Selbstporträt mit Flusspferd

 

 

 

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Arno Geiger, Selbstporträt mit Flusspferd, DTV 2016, ISBN 978-3-423-14526-8

 

Der neue, lange erwartete Roman von Arno Geiger, der nun im Taschenbuch bei DTV vorliegt erzählt von einem jungen Mann, der sein Sohn sein könnte. Hatte Geiger sich in seinem 2011 erschienenen Buch „Der alte König in seinem Exil“ noch mit seinem alten Vater und dessen Demenz, mit der Hinfälligkeit am Ende des Lebens und mit dem Sterben und dem Tod beschäftigt, geht es in „Selbstporträt mit Flusspferd“ um die Sinn- und Identitätsfragen am Beginn eines Erwachsenenlebens, ja, um das Erwachsenwerden insgesamt.

 

Denn obwohl in unserem Land kaum eine Generation vorher so behütet und mit so viel Bildungsangeboten aufgewachsen ist, wie die der heute 20-30 Jährigen, tun sich viele junge Menschen schwer, ihren Platz zu finden in Beruf und Gesellschaft. Von der Gründung einer Familie und der Weitergabe ihres Potentials an eigene Kinder einmal ganz abgesehen. Allein in meiner direkten Nachbarschaft und Bekanntschaft in unserer kleinen Stadt kenne ich etwa ein halbes Dutzend junge Menschen, Frauen und Männer, alle im Alter des Geiger`schen Protagonisten Julian, die zum Teil schon seit zwei Jahren nach abgeschlossenem und erfolgreichem Abitur oder Berufsausbildung immer noch „chillen“. Das heißt, sie nehmen weder ein Studium noch eine regelmäßige Arbeit auf, leben nach wie vor zu Hause bei den Eltern, bzw. beim Vater oder der Mutter und lassen sich weiter von ihnen alimentieren. Wenn sie nach den Gründen für diese „Auszeit“, wie sie das nennen, gefragt werden, geben sie an, noch nichts Passendes gefunden zu haben, sich noch orientieren zu wollen, oder auch ganz ehrlich, sie hätten keinen Bock auf so einen Lebensentwurf wie ihre Eltern, mit Arbeit, Anstrengung und auch gelegentlichem Verzicht.  Sie wollten ihr Leben genießen.

 

Julian denkt an einer Stelle gegen Ende von „Selbstporträt mit Flusspferd“ über diese Fragen an der schwierigen Schwelle zwischen Jugend und Erwachsenen nach:  „Gehe ich nach rechts oder links? Wird eine stabile Persönlichkeit aus mir oder ein Niemand, der nichts auf die Reihe kriegt? Finde ich meinen Platz oder gehe ich unter?“

Warum haben sich meine Eltern oder etwa meine Schwiegermutter in diesem Alter solche Fragen nie gestellt? Warum hat diese gegenwärtige Generation, jedenfalls viele unter ihnen, solchew Probleme, in der Welt eine eigenen Platz zu finden? Das fragt sich auch Arno Geiger, der seinen Julian an einer Stelle sagen lässt: „Ich hatte Angst, dass mein Leben im Sand verlief. Ich hatte Angst, dass alles sinnlos war. Ich wusste, was mir fehlte, war ein Mensch.“

 

Das Buch spielt im Sommer 2004 in Wien und erzählt, wie der 22-jährige Student der Tiermedizin Julian nach dem Scheitern seiner Beziehung mit Judith und seinem Rauswurf aus deren Wohnung durch die Hilfe seines Freundes Tibor einen Sommerjob und eine damit verbundene Unterkunft findet. Der an Krebs erkrankte emeritierte Professor Beham, der im Rollstuhl sitzt, hat einem Zwergflusspferd eine vorübergehende Heimat gegeben, und die Aufgabe von Julian ist es, sich um dieses Tier zu kümmern.

