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Ein Sohn ist uns gegeben. Commissario Brunettis achtundzwanzigster Fall

 

 

 

Donna Leon, Ein Sohn ist uns gegeben. Commissario Brunettis achtundzwanzigster Fall, Diogenes 2019, ISBN 978-3-257-07060-6

 

Donna Leons Kriminalromane um den Commissario Guido Brunetti aus Venedig erfreuen mich jedes Jahr im Frühsommer aufs Neue.  Habe ich früher schon mal kritisiert, dass seine handelnden Personen, insbesondere Brunetti selbst und seine Familie, aber auch seine Kollegen und Kolleginnen und Vorgesetzten sich über all die Jahre nicht verändern, finde ich das mittlerweile fast angenehm. Das reale Venedig mit seinen Belastungen durch den Tourismus und die drastische Veränderung vieler alter Strukturen kommt seit vielen Jahren in Donna Leons Romane immer wieder kritisch zur Sprache, doch die Personen bleiben immer im gleichen Alter. Brunettis Kinder Chiara und Raffi gehen immer noch in die Schule, seine Frau Paolo lehrt Literatur an der Universität und ihr ganzes Familienleben ist wohltuend konfliktfrei.

 

Im neuen Buch beginnt die Handlung mit einem Gespräch Brunettis mit seinem adligen und schwerreichen Schwiegervater, dem Conte Falier, der sich Sorgen um einen alten Freund macht, den ehemaligen Galeristen und Kunstkenner Gonzalo Rodriguez de Tejeda. Dieser homosexuelle Mann ist mittlerweile schon 85 Jahre alt und will, wie der Conte erfahren hat, einen 40 Jahre jüngeren adligen Mann als seinen Sohn adoptieren. Dem Conte gefällt das gar nicht und er bittet Brunetti, ihn etwas abseits der normalen dienstlichen Wege dabei zu unterstützen, mehr über diesen jungen Mann herauszufinden, um seinen Freund von seinen Absichten abzubringen

 

Brunetti sieht sich schnell in der Zwickmühle. Einerseits will er seinem Schwiegervater helfen, andererseits seine dienstlichen Pflichten nicht verletzen. Doch es gelingt ihm, einen Mittelweg zu finden. Natürlich tauchen alle aus den früheren Romanen bekannten Charaktere aus seiner Dienststelle wieder auf, und Brunettis Chef Patta zeigt sich von einer bisher kaum an ihm wahrgenommenen menschlichen Seite, als er in einer Nebenhandlung, die andere zu einem ganzen Buch verarbeitet hätten, seinen Commissario mit einem eher privaten Auftrag konfrontiert.

 

Immer mehr wird in Leons letzten Romanen die philosophische Seite ihres aus einfachen Verhältnissen stammenden hochgebildeten und menschenfreundlichen Commissarios lebendig.  Seine Nachdenklichkeit und seine Gedanken, seine Art zu ermitteln und mit Menschen umzugehen, haben aus Leons Romanen eine ganz eigene spezifische Form des Kriminalromans gemacht, in dem das Verbrechen nur eine Variante möglicher seltsamer Verhaltensweisen ist, die Menschen an den Tag legen. Auch der vorliegende achtundzwanzigste (!) Fall kommt über lange Zeit ganz ohne ein klassisches Verbrechen aus. Der Mord am Ende kommt überraschend, führt aber letztendlich dazu, dass die vorher lange mit allen Hintergründen erzählte Geschichte von Gonzalo in ll seinen Verwicklungen und Geheimnissen klarer wird.

 

Der Roman war für mich eine unterhaltsame Lektüre, auf die ich mich schon seit der Verlagsankündigung gefreut habe. Ich lese Leons Bücher auch schon lange nicht mehr als Krimis, sondern als Milieustudien einer verfallenden Stadt und als Charakterstudien von interessanten Menschen.

 

Es scheint, als würden Leons Figuren mit jedem neuen Buch nachdenklicher und weiser. Vielleicht haben sie das mit ihrer Schöpferin gemeinsam.

