König sein

 

Mario Ramos, König sein, Picus 2017, ISBN85452-199-0

 

Dieses Bilderbuch ist ein Lehrstück über die Macht, vers6tändlich für Kinder aufbereitet, aber auch für die vorlesenden Erwachsenen zum tiefen Nachdenken anregend angesichts der gegenwärtigen Weltlage und der Ängste, die sie in Eltern hervorruft, wenn sie an die Zukunft ihrer Kinder denken.

 

Leo ist der König der Tiere. Unbestritten von allen. Aber seit Neuestem erlässt er Gesetze, so wie es ihm  gerade passt. Er will sogar den Vögeln das Fliegen verbieten. Dennoch wächst der kleine Gilli zu einem neugierigen und mutigen Vogel heran, der als Einziger die Freiheit des Fliegens kennenlernen darf. Eine Sache versteht er aber gar nicht: Wieso gehorchen die Tiere dem Löwen, nur weil er eine goldene Krone auf dem Kopf trägt? Er stellt die Fragen, die sich die anderen schon längst abgewöhnt haben, seit sie sich der Herrschaft des Löwen ohne Gegenwehr unterworfen haben. Und er handelt.

Er fliegt zum König und stibitzt ihm die Krone vom Kopf. Aber wer soll sie von nun an tragen? Und was wird die Krone aus ihm machen?

 

Mario Ramos inszeniert eine typische Herrscherbiografie, die von Macht korrumpiert wird. Durch den Wechsel der Herrscherfiguren nimmt er aber die Schuldfrage vom Löwen weg, das Problem wird die Macht an sich, die denjenigen korrumpiert, der mit ihr ausgezeichnet wurde. Keine moralische Botschaft wird hier in den Mittelpunkt gestellt, sondern zum Nachdenken angeregt, was die Macht mit ihrem Inhaber macht, wie sie korrumpiert und die Persönlichkeit verändert.

 

Ein mit Buntstift und Pinsel farbmächtig gezeichnetes Bilderbuch mit viel Tiefsinn.

 

 

Die Geschichte des verlorenen Kindes (Hörbuch)

 

Elena Ferrante, Die Geschichte des verlorenen Kindes (Hörbuch), der Hörverlag 2018, ISBN 978-3-8445-2584-7

 

Der lange von einer immer größeren Fangemeinde erwartete Abschluss einer literarisch einzigartigen Tetralogie einer sich immer noch erfolgreich in der Anonymität haltenden italienischen Autorin liegt nun vor und ich nehme an, zehntausende von Lesern haben in den letzten Tagen so wie der Rezensent kaum etwas anderes getan, als die letzten 600 Seiten dieses monumentalen Werkes über eine absolut ungewöhnliche lebenslange Frauenfreundschaft zu verschlingen und zu erfahren, wie sich das im ersten Band als Grund für dieses Werk genannte plötzliche Verschwinden von Lila im Alter von 66 Jahren erklärt.

 

Zunächst blendet Elena Ferrante zurück in die Zeit Mitte der siebziger Jahre, als Elena, eine mittlerweile auch in anderen Ländern bekannte Schriftstellerin jeglichen Kontakt zu ihrer lebenslangen Freundin Lila vermeidet. Doch 1979 zieht sie, offiziell um authentischer schreiben zu können, wieder in den Rione in Neapel zurück und die alte Nähe zu Lila wird neu belebt. Die ist mittlerweile zusammen mit ihrem Partner eine erfolgreiche Unternehmerin geworden. Beide Freundinnen erfolgreich und reif geworden – das hätte normalerweise die Grundlage sein können für eine Abkehr von der jahrzehntealten Konkurrenz, die sie beide pflegen bis hin zur Grenze der Selbstzerstörung.

 

Mir ist gerade in diesem letzten vierten Band, der das Verhältnis der beiden Frauen und ihr jeweiliges unruhiges Leben von Mitte der siebziger Jahre bis hin zu ihrem Alter und Lilas mysteriösem Verschwinden beschreibt, nachdem sie unter ähnlich ungeklärten Umständen lange Zeit vorher ihre Tochter verlor (beide Freundinnen waren etwa zeitgleich von den Männern, die sie am meisten liebten, mit denen sie aber kein Glück finden konnten, schwanger geworden – Grund und Ursache für erneute Konkurrenz und permanente Vergleiche), nicht wirklich klar geworden, von wem diese lebenslange Feindschaft und Missgunst innerhalb einer stellenweise idealen Freundschaft tatsächlich ursächlich ausgegangen ist.