 

Mit im Haus ist über den Sommer die Tochter des Professors, Aiko, die aus Paris nach Hause gekommen ist. Diese Frau, zu der sich Julian hingezogen fühlt, ist mindestens so ungewöhnlich und eigenwillig wie ihr Name. Langsam nehmen sie miteinander eine Beziehung auf, die Geiger seinen Ich-Erzähler in alle Schattierungen beschreiben lässt. Doch die beiden leben auch in einer Welt, in der einiges passiert. In Athen finden die Olympischen Spiele statt, in Beslan sterben bei einem Attentat hunderte von Kindern.

 

Doch anders als vielleicht zu früheren Zeiten, von denen so mancher klassischer Bildungsroman berichtet, kann Julian seine Erfahrung der Welt nicht verarbeiten und integrieren. Sie wirkt auf ihn nur extrem verstörend. Zwischen seinen Zweifeln an sich selbst und den barbarischen Bildern im Fernsehen kann er keine sinnvolle Verbindung finden.

 

Geigers Roman liest sich leicht, doch er wirkt tief. Denn das, was Julian 2004 so irritiert, was seine Zukunft in einen undurchsichtigen Nebel hüllt, das ist für viele junge Menschen im Jahr 2014, als er das Buch schrieb, noch viel drängender geworden.

 

Das Hängen zwischen den Zeiten und Identitäten, die Lethargie, die dennoch keine Ruhe kennt, ist für nicht wenige zwischen 20 und 30 ein großes Problem. Es ist ein Phänomen, von dessen Wahrheit man nicht loskommt, und die einen das angebliche „Chillen“ vielleicht noch einmal in einem anderen Licht betrachten lässt.

 

Ich habe daraus gelernt, dass unsere Kinder, die erst in einem oder zwei Jahrzehnten in dieses Alter kommen (was wird dann sein, wie wird die Welt, wie wird unser Land dann aussehen? – niemand weiß das wirklich) uns Erwachsene brauchen, als Vorbilder, als Menschen, die sich selbst diesen schwierigen Fragen stellen und ab einem bestimmten Alter mit ihnen darüber ins Gespräch kommen. Wir dürfen sie nicht im Netz allein lassen, sondern können ihnen zeigen, dass auch wir um Orientierung ringen. Erziehung zur Selbständigkeit, frühe Übernahme von Verantwortung, Verzicht auf Helikopterelternschaft, die ja nur ein Ausdruck ist der Angst der Eltern davor, dass es ihren Kindern irgendwann so geht wie Julian, und viel, viel Zuwendung und Zeit. Das ist meine bescheidene Hoffnung. Das, woran ich mich festhalte und orientiere. Ob das hilft, weiß ich auch nicht.

 

 

 

 

 

Etta und Otto und Russell und James

 

 

 

 

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Emma Hooper, Etta und Otto und Russell und James, Droemer 2016, ISBN  978-3-426-35546-1

 

Ein schönes und weises,  überaus warmherzig geschriebenes  Buch ist hier in aller Kürze vorzustellen. Ein Roman über alte Menschen, das was von ihren Träumen übrig geblieben ist und somit ein Buch über die Zukunft  jedes einzelnen  wohl jüngeren  Lesers.

 

Alle Hauptpersonen in diesem sprachlich sehr einfühlsam daherkommenden Roman sind zum Zeitpunkt der Handlung  83 Jahre alt. Da ist Etta, die, als sie ihre beginnende  Demenz realisiert, sozusagen gegen das endgültige Vergessen eine Wanderung beginnt. Ein Leben lang hat sie davon geträumt, das Meer  zu sehen. Doch statt dieses auf schnellstem Wege zu erreichen, wählt sie mühsame und viel  längere Umwege. Ihr Ehemann Otto, den sie zu Hause  zurücklässt, versteht das und nutzt diese Entscheidung seiner Frau, seinerseits auf seine alten Tage selbständig zu werden.  Er lernt kochen und backen, indem er die von Etta gepflegten Rezeptkarten  benutzt.