 

Die Gesellschaft der unfreiwilligen Träumer

 

 

 

Jose Eduardo Agualusa, Die Gesellschaft der unfreiwilligen Träumer, C.H. Beck 2019, ISBN 978-3-406-73374-1

Nachdem sein Roman „Eine allgemeine Theorie des Vergessens“, nominiert für den International Man Booker Price, im Jahr 2017 bei C.H. Beck erschienen ist, präsentiert der Münchner Traditionsverlag nun das neue Buch des angolanischen Autors Jose Eduardo Agualusa. Seit vielen Jahren schon gilt er nicht nur als ein wichtiger portugiesischsprachiger Schriftsteller, sondern wird auch als einer der wichtigsten zeitgenössischen literarischen Stimmen Afrikas geschätzt und geachtet.

 

Schon im  allerersten Satz des aus vielen unterschiedlichen, vom Autor  schließlich hervorragend zusammengeführter Erzählsträngen bestehenden Romans wird das Hauptthema formuliert, das Träumen: „Ich wachte früh auf. Durch das schmale Fenster sah ich längliche, schwarze Vögel ziehen. Ich hatte von ihnen geträumt. Als wären sie nun aus dem Traum in den Himmel geflohen, ein feuchtes Blatt Seidenpapier, dunkelblau und mit bitteren, stockigen Rändern.“

 

Der da träumt und immer wieder als Ich-Erzähler die Geschichte weitertreibt, ist der geschiedene Journalist Daniel Benchimol, der schon im Vorgängerroman auftauchte. Er träumt immer wieder von Menschen, die er erst in der Zukunft kennenlernen wird.

 

Als er wieder einmal sich im Strandhotel seines alten Bekannten Hossi aufhält, findet Daniel eine Kamera im Meer. Ihre unzerstörten Bilder zeigen eine Frau, die ihm schon in seinen Träumen erschienen ist und die er als Moira, eine in Kapstadt lebende Künstlerin identifiziert.

Auch Moira träumt intensiv und lässt ihre Werke von ihren Träumen inspirieren. So wie Daniel ihre Bilder beschreibt, ist bald klar, dass die beiden sich begegnen werden:
„Ich war von den Fotografien besessen. Ich ließ sie ausdrucken, schaute sie mir vor dem Einschlafen an. Und gleich nach dem Aufwachen wieder. Verbrachte viele verlorene Augenblicke damit, diese nackte Frau anzuschauen, so entrückt, so schön. Ich strich mit den Fingern über ihre kleinen Brüste, ihre langen Beine. Und wenn ich einschlief, traf ich sie in meinen Träumen wieder, nur zog sie nun in der Ferne vorbei, nicht wie ein Mensch, sondern wie eine Landschaft. Nur die schlafwandelnden Vögel redeten mit mir.“

 

Hossi hingegen, ehemaliger UNITA-Kämpfer, leidet darunter, dass er gegen seinen Willen anderen Menschen im Traum erscheint, was teilweise drastische Folgen hat.

Daniels Tochter indes träumt davon, den korrupten Staat zu stürzen. Sie schließt sich einer Aktivistengruppe an, die sich die friedliche Stürmung des Parlaments in Luanda als Ziel gesetzt hat. Bei diesem Versuch wird sie verhaftet. Ihren Traum von einer fairen, unkorrupten Regierung gibt sie dennoch nicht auf.

Dieser Strang des Romans basiert auf einer wahren Begebenheit aus dem Jahr 2015, als eine Gruppe jugendlicher Aktivisten um den Rapper Luaty Beirão genau das versucht hatte.

 

Eine wichtige Rolle spielt auch noch ein brasilianischer Neurowissenschaftler, der in seinem Labor Träume in Bilder verwandelt. Daniel wird dorthin fliegen, um ihn kennenlernen und die Träume der Menschen besser verstehen.

 

Durch die nichtchronologische Erzählweise Agualusas und die vielen unterschiedlichen Personen und die mit ihnen verbundenen Erzählstränge in Vergangenheit und Gegenwart ist die Lektüre des Buches nicht ganz unanstrengend, jedenfalls solange bis er gekonnt die Stränge zusammenfügt.

 

„Die Gesellschaft der unfreiwilligen Träumer“, im Original, das Michael Kegler gekonnt ins Deutsche übersetzt hat, schon 2017 in Lissabon erschienen, ist ein rebellischer und gleichwohl komischer Roman voller Poesie. Er handelt von der enormen Sprengkraft von Träumen und ihrem Zauber, die, wenn viele Menschen träumen, sogar, wie in Angola tatsächlich geschehen, ein Regime zum Abtreten zwingen können.

