Das Kaff

 

 

 

Jan Böttcher, Das Kaff, Aufbau Verlag 2018, ISBN 978-3-351-03716-1

 

23 Jahre ist es her, dass der mittlerweile als Architekt arbeitende Michael Schürz, die Hauptperson des Romans von Jan Böttcher, sein Heimatort, despektierlich-liebevoll als das Kaff bezeichnet, verlassen hat. Eigentlich wollte er, der auf die Familie, seine Verwandtschaft, ehemalige Freunde und die Erinnerung an seine Vergangenheit pfeift, niemals wieder die Großstadt verlassen, um etwa seinem Kaff einen Besuch abzustatten.

 

Als ihn ein Bauleiterjob ihn genau dorthin bringt, wo er nie wieder hin wollte, seinen Heimatort, macht er dort gegen seinen Willen ganz erstaunliche Erfahrungen, die Böttcher mit viel Witz und einer Wehmut, der man die eigene Erfahrung abspürt beschreibt.

 

Die Menschen dort in seinem Kaff kommen ihm sehr schnell näher als er es eigentlich wollte und auch seine mittlerweile verstorbene Mutter geistert in seinen Gedanken herum. Die Passagen des Dialogs mit der toten Mutter und dem Versuch von Michael Schürz etwas zu klären, was längst nicht mehr zu klären ist, sind beeindruckend.

 

Irgendwann im Laufe des kunstvoll aus einzelnen Episoden zusammengesetzten Romans wird ihm deutlich das er auch in der Großstadt nie mehr als ein Nobody aus einem Kaff in der norddeutschen Tiefebene. Und dass er sein Leben genauso gut hier neu beginnen kann.

 

In Jan Böttchers Roman wird fast schmerzhaft deutlich, wie der Unterschied zwischen Stadt und Land, zwischen Unten und Oben eine kulturelle Kluft geschaffen hat.

 

Wer jemals mit Hochmut an sein Heimatkaff gedacht hat, sollte diesen Roman lesen.

 

 

 

 

 

Never stop exploring 2019

 

 

 

 

Chris Burkard. Never stop exploring 2019, Dumont Kalenderverlag 2018, ISBN 978-3-8320-3911-0

 

 

Der amerikanische Outdoorspezialist und begeisterte Fotograf Chris Burkard gibt mit den Bildern dieses jeden abenteuerlustigen Menschen ansprechenden Kalenders einen Einblick in sein Wirken als Künstler.

 

Immer wieder begleitet er Extremsportler und Outdoorfreaks auf ihren Touren und fotografiert sie vor sensationell schönen Hintergründen. Da sind Surfer vor den eisigen Küsten Alaskas, Reiter an den menschenleeren Stränden Islands, Kanuten auf einsamen Bergseen und viele mehr, die im Betrachter selbst die Abenteuerlust wecken.

 

Burkard hat eine besondere Kunst entwickelt, die Extremsportler zu zeigen vor dem Hintergrund einer beeindruckenden Naturkulisse. Bei manchen Bildern muss man zweimal hinschauen, um den einzelnen Menschen, vor dem massiven Naturbild zu entdecken. Es ist dieser Kontrast, der alle Bilder des Kalenders durchzieht. Sehr gelungen.

Die Bilder atmen den Geist von Freiheit und Abenteuer und begeistern Menschen in aller Welt.

 

 

 

Bruder und Schwester Lenobel

 

 

Michael Köhlmeier, Bruder und Schwester Lenobel, Hanser 2018, ISBN 978-3-446-25992-8-

 

Michael Köhlmeiers neuer voluminöser Roman „Bruder und Schwester Lenobel“ ist ein neues Beispiel seiner großen Erzählkunst. Manche Rezensenten seines Buches haben ihm vorgeworfen, seine Geschichten und Episoden, die das Buch bevölkern, seien ausgeufert und hätten den roten Faden aus dem Blick verloren.

 

Ich kann das nach meiner Lektüre nicht bestätigen. Ich war begeistert von dieser unbändigen Lust am Erzählen, von der poetischen Kraft von Köhlmeiers Sprache und seiner Kunst, in den Ablauf seiner Handlung eine Vielzahl sehr interessanter Themen einzuflechten.

