Berlin City Ost

 

 

 

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Günter Blutke, Berlin City Ost. Zwischen Strausberger Platz und Brandenburger Tor, Bebra Verlag 2016, ISBN 978-3-8148-0221-3

 

In seinem Bildband „Berlin City Ost“, der soeben erschienen ist, zeigt der kurz vor dem Erscheinen des Buches verstorbene Fotograf Günter Blutke das Alltagsleben der Ostberlinerinnen und Ostberliner in den 1970 er Jahren– Angler an der Spree, frisch gepflanzte Bäume vor dem Roten Rathaus, eine Oldtimerrallye, die Weltzeituhr, junge Pioniere, Lehrlinge, Bauarbeiter, vorzugsweise Motive aus einem Stadtviertel, mit dem die nach internationaler Anerkennung lechzende DDR ihre Weltläufigkeit unter Beweis stellen wollte.

 

Obwohl er damals das System der DDR unterstützte, zeigt er sich in seinem Nachwort nachträglich mit der Wiedervereinigung einverstanden. In seinen schwarz-weiß- Bildern fehlen explizite politische Aussagen. Neben den Symbolen einer modernen DDR, auf die er stolz ist, geht es ihm vor allen Dingen um Menschen, verschiedene Menschen in verschiedenen Alltagssituationen.

 

Dieser Bildband zeigt einen fast vergessenen Meister seines Faches, der auf seiner eigenen Webseite, nun in Farbe, tausende Beispiele seines fotografischen Könnens veröffentlicht hat.

Atlas der ungewöhnlichsten Orte

 

 

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Travis Elborough, Alan Horsfield, Atlas der ungewöhnlichsten Orte, Brandstätter Verlag 20916, ISBN 978-37106-0030-2

 

Die Welt ist voller seltsamer und geheimnisvoller Orte: dem Meer abgetrotzte Landstriche, verlassene Inseln, unterirdische Labyrinthe, rätselhafte Ruinen voller Geschichte und Geschichten, eine Stadt, die vollständig unter Lava begraben ist, ein Fantasiepalast, errichtet aus Versatzstücken europäischer Architekturen, ein irisches Schloss, in dem es Tag und Nacht spukt.

Travis Elborough, Kulturjournalist und Weltreisender mit einem Blick für das Ungewöhnliche, ja Unmögliche, hat die unwahrscheinlichsten Plätze der Welt erkundet und sie in einem Atlas des Staunens beschrieben. Er nimmt den Leser und Betrachter mit auf eine Reise zu verwaisten Städten, unerhörten Plätzen und abgelegenen Winkeln, erzählt ihre Geschichte und entführt den Leser zu Orten, die unseren kühnsten Träumen entsprungen sein könnten.

 

Da gibt es Banditen-Inseln aus Bond-Filmen und Bauten, die der Schwerkraft trotzen, verlassene Bunker, geheime Tunnelanlagen, Siedlungen, die es offiziell gar nicht gibt, Inseln mit dunkler Vergangenheit und Totenstädte.

 

Auf der Suche nach den ungewöhnlichsten Orten der Welt sind Travis Elborough und Alan Horsfield auf dem ganzen Globus fündig geworden. Ihr „Atlas der ungewöhnlichsten Orte“ versammelt 51 äußerst merkwürdige Plätze.

 

Ein interessantes Geschenk für Menschen, die denken, dass sie schon alles gesehen haben.

Wolle und Butz. Mit Sack und Pack ins Abenteuer

 

 

 

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Charlotte Habersack, Igor Lange, Wolle und Butz. Mit Sack und Pack in Abenteuer, Ravensburger Verlag 2016, ISBN 978-3-473-44675-9

 

Dieses schöne Bilderbuch erinnert besonders durch die Illustrationen von Igor Lange erfahrene Bilderbuchfreunde an die Geschichten von Petterson und Findus. Hier wie dort leben ein alter Bauer und seine Katze auf einem alten Hof zusammen.

 

In der Geschichte von Charlotte Habersack heißt der Bauer Wolle und sein Kater heißt Butz. Beide vermissen sie sehr die Frau von Wolle, die Ernchen hieß.  Sie ist gestorben. Und obwohl Wolle und Butz schon zu ihren Lebzeiten das Alleinsein geübt haben, wenn Ernchen beispielsweise auf dem Klo war, vermissen sie sie beide sehr.

