Luftkinder

 

 

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Ysabel Fantou, Antonia Simon, Luftkinder, Susanna Rieder Verlag 2016, ISBN 978-3-943919-98-1

 

Anna und Antonia sind beste Freundinnen. Manche würden vielleicht sagen: Sie waren beste Freundinnen. Denn Anna ist gestorben. Sie wurde schon krank, als sie noch ein Baby war und die Leukämie kehrte immer wieder zurück, Als sie sieben Jahre alt war, starb sie.

Und doch sind Anna und Antonia noch immer beste Freundinnen, denn Antonia trägt Anna weiter im Herzen. Und eines Tages begegnet sie ihr beim Spaziergang mit ihrem Hund Henry wieder. Hoch oben in den Bäumen lebt Anna – als Luftkind.

„Luftkinder“ erzählt eine ebenso traurig wie tröstliche Geschichte vom Leben und Sterben, basierend auf einer wahren Vorgeschichte. Ein berührendes Bilderbuch. Ein Bilderbuch, das nicht nur Kindern, die unter dem Tod von jemand, den sie liebten, leiden, sondern auch Erwachsenen eine Vorstellung geben kann, wie sie ihre Verstorbenen im Herzen tragen und ihnen nahe bleiben können.

 

Ich bin ein Gast auf Erden

 

 

 

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Manfred Josuttis, Ich bin ein Gast auf Erden, Gütersloher Verlagshaus 2016, ISBN n978-3-579-08230-1

Obwohl ich ihn nie persönlich kennen gelernt oder bei ihm ein Seminar besucht oder eine Vorlesung gehört habe, war Manfred Josuttis mit Beginn der Übernahme des ersten Pfarramtes mit seinen Büchern ein treuer und kritischer Begleiter einer Praxis, die sich unterscheiden wollte. Die die Welt hinein nahm in die Verkündigung, die den Menschen nah und der Botschaft verpflichtet sein wollte.

Besonders die Bücher „Der Pfarrer ist anders“  (1987) und „Die Einführung in das Leben“ haben mir im Pfarramt auf dem Dorf immer wieder Mut gemacht und mich zur kritischen Reflexion der eigenen Lebens- und Arbeitspraxis herausgefordert. Schon im Studium war sein 1974 erschienenes Werk „Praxis des Evangeliums zwischen Politik und Religion“ ein Buch, das die angehenden Pfarrer und Religionslehrer ermutigte und aufforderte und zu einer neuen, veränderten Pastoral.

Nun liegt mir, selbst schon im Ruhestand ein kleines Buch des 80- jährigen Emeritus vor, in dem er sein Leben bilanziert, an seine Lehrer und Lehrerinnen erinnert, die Kämpfe und Konflikte seine Lebens und Lehrens beschreibt.  Das gerade auch für junge Theologen und Christen empfehlenswerte Buch macht deutlich, warum die Theologie von Manfred Josuttis für eine ganze Generation zwischen 1975 und 1995 etwa so anziehend gewesen ist.

Ob seine Texte auch heute noch in der evangelischen Pastoraltheologie besprochen und diskutiert werden, entzieht sich meiner Kenntnis.  Wert wären sie es allema

Die sieben guten Jahre

 

 

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Etgar Keret, Die sieben guten Jahre. Mein Leben als Vater und Sohn, S. Fischer 2016, ISBN 978-3-10-049520-4

 

Er zählt zu den bekanntesten und auch beliebtesten Schriftstellern seines Heimatlandes Israel und wird schon seit langem in einem Atemzug mit den Großen wie David Grossman oder Amos Oz genannt.

Das neue Buch von Etgar Keret ist ein Wagnis. Zum ersten Mal seit 25 Jahren schreibt er keine Fiktion, sondern er erzählt in etwa drei Dutzend Prosastücken Biographisches und Erlebtes aus einem Zeitraum von sieben Jahren. Diese Jahre zwischen der Geburt seines Sohnes Lev und dem Tod seines Vaters haben dem Buch seinen Titel gegeben. In einem Nachwort schreibt er, warum er das Buch nicht in Israel veröffentlicht sehen wollte: „weil es darum um die Menschen geht, die mir die liebsten auf der Welt sind; weil es mich als Autor in eine neue, nicht vertraute Situation bringt, verletzlich und intim.“  Deshalb wollte er diese Erfahrungen nur mit Fremden teilen. Das Buch wurde ins Englische übersetzt und von dort hat es Kerets Freund Daniel Kehlmann ins Deutsche übertragen.