Es geht um die Familie Lenobel in Wien. Robert Lenobel, etwa 56 Jahre alt, Jude ohne spirituelle Heimat, arbeitet als Psychoanalytiker der klassischen Freudschen Schule unweit der ehemaligen Wirkungsstätte seines großen Lehrers. Er ist verheiratet mit Hanna. Sie führt zusammen mit einer Freundin die einzige jüdische Buchhaltung in Wien, obwohl beide nicht von Juden abstammen. Doch Hanna hat eine Affinität zum Judentum.

Robert hat eine sechs Jahre jüngere Schwester namens Jetti, eine schöne und beruflich erfolgreiche Frau, der es jedoch trotz vieler Beziehungen zu Männern nie gelungen ist, den „Richtigen“ zu finden. Als sie doch einmal nahe dran ist mit einem Mann konstatiert sie: „Er ist der Richtige für mich, aber ich bin nicht die Richtige für ihn.“ Ihr Leben zerrinnt ihr zwischen den Fingern.

 

Es ist Mai, Jetti lebt seit einigen Jahren in Irland, wo sie mit anderen eine erfolgreiche Kulturagentur betreibt, als sie von ihrer Schwägerin Hanna eine fast panische Mail bekommt. Sie soll sofort nach Wien kommen, ihr Bruder Robert werde anscheinend verrückt. Jetti fliegt nach Wien und findet ihre Schwägerin aufgelöst. Robert ist ohne irgendeinen Hinweis zu geben, verschwunden. Doch Jetti glaubt nicht daran, dass ihr Bruder verrückt geworden ist. Sie kennt ihre sehr ungewöhnliche jüdische Familie, deren bewegte und für alle folgenreiche Geschichte Köhlmeier in vielen Rückblicken erzählt. Das eine Großelternpaar von Robert und Jetti, die KZ-Großeltern, wie sie in der Familie seit jeher genannt werden, sind im Holocaust ermordet worden. Und die anderen Großeltern, die rechtzeitig vor den Nazis nach Palästina geflohen sind, haben sich 1967 in Israel gemeinsam umgebracht. Keine Frage, dass eine solche Geschichte bis in die zweite und dritte Generation der Nachkommen folgenreiche Auswirkungen hat. Jetti weiß aus Erfahrung, dass in ihrer Familie immer mit allem zu rechnen ist.

Dann, nach einigen Tagen, kommt eine Email-Nachricht von Robert:  „Ich bitte dich, dass Du mit niemandem darüber sprichst!!! Ich will es so. Ich bin in Israel, dem Land der Väter. Aber an die Väter denke ich nicht.“

 

In mäandernden Erzählungen und Geschichten, die von der Gegenwartsebene immer wieder zurückblicken auf die Geschichte vor allem von Robert und Jetti, aber auch von Hanna und auch dem gemeinsamen Freund und Schriftsteller Sebastian Lukasser, folgt Michael Köhlmeier den merkwürdigen und verschlungenen Lebensläufen dieser Menschen. Überbordend, Worte wie ein sprudelnder Brunnen hervorbringend in einer kraftvollen und poetischen Sprache erzählt er von dem, was jeder in dieser jüdischen Familie ein Leben lang mit sich herumträgt und von den oft vergeblichen Versuchen, sich daraus zu befreien.

 

Man spürt jeder Satzkonstruktion, jeder eingesprengten Untererzählung die Lust am Fabulieren ab. Doch niemals verliert Köhlmeier seinen Erzählungsfaden. Deshalb folgt man als Leser gerne seinen Umwegen. Ich war von diesem Buch, das voller Tragik steckt und gleichzeitig voller hintergründigem Witz, regelrecht begeistert und habe mich über mehrere Tage von seiner erzählerischen  Leidenschaft und seiner inhaltlichen und menschlichen Tiefe entführen lassen.

 

Ein großartiges und meisterhaft geschriebenes Buch.
 

 

 

 

 

Behüte mich in dieser Nacht

 

 

 

 

 

Irmgard Erath, Behüte mich in dieser Nacht, Butzon & Bercker 2018

 

In einer schon gestalteten Metallbox befinden sich ein Kreuz mit dem Aufdruck „Gott hat dich lieb“ und ein kleines Büchlein mit Gebeten zur Nacht.

