Bedeutende Briefe

 

 

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Felicia Englmann (Hg.), Bedeutende  Briefe,  mvg 2016,ISBN  978-3-86882-627-2

 

Es scheint so zu sein, dass mit der abnehmenden und bald in Vergessenheit geratenen  Praxis des eigenhändigen Verfassens  und Versendens von persönlichen Briefen in Zeiten von SMS und WhatsApp das kulturelle und wissenschaftliche Interesse an historischen und zeitgenössischen Briefzeugnissen zunimmt. Helmut Karasek hat in den Jahren vor seinem Tod über ein halbes Dutzend Bände mit historischen Briefen  kommentiert herausgegeben und damit nicht wenig Erfolg gehabt.

Nun legt die in München lebende  Kulturhistorikerin Felicia Englmann im mvg Verlag einen schönen mit vielen Faksimiles versehenen Band vor mit „Bedeutenden Briefen“. Da finden sich aus verschiedenen Zeitaltern Briefe von wichtigen und berühmten Persönlichkeiten,  aber auch Briefzeugnisse von ganz gewöhnlichen Menschen, die sich geäußert haben zu etwas, was sie bewegt hat. Indem sie beschreiben,  was ihnen wichtig war, haben sie nicht selten das   jeweilige Weltgeschehen  widergespiegelt. Manche Briefe sind von herausragender Bedeutung für ihre Zeit und Umwelt gewesen, andere enthalten scheinbar nur Banales uns Belangloses.

Einzigartige Erlebnisse haben dennoch jedes ihre eigene Geschichte. In Zeiten großer  Umbrüche oder Krisen, wie etwa im Krieg, stehen sie jedoch für das Schicksal von vielen und weisen in ihrer Aussage und Botschaft weit über sich selbst hinaus. Sie stehen für das  Schicksal von Vielen,  die Ähnliches  erlebt haben.

Alle miteinander sind diese chronologisch  angeordneten Briefe wichtige Spiegelungen  deutscher Geschichte.

 

Zwei Herren am Strand

 

 

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Michael Köhlmeier, Zwei Herren am Strand, DTV 2016, ISBN 978-3-423-14468-1

 

„Mein Vater war als Kind Chaplin und Churchill begegnet, beiden in unserer kleinen Stadt, beiden zur gleichen Zeit; sie waren auf ihn aufmerksam geworden, hatten sich mit ihm abgegeben und hatten ihn gelobt.“

Sein ganzes Leben lang wird der Vater von Michael Köhlmeier sein Interesse und seine Begeisterung für Winston Churchill nicht verlieren. Er wird Englisch lernen um Churchills Biografie des 1. Duke of Marlborough zu lesen, für die dieser den Nobelpries für Literatur erhielt.
Und irgendwann wird er, früh verwitwet, eine eigene Biographie über Winston Churchill zu schreiben beginnen. Als Köhlmeiers Vater 1974 an einem Symposion zum 100 Geburtstag Churchill teilnimmt, lernt er William Knott kennen – „The very private Private Secretary to a very prime Prime Minister“- und beginnt in der Folge mit Knott eine zehn Jahre anhaltende Brieffreundschaft, die bis zum Tod Knotts hielt und insgesamt über 1000 Seiten umfasst.

Selbst lange Jahre als Clown neben seinem früheren Hauptberuf als Lehrer in einem Gymnasium insbesondere an Wochenenden tätig, entwickelte Michael Köhlmeier ein intensives Interesse an der Person und der Arbeit Charlie Chaplins und durch die Arbeit seines Vaters auch an dessen ungewöhnlicher Freundschaft zu Winston Churchill.
Ich nehme an, dass der nun vorliegende Roman über diese Freundschaft zweier berühmter Männer im Kopf von Köhlmeier schon in dem Augenblick Gestalt annahm, als er die gesammelte Dokumente der Brieffreundschaft seines Vaters mit William Knott gelesen hatte, nachdem sie ihm nach dessen Tod in die Hände gefallen waren

Nun, 2014, hat er die Idee umgesetzt und einen faszinierenden Roman geschrieben. Zwei berühmte Männer, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten, freunden sich an und versprechen sich bei einem langen Spaziergang am Strand, immer für einander da zu sein, wenn der schwarze Hund nach ihnen schnappt. Den schwarzen Hund kannten sie beide. Immer wieder hatte sowohl Chaplin als auch Churchill mit Phasen schlimmer Melancholie und Depression zu kämpfen.