 

Die im vorliegenden abschließenden Band mehr als in den drei vorherigen sehr selbstkritische Einsicht und Lebensbilanz der ich-erzählenden Elena lässt vermuten, dass ihr eigener Anteil daran nicht gering zu schätzen ist.  War man in den ersten Bänden noch relativ sicher, dass es sich bei den vier Romanen um so etwas wie eine Autobiographie handelt, halte ich es mittlerweile für denkbar, das Elena Ferrante, ihr Bekanntes und von ihr in Neapel und anderswo Erlebtes integrierend, die Handlung und die Personen der Tetralogie erfunden hat.

 

So oder so, die „Neapolitanische Saga“, wie sie nach dem ersten Band schon genannt wurde, ist eine der besten und literarisch beeindruckendsten Romanserien, die ich jemals gelesen habe. Ob das große Geheimnis um Lila gelüftet wird, soll hier an dieser Stelle offen bleiben. Bleiben Sie gespannt, auch auf ihr im Sommer 2018 erscheinendes Buch „Frantumiglia: Mein geschriebenes Leben“.

 

Der vollständigen Lesung mit einer Gesamtlaufzeit von über 17 Stunden, die die Schauspielerin Eva Mattes für den Hörverlag eingespielt hat, gelingt es hervorragend, das in Dickens`scher Dichte beschriebene Neapel und Italien des ausgehenden 20. Jahrhunderts lebendig zu machen sowie einer unvergleichlichen Freundschaft mit ihrer Stimme Charakter zu verleihen.

Eva Mattes macht das Buch zu einem wahren Hörerlebnis.

 

Wenn ich mal groß bin, werde ich…

 

 

David Ryski, Wenn  ich mal groß bin, werde ich…, Kleine Gestalten 2017, ISBN 978-3-89955-798-5

 

Schon 2016 hat der englische Künstler Dawid Ryski in seinem ebenfalls bei Kleine Gestalten verlegten Bilderbuch „Alle Tiere“ seine kleinen Leser mit ausdruckstarken und farbenfrohen Bildern gefangen genommen.

 

Nun, ein Jahr später, veröffentlicht der Verlag sein nächstes Bilderbuch, in dem er sich mit den Träumen kleiner Jungen und Mädchen befasst, was sie später einmal werden wollen. Sören Mahs hat zu den jeweiligen Bildern, die etwa 80 % der Seite  einnehmen, einen in eine schöne persönliche Kurzgeschichte gefassten Text geschrieben.

 

Wissen Sie noch, welche Berufsträume Sie hatten, als Sie ein kleines Kind waren? Mit welchen beschäftigt sich ihr Kind oder Enkel gerade?

 

Neben den gängigen und viele Generationen überdauernden Wünschen wie Feuerwehrmann oder Astronaut gibt es in diesem Buch auch die vom Schlagzeuger in der Punk Rock Band, vom Journalisten oder Designer und noch viele andere spannende Berufe zu entdecken.

 

Auf Kinder und Erwachsene unterhaltsame Weise begeistert dieses Bilderbuch seine  Leser mit ganz neue Ideen für ihre Tagträume.

 

 

 

 

 

Das kleine Lumpenkasperle

 

 

Michael Ende, Das kleine Lumpenkasperle, Thiemann 2018, ISBN 978-3-522-45882-5

 

Im Jahr 1996 zuerst erschienen, legt der Thienemann Verlag Michael Endes kleines Buch vom „Lumpenkasperle“ mit wunderbaren Illustrationen von Roswitha Quadflieg wieder auf und bringt es so neuen Generationen nahe, die von Michael Ende vielleicht nur „Momo“ oder „Die unendliche Geschichte“ als Film kennen.

In knappen Worten erzählt Michael Ende die Geschichte eines aus Lumpen zusammengenähten Kuscheltieres.

