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Die Honigbiene

 

Kirsten Hall, Isabelle Arsenault, Die Honigbiene, Nord Süd Verlag 2019, ISBN 978-3-314-10474-9

 

 

Aus dem Englischen übersetzt von Anna Schaub präsentiert der NordSüd Verlag in Zürich in seinem Frühjahrsprogramm 2019 ein empfehlenswertes Sachbildbuch über die Honigbiene, das die Kinderbuchautorin Kirsten Hall geschrieben und die in Kanada sehr renommierte Künstlerin Isabelle Arsenault in den Körperfarben der Bienen angelehnten pastelligen Farbtönen anspruchsvoll illustriert hat.

 

In schönen Sprachreimen, die das Vorlesen dieses Bilderbuches zu einem Erlebnis machen, werden das Leben und die Aufgaben der Bienen anschaulich beschrieben.

 

Die Bienen sind überall auf der Welt durch Umweltveränderungen, die der Mensch verantwortet, etwa durch intensive Landwirtschaft, zu einer ernsthaft gefährdeten Art geworden. Darauf weist Kirsten Hall die Kinder und ihre erwachsenen Vorleser in einem einseitigen Text nachdrücklich hin und gibt ihnen wettvolle Hinweise, wie sie durch einfache eigene Handlungen schon dazu beitragen können, dass der Lebensraum der Bienen geschützt bleibt:  „Lasst uns gemeinsam Fürsprecher der Bienen sein!“

Hannas Elefant

 

 

 

 

 

Randall de Seve, Pamela Zagarenski, Hannas Elefant, Knesebeck 2019, ISBN 978-3-95728-258-3

 

Dieses wunderschöne Bilderbuch ist zuerst in New York erschienen. Gundula Müller-Wallraff hat es für den Knesebeck Verlag aus dem Amerikanischen übersetzt.

 

Es erzählt von einem kleinen Mädchen, in dessen Nachbarschaft ein neues Mädchen eingezogen ist, das Hanna heißt. Die Mütter der beiden sind sich schon begegnet und haben beschlossen, dass die beiden Mädchen Freundinnen werden sollen. Doch für das schüchterne Mädchen ist das nicht so leicht. Sie hat nämlich beim Einzug von Hanna eine große Kiste gesehen und vermutet, dass sich darin ein Elefant verbarg. Hanna hat also schon einen  Freund. Davon ist das Mädchen überzeugt und kommt lange nicht von dieser Vorstellung runter.

 

Und nun interpretiert sie einzelne Geräusche, die sie aus der Nachbarwohnung hört, immer wieder vermischt mit eigenen Fantasien, dahingehend, dass Hanna für eine weitere Freundschaft gar keine Zeit und keinen  Platz hat, weil sie sich ja um den Elefanten kümmern muss.

 

Das Mädchen ist traurig, weil sie immer wieder Entschuldigungen dafür findet, dass sie gerade jetzt nicht rübergehen kann, um sich mit Hanna bekannt zu machen. Doch dann schafft sie es mit einem weiteren Bild ihrer Fantasie, endlich an die Tür des Nachbars zu klopfen.

 

Natürlich hat Hanna keinen Elefanten, aber dafür jetzt eine neue  Freundin. Das Mädchen hat erkannt, dass ein klein wenig Mut schon meistens reicht, um zu ganz neuen Abenteuern und Freundschaften zu führen.

 

Das Schönste an diesem Bilderbuch sind die traumhaft schönen Illustrationen von Pamela Zagarenski,  die die Kinder in eine Traumwelt entführen, in der sich das Mädchen auch bis kurz vor dem Ende befindet. Von dieser amerikanischen Künstlerin möchte man bei uns gerne mehr Bücher illustriert sehen.

Hase Hibiskus und der Möhrenklau

 

 

 

 

Günther Jakobs, Andreas König, Hase Hibiskus und der Möhrenklau, Ravensburger Verlag 2019, ISBN 978-3-473-44711-4

 

So wie die meisten Hasen liebt auch der Hase Hibiskus Möhren über alles. Zum Frühstück hat er sich einen wunderschönen und leckeren Bund von ihnen zurechtgelegt. Als er grade noch einmal kurz im Haus verschwindet, um Salz zu holen, denn damit schmecken sie besser, entwendet jemand seine Möhren und hinterlässt deutliche Spuren.