Michael Köhlmeier beschreibt in seinem Roman nicht nur die Phasen dieser Freundschaft bis zu ihrem Höhepunkt, als Chaplin in London an seinem Film „Der große Diktator“ zu verzweifeln droht, Churchills mutiger Kampf gegen Hitler durch eine schwere Depression bedroht ist, und sie beide sich zum wiederholten Mal gegenseitig vom schwarzen Hund retten.

Nein, er schildert auch das Leben und das Schaffen beider Männer von den zwanziger Jahren bis zum Höhepunkt des Zweiten Weltkriegs. Mit einer wunderbaren und mit viel Phantasie ausgestatteten Sprache spannt Köhlmeier einen Bogen über das 20. Jahrhundert. In der Geschichte des ungleichen Paares Chaplin und Churchill und ihrer immer wieder bedrohten Freundschaft entwickelt er die Geschichte des 20.Jahrhunderts zwischen Kunst und Politik, zwischen genialer Komik und schrecklichem Ernst.

Es ist ein Roman, den man nicht mehr aus der Hand legen möchte, ein Roman, der handelt von zwei Männern, deren Größe und Tatkraft, deren Mut und Durchhaltevermögen, deren Kreativität und Hybris (ja, die kommt auch nicht zu kurz) man erst spät zu würdigen wusste. Er ist eine gelungene Mischung zwischen einer Doppelbiografie, einer Filmgeschichte und einer literarischen Dokumentation einer der zentralen Phasen des 20.Jahrhunderts. Zwei Männer, der Künstler und der Politiker, kämpfen mit ihren je eigenen Mitteln ihren Kampf gegen den inneren schwarzen Hund und gegen den äußeren Feind Hitler.

Das Buch hat zu Recht die Nominierung für den Deutschen Buchpreis 2014 verdient.

Tante Brauns Geburtstag

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Elsa Beskow, Tante Brauns Geburtstag, Urachhaus 2015,ISBN 978-3-8251-7942-7

 

Elsa Beskow gehörte zu Beginn des letzten Jahrhunderts  in Schweden zu den bekanntesten Kinderbuchautoren. Besonders ihre Geschichten von Tante  Grün, Tante Braun und Tante  Lila waren damals große  Erfolge und jedes Kind kannte ihre Figuren.

Seit einigen Jahren macht es sich der Urachhaus-Verlag in Stuttgart zur verlegerischen Aufgabe, die Bilderbücher von Elsa Beskow wieder aufzulegen und sie einem Leserkreis heutiger Eltern und ihrer Kinder nahezubringen.

Das vorliegende  Bilderbuch aus der Reihe um die bunten Tanten erzählt die lustige und turbulente Geschichte von Tante Brauns Geburtstag,  wo nach einem normalen Beginn plötzlich alles drunter und drüber geht und am Ende sogar ein Dieb gefangen werden muss….

 

Wie die anderen  Bücher besticht auch dieses hier neben den  nachkolorierten Bildern durch seine schönen Scherenschnitte.

Sei mir ein Vater

 

 

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Anne Gesthuysen, Sei mir ein Vater, Kiepenheuer & Witsch 2015, ISBN  978-3-462-04832-2

 

Nach ihrem ersten sehr erfolgreichen und von der Kritik sehr gut aufgenommenen Roman „Wir sind doch Schwestern“ hat die mittlerweile als freie Schriftstellerin arbeitende  Anne Gesthuysen nun ihren zweiten Roman vorgelegt.  Wie sie im Nachwort  verrät, hat auch die bezaubernde  Geschichte dieses  Buches ihre  Anfänge und  Grundlage in ihrer eigenen  Biographie.

 

Auf zwei bzw. drei Zeitebenen  erzählt  sie eine Geschichte, in der es geht um Freundschaft, Vaterschaft und vor allen Dingen um das Leben von Künstlern.

 

Wichtiger aber sind die beiden Haupterzählstränge. Der eine, der im Jahr 2007, der Gegenwartsebene des Romans eine spannende und abenteuerliche  Suche des krebskranken Hermann  zusammen  mit Hanna und Lilie  beschreibt, die sie auf der Spur eines verschollenen Bildes nicht nur durch die halbe Welt führt,  sondern sie alle drei auch zum Wesentlichen ihres Lebens bringt und die andere, die den gespannten  Leser immer wieder zwischen 1887 und 1922 das Leben und auch Leiden von Lilie Vorfahren Georgette Agutte  und ihrem Mann,dem sozialistischen Politiker Marcel Sembat.