Das einzige im Leben, was das kleine Lumpenkasperle wirklich ernst nimmt, ist sein Beruf. Und sein Beruf ist das Spaßmachen – er macht dem kleinen Büblein Spaß, dem es gehört. Aber eines Tages sieht das Büblein viele neue Spielzeuge im Schaufenster eines Geschäftes. Da mag es sein kleines Lumpenkasperle auf einmal nicht mehr und wirft es aus dem Fenster. Doch mit der Zeit – ohne das Lumpenkasperle – wird das Büblein traurig und trauriger. Es kann ja nicht wissen, dass sein Lumpenkasperle ihn ganz gewiss nicht vergisst. Schließlich ist es der Beruf vom Lumpenkasperle, eben diesem Büblein Spaß zu machen. Und so kehrt er nach vielen Abenteuern mit Unterstützung der Großmutter bald wieder zu seinem Eigentümer zurück. Und der ist glücklich.

 

Ein poetisches Bilderbuch, das Kinder motivieren kann, ihr jeweiliges Kuscheltier aufzuheben, auch wenn sie irgendwann nicht mehr mit ihm spielen. Es wird sie ihr Leben lang an ihre Kindheit erinnern.

 

 

 

 

 

Die Küste. Lebensraum zwischen Land und Meer

Bruno P. Cremer, Fritz Gosselck, Die Küste. Lebensraum zwischen Land und Meer, Theiss  2018, ISBN 978-3-8062-3553-1

 

Die Orte, wo Land und Meer direkt aufeinandertreffen, sind nicht nur für die Menschen, die dort geboren wurden oder dort leben, sondern auch für alle, die jemals an einem solchen Ort waren, Orte der Sehnsucht und der Transzendenz. Sie sind ein Symbol für den Übergang einer Dimension in die andere und haben die Gedanken und Geschichten vieler Völker aller Generationen überall auf der Welt fasziniert und beschäftigt.

 

An dieser Grenzlinie haben sich einige der schönsten und faszinierendsten Naturräume der Erde herausgebildet. Neben einer einzigartigen Flora und Fauna entstehen im Wechselspiel von Wind und Wellen, von Wasser und Land sich stetig verändernde Landschaften.

Obwohl sie nur einen schmalen Saum am Rande der Kontinente bilden, gehören unsere Küsten zu den spannendsten und dynamischsten Gebieten auf der Welt. Ob feinsandiger Strand oder felsiges Kliff, von den Gezeiten geprägtes Watt oder windgepeitschte Dünen: Alle Küsten bieten eine atemberaubende Natur zum Entdecken, Erfahren und Erleben.

 

Die beiden Autoren dieses faszinierenden Buches, das sich auf die Beschreibung der Küsten von Nord- und Ostsee und den speziellen Lebensräumen des Wattenmeeres befasst,  sind ausgewiesen Fachleute.

Dr. Bruno P. Kremer studierte Biologie, Chemie und Geologie und lehrte an der Universität zu Köln, Fritz Gosselck studierte Biologie und spezialisierte sich auf Meeresbiologie. Mit diesem Buch haben sie einen großartigen Mix geschaffen.

 

Sie nehmen ihre Leser mit auf Dünenwanderungen, auf steile Klippen und lüften das Geheimnis der Gezeiten. Sie beschreiben die Tier- und Pflanzenwelt in diesem besonderen und einzigartigen Ökotop zwischen Land und Meer.

 

Sie beantworten viele Fragen, die sich der Leser und Küstenliebhaber vielleicht schon oft gestellt hat. Wie entstand die Ostsee? Wie kommt es zu Wellen?

 

Viele Farbfotos laden zunächst einmal ein zum Blättern und Träumen. Bevor man sich mit den verständlichen und ausführlichen Texten befasst. Und dann vielleicht seinen nächsten Urlaub an der Küste plant. Ort der Sehnsucht.

 

 

Alles was fährt

 

 

Richard Scarry, Alles was fährt, Diogenes 2018, ISBN 978-3-257-01228-6

 

Dieses wunderschöne Bilderbuch ist ein  Klassiker, der in vielen Ländern erschienen ist und nun dankenswerterweise von Diogenes in Zürich wieder aufgelegt wird.

