer im New Yorker Stadtteil Williamsburg. Aufgebaut wie eine Sekte halten diese Menschen etwa den Holocaust für eine Strafe Gottes dafür, dass sich die Juden zu sehr ihrer säkularen Umwelt angepasst haben.

Nach dem Zweiten Weltkrieg waren diese ultra-orthodoxe Juden aus Ungarn und Rumänien eingewandert, nachdem sie vor dem Holocaust geflohen waren oder ihn überlebt hatten. Sie gehörten zu den Hasidim, einer Strömung des ultraorthodoxen Judentums, deren Mitglieder eine mystische Vereinigung mit Gott via ihren verehrten Rebben, den für alle Lebensfragen zuständigen Mentor, anstreben. Vor allem die aus dem rumänischen Satu-Mare stammenden, streng orthodoxen Satmarer, Anhänger des Satmarer Rebben, zog es in das Quartier jenseits des East River. Ein Ziel dieser Sekte ist es, sich voll ihrem Glauben und ihrem Lebensstil zu widmen und sich von allem Weltlichen abzuschotten.

Dort, wo es nur um strenge Religion und ihre Regeln und Sitten geht, wächst Deborah Feldman auf.  Es gibt kein Fernsehen, keine Bücher, all das wird von den Satmarern als weltlich abgelehnt. Ihre Frauen tragen rasierte Köpfe, damit ihre Haare die Männer nicht in Versuchung führen.

Man muss nicht betonen, dass Sexualität und alle andere Dinge, die im Leben den Menschen Freude machen können, verpönt sind.

Deborah Feldman erzählt, wie sie bei ihren Großeltern aufwächst, denn sowohl der debile Vater als auch die Mutter, die die Gemeinschaft schon früh verlassen hat, bieten keinen Halt. Doch auch bei den Großeltern sind Nähe und  Geborgenheit nur selten für sie zu spüren. Schon als kleines Mädchen versucht sie sich zu wehren, auch indem sie verbotene Bücher liest. Nach ihrer Zwangsverheiratung gibt sie ihren Widerstand nicht auf, und kann sich nach der Geburt ihres Sohnes schlussendlich befreien.

„Unorthodox“ ist eine ebenso lebendige und lebensnahe wie ehrliche Schilderung der Befreiung aus den Fesseln religiöser Extremisten. Die Satmarer mögen eine kleine Gruppe sein, aber es gibt eine wachsende Zahl von Extremisten, insbesondere im Islam, die nicht nur ihre eigenen Gläubigen unterwerfen, sondern die ganze Welt unter ihr steinzeitliches Joch zwingen wollen.

 

 

 

 

Psst! War da was?

 

 

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Gianna Marino, Psst. War da was, Ravensburger Verlag 2016, ISBN 978-3-473-44676-6

 

In einem lustigen und gleichzeitig sehr informativen Bilderbuch hat die Amerikanerin Gianna Marino ein Bilderbuch geschrieben und illustriert, das kleinen Kindern zum einen nahe bringen will, dass in der Nacht, wenn sie schlafen, eine Menge nachtaktiver Tiere unterwegs sind. Zu Beginn werden diese Tiere auf der vorderen Umschlagseite alle vorgestellt. Manche davon sind deutschen Kindern fremd, weil sie nur in den USA leben, andere kennen sie durchaus.

Da sind das Opossum, das Stinktier, der Flughund, der Wolf, der Grizzlybär und der Uhu.

Zum anderen hilft sie den Kindern, die dieses Buch betrachten, ihre Angst vor der Dunkelheit der Nacht besser anzunehmen und zu bewältigen. Denn in der lustigen Geschichte, die sie erzählt, fürchtet sch sogar der Wolf vor der Dunkelheit.

Julia Bernhard hat den Text aus dem Amerikanischen  übersetzt und die witzigen Illustrationen Gianna Marino sprechen für sich selbst.

 

Das Buch macht, dass die Dunkelheit weniger unheimlich ist.