Insbesondere diese Abschnitte des Buches führen den Leser ein in das Leben und Wirken von vielen Künstlern und Intellektuellen der Pariser  Belle Époque. Anne  Gesthuysen gelingt  es dabei ganz hervorragend,  die bewegte  und tragische  Geschichte einer in Vergessenheit geratenen Künstlerin zu verbinden mit einer langen Reise des Abschieds von Menschen, die mehr füreinander waren als nur Freunde.

Ein berührender und gleichwohl sehr lehrreicher Roman über Kunst, Politik,  Freundschaft und das Glück einen väterlichen Freund zu haben.

 

 

Die Kunst eine glückliche Frau zu sein

 

 

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Katrin Zita,  Die Kunst, eine glückliche Frau zu sein,  Goldene Verlag 2015, ISBN  978-3-902991-75-1

 

Jenseits aller feministischen  Ideologie und völlig unberührt von der unsäglichen Genderdebatte legt Katrin Zita in ihrem neuen  nunmehr dritten Buch nach ihren insbesondere für Frauen gedachten Reiseführern einen Ratgeber vor, der in seiner Praktikabilität und Bodenständigkeit überzeugt und für Frauen aller Altersklassen oder Bildungsschichten wertvolle Anregungen und Mutmacher enthält.

Sie geht den für Frauen durch ihre jeweilige Erziehung bedingten typischen Gefühlen wie schlechtes Gewissen und innere Zerrissenheit nach, fragt nach der Herkunft weiblicher Unsicherheiten  und zeigt auf , wie Frauen diese heutzutage hinter sich lassen können. Dabei ist es völlig gleichgültig  in welcher Lebensform sie leben, ob sie Kinder haben oder nicht.  Wichtig ist, so sagt  sie, dass Frauen diese alten Gefühle hinter sich lassen  und gemeinsam die Wege beschreiten, die ihnen Erfüllung und Glück bringen.

Frech, frei und anders – und das gemeinsam, das ist ihr sympathisches  Credo:

„Ob Mutter oder  kinderlos,  alt oder jung, groß oder klein – wir Frauen  gehen zukünftig  gemeinsam durch durch dick und dünn.  Diese Parole  dürfen wir in unser Herz schreiben und jede sich selbst das Kleid  und Lebenskonzept schneidern, das ihr am besten steht.“

Der Rezensent  ist dabei aus eigener Erfahrung ziemlich sicher, dass die Männer von dieser femininen Selbstbefreiung  aus alten Gefühlskorsetten aus Herkunftsfamilie (Mutter) und Gesellschaft für ihre eigene Entwicklung, die mindestens  genauso  nötig ist, nur profitieren können.

Gott lässt grüßen

 

 

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Andrea Schwarz,  Gott lässt grüßen,  Patmos 2016, ISBN 978-3-8436-0709-4

 

Sie ist eine genaue und sensible Beobachterin ihrer Umwelt und der Menschen, denen sie dort begegnet und der Geschichten, die sie oft  unfreiwillig  erzählen. Andrea Schwarz zählt seit vielen Jahren  schon  zu den am meisten gelesenen christlichen  Schriftstellerinnen.

Wenn man ihr  neues Buch  mit Meditationen  und „Entdeckungen“ sorgfältig liest,  dann bekommt man auch eine Ahnung, warum das so ist. In kleinen Dingen des  Alltags  entdeckt  sie  immer wieder  wichtige Botschaften  Gottes an sie. Botschaften, die ihr etwas vermitteln, etwas  zeigen wollen  von  der Schönheit des Lebens, von ihrem gottebenbildlichen Menschsein, von ihrer Möglichkeit, jeden Tag neu anzufangen mit sich selbst,  mit anderen Menschen  und mit Gott. Gott, den sie leise verkündet als einen Freund und väterlichen  Begleiter,  der seine kleinen, oft unscheinbaren Grüße mitten in unseren Alltag  schickt. Diese Grüße lassen  kurz  innehalten, nachdenken  und eröffnen neue Sichtweisen auf  das eigene Leben. Sie  ermutigen zu Selbsterkenntnis  und zu eigenen Schritten.