 

Und weil sie sich vor dem Einsamsein im nahenden Winter fürchten, beschließen sie, anstelle von Ernchen nach Afrika zu fahren und die Enkeltochter Chano zu besuchen. Wolles und Ernchens Tochter lebt in Afrika und ist dort verheiratet. Jedes Jahr flog Ernchen einmal dorthin, um sie zu besuchen, während Wolle und Butz zu Hause blieben.

 

Weil aber Wolle seinen Traktor nicht allein lassen will, beschließen Butz und Wolle mit dem Traktor nach Afrika zu fahren. Doch kaum unterwegs geraten sie schon in die ersten Abenteuer…

Ob sie je dort ankommen?

 

Eine schöne Bilderbuchgeschichte, die Freunden von Petterson und Findus gefallen wird.

 

 

Das Paket

 

 

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Sebastian Fitzek, Das Paket, Droemer 2016, ISBN 978-3-426-19920-6

 

Der neue Roman von Sebastian Fitzek hat es wieder in sich. So wie die Hauptfigur des Buches, die junge Psychiaterin Emma Stein, eines Tages ein Paket für einen Nachbarn annimmt, erhält der Käufer des Buches eine Art Paket, in dem das Buch verpackt ist. Das allein ist schon eine tolle Idee, die Fitzek selbst entwickelt und gestaltet hat.

 

Das Paket erhält Emma Stein, als sie schon längst nicht mehr arbeitet. Als drittes Opfer eines Psychopathen, den die Presse „den Friseur“ nennt, weil er seinen weiblichen Opfern die Haare auf dem Kopf abrasiert, bevor er sie tötet, ist sie nach einem gewagten Vortrag, den sie vor einer Versammlung von Psychiatern gehalten hat, danach in ihrem Hotelzimmer vergewaltigt worden.

 

Doch sie wurde im Gegensatz zu den anderen Opfern am Leben gelassen. Warum? Wird der Täter wiederkommen, um sie zu töten? Völlig paranoid geworden, hält sie jeden Mann, der auch nur in ihre Nähe kommt, für den Täter. Ihr Partner Philipp, der als Profiler bei der Polizei arbeitet, hilft ihr und unterstützt sie so gut er kann.

 

Immer wieder kommen ihr Bilder in den Sinn aus ihrer Kindheit, als sie glaubte, da sei jemand in ihrem Zimmer, den sie dann Arthur nannte. Sie dachte, von dieser Paranoia sei sie schon als Jugendliche geheilt worden….

 

Wie viele andere Bücher von Sebastian Fitzek ist auch das neue ein pageturner. Man legt es nicht zur Seite bis man – mit immer wieder neuen, nicht für möglich gehaltenen Wendungen konfrontiert- bis zur letzten Seite in einem fast unerträglichen Spannungszustand gehalten wird.

 

Fitzek verführt den Leser, er führt ihn auf Spuren, die dann im Nichts verlaufen. Es ist schwer, die einzelnen Bücher von ihm zu vergleichen. Aber als ich ans Ende gelangt war, hatte ich den Eindruck, ich hätte schon bessere Thriller von ihm gelesen.

Trümmerkind

 

 

 

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Mechthild Borrmann, Trümmerkind, Droemer 2016, ISBN 978-3-426-28137-6

 

Mit dem Deutschen Krimipreis ist sie ausgezeichnet worden, die Autorin des hier vorliegenden Romans „Trümmerkind“. Der ist zwar nicht als ausgesprochener Kriminalroman konzipiert, aber deswegen nicht weniger spannend.

 

Sie nimmt die zwischen dem 20.1. und 12 Februar 1947 in Hamburg aufgefundenen Leichen, die damals einem nie entdeckten „Trümmermörder“ zugeordnet wurden, und konstruiert daraus eine Geschichte, die sie bis zur Mitte des Buches in drei zunächst völlig voneinander unabhängigen Strängen, die sie dann, für den Leser bis zuletzt die Spannung aufrechterhaltend langsam zusammenführt.

 

Der eine Strang spielt im Jahr 1947 und erzählt vom schwierigen Leben von Agnes Dietz, deren Mann in Russland vermisst ist, ihrem 14 -jährigen Sohn und dessen kleiner Schwester Wiebke.  Im Januar 1947, die Familie ist nach der Bombardierung Hamburgs 1943 nach Pinneberg zum Onkel gezogen und nun wieder zurückgekehrt – entdecken die beiden Kinder auf ihrem Weg durch die Trümmerfelder, die erst langsam einem Weideraufbau weichen mitten  in einer Zeit großer Not und Hungers, einen  kleinen stummen Junge, den sie mit nach Hause nehmen. Dass Hanno auch eine nackte Leiche gesehen hat, wird er Jahrzehnte verschweigen.