Es geht um private, politische und utopische Träume und um die traumhaft verschlungene, rätselhafte Realität des Lebens selbst.  Ein erzählerisches Gesamtkunstwerk.
 

Sag was

 

 

 

Philipp Stefan, Sag was, Oetinger 2019, ISBN 978-3-8415-0606-1

Das vorliegende kleine Taschenbuch versteht sich als eine Handreichung an junge Menschen, die sich politisch interessieren und sich einmischen wollen. Auch in ihrem Umfeld geraten sie immer wieder an andere Menschen, die mit populistischen Aussagen versuchen, die Meinungen zu bestimmen und zu steuern.

 

Wie man radikal höflich gegen diese Rechtspopulisten argumentieren kann, zeigt Philipp Stefan in seinem Buch. Nach einer längeren instruktiven Einführung über die Notwendigkeit des Widerspruchs gegenüber zunehmendem Rechtspopulismus gibt er fünf radikal höfliche Gesprächstipps:

  • Bleibe cool!
  • Stelle offene Fragen!
  • Höre zu!
  • Formuliere Kritik höflich!
  • Agiere selbst!

In neun sich anschließenden Beispielen, die den zweiten Teil des Buches ausmachen, wird gezeigt, wie man rechtspopulistische  Argumentationsmuster entschärfen kann. Immer wieder geht es hier darum, Vorwürfe zu widerlegen und eigene Perspektiven einzubringen.

 

Ob damit jeweils der Gesprächspartner überzeugt werden kann, wird immer offen bleiben, und hängt auch von der spezifischen Gesprächssituation ab. Wichtig ist jedoch, gegenüber rechtspopulistischen Aussagen, denen man begegnet, nicht mehr resignativ oder teilnahmslos zu schweigen, sondern seine eigene Perspektive einzubringen.

 

Das bringt vielleicht den anderen zum Nachdenken, auf jeden Fall aber schärft es das eigene politischen Bewusstsein und die eigene Kritikfähigkeit.

 

Ein wichtiges Buch.

Ossip und der rote Faden

 

 

 

Annemarie van Haeringen, Ossip und der rote Faden, Verlag Freies Geistesleben 2018, ISBN 978-3-7725-2838-5

 

 

Das neue Bilderbuch der Niederländerin Annemarie van Haeringen, das Rolf Erdorf ins Deutsche übertragen hat, erzählt fantasievoll und originell von dem kleinen Wichtel Ossip. Er trägt eine rote, spitze Zipfelmütze, die größer ist als er selbst. Ossip hat gerade süße Brötchen gebacken und nimmt sie aus dem Ofen. Doch weil er warten muss und das tut er überhaupt nicht gerne, schaut er sich im Garten um und entdeckt einen roten Faden. Die das Buch betrachtenden Kinder fragen sich, wohin der wohl führt, doch wenn sie genau zuhören gibt Ossip ihnen gleich einen Hinweis. Er sagt nämlich zu selbst, indem er dem Faden folgt: „Hoffentlich ist sie auch zu Hause!“ Das heißt, er will zu jemand gehen, ihr vielleicht die Brötchen bringen?

 

Unterwegs, dem roten Faden folgend, erlebt Ossip einiges Abenteuerliche auf einer Reise voller fantasievoller Bilder. Das Ende ist schön und für den, der am Anfang genau zugehört hat, auch nicht mehr überraschend.

 

Eine schöne Geschichte in der es viel zu entdecken gibt.

 

 

 

 

 

Via Appia. Auf der Suche nach einer verlorenen Straße

 

 

Paolo Rumiz, Via Appia. Auf der Suche nach einer verlorenen Straße, Folio Verlag 2019, ISBN 978-3-85256-774-7

 

Paolo Rumiz, geboren 1947 in Triest darf sicher als bekannteste italienische Reisende gelten. Er berichtete für die Tageszeitung La Repubblica über den Afghanistan- und den Jugoslawien-Krieg. Zahlreiche Essays, Romane und Erzählungen hat er veröffentlicht über seine Reisen an die entlegensten Orte Europas. Seine Bücher stehen kontinuierlich auf den italienischen Bestsellerlisten.

 

Mit dem hier vorliegenden Buch erfüllt er sich einen lange gehegten Wunsch. Er hat die 540 km lange legendäre Römerstraße „Via Appia“ von Rom bis nach Brindisi erwandert und eine wunderbare Reiseerzählung darüber geschrieben.