 

Russell indes, auch 83 Jahre alt und seit ewigen Zeiten der Nachbar der beiden, bleibt nach der Abreise von Etta nicht so ruhig wie Otto. Schon immer die Nummer zwei im Rennen um Ettas Liebe, bricht er auf, um sie zu finden. Doch stets respektiert er ihren Wunsch nach Distanz.

 

Den hat sie gegenüber James allerdings nicht. Ihn hat sie auf ihrer Wanderung getroffen, und wird nun von ihm auf dem Weg zum Meer begleitet. Emma Hooper beschreibt in Rückblenden, wie Ettas letzte Reise nicht nur bei ihr selbst, sondern auch bei Otto und Russell  eine Vielzahl von Erinnerungen wachruft.  Eine ganz besondere  Dreiecksgeschichte kommt da zum Vorschein, eine Geschichte von Respekt und Freundschaft. Natürlich geht es in diesem außergewöhnlichen Roman auch um die Demenz, die Etta  erst aufbrechen lässt, aber in den Rückblenden auch um Krieg und Frieden.

 

Das Buch liest sich wie ein modernes Märchen und faszinierte mich bis zur letzten Seite.

 

 

Tod zwischen den Zeilen

 

 

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Donna Leon, Tod zwischen den Zeilen, Diogenes 2016, ISBN 978-3-257-24373-4

 

Dreiundzwanzig Fälle, ohne dass die handelnden Personen auch nur ein  Jahr älter werden oder sich entwickeln, das ist einfach zu viel. Die Grenzen der Serie von Donna Leon mit ihrem Commissario Brunetti sind schon seit vielen Jahren und Folgen offensichtlich. Und dennoch gelingt es ihr, mit jedem weiteren Buch sozusagen noch eine Stufe in der literarischen und krimimäßigen Qualität abzusteigen.

 

Spielten die ersten Bände noch in der Championsleague, bewegen sich die letzten und erst recht der neue vorliegende nur noch auf dem Niveau einer fünfklassigen Verbandsliga.

 

Dieses Mal geht es um verschwundene resp. gestohlene Bücher. In der alten ehrwürdigen Biblioteca Merula, in der sich Brunetti in seiner Studienzeit (wann das wohl war?) oft aufhielt werden einzelne Seiten aus einem Buch vermisst, Es handelt sich um wertvolle Reisebeschreibungen aus dem 15. und 16. Jahrhundert.

 

Unter Verdacht gerät ein amerikanischer Wissenschaftler, doch der ist unauffindbar. Brunetti versichert der Unterstützung seiner Schwiegereltern, doch der einzige der etwas wissen könnte ist der ehemalige Priester Aldo Franchini, der sich in der Bibliothek mit den Werken von Tertullian befasst.

 

Als dieser Priester tot aufgefunden wird, kommt so etwas wie eine kleine Spannung in ein Buch, das bis dahin dahingeplätschert war wie ein Fußballspiel in der Sommerpause. Der Bruder des Priester hat keinen guten Leumund für ihn und so ganz nebenbei mit einem für Leon gewohnten kleinen Schuss Sozialkritik gelingt die Lösung eines eher langweiligen Falles.

 

Das Buch ist schwach, die Reihe ausgelutscht, doch ich freue mich für den durch die Frankenaufwertung arg gebeutelten Diogenes Verlag, dass er damit richtig Geld verdienen, und dafür wiederum viele wirklich gute Bücher verlegen kann.

 

 

 

 

Zurück auf Start

 

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Petros Markaris, Zurück auf Start, Diogenes 2016, ISBN 978-3-257-24380-2

 

Natürlich hat sich Petros Markaris, der insbesondere in Deutschland in den letzten Jahren durch differenzierte Stellungnahmen zur finanziellen Situation seiner Heimatlandes Griechenland, deren Ursachen und möglichen Lösungen aufgefallen ist, auch in seinem neuen Fall für seinen Kommissar Kostas Charitos mit den Folgen der Finanzkrise in seinen Land beschäftigt.