 

Agnes Dietz nennt den Jungen Joost, und macht ihn zu einem Mitglied der Familie. Als sehr überraschend Im Dezember 1947 ihr Mann Gustav aus der Gefangenschaft zurückkehrt, fällt es ihm erst schwer, seiner Frau zu glauben, dass der Junge nein Findelkind ist und ihn als Familienmitglied zu akzeptieren. Sohn und Vater finden Arbeit bei Blohm und Voss und Mutter eröffnet eine eigene Schneiderei.

 

In einem zweiten Strang, der in der Uckermark 1945 spielt, wird die Geschichte und die Flucht der Familie Anquist erzählt, und die literarischen Grundlagen eines Geheimnisses werden gelegt, das sich für den Leser erst am Ende auflösen wird.

 

Dazu ist allerdings ein  dritter Strang die Voraussetzung, der in Gegenwartsebene des Romans im Köln des Jahres 1992 spielt. Dort lebt die etwa 40 Jahre alte Lehrerin Anna Meerbaum getrennt von ihrem ehemaligen Mann Thomas. Als der von einem Klienten erzählt, der auf Rückgabe seines Eigentums in der ehemaligen DDR klagt, schlägt er ihr vor, dass sie sich auch um den Gutshof ihres Großvaters in der Uckermark kümmern soll.

 

Anna ist war nicht geldgierig, aber Thomas Idee legt die Lunte an eine Schnur, die zu ungewöhnlichen Eruptionen in ihrem Leben führen wird. Nachdem sie einmal dort hingefahren ist, findet sie Spuren ihrer eigenen Geschichte und die ihrer Mutter, mit der sie schon lange im Streit lebt. Und sie lernt Joost Dietz kennen, einen Architekten, der mit Restaurierungen von großen Gebäuden befasst ist ….

 

Spannend geschrieben wie ein Krimi geht es in diesem Buch um deutsche Vergangenheit und um die schmerzliche Suche einer Frau nach der Wahrheit, eine Frau, die erkennen muss, dass ein Verbrechen auf schicksalhafte Weise mit der Geschichte ihrer Familie verbunden ist.

 

Ein sehr gelungener Roman.

 

 

 

 

 

 

 

Djadi, Flüchtlingsjunge

 

 

 

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Peter Härtling, Djadi, Flüchtlingsjunge, Beltz & Gelberg 2016, ISBN 978-3-407-82164-5

 

Viele Menschen erinnern sich noch gut an das traurige Bild des kleinen Flüchtlingsjungen, der im letzten Jahr an der Küste der Türkei tot angespült und gefunden worden war.  Dies war nach eigener Aussage der Augenblick, als der 1933 geborene Romanschriftsteller und Autor zahlreicher Kinder-und Jugendbücher, Peter Härtling, den Entschluss fasste, diese Thematik in einem Buch für Kinder zu verarbeiten.

 

Selbst als Kind auf der Flucht gewesen nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, weiß er genau, was in solchen Kindern vor sich geht, aber auch was man anderen Kindern, die ein Zuhause und Eltern haben, zumuten kann.

 

Als eine Art Spiegelbild der Generationen erfindet er eine Wohngemeinschaft in Frankfurt, die schon seit vielen Jahren zusammen wohnt und in der Wladi der älteste ist. Er ist sozusagen eine Art Alter Ego des Autors und versucht, in der Gruppe immer wieder zu vermitteln und zu erklären.

 

Das ist besonders nötig, als Jan, der bei Jugendhilfe arbeitet, eines Tages einen für sein Alter sehr kleinen elfjährigen Jungen aus Syrien mit in die Wohnung bringt, den er dort getroffen hat:

„Er ist mutterseelenallein angekommen. Begleitet von einem alten Mann, der ihn schnell loswerden wollte. Er hat seine Eltern verloren. Von Geschwistern keine Spur. Ich nehme an, die anderen haben ihn aus Mitleid mitgeschleppt.“

 

Detlef und Gisela, die in der großen Wohnung ein gemeinsames Steuerbüro betreiben, Dorothea, die Frau von Jan, Kordula und der alte Wladi zeigen sich nach einem ersten Zögern einverstanden damit, dass Djadi, so heißt der Junge, unter der Betreuung von Jan und Dorothea in die WG aufgenommen wird.