 

Viele Jahrhunderte hat man in Italien diesen alten Weg vernachlässigt und ignoriert. Mit einigen ebenfalls leidenschaftlichen Reisegefährten hat sich Paolo Rumiz auf den Weg gemacht und ist den alten Pfaden und Wegen gefolgt. Auf allerlei antike Villen und halb verfallene Baudenkmäler sind sie dabei gestoßen, haben Kirchen und Burgen aus dem Mittelalter erkundet und die Wunder der Gastfreundschaft erlebt, von der vielen andere Menschen, die sich auf den Fußweg gemacht haben auf anderen historischen Pfaden , auch berichtet haben.

 

Von einer schwierigen „Rückeroberung“ ist in diesem schönen Buch die Rede, von Vernachlässigung, Schandflecken und Verwüstungen. Rumiz schreibt am Ende:

„Die Kraft des Wanderns liegt darin, dass man allein unterwegs ist, ohne Bewilligung von oben. Sobald ein Weg einmal gezogen ist, wachen die Orte auf, durch die er führt. Er verändert sie zum Besseren. Er kann sogar die beschädigte Beziehung zwischen den Italienern und ihrer Landschaft wieder herstellen.“

 

Und passionierte Wanderer und Italienfreunde zur Nachahmung anstiften.

Komm kuscheln

 

 

Simona Ciraolo, Komm kuscheln, Bohem Verlag 2018, ISBN 978-3-959349-068-2

 

Alle Kinder wollen von Beginn an gerne kuscheln mit ihrer Mutter, ihrem Papa oder Geschwistern. Sie lieben es, es macht ihnen gute Gefühle, sie fühlen sich wohl und behütet. Und die meisten Kinder werden ja auch ausreichend gekuschelt und liebgehabt.

 

Das geht dem kleinen Kaktus Felipe in dem vorliegenden Bilderbuch leider nicht so. Aus einer gepflegten und ordentlichen Kakteenfamilie stammend, die viel Wert darauf legt, gut auszusehen und sich immer vornehm zu verhalten, wächst er auf in dem Bewusstsein, das man anderen niemals zu nahe kommen sollte.

 

Niemand spürt die wahren Bedürfnisse des kleinen Felipe, der nichts anderes möchte, als einmal von jemand anderem in den Arm genommen zu werden und zu kuscheln. Als er einem leuchtend gelben Luftballon begegnet und sich ihm nähert, dauert es nicht lange, bis das Unglück geschieht.

 

Seine Familie schimpft ihn aus und Felipe zieht sich zurück. Er glaubt gelernt zu haben, dass er niemand braucht und am besten alleine lebt. Doch am Rande des Gartens, in den er sich zurückgezogen hat, lebt noch jemand, der sehr einsam ist. Ein Stein weint bitterlich über sein Schicksal. Doch Felipe weiß genau, was zu tun ist.

 

Denn jeder wünscht sich, einfach mal in den Arm genommen zu werden. Ein schönes und originelles Bilderbuch, das genau dazu einlädt. Komm kuscheln!

 

 

Das grosse Summen

 

Brendan Wenzel, Angela Diterlizzie, Das grosse Summen, arsedition 2019, ISBN 978-3-8458-3263-0

Das große Summen ist schon seit etlichen Jahren in unseren Gärten und auf unseren Wiesen kaum her zu hören. Nach jüngsten Berichten hat sich der Bestand an Insekten in unserem Land um 80 % reduziert. Schuld daran sind eine extensive Landwirtschaft und die vielen Pestizide, die den Tod für die meisten Insekten bedeuten. Schon 2014 haben die beiden Engländer Brendan Wenzel und Angela Diterlizzie das erkennt und ein wunderbares Sachbilderbuch für Kinder geschrieben, das nun im Jahr 2019 zeitgleich in England und Deutschland erscheint und das von Cornelia Boese ins Deutsche übersetzt wurde.

 

Mit einem spärlichen Text, der sich wie ein Gedicht reimend von der ersten bis zur letzten Seite zieht, entdecken in einer Rahmengeschichten ein kleiner Junge und seine Katze eine Menge Insekten in ihrem Garten. Die Insekten sind fantasievoll gezeichnet, immer mit großen Augen, aber sind jeweils als Spezies z erkennen. Auch andere Tiere wie etwa ein Waschbär tauchen im Hintergrund auf und können von den das Buch betrachtenden Kindern entdeckt werden.