999 Froschgeschwister und ein kleiner Bruder

 

 

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Ken Kimura, Yasunari Murakami, 999 Froschgeschwister und ein kleiner Bruder, NordSüd 2015, ISBN 978-3-314-10291-2

 

Nach zwei erfolgreichen Bilderbüchern über die 999 Froschgeschwister, von denen das erste für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2012 nominiert war, legt das japanische Autorenpaar nun im NordSüd Verlag aus Zürich das dritte Bilderbuch über eine Froschfamilie vor, das erneut zeigt, welche Kräfte sie entfalten kann, wenn sie zusammenhält.

So wie im ersten Buch sind die 999 Froschgeschwister zu Beginn noch alle kleine Kaulquappen. Allen sind schon Hinterbeine gewachsen, nur die kleinste hat noch keine. „Wartet auf mich!“ ruft sie ihren Geschwistern hinterher. Auch die nächsten beiden Entwicklungsstufen durchläuft sie verzögert, als sie einen kleinen Flusskrebs kennenlernt. Der nennt sie zu ihrer großen Freude gleich seinen großen Bruder und sie spielen schön miteinander.

Doch über Nacht ist der kleine Flusskrebs offenbar mit seiner Mutter verschwunden. Unser kleiner Held macht sich auf die Suche und begegnet einer Schlange, die ihn fressen will. Doch da taucht plötzlich der kleine Bruder auf, lenkt die Schlange ab und mit der vereinten Hilfe der 998 anderen Geschwister schlagen sie die Schlange in die Flucht.

 

Gemeinsam sind Geschwister stark.

 

Hausbooturlaub Niederlande

 

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Ingrid Bardenheuer, Hausbooturlaub Niederlande, Delius Klasing 2016, ISBN 978-3-667-10438-0

 

Nachdem zwei andere Autoren in einem ersten Band  wunderschöne Hausboottouren im Norden der Niederlande beschrieben haben, legen Ingrid Bardenheuer und Hans Zaglitsch hier einen Band mit vier Touren im Süden unseres flachen Nachbarlandes vor.

Wunderschöne unterschiedliche Landschaften und interessante Städte und Metropolen werden von den vier hier angebotenen Routen durchfahren. Das Buch bietet neben den für eine solche Tour üblichen  Tipps und Adressen detaillierte Törnbeschreibungen, Übersichtskarten und unterschiedliche Vorschläge für Häfen, in denen die Nacht verbracht werden kann. Eine Menge Tipps über Land und Leute, Sehenswürdigkeiten und Einkehrmöglichkeiten machen das Buch gerade für  Hausbooteinsteiger zu einem unverzichtbaren Begleiter.

Mit diesem Buch ist es einfach, den vielleicht schon viel Jahre gehegten Traum wahrzumachen und einen ersten Hausbooturlaub mit der Familie zu planen und durchzuführen. Es wird berichtet, dass manche immer wieder kommen.

Das Kleid meiner Mutter

 

 

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Anna Katharina Hahn, Das Kleid meiner Mutter, Suhrkamp 2016, ISBN 978-3-518-42516-9

Ihre beiden letzten Romane „Kürzere Tage“ und „Am schwarzen Berg“ (für den  Dt. Buchpreis nominiert waren literarisch absolut gelungene Versuche  mit einer kühlen und distanzierten Sprache den Tiefenschichten bürgerlichen Lebens auf die Spur zu kommen. Was sie dabei zu Tage förderte, war für den Leser oft nur schwer zu ertragen. Denn bei aller oberflächlichen Freundlichkeit und allem gelehrten Engagement und Wissen – die Menschen in diesen Büchern bleiben sich fremd, vor allen Dingen sich selbst gegenüber. Jeder findet seine eigene Weise, die Erkenntnis dieser Wahrheit, die sich dem Leser mit jeder Seite mehr aufdrängt, vor sich selbst zu verbergen. Vor allem mit Alkohol, aber auch mit Arbeit oder im letzten Buch mit einem zerstörenden wutbürgerlichen Engagement.