 

Zunächst bleibt der Junge stumm. Doch langsam lebt er sich ein, nachdem Jan alle Formalitäten erledigt hat und auch mit ihm beim Arzt war.

 

Vor allem der alte Wladi ist es, der dem Jungen hilft, die neue Welt jeden Tag ein wenig kennenzulernen. Als er irgendwann in eine Schule geht, ist er mit vielen Problemen konfrontiert. Ablehnung deutscher Schüler, aber auch neue Freundschaften.

 

Ein gemeinsamer Urlaub der WG an der Ostsee tut ihm gut, doch dann wird Wladi sehr krank und Djadi steht  vor einem erneuten großen Verlust. Und er findet für seine Trauer, auch um seine Eltern, ein Ritual, das ihm hilft.

 

Der neue Roman von Peter Härtling ist eine eindringlich und doch voller Hoffnung und Zuversicht erzählte Geschichte eines Flüchtlingskindes, für Grundschulkinder  ab der 3. Klasse und Erwachsene gleichermaßen geeignet.

 

Im März 2017 erscheint zu diesem Buch ein 32 seitiges Lehrerhandbuch für den Einsatz des Romans im Unterricht. Es ist zu hoffen, dass sich viele Lehrkräfte dazu entschließen werden.

Elvis und der Mann mit dem roten Mantel

 

 

 

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Ole Könnecke, Elvis und der Mann mit dem roten Mantel, Hanser 2016, ISBN 978-3-446-25314-8

 

Im Jahr 2001 erschien dieses urkomische Weihnachtsbuch für Kinder und Erwachsene des damals noch etwas weniger bekannten Zeichners Ole Könnecke. Nun hat der Hanser Verlag eine preiswerte Neuausgabe veröffentlicht.

 

Mit witzigen Bildern illustriert erzählt Könnecke die Geschichte von Elvis, wie der Name schon sagt, ein großer Fan entsprechender Musik. Er lebt mit seinem vergesslichen Großvater und besitzt eine Werkstatt. Doch heute an Weihnachten, bleibt diese geschlossen.

 

Elvis bringt sich und den Großvater gerade mit Musik in Stimmung, als der Strom ausfällt und ein Mann vor der Tür steht. Er trägt einen roten Mantel und bittet um Hilfe. Er hat mit seinem vollbeladenen Schlitten gerade einen Strommast dem Erdboden gleichgemacht und sein Schlitten ist deshalb fahruntüchtig.

 

Elvis versteht nicht, warum der Mann an Weihnachten arbeitet. Und nun will der auch noch, dass Elvis seinen Schlitten repariert! Eine große Aufregung bricht aus, doch alles kommt zu einen guten Ende.

 

„Elvis und der Mann mit dem roten Mantel“ ist eine urkomische Gesichte, die Erwachsenen und Kindern gleichermaßen eine etwas andere Vorweihnachtslektüre beschert.

 

 

 

Wunderbare Weihnachtswelt

 

 

 

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Sabine Cuno, Yayo Kawamura, Wunderbare Weihnachtswelt, arsedition 2016, ISBN 978-3-7607-9996-4

 

Sabine Cuno, einer der bekanntesten und produktivsten Autorinnen von Büchern für Kinder, von denen auch viele in andere Sprache übersetzt wurden, hat sich im Auftrag des Verlags arsedition auf eine Reise begeben durch die Advents- und Weihnachtstraditionen und hat neben vielen klassischen und modernen Geschichten, Liedern, Reimen und Gedichten auch kleine Bastelideen und Rezepte gesammelt.

 

Yayo Kawamura, eine in Berlin lebenden freischaffende Illustratorin hat die von Sabine Cuno in einem wertvollen Hausbuch für die ganze Familie  gesammelten Texte mit ausdrucksstarken und witzigen Bildern und Figuren illustriert und ihnen Farbe verliehen. Sie machen Lust zum Anschauen, Vorlesen und Entdecken.

 

Ein echter Schatz für die ganze Familie.

Die Ehefrau

 

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Meg Wolitzer, Die Ehefrau, Der Hörverlag  2016, ISBN 978-3-8445-2177-1

Meg Wolitzer ist eine in den USA sehr bekannte Schriftstellerin, die im Jahr 2013 mit ihrem Roman „Die Interessanten“ auch in Deutschland einem größeren Publikum bekannt geworden ist. Dies hat dazu geführt, dass Dumont nun einen Roman von ihr nachlegt, der in den USA schon im Jahr 2003 erschienen ist und in dem die Feministin Meg Wolitzer in einer spannenden und frei von jedem moralischen oder politisch-korrekten Impetus die Geschichte eines berühmten Schriftstellers und seiner nicht minder literarisch-begabten Frau erzählt.