 

Für Kinder ab 2 Jahren ist dieses Kleinod ein schönes Geschenk. Wenn die Eltern jeden Abend daraus eines der Gebete mit ihrem Kind beten, wird es sehr schnell herausfinden, welches für den jeweiligen Tag mit all seine Erfahrungen geeignet ist.

 

Es sind Gebete dabei, wenn Kinder krank sind, eines wenn sie Geburtstag haben. Alle diese Gebete vereint, der Wunsch nach Behütung und Segen durch die Nacht. Und so werden, obwohl es Gebete für Kinder sind, auch die vorlesende Erwachsenen dann und wann für sich selbst etwas Tröstliches mit in die Nacht nehmen.

Mein Skandinavien 2019

 

 

 

 

 

Dumont Kalenderverlag (Hg.), Mein Skandinavien 2019, Dumont Kalenderverlag 2018, ISBN 978-3-8320-3916-5

 

Auch für das Jahr 2019 hat der Dumont Kalenderverlag wunderbare Fotografien von verschiedenen Fotografen mit Motiven aus den Ländern Skandinaviens zu einem wunderbaren Wandkalender zusammengestellt.

Motive aus Dänemark, Schweden, Finnland, Island, Norwegen und den Faröer-Inseln zeigen über die verschiedenen Jahreszeiten die wunderbaren Landschaften Nordeuropas, darunter auch für den September jene berühmte Ansicht des Geirangerfjords .

 

Ich selber stand im vergangenen Jahr an der Stelle, von der aus der Fotograf jenes das Titelblatt des Kalenders zierende Foto gemacht hat, und darf es im Rahmen einer Kreuzfahrt 2019 noch einmal tun. Sie wird mich über die Faroer-Inseln nach Island, Spitzbergen und dann von Nordkap die norwegische Küste nach Süden führen. Der Kalender an einer Wand wird mir jeden Tag die Vorfreude darauf erhalten.

Wo wir uns finden (Hörbuch)

 

 

 

Nicholas Sparks, Wo wir uns finden (Hörbuch), Random House Audio 2018, ISBN 978-3-8371-4305-8

 

Nicht ohne  Grund ist der 1965 geborene und in North Carolina, wo auch die meisten seiner Bücher spielen, lebende Nicholas Sparks seit Jahrzehnten der literarische Garant für erfolgreiche Liebesromane der höheren Qualität. Romane, die, geschickt aufgebaut und immer hervorragend recherchiert, mit ihrer Handlung nicht nur eine romantische Liebesgeschichte erzählen, die trotz aller Hindernisse und Tragik meistens gut ausgeht, sondern die auch immer noch andere interessante und wissenswerte Thema mit transportieren.

 

In seinem neuen hier vorliegenden Buch „Wo wir uns finden“ ist es die Welt des Safari – Guides Tru Walls, der, in Simbabwe auf der Farm eines herrischen und rassistischen Großvaters geboren, mit 18 Jahren sein Elternhaus verlässt und fortan auf verschiedenen Lodges als Guide für meist wohlhabende Touristen arbeitet. Er liebt seine Arbeit und kennt den Busch und die Tiere wie kaum ein anderer seiner Kollegen.  Eines Tages erhält Tru eine Botschaft seines Vaters, den er nie kennegelkernt hat. Der Vater lebt in den USA, hat eine tödliche Krankheit und möchte Tru treffen, um ihm zu sagen, warum er damals seine Familie und den noch ungeborenen Sohn verlassen hat.

 

Tru lässt sich darauf ein und fliegt nach North Carolina. Dort in einem Ort nahe der Grenze zu South Carolina namens Sunset Beach hat sein ihm unbekannter Vater ein dreistöckiges Haus für ihn gemietet mit allen Annehmlichkeiten, wo er ihn in ein paar Tagen treffen will.

 

Nur wenige hundert Meter von diesem Haus, in das sich Tru voller Spannung auf eine ungewisse Begegnung mit einem fremden Mann einquartiert hat, ist die 36-jährige Hope Anderson gerade in einem idyllischen Strandhaus angekommen, dass seit Jahrzehnten ihrer Familie gehört, in dem sie wunderbare Sommer in ihrer Kindheit verbracht hat.