Das Buch beginnt  mit Schilderung einer Art doppelten Geburt. Nicht nur sein Sohn Lev kommt auf die Welt, sondern dieses neue Leben ist mehr, Hoffnung auf Zukunft und Frieden:

„Sechs Stunden später fällt ein Zwerg, dem ein Kabel aus dem Bauchnabel hängt, aus der Vagina meiner Frau und fängt sofort an zu weinen. Ich versuche ihn zu überzeugen, dass man sich gar keine Sorgen machen muss. Dass alles im Mittleren Osten geklärt sein wird, wenn er erwachsen ist. Frieden wird kommen, es wird keine weiteren Terroranschläge mehr geben, und sogar, wenn es ganz selten einmal einen geben sollte, wird immer jemand Originelles, jemand mit ein wenig Vision in der Nähe sein, um ihn perfekt zu beschreiben.“

Nicht nur an dieser Stelle, sondern das ganze Buch durch die verschiedenen Erzählungen gelingt es Keret wie weiland Ephraim Kishon zu einer anderen Zeit, eine Alltagssituation so zu beschreiben, dass sie auf eine betörende Art komisch wird.

Tagebuchartig erzählt er nicht nur von der Entwicklung seines Sohnes, sondern immer wieder auch von seinem Vater. Es ist wie ein nachgeholtes Erwachsenwerden, nicht nur als Mann und Ehemann, sondern auch als Schriftsteller, die er in diesem glücklichen Zeitraum von sieben Jahren erlebt. Dazwischen geht es aber auch immer wieder um die politische Lage in Israel und im Nahen Osten, um die jeden Tag präsente Angst vor Terroranschlägen und feigem Mord.

Keret beschreibt, wie schon auf den Kinderspielplätzen am Rande der Sandkiste, wo er sich als freiberuflicher Vater oft aufhält, die Mütter von kleinen Kindern darüber diskutieren, ob sie es zulassen werden, dass ihre Söhne dereinst den in Israel obligatorischen Militärdienst ableisten werden. Auch seine Frau möchte das nicht und erwidert auf Kerets Einwand, das sei doch eine Bevormundung: „Lieber bevormunde ich ihn, als dass ich in fünfzehn Jahren an einem Militärbegräbnis auf dem Olivenberg teilnehmen muss. Wenn es bevormundend ist, seinen Sohn  daran zu hindern, sein  Leben zu riskieren, dann bin ich eben bevormundend.“

Sie finden einen Kompromiss: Wir würden uns bis zu seinem achtzehnten Lebensjahr darum bemühen, entweder in der Region oder in unserer Familie Frieden zu schaffen.“

Kerets Texte erzählen von Erlebnissen auf seinen zahlreichen Lesereisen, von der Kindheit seiner Mutter, einer Holocaustüberlebenden in Polen, von seinem Sohn, den er beschützen will und von seinem Vater und dessen Sterben und Tod. An einer sehr berührenden Stelle erzählt er, wie er auf einer Reise nach Los Angeles vier Wochen nach dem Tod seines Vaters erlebt, dass er tatsächlich in seine Schuhe passt. Das ist ihm wie ein Beweis, dass alles gut wird.

Zwischen ernsthafter Tiefsinnigkeit, die den Leser im Innersten berührt, wechselt Keret oft auf derselben Seite zur Komik und Groteske, die dem zuvor Tragischen etwas Leichtes und Schwebendes zu geben vermag.

Vielleicht kann man heute in Israel auch nur so leben ohne zynisch und verbittert zu werden – oder auszuwandern.  „Die sieben guten Jahre“ ist ein Buch voller Liebe und Hoffnung.