 

1974 zum ersten Mal in New York in den USA veröffentlicht, legt der Diogenes Verlag in Zürich dieses Bilderbuch neu auf. Auf verschiedenen Themenseiten können die Kinder mit Tierfiguren nachvollziehen, was es  alles für verschiedene Fahrzeuge zu sehen und zu erleben gibt. Das Buch erscheint zeitgleich mit einem anderen Klassiker von Richard Scarry, einem Wörterbuch in dem unzählige Dinge und Sachen zweisprachig in Englisch und Deutsch benannt sind.

 

Insbesondere für Kinder, die zweisprachig mit Deutsch und Englisch aufwachsen ist das Buch geeignet. Aber auch für die anderen schadet es sicher nicht, schon vor der Grundschule manche Dinge auch mit einen englischen Wort benennen zu können.

 

Ich hoffe, dass Diogenes noch viele der über 300 Bücher (sie wurden oft in Zeichentrickserien umgesetzt) des 1994 verstorbenen Richard Scarry wieder auflegt.

 

Mit diesen beiden Bilderbüchern jedenfalls werden Ihre Kleinen einen großen Spaß haben. Man kann sich wie in einem Wimmelbuch stundenlang damit beschäftigen.

 

Die Kinder können in dem schönen Buch die Familie Schwein auf ihrem Weg an den Strand begleiten, wo sie ein Picknick machen wollen. Auf diesem Weg begegnen ihnen allerlei Fahrzeuge – aber auch ein fünfsitziges Bleistiftauto und ein Ameisenbus, ein Bananenmobil und ein Gewürzgurkengefährt.

Sie sehen natürlich alle so aus, wie sie vor über 60 Jahren aussahen, aber das gibt dem Buch heute einen ganz besonderen Charme.

 

 

Ganz anders könnten wir leben

 

 

Margot Käßmann, Ganz anders könnten wir leben, Bene ! Verlag 2018, ISBN 978-3-963400-02-5

 

Dieses erste Buch des neuen Verlags bene! In der Droemer Gruppe ist das Ergebnis des sehr persönlich geprägten Nachdenkens von Margot Käßmann über eines ihrer größten  Vorbilder.

„Warum Martin Luther King mein großes Vorbild ist“ – darüber gibt die bekannte evangelische Theologin in biographischen Erinnerungen und mit vielen Originaltextstellen von Martin Luther King Auskunft.

 

Es ist, wie sie selbst schreibt, eine Art Selbstvergewisserung angesichts einer Welt, in der nach mutigen Aufbrüchen und leidenschaftlichen Hoffnungen nach dem Fall der Berliner Mauer 1989 gerade auch unter den Christen in aller Welt, sich in den letzten Jahren Hass und Gewalt quasi flächendeckend wieder einen Raum geschaffen haben, den damals niemand für möglich gehalten hat. Andersdenkende werden schnell mundtot gemacht, in einzelnen Ländern auch ermordet.

 

Wie kann man als aufrechter Christ oder Christin in diesen dunklen Zeiten an der Hoffnung auf Frieden festhalten, ohne zu resignieren? Wie kann man die Vision von einer anderen Welt lebendig erhalten, ohne in Skepsis und Zweifel zu verfallen?

 

Die Erinnerung an Martin Luther King und seine Lebenspraxis lässt Margot Käßmann Mut schöpfen, den sie mit diesem kleinen Büchlein an ihrer Leserinnen und Leser weitergibt.

 

Wer mehr von dieser beeindruckenden der christlichen Theologin erfahren möchte und ihrem Friedensengagement, der sei hingewiesen auf die gerade auch im bene Verlag erschienene Biografie von Uwe Birnstein „Margot Kaßmann, Folge dem, was dein  Herz dir rät“.

 

 

Die Abenteurer

 

Helme Heine, Die Abenteurer, Diogenes  2018, ISBN 978-3-257-01229-3

 

Weil es in Mullewapp mal wieder öde ist, hauen die drei Freunde Johnny, die Maus, Franz, der Hahn und Waldemar, das Schwein ab.  Sie alle drei können oder wollen den Tätigkeiten ihrer Artgenossen nicht mitmachen und langweilen sich ohne Ende. Und weil auch der Bauer Husemann keine Zeit hat, schnappen sie sich ein klappriges Fahrrad  und fahren hinaus in die große weite Welt, „um Abenteuer zu erleben“.