Auch wenn natürlich die Geschichte, die erzählt wird, erfunden ist, sind doch, so wie in allen früheren bisher erschienenen Bänden (Hellas Chanell, Nachtfalter, Live!, Der Großaktionär, Die Kinderfrau und Faule Kredite, Zahltag und Abrechnung) auf fast jeder Seite soziale und politische Informationen und Analysen und am Beispiel von Kostas` Familie auch das private Schicksal von Menschen eingeflossen.

Im neuen Buch geht es um die Taten und Absichten einer selbsternannten Gruppe namens „die Griechen der fünfziger Jahre“, der mit Drohbriefen und auch durchgeführten Morden erreichen will, dass nicht nur die Politik “zurück auf Start“ geht und für mehr Gerechtigkeit im Lande sorgt und der Korruption endlich den Kampf ansagt. Lange tappen Charitos und seine bewährte Crew wieder im Dunkeln.
Doch auch in seiner eigenen Familie spürt Kostas die dramatischen Folgen der Krise.  Der Roman ist 2012 in Griechenland erschienen. Markaris konnte die danach sich entwickelnde Situation also nur erahnen, auch wenn ich nach der Beschreibung der Lage im neuen Roman sicher bin, dass sie ihn nicht überrascht. Am Ende lässt er seinen Kommissar nachdenklich sagen: „Ihr muss klar geworden sein, dass das Land nicht zu retten ist, auch nicht von Albanern, die die Uhr zurückdrehen wollen. Griechenland mag unsterblich sein, wie es in unserer Nationalhymne heiß, aber es verändert sich auch nicht, und schon gar nicht zum Guten.“

 

Ein Schwerpunkt des neuen Roman bildet die Politik und der Einfluss der neonazistischen Partei der „Goldenen Morgenröte“ und ihr Rückhalt bis in die höchsten Ebenen der Polizei

 
Es gelingt Petros Markaris wieder einmal auf ganz besondere Weise, nicht nur einen spannenden und originellen Krimi in seiner durchweg empfehlenswerten Reihe vorzulegen, sondern er schafft es, dem deutschen Leser ein zwar fiktionales, deshalb aber nicht weniger realistisches Bild von der Situation und der Not der Menschen in Griechenland zu vermitteln. Sie wissen, dass sie selbst an der Ursache der Misere beteiligt waren, aber sie wissen nun in ihrer zum Teil dramatischen Not nicht mehr aus noch ein.

 

Und eine politikunfähige Regierung aus Ideologen und Fanatikern tut ihr Übriges.

 

 

Kandinsky, Marc und der Blaue Reiter

 

 

 

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Ulf Küster (Hg.) Kandinsky, Marc und der Blaue Reiter, Hatje Cantz 2016, ISBN 978-3-7757-4168-2

 

Anfang des 20. Jahrhunderts schlossen sich verschiedene Künstler zu einer Gruppe zusammen, die man später unter dem Titel der Zeitschrift, die sie erstmals im Mai 1912 herausgaben, „Der Blaue Reiter“ nannte. Dazu gehörte federführend Wassily Kandinsky und Franz Marc, aber auch Gabriele Münter und August Macke wurden bis auf den heutigen Tag einem breiten Publikum unter diesem Namen bekannt.  Während ihrer Suche nach neuen Ausdrucksformen organisierte die Gruppe in München 1911 und 1912 zwei Ausstellungen, um ihre kunsttheoretischen Vorstellungen anhand der ausgestellten Kunstwerke zu dokumentieren.

 

Mit Beginn des Ersten Weltkriegs löste sich die Gruppe auf.

 

Das vorliegende Buch aus dem Hatje Cantz Verlag dokumentiert mit insgesamt elf informativen kunsthistorischen Essays versehen, eine Ausstellung über den Blauen Reiter, die vom 4.9.2016 bis zum 22.1. 2017 in der Fondation Beyeler in Riehen bei Basel zu sehen ist.