 

 

 

 

Männergebete

 

 

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Andreas Ebert (Hg.) Männergebete, Claudius 2015, ISBN 978-3-532-62469-2

 

Ein kleines Buch ist es und ein idealer Wegbegleiter wo immer sich mann auch befindet. Von Andreas Ebert, von dem schon viele Bücher über die Spiritualität von Männern vorliegen, herausgegeben und mit einem Vorwort versehen, versammelt das Büchlein Gebete von ihm selbst, von Anselm Grün, Richard Rohr, Pierre Stutz und vielen anderen Männern, die Gott suchen und sich selbst.

Diese Gebete lesend und mitsprechend kann man durchaus einen Zugang finden zu sich selbst, zu Gott und dem Mann aus Nazareth. Sie atmen den Duft einer Theologie die, die Freiheit des Menschen liebt und ihm neue Horizonte eröffnen will
Die thematische Einteilung der Gebete erleichtert den Gebrauch des Buches:

  • mit Gott unterwegs
  • Leben, Lieben, Leidenschaft
  • Vaterwunde, Mutterwunde
  • Männergebete der Bibel
  • Kraftort Natur
  • Zwiesprache mit Gott: das Herzensgebet
  • starke Worte für schwache Momente.

Das Büchlein ermutigt Männer, ihre eigene spirituelle Sprache zu finden.

 

Über die Ränder der Seele hinaus

 

 

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Mona Jacobi (Hg.)  Über die Ränder der Seele hinaus, Urachhaus 2015, ISBN 978-3-8251-7910-6

 

Nach Wilhelm von Humboldt sind es die Verbindungen mit Menschen, die dem Leben seinen Wert geben. Es sind die Begegnungen von Mensch zu Mensch, an denen wir wachsen und die wir immer wieder brauchen, um uns selbst als Mensch zu empfinden. Mona Jacobi hat für den Urachhaus-Verlag Dichterworte gesammelt und berichtet von Menschgenbegegnungen in denen dies zum Ausdruck kommt.

 

Sie schreibt dazu in ihrem lesenswerten Vorwort:

„Schon bei der Begegnung mit einem Baum können wir uns fragen: Haben wir eine richtige Vorstellung von ihm, wenn wir ihn nur von einer Seite aus betrachten? Und wie viel mehr gilt dies bei einem Menschen! Etwa ein Straftäter im Gefängnis, um ein extremes Beispiel zu wählen: Ist er tatsächlich der Mensch, als den wir ihn aufgrund seiner schlimmen Handlungen betrachten? Oder gibt es noch ganz andere Seiten seines Wesens, die wir gar nicht kennen? Diese Frage allein genügt schon, uns nachdenklich zu stimmen, uns darauf hinzuweisen, dass wir uns nicht mit schnellen Urteilen zufriedengeben dürfen, sondern einander mit Aufmerksamkeit und Achtsamkeit zuwenden sollen.“

 

Ein Buch, das zum Nachdenken und zur Selbstbesinnung einlädt und sich sehr gut als kleines Geschenk für Freunde mit offenen Seelen eignet.

 

Kleine Indianerin

 

 

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Geraldine Elschner, Mone Schliephack, Kleine Indianerin, Minedition 2015, ISBN 978-3-86566-227-9

 

Das Indianermädchen Tanzendes Blatt hat es nicht leicht in ihrem Stamm. Sie ist sehr klein und mit ihrer besonnenen und ruhigen Art wird sie von den anderen Kindern nicht für voll genommen. Doch als der Sohn des Häuptlings vermisst wird, ist „Tanzendes Blatt“ die Einzige, die helfen kann.

 

In dieser wunderschön illustrierten und spannenden Geschichte wird erzählt, wie sich vermeintliche Schwächen am Ende als Stärken erweisen. Denn gerade durch ihre ganz besonderen Eigenschaften kann Tanzendes Blatt den Sohn des Häuptlings aus großer Gefahr retten.

Will aber!