In ihrem neuen Roman „Das Kleid meiner Mutter“ hat sie Stuttgart verlassen und siedelt die Handlung im Madrid des Sommers 2012 an. Dort leiden die Menschen an den Folgen der jüngsten Wirtschaftskrise, vor allem die jungen, die sich in einem verzweifelten Protest zu wehren versuchen.

Zu dieser verlorenen Generation, die keine Möglichkeit des Aufbaus einer selbstbestimmten Existenz hat und zu großen Teil immer noch in den Kinderzimmern ihrer Elternhäuser leben, gehört auch Ana Maria, genannt Anita. Ihr promovierter Bruder ist bereits nach Berlin ausgewandert und arbeitet dort auf dem Bau.

Sie findet Unterstützung bei ihrer Familie und ihren Freunden, auch seit langem gut ausgebildet arbeitslos und bei den regelmäßigen Demonstrationen auf der Puerta del Sol. Doch eines Tages liegen beide Eltern tot in der Wohnung. Und sie schlüpft in die Kleider ihrer Mutter: „Es fühlte sich gut an, meine Mutter zu sein. Ich war schön, auf eine mir unbekannte Weise. Selbst in den Gesichtern mancher Frauen sah ich ein Aufleuchten.“

In diesem Roman, in dem man von den Hintergründen und der sozialen Auswirkungen der spanischen Krise nicht viel mehr erfährt als man als aufmerksamer Nutzer hiesiger Medien schon seit Jahren weiß, versucht die Autorin den Bogen zu spannen zwischen einem Liebesroman und einem engagierten Sozialroman quer durch die Generationen immer auf den Hintergrund der Finanzkrise, aber über lange Teile des Buches verliert der Bogen seine Stabilität und Statik.

Deshalb ist das neue Buch bei weitem nicht so gut wie die beiden letzten.

Albertos verlorener Geburtstag

 

 

 

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Diana Rosie, Albertos verlorener Geburtstag, Knaur 2016, ISBN 978-3-426-65393-7

 

Dieser wunderbare und warmherzige Roman erzählt von einem alten Mann, der im spanischen Bürgerkrieg mehr verloren hat als nur sein Geburtsdatum. Und von einem kleinen Jungen, der findet, dass jeder seinen Geburtstag  feiern sollte. Und so machen sich der alte Alberto und sein siebenjähriger Enkel Tino auf die Suche nach Albertos Geburtsdatum.

Diana Rosie erzählt die Geschichte auf zwei Zeitebenen. In der Gegenwart reisen die beiden quer durch Spanien auf der Suche nach Albertos Wurzeln bis hin zu dem Waisenhaus, in dem Alberto einmal gelebt hat. Denn er hat im Bürgerkrieg sein Gedächtnis verloren und weiß nichts mehr von seinem Leben davor. Daher hat er auch ich nie Geburtstag gefeiert oder Karten und Geschenke bekommen.

In einem zweiten Erzählstrang geht es um Albertos Kindheit in den dreißiger Jahren und wie er dort während der wirren innenpolitischen Zeiten mehrmals zwischen die Fronten gerät. Sehr geschickt führt die Autorin beiden Stränge mehr und mehr zusammen, sodass sich nicht nur für die handelnden Personen, sondern auch für den Leser ein immer deutlicheres Bild von Alberts Wurzeln ergibt.

Das Buch erzählt von einer wunderbaren und einmaligen Beziehung zwischen einem Großvater und  seinem Enkel. Es erzählt von der Hoffnung, dem Mut, sich seiner Vergangenheit zu stellen und über die Schönheit des Lebens, das immer wieder neue Überraschungen bereithält.

Es ist eine berührende und gleichermaßen unterhaltende Lektüre, bei der man viel lernen kann über das Spanien der dreißiger Jahre.