 

Hibiskus macht sich empört auf die Suche nach dem Dieb. Er verdächtigt des Esel, die Eule und die Schlange. Doch die weisen ihn darauf hin, dass ihre Fußabdrücke nicht zu den Spuren passen, die der Dieb hinterlassen hat.

 

Erst die Maus Maxi identifiziert die Spuren als Bärenspuren, die zunächst vom Haus des Hasen wegführen und dann wieder dorthin zurück. Als sie die Tür zum Hasenhaus öffnen, erlebt Hibiskus eine freudige Überraschung. Die Tiere haben seinen Geburtstag nicht vergessen und aus den Möhren eine schöne Geburtstagtorte gebacken.

 

Gemeinsam feiern sie und freuen sich. Ob der Bär daraus klug geworden ist als er einige Tage später plötzlich seinen Honigtopf vermisst?

 

Eine spannende Geschichte zum Mitraten für kleine Detektive.

 

Paul Wüterich

 

 

 

Antje Bohnstedt, Paul Wüterich, Annette Betz Verlag 2018, ISBN 978-3-219-11741-7

 

Das vorliegende Bilderbuch von Antje Bohnstedt erzählt eine wunderbare Geschichte von einem Wasserdrachen und einer Maus. In der Welt, in der sie leben, ein Dorf in den Dünen einer große Wüste, haben Mäuse und Drachen je ihre eigene Aufgabe, die sie fest und freundschaftlich aneinanderbinden. Die Mäuse sorgen für polierte Drachenschuppen, geputzte Zähne und gefeilte Krallen. Und die Drachen passen auf die Mäuse auf und beschützen sie vor allerlei anderen wilden Tieren.

 

So weit so gut leben Paul der Drache und Frida, die Maus gut miteinander. Doch eines Tages, niemand weiß genau warum, wird Paul wütend. Er spuckt Frida Wasser ins Gesicht und macht ein Mäusezelt kaputt. Frida lässt sich von Pauls ungezügelter Wut nicht beirren. Wütend sein, so sagt sie ihm aufrecht, sei in Ordnung. Aber nicht, das Mäusehaus zu zerstören und sie selbst anzuspucken und anzubrüllen.

 

Sie fliegt mit Paul auf einen hohen Berg, wo er seine Wut herausbrüllen kann. Zurück in der Wüstenoase, wo sie alle in einem kleinen Dorf zusammenleben, zeigt Frida dem Paul Wüterich eine Kissenlandschaft und erklärt ihm, was Kissen mit Wut zu tun haben, und wie sie helfen, die Wut wieder los zu werden.

 

Und kaum ist das Wutgefühl verraucht, kann der Tag wieder richtig schön werden.

Ein kluges Bilderbuch über ungezügelte Wut, wie man mit ihr umgehen kann und wie sie sich wieder auflöst, wenn sie einen Ort findet. Besonders geeignet für Kindergartengruppen, wo immer wieder Kinder von jetzt auf gleich in Wut geraten und beruhigt werden müssen. Auch dort gibt es solche Orte, wo die Wut herausdarf und wo sie sich wieder beruhigt.

 

 

Wenn der Wald erwacht

 

 

Kathrin Wessel, Sandra Grimm, Wenn der Wald erwacht, Ravensburger Verlag 2019, ISBN 978-3-47343789-4

 

„Liebevoll erdacht, für kleine Helden gemacht“. Mit diesem Slogan geht die neue Bilderbuchreihe des Ravensburger Verlags „Edition Piepmatz“ für Kinder ab 2 Jahren an den Start.

 

Das vorliegende Buch „Wenn der Wald erwacht“ von Kathrin Wessel und Sandra Grimm ist ein gelungenes Sachbilderbuch, das die Kleinsten mit dem Wald über und unter der Erde und seinen verschiedenen Bewohnern bekannt macht, von den Höhlen unter der Erde bis zu den Nestern in den Baumkronen.