 

Wegen der wunderbar gelungenen Wiedergabe der verschiedenen teilweise sehr berühmt gewordenen Werke und der überaus lehrreichen Essays kann dieser Band kunstinteressierten Menschen aller Generationen zu einer hervorragenden Einführung in die Geschichte, die Werke und die kunsthistorische Bedeutung dieser exzeptionellen Künstlergruppe werden.

 

 

Frau Holle

 

 

 

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Bernadette Watts, Frau Holle, NordSüd Verlag 2016, ISBN 978-3-314-10356-8

 

Es ist immer wieder wie ein Geschenk, wenn der NordSüd Verlag in Zürich die 1940 geborene und in Kent lebende freie Illustratorin Bernadette Watts um die künstlerische Umsetzung eines Märchens der Gebrüder Grimm bittet.

 

Schon vor vierzig Jahren hatte Bernadette schon einmal das Märchen „Frau Holle“ illustriert und das Bilderbuch ist in  vielen Auflagen bei Nord Süd erschienen und hat Generationen von Kindern begleitet.

Das Märchen von den beiden so ungleichen Schwestern hat Bernadette nie losgelassen und so hat sie sich (wer hat sie ermuntert?) in diesem Jahr noch einmal daran gewagt und es neu gezeichnet.

 

Es zeigt die ganze Phantasie und Ausdruckskraft einer Künstlerin, die schon seit langem zu den Besten ihres Faches gehört.

 

Wer möchte, kann seinen Kindern beide Fassungen vorlesen und sie mit ihnen betrachten. Es gibt viel Stoff für Fragen und Antworten.

 

 

 

In einer kalten Winternacht

 

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Uwe Natus, Maria Bogade, In einer kalten Winternacht, Gabriel 2016, ISBN 978-3-522-30416-0

 

Uwe Natus, in seinem Hauptberuf einer der besten Puppenspieler Deutschlands, hat die Legende von Sankt Martin für dieses Bilderbuch in wunderschöne und sprachlich gelungene Reime gefasst und sie auf diese Weise für das Vorlesen zu einem besonderen Erlebnis gemacht.

 

Die Künstlerin Maria Bogade hat mit ihren Illustrationen nicht unwesentlich dazu beigetragen, dass das Buch unter den zahllosen Publikationen zu Sankt Martin für Kinder herausragt.  Beeindruckt haben mich persönlich besonders die wechselnden Perspektiven, die sie bei ihren Bildern einnimmt.

 

Die letzte Seite, die Sankt Martin auf seinem Pferd während eines St. Martins- Umzugs unter Kindern mit ihren Laternen zeigt, stellt sehr deutlich den Bezug her zu heute und lädt die Kinder zur Nachfolge ein:

„Er war ein Christ in seiner Zeit

und lebte er noch heut‘,

er wäre immer hilfsbereit

und Diener schwacher Leut‘.“

Montreal privat

 

 

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Uwe Karte, Montreal privat, Verlag Die Werkstatt 2016, ISBN 978-3-7307-0301-4

 

Im Jahr 1976, als die damalige Fußballmannschaft der DDR in Montreal ihren überraschenden und überzeugenden Olympiasieg errang, da blieb die Resonanz im Westen schwach. Dennoch war dieser Sieg für die DRR nicht weniger bedeutend als der Gewinn der Weltmeisterschaft der bundesdeutschen Nationalmannschaft zwei Jahre zuvor.

 

Wie das junge Fußballes in der damaligen DDR erlebten und wie sie diese Ausnahmemannschaft feierten, beschreibt Matthias Sammer in dem Vorwort zu diesem Band, der die Geschichte dieser Mannschaft und ihres Trainers erzählt. Matthias hat wenige Jahre später in Dresden noch mit vielen dieser alten Kämpen zusammen gespielt und war für beide Teams im Osten und im Westen nach der Wende erfolgreich.