Unaufgeregte  Schritte hin zu mehr Freiheit. Freiheit immer verstanden als eine, die aus der Bindung und  Verwurzelung in Gottes Segen und Verheißung sich speist.

Dieser spirituelle Begleiter durch jede Woche des Jahres setzt sich mit vielen wichtigen existenziellen  und spirituellen Themen auseinander und ist ein schönes Geschenk für Menschen, die sich in ihrer Tiefe  ansprechen lassen wollen.

 

 

 

 

 

Wir sehen uns am Ende der Welt

 

 

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Miek Zwamborn, Wir sehen uns am Ende der Welt,  Nagel & Kimche  2015, ISBN  978-3-312-00665-6

 

 

Auf eine ganz ungewöhnliche und literarisch an große  Vorbilder erinnernde Expedition führt die niederländische Schriftstellerin  Miek Zwamborn  ihren zunächst skeptischen  aber dann mit jeder weiteren Seite begeisterten Rezensenten. Das Buch einer persönlichen und wissenschaftlichen Spurensuche  ist dermaßen  dicht und authentisch geschrieben, dass man wohl nicht fehl in der Annahme geht, dass es jenen Freund namens Jens, nach dessen Lebenszeichen sie zunächst sucht, tatsächlich während Miek Zwamborns achtjährigem Aufenthalt im Engadin wirklich gegeben hat.

Die Ich-Erzählerin beginnt ihren Roman mit einem Bericht über eine gemeinsame Expedition mit ihrem Freund Jens in den Bergen. Von ihm erfährt sie von dem bedeutenden Alpengeologen  Albert Heim, von dessen Forschungen  und Entdeckungen Jens ganz  begeistert ist. Dieser

Albert Heim hatte keinen geringeren Anspruch an seine Arbeit, als aus den von ihm erforschten Gesteinsschichten der Alpen die ganze Geschichte  der  Menschheit herauszulesen.

Als Jens irgendwann spurlos verschwunden ist und die Ich-Erzählerin sich auf die Suche nach ihm macht und sie literarisch anspruchsvoll dokumentiert, da liefert sie dem Leser eine so noch nie gelesene Mischung aus autobiographischer Reiseerzählung einer jungen Bergsteigerin und Wissenschaftlerin, aus Forscherbiografie des legendären Alpengeologen Albert Heim und als eine faszinierende Landschaftsbeschreibung der Alpen. Immer auf dem psychologischen Hintergrund einer intensiven Liebesgeschichte zweier Menschen, die die gemeinsame Leidenschaft für die Natur verbindet.
Am beeindruckendsten sind die Landschaftsbeschreibungen und Schilderungen der existenziellen Wanderungen der Protagonistin des Romans, auf der Suche nach ihrem verschwundenen Freund, auf den Spuren Albert Heims und der frühen Alpenentdecker. Dass Zwamborn den Text mit historischen Fotografien anreichert, verstärkt den überwältigenden romantischen Eindruck des Romans, macht die Seelenlandschaft der Berge förmlich spürbar.

„Wir sehen uns am Ende der Welt“ (in der niederländischen Originalversion „De duimsprong“ erschienen 2013) ist viel mehr als nur ein gelungener Alpenroman.

Miek Zwamborn ist ein großes poetisches Werk geglückt, in dem naturwissenschaftliche Fakten und literarische Fiktion auf wunderbare Weise zusammenkommen und Genregrenzen spielerisch außer Kraft gesetzt werden.

Ein außergewöhnlicher Roman, der bei mir jedenfalls  lange  nachgewirkt hat.

 

 

 

Mein großes Bibel-Wimmelbuch

 

 

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Antonie Schneider, Mein großes Bibel-Wimmelbuch,  Coppenrath 2012, ISBN  978-3-8157-2175-9

 

Dieses schöne Bilderbuch ist hervorragend dazu geeignet,  kleinen Kindern die Welt der Bibel in ausgewählten und in verständlicher Sprache gehaltenen Texten sowie mit wunderbaren zum Entdecken einladenden  Wimmelbildern aufzuschließen.

Jeweils drei oder vier  Geschichten aus der Bibel, die inhaltlich zusammengehören werden am rechten Rand  einer ausklappbaren Doppelseite erzählt und links in einer bunten Welt bildlich dargestellt. Die zauberhaften  Wimmelbilder zeigen den  Kindern  die Welt dieser Erzählungen  und laden sie ein, die jeweiligen Einzelgeschichten zu identifizieren:

* Vom Anfang der Welt

* Die Geschichte  von Josef

* Die Geschichte von Mosel

* Von David,  Daniel und Jonas

* Die Geschichte von Jesus

* Das Osterwunder

Ich halte die getroffene Auswahl für gelungen  und kann das Buch für Kinder ab etwa 2 Jahren nur empfehlen.