 

Eine kleine Hummel, die auf jeder Seite auftaucht und von den Kindern jeweils erst einmal entdeckt werden will, führt die Kinder einen ganzen Tag lang vom Erwachen am frühen Morgen bis zum Schlafengehen der Tiere am Abend durch den spannenden Tag in einem Wald.

 

Wirklich liebevoll erdacht.

Pippa und Pelle feiern Geburtstag

 

 

 

Daniela Drescher, Pippa und Pelle feiern Geburtstag, Urachhaus 2019, ISBN 978-3-8251-5187-4

 

Das Bilderbuch ist mit den für die Anthroposophen typischen Farbmischungen und  –schattierungen schön gemalt und für kleinste Kinder interessant anzuschauen. Ich selbst kenne mich leider in der anthroposophischen Weltanschauung und Philosophie zu wenig aus, um beurteilen zu können, welchen Stellenwert Feen, Elfen und Nixen dort haben. Ich vermute einmal, dass sie mehr sind als reine Phantasiefiguren wie in anderen Bilderbüchern. Die kleinsten Leser aber wird das herzlich wenig interessieren, solange sie mit viel Liebe und Phantasie gemalte Bilder anschauen können.

In diesem kleinen Buch feiern die schon aus anderen Bilderbüchern bekannten Wichtel Pippa und Pelle Geburtstag.

 

Die Texte zu den Bildern sind in schöne Reime gefasst, die kleine Kinder ab zwei Jahren bald begeistert nachsprechen werden Für sie ist diese schöne Bilderbuchreihe mit Pippa und Pelle gedacht.

 

Das Kleine

 

 

 

ISOL, Das Kleine, Jungbrunnen Verlag 2018, ISBN 978-3-7026-5920-2

 

Marisol Misenta, geboren am 6. März 1972 in Buenos Aires  ist eine argentinische Illustratorin, Kinderbuchautorin und Sängerin, deren Mononym Isol ist. Schon 2015 hat sie dort ein wunderbares Bilderbuch veröffentlicht mit dem Titel  „Das Kleine“, vermutlich nach der Geburt eines eigenen Kindes. Jedenfalls ist es gewidmet „Anton und seinem Papa“.

 

Mit für ISOL typischen knappen Strichzeichnungen wir die Ankunft eines kleinen Menschenkindes auf dieser Erde erzählt, darüber räsoniert, wo es wohl vorher war.  Es ist noch sehr klein und weiß noch nicht, was es mit seinem Körper anfangen soll und all den Dingen, die er von sich gibt. Doch dass er an Mamas Brust trinken soll, das scheint er von irgendwoher zu wissen.

 

Die Zeichnerin und mit ihr der kleine Betrachter des Bilderbuches staunen darüber, wie an diesem kleinen  Menschenkind alles bestens durchdacht ist, und alles eine bestimmte Funktion hat.

 

Da gibt es zum Bespiel eine laute Sirene, die es ertönen lässt, wen irgendetwas ihm nicht passt oder wenn es etwas braucht.

 

Doch nicht nur das Kleine muss sich an eine für ihn neue Situation gewöhnen, auch die Menschen, zu denen es gekommen ist. Für sie ist alles neu, nichts ist mehr so wie vorher. Daran müssen sie sich bei aller Freude über das Kleine erst gewöhnen.

 

Es wird größer und irgendwann lernt es die Sprache seiner Eltern und es erfährt, dass auch die Großen einmal Kleine waren. Das gefällt ihm, es fühlt sich zu Hause „und bleibt für immer da“.

 

Für alle neuen Eltern und für ihren größer werdenden Nachwuchs. Ein witziges Bilderbuch, an dem Ihre Kleinen Spaß haben werden. Machen Sie sich aber auf viele Fragen gefasst. Sie werden wissen wollen, wie das alles bei ihnen war, als sie Babys waren.