 

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Ingmar Wendland, Nina Dulleck, Will aber, Coppenrath  2015, ISBN 978-3-649-61989-5

 

Es gibt bei jedem Kind eine Phase, in der sie das eigene Ich entdecken, ihren Willen und auch die entsprechenden Sprache um das auszudrücken. Für die Eltern ist diese Phase nicht immer leicht, denn es soll alles nach dem Kopf der Kinder gehen, was diese nicht selten mit ihrer eigenen, vielleicht damals strengeren Erziehung konfrontiert oder auch nur ihren Sinn nach Ordnung oder ihren Zeitplan durcheinander bringt.

Das vorliegende in schönen Reimen gefasste Bilderbuch für Kinder bis etwa 2 Jahren erzählt von alltäglichen Situationen und bietet jeweils eine mögliche Lösung an. Auf diese Weise wird auf eine liebevolle und humorvolle Weise die erste Auseinandersetzung mit den eigenen Gefühlen geübt.

Ein Menschenkind, das bei dieser Entwicklung von Eltern liebevoll und mit Bindung begleitet wird, wird später besser mit seinen Gefühlen umgehen können.

Der ganz normale Change-Wahnsinn

 

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Nina Leffers, Der ganz normale Change-Wahnsinn, Murmann 2016, ISBN 978-3-86774-472-0

 

Es ist schon seit etlichen Jahrzehnten in der Unternehmens- und Organisationsberatung eine bekannte und akzeptierte Einsicht, dass Unternehmen und Organisationen  nur bestehen können, wenn sie auf die äußeren Entwicklungen und Bedingungen reagieren und sich verändern. Die Globalisierung und die Digitalisierung haben diese Tatsache für viele in den letzten Jahren oft schmerzlich vor Augen geführt. Veränderungsprozesse sind für alle Unternehmen und Organisationen notwendig. Doch die Erfahrung zeigt, dass sie nur sehr selten wirklich nachhaltig gelingen. Nur rund 30 Prozent aller Maßnahmen und Initiativen zur Veränderung in Organisationen gelingen wirklich. 70 % scheitern. Eine unendliche Verschwendung von Geld und manpower.

Das muss nicht so bleiben, postulieren die Autoren des vorliegenden Buches und präsentieren darin, wie man trotzdem etwas verändern kann. Vier Aktionsfelder benennen sie für den zielgerichteten Wandel. Faktoren, die darüber entscheiden, ob ein Wandel erfolgreich sein kann:

 

  • Bedeutung schaffen,
  • Ziele vermitteln
  • Ideen generieren
  • Prozesse vereinfachen

 

Dem entsprechen vier Typen von Mitarbeitern. Wenn es der jeweiligen Führungskraft (vielleicht mit der Unterstützung von Beratern) gelingt, diese zu identifizieren und sie  im jeweiligen Arbeitsfeld einzusetzen, können diese wichtige Impulse geben und zum Erfolg des ganzen beitragen:

 

  • Sinnstifter
  • Mache
  • Ideenmoderatoren
  • Strukturierer

 

Es geht in diesem Buch nicht nur um Kritik an Change-Projekten. Manager und Führungskräfte, aber auch Organisationsberater können sehen, wie das Aktionsfeld erfolgreich werden kann. Bemerkenswert ist, dass die Autoren durchaus wissen, was in Unternehmen machbar ist und was nicht.
Das Buch ist trotz des anspruchsvollen Stoffs unterhaltsam und leicht geschrieben und wird durch Illustrationen positiv aufgelockert.

Geeignet für alle Führungskräfte, Manager und Organisationsentwickler.

r.

Der schönste Aufenthalt der Welt

 

 

 

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Rainer Moritz, Der schönste Aufenthalt der Welt. Dichter im Hotel, Knesebeck 2016, ISBN 978-3-86873-615-1

 

Der Literaturwissenschaftler und Schriftsteller Rainer Moritz hat die Welt der Bücherleser und – liebhaber in den letzten Jahren mit vielen  ganz unterschiedlichen Werken beschenkt. Ich denke dabei an sein im Gerstenberg Verlag 2011 erschienenes Buch „Die schönsten Buchhandlungen“ oder seine hervorragende Biografie des amerikanischen Schriftstellers Richard Yates, die 2012 unter dem Titel „Der fatale Glaube an das Glück“  bei DVA erschienen ist.