 

Kraftvolle und farbenfrohe Bilder laden die Kinder ein, in ihrem eigenen Garten oder auf einer nahe gelegenen Weise selbst auf die Suche nach Insekten und Krabbeltieren zu gehen.

 

Auf der letzten Doppelseite des Buches sind noch einmal alle im Buch dargestellten Insekten in Wort und Bild gezeigt. Erstaunlich vielfältig zeigt sich eine Insektenwelt, die stark gefährdet ist.

 

Ein wunderbares Buch, mit dem sich die Kinder lange beschäftigen können.

 

 

Sechs kleine Vögelchen

 

Olivia Cosneau, Bernhard Duisit, Sechs kleine Vögelchen, Kleine Gestalten 2019, ISBN 978-3-89955-827-2

 

Der Kinderbuchverlag Kleine Gestalten aus Berlin überrascht seit einigen Jahren immer wieder mit schönen, künstlerisch wertvollen und originellen Bilderbücher. Das vorliegende zauberhafte und schöne Pop-Up-Buch erzählt in ungewöhnlichem Format mit einfachen von Cyra Pfennings ins Deutsche übertragenen Reimen die Geschichte von sechs kleinen Vögelchen.

 

Sechs kleine Spechtmeisen sind es, die von ihren Eltern in ihrem Nest flügge gefüttert wurden. Doch was machen sie, wenn es soweit ist, den ersten Flug zu unternehmen?

 

Eine der kleinen Spechtmeisen macht sich gleich über eine Sonnblumen her, so hungrig ist sie. Eine andere hat sich weit vorgesagt und wird von einem Habicht bedroht, vor dem sie glücklich fliehen kann. Auch die anderen vier werden von Olivia Cosneau durch das Jahr begleitet, insbesondere die letzte der sechs, die sie im nächsten Frühling bei eine Turtelei beobachtet und die Geschichte damit wieder an ihren Anfang führt

Einfache Reime und bunte Illustrationen machen „Sechs kleine Vögelchen“ zu einem wunderbaren Pop-Up für kleine Kinder. Dabei lernen sie nicht nur das Zählen, sondern auch etwas über die Jahreszeiten, die Natur und den Lauf des Lebens.

 

Bernard Duisit hat die Pop-Up – Modelle kunstvoll und anspruchsvoll aufgebaut.

Atlas der literarischen Orte. Entdeckungsreise zu den Schauplätzen der Weltliteratur

 

 

 

 

Sarah Baxter, Atlas der literarischen Orte. Entdeckungsreise zu den Schauplätzen der Weltliteratur, Brandstätter Verlag 2019, ISBN 978-3-7106-0327-3

 

Nach ihrem „Atlas der spirituellen Orte“ , der 2018 ebenfalls im Brandstätter Verlag erschienen ist, legt die die britische Reiseschriftstellerin Sarah Baxter nun ein weiteres Buch vor unter dem Titel „Atlas der literarischen Orte“, das Amy Grimes mit wunderbaren und farbenfrohen Bildern illustriert hat.

 

Sarah Baxter hat eine veritable Auswahl von Werken der Weltliteratur getroffen und führt ihre Leser an die Orte, an denen sie spielen. In dieser literarischen Reise besucht sie Orte auf dem ganzen Globus. Da finden sich pulsierende Städte voller Urbanität, Plätze spiritueller Ruhe und Zurückgezogenheit, spektakuläre Landschaften, unberührte Natur. Alles Plätze, die die Weltliteratur inspiriert haben.

 

Zusammen mit Sarah Baxter und den Bildern von Amy Grines entdeckt der Leser die Weiten von La Mancha mit Don Quixote, besucht Clara del Valle im Geisterhaus in Santiago, spaziert über den Alexanderplatz in Berlin oder streift mit Cathy und Heathcliff durch das Moor von Yorkshire.

In ihren jeweils 2-3 seitigen Texten beschreibt Sarah Baxter jeweils die Geschichte und Kultur des realen Ortes und verbindet sie dann mit seiner literarischen Wirkung bis in unsere Gegenwart. Amy Grimes` handgemalte Illustrationen mit liebevollen Details komplettieren diese Liebeserklärung an die Phantasie.