 

Meine ersten Sachen

 

 

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Helmut  Spanner, Meine ersten Sachen, Ravensburger 2016, ISBN  978-3-473-43502-9

 

Spielsachen und Kleidungsstücke, ein Brötchen und ein Kuscheltier, eine Banane und eine Tasse, ein Xylophon und eine Trommel, ein Schuh und eine Bürste – all diese Gegenstände aus der Erfahrungswelt von ganz kleinen Kindern hat Helmut Spanner  für dieses kleine und handliche Büchlein akkurat gezeichnet,  damit die Kinder auf ihre „ersten Sachen“ deuten können und sie benennen lernen.

Ein schönes und preiswertes Buch für eine Bibliothek,  die im Laufe der Jahre dann wachsen möge, auch  mit den vielen tollen Sach-und Wissenslücken aus Ravensburg.

 

 

Der Glasmurmelsammler

 

 

 

 

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Cecelia Ahern, Der Glasmurmelsammler, Krüger 2015, ISBN 978-3-8105-0152-3

 

In ihrem neuen, wunderbar komponierten Roman  erzählt die  irische  Bestsellerautorin Cecelia Ahern die spannende und berührende  Geschichte  eines Vaters und seiner Tochter. Ein Vater, der sein ganzes Leben lang  ein Doppelleben  führte und eine Tochter, die im Laufe eines einzigen Tages diesem geheimen und ihr bisher  unbekannten  Teil des Lebens ihres geliebten  Vaters  auf die Spur kommt.

Von seiner  späteren  eigenen  Familie  geheim gehalten,  hat sich der  mit sechs Brüdern in   schwierigen Verhältnissen aufgewachsene  Fergus  nicht nur eine  beispiellose  Sammlung  von Glasmurmeln aufgebaut, sondern  auch all die Jahre  mit der Familie  unbekannten Freunden gespielt und ist mit seinem Team  einmal sogar  Weltmeister  geworden.

Nachdem  Fergus  einen Schlaganfall  erlitten hat und in einem Pflegeheim lebt, verlässt ihn seine Erinnerung und er weiß nichts mehr von seiner Sammlung und seinem bisherigen  Leben. Als eine Sendung mit mehreren Kisten  zu Fergus  ins Heim  kommt, wird seine Tochter Sabrina von einer Sekunde  auf die andere  mit seiner ihr bisher unbekannten Vergangenheit  konfrontiert.

Sie nimmt diese Aufgabe  tapfer an, auch deshalb, weil in der ins Heim geschickten Glasmurmelsammlung einige wertvolle Stücke fehlen, wie sie aus der vom Vater  geschriebenen und den Kisten beigefügten  Übersicht  entnimmt. Sie macht sich sofort auf die Suche nach diesen Murmeln und spürt mit jedem Schritt in die unbekannte  Vergangenheit ihres Vaters, wie diese Spurensuche ihr ganzes bisheriges Leben in Frage  zu stellen  beginnt.

Vielleicht ahnt ihr Unbewusstes auch, dass diese Suche nach der Wahrheit ihr eigenes Leben bereichern wird. In wechselnden Kapiteln verfolgt Cecelia Ahern zum einen die atemlose und spannende  Spurensuche Sabrinas, und lässt zum anderen Fergus seine Geschichte erzählen und wie ihn sein Doppelleben über Jahrzehnte  auseinander gerissen  hat.

Wie sie diese beiden Erzählstränge sich ergänzen und aufeinander  zu streben  lässt, ist meisterhaft komponiert. Der Leser fühlt sich mit hinein  genommen in eine leidenschaftliche Suche nach der Wahrheit, die ihn das Buch über weite Strecken nicht mehr aus der Hand legen lässt. Die Suche nach der Wahrheit eines bewegten Lebens, das schlussendlich an sein Ziel kommen darf: eine versöhnte Liebe einer Tochter zu ihrem Vater.

Ein spannender, unterhaltsamer Pageturner, der erzählt von einer seltenen Leidenschaft und einem jahrzehntelangen  Doppelleben.