 

Bei ihrem ersten Abenteuer quasi gleich um  die Ecke befreien sie die Gänseprinzessin und ihre Schwestern aus der Sklaverei des Fuchses. Dann retten sie das Kalb Hugo und seine Mutter Milli von einem hohen Berg, auf den die beiden sich verlaufen haben. Sie begegnen Piraten und fahren mit dem Rad von der Wüste in einen Schneesturm bis hin zu einem versunkenen Goldschatz im Roten Meer.

 

Als sie pünktlich zum Abendessen wieder nach Hause kommen, haben sie viel zu erzählen. Diese wunderbare Neuauflage des Klassikers aus dem Jahres 1994 besticht durch ihre farbenführen und lustigen Zeichnungen.

 

 

 

Reinhold Messner. Das Leben eines Extrembergsteigers

 

 

Michele Petrucci, Reinhold Messner. Das Leben eines Extrembergsteigers, Knesebeck 2018, ISBN 978-3-95728-166-1

 

Nicht nur für aktive Bergsteiger, sondern für viele Liebhaber der Berge überall auf der Welt ist der Extremalpinist Reinhold Messner so etwas wie eine Ikone. Sein Leben war von Anfang an geprägt von einer hingebungsvollen Leidenschaft für die Berge, wie man in vielen seiner erfolgreichen Bücher nachlesen kann.

 

Der italienische Zeichner und Kinderbuchautor Michael Petrucci ist schon seit langem ein begeisterter Leser von Messners Büchern und träumt schon lange davon, dessen Leben und seinen eisernen Willen bis an die Grenzen und darüber hinaus zu gehen, mit dem Medium zu würdigen, das er schon lange beherrscht: dem Comic.

 

Als er 2014 Reinhold Messner seine Idee präsentiert, ist der sehr angetan von dem Ergebnis, das nun hier in einem Buch des Knesebeck Verlags vorliegt und schreibt in seinem Vorwort: „Ich finde, es ist ihm ausgezeichnet gelungen, ein so komplexes Leben wie das meine zu erzählen.“

 

Das findet auch ein von dem Buch sehr überzeugter Rezensent. Michele Petrucci geht in seiner Erzählung und mit seinen feinen Aquarellzeichnungen den Höhen und Tiefen im Leben des legendären Extrembergsteigers nach.

 

Wer die Bücher Messners kennt, sieht manche Begebenheit aus einem anderen Blickwinkel und für die, die sie nicht kennen und denen Messner nur aus den Medien bekannt ist, ist dieser Comic ein wunderbarer und unterhaltsamer Einstieg.

Bärenstark

 

 

Helme Heine, Bärenstark, Hanser 2018, ISBN 9783-446-25866-2

 

Dieses neue bezaubernde Bilderbuch von Helme Heine ist ein Loblied auf die Kraft und den Zauber, der darin legt, Bücher zu lesen. Es beschreibt die Begegnung eines großen starken Bären mit einem Mädchen namens Nandi, die nichts lieber macht, als Bücher zu lesen.

 

Als der Bär verschlafen aus seiner Höhle gekrochen und erst mal seine Leibesübungen für den Tag gemacht hat, begibt er sich auf die Suche nach Nahrung, denn er hat einen Bärenhunger. Als er die kleine Nandi mit ihrem Buch sieht will er sich gleich auf sie stürzen. Doch er ist irritiert, weil Nandi überhaupt keine Angst vor ihm hat und will wissen warum.

 

Und Nandi erzählt in einer witzigen Unterhaltung von ihren Büchern und den Bären darin. Immer wieder bringt sie den hungrigen Bären dazu, seinen Hunger zu vergessen und immer mehr Fragen zu stellen, weil ihn das mit den Büchern langsam immer mehr interessiert.

 

Am Ende schenkt Nandi dem befriedeten Bären ihr Buch und der legt sich ins Gras und liest. Seitdem treffen die beiden sich ab und zu und erzählen sich von ihrer jeweiligen Lektüre. Und die Tiere des Waldes freuen sich, denn solange der Bär liest, herrscht Frieden.

 

Ein charmantes Abenteuer für alle die Bücher lieben.