Das Weihnachtskind

 

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Rose Lagercrantz, Das Weihnachtskind, Moritz Verlag 2015, ISBN 978-3-89565-309-4

 

Rose Lagercrantz geb. 1947, ist eine sehr bekannte schwedische Schriftstellerin, die für Kinder Jugendliche und für Erwachsene mehrere Dutzend Bücher verfasste, von denen viele in viele verschiedene Sprachen übersetzt wurden.

In ihrer Kindheit, so schreibt sie, habe sie nicht gewusst, warum Weihnachten gefeiert wird. Wahrscheinlich geht es heute immer mehr Kindern ganz genau so, wo schon die Erwachsenen darüber nicht mehr genau Auskunft gegeben können. Deshalb habe sie auf Anregung von Lis (wohl eine Enkelin) diese uralte Geschichte aufgeschrieben.

Ihre kindgerechte und der Weihnachtsgeschichte des Lukasevangeliums nachempfundene Erzählung fängt sowohl sozialgeschichtlich als auch theologisch den Sinn und die Bedeutung der Geburt Jesu ein. Die zauberhaften Illustrationen von Jutta Bauer, die der Verlag für dieses Buch gewinnen konnte, interpretieren die Geschichte auf ihre ganz eigene Weise.

Wer sich also selbst religionsgeschichtlich etwas schwach auf der Brust fühlt, dem sei dieses schone Bilderbuch zum Vorlesen für seine Kinder nicht nur am Heiligen Abend sehr empfohlen.

Leise pieselt das Reh

 

 

 

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Werner Holzwarth, Leise pieselt das Reh. Altes Liedgut frisch aufgepöbelt, Klett Kinderbuch 2015, ISBN 978-3-95470-124-7

 

Das ist mal wieder ein Buch für Kinder, wie sie der Klett Kinderbuch Verlag seit seinem Auftauchen auf dem Kinderbuchmarkt schon öfter präsentiert hat. Frech und aufmüpfig kommen sie daher, bringen Kinder zum Lachen und pädagogisch korrekte Erwachsenen zum Stirnrunzeln.

Werner Holzwarth, der vor vielen Jahren mit seinem „Maulwurf, der wissen wollte, wer ihm auf den Kopf gemacht hat“ einen bis heute andauernd Erfolg auf dem Bilderbuchmarkt präsentierte, hat sich wieder mit dem befasst, was Kinder am allerliebsten haben.

Wer kennt das das nicht aus seiner eigenen Kindheit, als man zusammen mit anderen dichtete: „Frère Jaques, halt die Klappe“ und damit beim Singen die ganze Klasse zum Lachen brachte. Diese Abänderungen bleiben sofort haften und man kann sie im Nu auswendig singen und auch manchmal grölen.

Für alle Eltern die gerne solchen Quatsch mal mitmachen und vor allen Dingen für ihre Kinder liefert Werner Holzwarth mit diesem Buch Nachschub.

Alte Kinderlieder werden mit witzigen, frechen und manchmal regelrecht unverschämten Texten nachgedichtet. Eine beigefügte CD mit genialen Interpretationen der Lieder erhöht den immensen Spaß beim Singen oder auch bloß beim Anhören.

Genial witzig und zum Kaputtlachen. Das, was Kinder bei allem Lebensernst in der Schule auch mal brauchen. Schenken Sie es Ihnen!

Mein Rucksack ist mein Haus

 

 

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Maria Stadler, Mein Rucksack ist mein Haus, Atlantis 2015, ISBN 978-3-7152-0703-2

 

Der Kleine Hannes, vom Alter her ist er vielleicht gerade in die Schule gekommen, möchte in die Welt hinausgehen und teilt das auch seiner vielbeschäftigten Mutter mit. Sie neckt in mit dem Verweis auf „Hänschen klein“, doch er packt zielsicher seinen Rucksack und in einem unbeobachteten Moment verschwindet er aus der Haustür und geht immer er Nase nach in den Wald.

Alles hat er in seinen geliebten Rucksack gepackt, genügend Proviant und auch seine Lieblingsspielsachen. Ja, man a das Gefühl, er wolle nur deshalb hinaus in die Welt, um einmal seinen Rucksack auszuprobieren. Zu seiner Mutter sagte er noch, bevor er ging: „Mein Rucksack ist mein Haus.“

Er geht nicht sehr weit in den Wald hinein, als er Rast macht und von seinen Vorräten isst. Als es dunkel wird, spürt er, an die Eltern denkend, kurz einen Anflug von Traurigkeit, doch dann deckt er sich mit dem Rucksack zu und schläft.

Bald schon fängt es an zu schneien, weil der Winter zurückgekehrt ist und eine Menge Tiere schnuppern an dem fremden Waldgast. Alle finden sie Platz unter Hannes‘ Rucksack, wärmen sich und schlafen ein.

Derweil, haben die Eltern von Hannes schon mit ihrer Suche nach dem Sohn beginnen, doch erst als die Sonne aufgeht, finden sie und staunen über die vielen Tiere, die aus Hannes Rucksack heraus purzeln.

Ein schönes Buch mit zauberhaften Bildern, das erzählt von einem richtigen Jungenabenteuer, von dem man nicht genau weiß, ob es Traum oder Wirklichkeit ist und von einer wunderbaren Heimkehr. Ein Buch, das aber an keiner Stelle problematisiert, dass Hannes einfach so von zu Hause fortgeht, ohne Bescheid zu sagen.