 

Der Titel erklärt sich aus der Tatsache, dass die Spieler dem Autor des Buches viele Fotos aus ihrer Privatsammlung zur Verfügung stellten und ihm auch etliche Anekdoten und Episoden schilderten, mit denen Uwe Karte sein Buch gewürzt hat.

 

Insbesondere für ältere Fußballfans in den östlichen Bundesländern ist dies Buch wichtig, und sie sollten es in ihrem Regal stehen haben.

Zehn kleine Burggespenster gingen auf die Reise

 

 

 

 

 

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Susanne Göhlich, Zehn kleine Burggespenster, Orell Füssli 2016, ISBN 978-3-280-03518-4

 

In vielen Fassungen begegnet der klassische Zähl- und Reimspaß von „zehn kleinen….“  seit Jahrzehnten Kindern als erste Begegnung mit den Zahlen von 1 bis 10.

 

Susanne Göhlich hat passend zum Herbst und der Zeit von Halloween und Novembernebeln zehn kleine Burggespenster gewählt und lustig gezeichnet, die sich von der Scheune ihrer Burg, in der sie schlafen, nach dem Weckerklingen auf den Weg machen.

 

Sie machen Sachen und unternehmen Dinge, die Kinder auch kennen, und jedes Mal bleibt eines zurück. Doch es endet gut:

„1 kleines Burggespenst blieb nicht lang allein. Kurz vor Sonnenuntergang trafen alle wieder ein.“

 

Ein lustiger Spaß mit Gespenstern, die sympathisch sind und einem keine Angst machen.

 

Zeit für mich, Zeit für Gott

 

 

 

 

 

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Christoph Kreitmeier, Zeit für mich, Zeit für Gott, Gütersloher Verlagshaus 2016, ISBN 978-3-579-08535-7

 

Dass die Adventszeit in früheren Zeiten eine Zeit der Stille und des Fastens war, ist heutzutage völlig vergessen gegangen. Tatsächlich ist die Zeit des Wartens auf die Ankunft des Christus eine Zeit, die die meisten Menschen als die hektischste im Jahresablauf bezeichnen würden.

Nicht nur dass einem in den Städten schon ab Mitte November der Kauf von Geschenken regelrecht aufgedrückt wird, auch in den Firmen stellt sich im Dezember eine seltsame, in den meisten Fällen völlig unbegründete Hektik ein, die von oben nach unten alle Mitarbeiter erfasst. Was da alles noch vor Jahresende fertig sein muss!

 

Viele Menschen übernehmen dieses Verhalten in ihr privates Leben, hetzen von einem Termin zum anderen, den sie sich meist selbst gesetzt haben, weil sie dies oder das noch unbedingt im alten Jahr glauben erledigen zu müssen. Eine Weihnachtsfeier, die im Übrigen sich in nichts von anderen Feiern mehr unterscheiden, jagt die andere. Sich mit einem Freund oder einer Freundin im Advent einfach mal so zu treffen, ist ein Ding der Unmöglichkeit.

 

Die Zeit der Stille hat sich in eine Zeit der Hektik verwandelt. Dem will sich dieses kleine Büchlein des Paters Christoph Kreitmeier entgegenstellen. Wer es kauft, geschenkt bekommt oder es vielleicht auch selbst verschenkt, erhält oder vergibt so etwas wie „Seelennahrung für Advent und Weihnachten“.

 

Aufgebaut wie ein klassischer Adventskalender, enthält das Buch für jeden Tag dieser bedeutenden Zeit Texte, Gebete, Gedichte, Übungen und Fragen zum Nachdenken.

 

Nach den Texten jeden Tages gibt der Autor Hinweise zum Weiterlesen, Musikbeispiele und Linktipps aus dem Internet. Ich bin sicher, wer sich in der kommenden Adventszeit für dieses Buch jeweils 30- 60 Minuten Zeit am Tag gönnt und schenkt, wird diese Zeit entschleunigen und das Fest der Geburt Christi anders erleben als bisher.

 

Ein wunderschönes Geschenk, das Sie bitte noch im November machen sollten.