 

Die Knotenlöserin

 

 

Lena Raubaum, Clara Frühwirth, Die Knotenlöserin, Tyrolia 2018, ISBN 978-3-7022-3702-8

 

Jedes kleine Kind kennt das: irgendetwas beim Spielzeug oder das Schuhband haben sich verknotet, verwickelt und verstrickt, verheddert und verzwickt.

 

Dann braucht man jemand, der mit Geschick und Geduld die Konten wieder löst. Meist ist bei Kindern die Mutter, die sofort Abhilfe schafft. Bie den Menschen in dem Bilderbuch von Lena Raubaum und Clara Frühwirth ist es eine Frau, die wie früher die Trödler oder Altwarenhändler in bestimmten Abständen in die Stadt kommt. Sie setzt sich meistens an den Brunnen und dann kommen sie auch schon gelaufen, alte und junge Menschen und bringen ihr all das, was verwirrt und verirrt, verschlungen und verwickelt, verstrickt und verzwickt ist.

 

Mit geduldigen Hände arbeitet sie, die Menschen schauen ihr zu und sie hört sich deren Geschichten an. Doch sie löst nicht alle Knoten. Denn:

„Manche Knoten sind nicht mein, manche Knoten müssen sein und manche lösen sich ganz von allein.“

 

Ein schönes märchenhaftes Bilderbuch.

 

 

Peter in Gefahr. Mut in Hoffnung im Zweiten Weltkrieg

 

Helen Bate, Peter in Gefahr. Mut in Hoffnung im Zweiten Weltkrieg, Moritz Verlag 2019, ISBN 978-3-89565-373-5

 

Helen Bate erzählt die wahre Geschichte des jüdischen Jungen Peter in der Form einer Bildergeschichte, die in ihrer Form Kinder ab dem Grundschulalter sicher ansprechen wird. Die jüngst verstorbenen Mirjam Pressler hat das Buch aus dem Englischen übersetzet

 

Peter wächst während des Zweiten Weltkrieges im von den Nazis besetzten Budapest auf. Eigentlich hat er ein ganz normales Leben. Doch sehr bald gerat dieses Leben durcheinander und schließlich total aus den Fugen. Erst muss er einen gelben Stern auf seiner Jacke tragen, dann wird er aus seinem Elternhaus vertrieben.

 

Nur sehr knapp kann sich Peter zusammen mit seiner Familie vor der Deportation retten und muss sich verstecken. Das Buch erzählt von der Angst entdeckt zu werden, von Hunger und Kälte, aber auch von einem Alltag im Krieg, stellenweise großer Langeweile und  von einem wichtigen Märchenbuch. Als einer von nur wenigen ungarischen Juden überlebt Peter den Holocaust. Russische Soldaten befreien ihn aus seinem Versteck.

 

Genaue und kindgerechte Informationen über den Holocaust in Ungarn, über die heutige Familie von Peter, der in Österreich lebt und ein Stadtplan von Budapest ergänzen ein wichtiges und außergewöhnliches Kinderbuch.

 

 

 

Vom Glück mit Hühnern zu leben. Hühnerfreunde und ihre Geschichten,

 

Manuela von Perfall, Jessica Jungbauer, Vom Glück mit Hühnern zu leben. Hühnerfreunde und ihre Geschichten, Callwey 2019, ISBN 978-3-7667-2377-2

 

Besonders auf unseren Dörfern gab es schon immer Menschen, hauptsächlich Männer, die sich in Geflügelzuchtvereinen organisierten und die verschiedensten Hühnerrassen züchteten und sie einml n jahr auch ausstellten.

 

Doch der Trend, den das vorliegende Buch von Manuela von Perfall und Jessica Jungbauer beschreibt, hat mit dieser alten Tradition nicht mehr viel  zu tun.  Die beiden Autorinnen haben Hühnerfreunde besucht (ausschließlich Frauen), sie fotografiert inmitten ihrer gefiederten Freunde und lassen sie ihre Geschichte erzählen.

 

Dazu geben sie eine Mange Tipps und Tricks zur richtigen Hühnerhaltung, zeigen sehr viel Wissenswertes über verschiedene Hühnerarten und verraten ihre besten Rezepte rund um das Huhn.

 

Ein neuer Haustiertrend.