 

Ich-Erzählerin ist Joan Castleman, die ihrem Mann Joe als dessen Studentin kennengelernt und wegen der er seine erste Frau verlassen hat. Auf dem Flug nach Helsinki – dort soll Joe Castleman ein  großer Literaturpreis verliehen werden auf den er schon jahrelang gewartet hat – beschließt Joan, ihren Mann zu verlassen. Sie erträgt seine sexuellen Abenteuer nicht mehr und hat lange genug ihre eigenen Bedürfnisse und auch ihre schriftstellerischen Ansprüche zurückgestellt um seinem Erfolg nicht im Weg zu stehen.

 

Schon auf dem Hinflug und dann in Helsinki, denkt sie in Rückblicken, in denen sie ihre gesamte Geschichte mit Joe Castleman beschreibt, über ihr Leben nach.  Es geht um Ruhm und Erfolg, ihr Leben als Frau und Mutter. Und immer wieder auch um den Literaturbetrieb und viele andere Schriftsteller. Und um einen langjährigen Bewunderer von Joe,  Nathaniel Bone, der unbedingt dessen Biographie schreiben will.

 

Der Roman ist spannend aufgebaut und der Leser wartet bis zum überraschenden Ende auf eine Auflösung des Geheimnisses der Beziehung zwischen Joan und Joe, das er schon bald nach Beginn seiner überaus unterhaltsamen Lektüre vermutet, aber keine Anhaltspunkte findet.

 

Leichtfüßig und mit viel satirischem Witz erzählt Meg Wolitzer von Frauen, die ihre eigene Energie und Kreativität in die Karrieren ihrer Männer stecken und dabei unglücklich werden.

Der hier vorliegenden gekürzten Hörbuchfassung ist es gelungen, die wesentlichen Elemente des Buches einzufangen.  Das Hörbuch wird gelesen von der Schauspielerin und Regisseurin Gabriele Blum, die 1954 geboren ist und daher vom Alter zu der Ich-Erzählerin des Buches gut passt. Mit ihrer Stimme gelingt es ihr hervorragend, jene Spannung erlebbar zu machen, die Meg Wolitzer herstellt zwischen der Trauer Joan Castlemans über ihre verschwendeten Lebensjahre und ihren selbstkritischen Betrachtungen und Einsichten.

 

 

 

grasArt

 

 

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Ingo Arndt, grasart, Knesebeck 2016, ISBN 978-3-86873-881-0

 

Ingo Arndt ist eine der international bekanntesten und besten Naturfotografen und hat für seine Arbeiten, für die er oft sehr lange zusammen mit seiner Frau überall auf der Welt unterwegs ist, schon sehr viele renommierte Preise erhalten.

 

In seinem neuen, hier bei Knesebeck vorliegenden prächtigen und repräsentativen Bildband widmet er sich dem Gras als einem eigenen Ökosystem und der Tierwelt, die sich von diesem Gras ernährt. Kaum jemand weiß, dass das Gras neben dem Wald und dem Meer zu den drei bedeutendsten System auf der Erde gehört.

 

Viele dieser Graslandschaften sind überall auf der Welt bedroht und mit ihnen der Lebensraum für viele Tierarten und -populationen. Und so ist auch dieses Buch von Ingo Arndt wieder einmal nicht nur eine Freude für alle Naturfreunde, sondern auch eine fotografische Mahnung, diese wunderbaren Schätze der Erde zu bewahren, wie schon seine früheren Werke.

 

Der Band, an dem auch seine Frau Silke Arndt mitgearbeitet hat (sie ist als Grafikdesignerin für die gelungene Gestaltung des Buches verantwortlich) ist eine Koproduktion von GEO Deutschland und dem Knesebeck Verlag und beinhaktet eine absolut gelungene Mischung zwischen faszinierenden Naturaufnahmen, wo es Arndt auf seine ganz besondere Weise immer wieder gelingt, die Atmosphäre der jeweiligen Landschaft einzufangen und Studioaufnahmen ganz bestimmter einzelnen Gräser.

 

In seiner Mischung und Aussage ist der Band nicht nur ein Genuss für alle Naturfreunde, sondern in seiner fotografischen Dichte auch ein großes Kunstwerk.