Eine bezaubernde Reise durch die Welt der Literatur, die den Leser und Betrachter womöglich zu dem ein oder anderen beschriebenen Werk greifen lassen wird, um es (neu) zu lesen und für sich selbst aufzuschließen.

 

Ein Mann, ein Meer. Entdecke den Jäger in dir

 

 

Udo Schroeter, Ein Mann, ein Meer. Entdecke den Jäger in dir, Bene Verlag 2019, ISBN 978-3-96340-038-4

 

In seinem bei Adeo 2016 erschienen Wandkalender „Bin am Meer“, das Motive und Texte seines gleichnamigen Buches variierte, schrieb der auf die Insel Bornholm ausgewanderte Autor und Natur-und Sinncoach Udo Schroeter unter ein Bild des Monats Juli:

„Die Vergangenheit ist für viele die Welt der Wunden. Die Zukunft ist oftmals die Welt der Angst. Das Leben findet im Hier und Jetzt statt“.

 

Doch vielen gelingt das nicht. Obwohl sie eigentlich alles erreicht haben im Beruf und der Partnerschaft, fühlen sich insbesondere viele Männer immer mehr als Fremde in ihrem eigenen Leben. Wer bin ich eigentlich wirklich? Was ist meine Bestimmung? Wofür bin ich auf der Welt und was ist der Sinn meines Lebens?

 

Auch in seinem neuen Buch, das bei bene in der Droemer-Gruppe erschienen ist, nimmt Udo Schroeter diese Fragen auf und nimmt den (männlichen) Leser mit auf eine Reise nach ganz persönlichen Antworten, zu denen er ermutigen möchte.

 

Jedes Jahr nimmt Udo Schroeter einige Männer mit auf eine Reise ans Meer. In diesem Buch erzählt er davon, wie er mit diesen Männern zusammen den Jäger in sich selbst entdeckt hat,  wie sie altem Wissen auf der Spur sind und in der Natur und am Meer zu sich selbst zurück kommen.

 

Denn für fast alle Männer ist das ein dringend nötiger Prozess. Sie sollen allen alles sein, ihrer Frau ein liebevoller Partner, ihren Kindern ein perfekter Vater und auch noch erfolgreich in ihrem Job. Stark und einfühlsam soll er sein, der heutige Mann und sieht sich doch in einem permanenten Spagat zwischen all diesen Erwartungen an ihn gefangen.

 

Udo Schroeter erzählt in diesem Buch von seinen Exkursionen an die Strände Bornholms, die er regelmäßig mit kleinen  Gruppen von Männern unternimmt.

Sie fangen Fische, machen Feuer, genießen ihre Freiheit und entwickeln im Angesicht der Weite des Meeres und der Kraft der Elemente gemeinsam und jeder für sich selbst eine Vorstellung davon, wie sie ihrem Leben und ihrem Alltag und ihrem Zusammenleben mit anderen einen neuen Klang geben können. Dabei verändern sich alle, mehr als sie vorher für möglich gehalten hätten.
Udo Schroeter zeigt, wie Männer wieder zurück zu ihrer ursprünglichen Kraft finden können. Ein Leben in Stärke, in Liebe, einer Verbundenheit zu sich selbst, seinen Mitmenschen und der Natur.

 

In seinen Geschichten und teilweise meditativ-spirituellen Betrachtungen geht es um die Weisheit des Jägers, um Leidenschaft und Nähe, den Mut, etwas Neues zu wagen und darum, wie ich meine eigentliche Bestimmung entdecken kann.

Der  Zeichner Timo Zett hat den Autor und eine Gruppe von Männern zwei Wochen lang begleitet. Seine Zeichnungen vermitteln dem gebannten Leser etwas von  der Atmosphäre dieser Exerzitien. Udo Schroeter schreibt selbst zu seinem Buch: „Das Buch ist eine Einladung, die Schönheit und den ursprünglichen  Takt des Lebens wahrzunehmen und auf diese Weise zu einer neuen Freiheit, Kraft und zu unserer Bestimmung zu finden.“

 

Und tatsächlich: das Buch kann seinem Leser auch ohne am Meer zu sein, auch ohne Teilnahme an einer solchen zweiwöchigen Exkursion viel davon vermitteln, wieder zu sich selbst zu kommen und seine Kraft zu entdecken.

 

Ein sehr geeignetes Geschenk für Männer, die unter dem Spagat der Erwartungen an sie leiden.