Nun hat er sich zusammen mit seinen Fotografen  Andreas Licht, mit dem er 2014 ebenfalls für Knesebeck schon „Spaziergänge durch Pariser Parks und Gärten“ unternommen hat, auf die Spur von berühmten Dichtern begeben und ihren kürzeren oder auch längeren Aufenthalten in deutschen, französischen, italienischen und Schweizer Hotels.

Er hat sie aufgesucht, dort gewohnt und gegessen und Geschichten recherchiert über berühmten Dichter, die in diesen Hotel nicht nur gewohnt und sich entspannt , sondern auch an ihren Werken gearbeitet haben.  Er erzählt unter anderem davon, wie Marcel Proust seine Sommerferien in Cabourg verbrachte, wie sich die Gruppe 47 auf Schloss Elmau traf, Oscar Wilde armselig in Paris starb, welche Briefe Franz Kafka in Venedig schrieb, wie oft Adorno in Sils-Maria übernachtete, wann Simone de Beauvoir und Georges Simenon in Cagnes-sur-Mer waren, wen Christian Morgenstern in Bad Dreikirchen kennenlernte und warum sich die Literaturwelt alljährlich zur Buchmesse im Frankfurter Hof trifft.

Wunderbare Fotografien von Andreas Licht lassen bei dem Betrachter schon bald den Wunsch aufkommen, selbst einmal einige Tage in diesen Hotels zu verbringen. Ein Internetlink bringt sie schnell dorthin.

Der Untergang ist abgesagt

 

 

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Thomas Straubhaar, Der Untergang ist abgesagt, Edition Körberstiftung 2016, ISBN 978-3-89684-174-2

 

Während viele das Schrumpfen und die Vergreisung der Bevölkerung in Deutschland fürchten, sieht der Ökonom Thomas Straubhaar keinen Grund zur Panik. In seinem Buch „Der Untergang ist abgesagt“ stellt er düstere Zukunftsprognosen infrage und argumentiert gegen die Mythen des demografischen Wandels, die er am Ende seines Buches noch einmal zusammenfassend entlarvt und Alternativen aufzeigt.

Dabei leugnet er nicht die Anzeichen des demographischen Wandels, warnt aber vor den falschen Reaktionen.

Es sei wenig hilfreich, sich von solchen verhaltensgetriebenen Entwicklungen ängstigen zu lassen. Viel klüger sei es, rechtzeitig auf diese Veränderungen zu reagieren und die Rahmenbedingungen anzupassen. Deutschland sollte Vorsorge treffen, so Straubhaar, dass sich auch bei einer schrumpfenden und alternden Bevölkerung die Lebensbedingungen nicht verschlechtern, sondern verbessern.

 

Seit viele Flüchtlinge ins Land kommen, hört man immer wieder, sie würden helfen, den demographischen Wandel und auch den Fachkräftemangel zu linden und sogar unsere Rentenkassen sanieren. Doch Straubhaar warnt davor, die Zuwanderung zu instrumentalisieren. Weder sei Zuwanderung die Ursache von strukturellen Problemen oder grundsätzlichen Problemen des Sozialstaats, noch  die Lösung für diese Probleme. Die Auswirkungen der Zuwanderung würden in beide Richtungen massiv überschätzt.

 

Für die Rentendebatte bringt er wie andere vor ihm die Idee eines Grundeinkommens in die Debatte. Doch die Verschiebung der politischen Macht von den Jungen zu den Älteren macht ihm Sorge:

„Die Alten werden die Jungen zahlenmäßig dominieren. Das kann ein Riesenproblem werden. Die Folgen konnten wir sehr schön sehen bei dem so genannten Rentenpaket, dass sich die ältere Generation zulasten der Jüngeren gegönnt hat.“

 

Doch mit Selbstvertrauen und Vernunft, so seine Hoffnung, kann Deutschland als stabile Demokratie und gesunde Volkswirtschaft auch diesen Wandel gestalten.

 

Ein Buch, das geeignet ist, in eine Debatte voller Mythen wieder etwas volkswirtschaftliche Vernunft zu bringen.