 

Sie will sich zurückziehen, denn verschiedene Dinge machen ihr zu schaffen und sie sucht nach Klarheit. Außerdem ist sie am Ende der Woche, die sie dort verbringen will zur Hochzeit einer Freundin eingeladen. Aber Josh, der Mann, mit dem sie seit sechs Jahren zusammen ist, mit dem sie sich ein Familienleben mit Kindern erträumt, wird nicht dabei sein. Er hat es nach einem Streit mit Hope (es ging um ihre gemeinsame Zukunft) vorgezogen mit Freunden in Las Vegas abzuhängen. Zusätzliche schwierige Fragen nach ihrer Zukunft werden ihr durch die tödliche Krankheit (ALS) ihres Vaters gestellt.

 

Da, als ob es so hätte sein sollen in den Plänen des Schicksals, trifft Hope auf Tru und es ist bei beiden Liebe auf den ersten, reifen Blick. Sie verbringen wunderbare Tage miteinander, erzählen sich aus ihrem Leben. Doch zwei Dinge werfen bald schon einen dunklen Schatten über ihre Zukunft, die so schön sein könnte: Tru kann keine Kinder mehr zeugen und Hopes Partner Josh taucht doch unerwartet auf der Hochzeit auf, zeigt sich reumütig und macht Hope einen Heiratsantrag.

 

Tru hingegen hat seinen Vater getroffen, viel über seine Familie erfahren und trennt sich versöhnt von ihm. Er will Hope mitnehmen nach Simbabwe und die steht vor der schwersten Entscheidung ihres Leben, die ihr das Herz zerreißen wird.

 

Ob sich Tru und Hope für immer verloren gehen?

 

In einem faszinierenden Roman nimmt Nicholas Sparks seine Leserinnen und Leser wieder mit auf die verschlungenen und geheimnisvollen Pfade, die die Liebe und Träume in einem Menschenleben gehen können. Man kann das Buch, das der Autor mit einem persönlichen Prolog und Epilog versehen hat, in dem er etliches erzählt aus seiner schriftstellerischen Praxis, nicht mehr aus der Hand legen, hat man es einmal begonnen.  Ein langer regnerischer Sonntag reicht aus, um ein Buch zu lesen, dessen Geschichte auch den Leser umfängt mit seinem Charme.

 

 

Die hier  vorliegende gekürzte Hörbuchfassung hat Alexander Wussow auf meisterhafte Weise eingelesen. Man spürt regelrecht das besondere Charisma dieser beiden Menschen, die sich über Ozeane hinweg finden und wieder zu verlieren drohen.  Wussow macht das Buch zu einem romantischen und bewegenden Hörerlebnis.

Chilly da Vinci

 

 

 

 

Jarrett Rutand, Chilly da Vinci, NordSüd Verlag 2018, ISBN 978-3-314-10451-0

 

Jarrett Rutland, der hier sein erstes Bilderbuch für NordSüd vorlegt, lebt in North Carolina und hat dort schon etliche Bücher für Kinder veröffentlicht.

 

Teilweise inspiriert von Leonardo da Vinci, dessen Kunst und Erfindergeist er auf der letzten Seite des Buches den Kindern verständlich erklärt, hat er ein lustiges und originelles Bilderbuch gezei8chnet mit einer Geschichte über eine Pinguin namens Chilly da Vinci, der etwa anders ist als seine Pinguinfreunde. Während die so ihre normale Sachen machen, wie Pinguine eben, konstruiert und baut Chilly Maschinen.

 

Nicht immer funktionieren sie, genau wie bei den große n da Vinci. Als eines Tages eine seiner Flugmaschine auf den Eisberg stürzt, den die Pinguine bewohnen, da löst sich eine Scholle und die Tiere treiben hilflos auf das offene Meer hinaus. Ein großer Wal, der plötzlich auftaucht, hat es auf sie abgesehen.

 

Doch jetzt ist Chilly gefragt. Und mit einer ganz besonderen Erfindung rettet er seine Freunde und klärt die Situation.

 

Ein schönes Bilderbuch für alle kleinen Forscher und Erfinder, voll mit ungewöhnlichen Illustrationen

 

 

Berühre mich nicht

 

 

 

Andrea Camilleri, Berühre mich nicht, Nagel & Kimche 2018, ISBN 978-3-312-01034-9

 

Dieser ungemein spannende Kriminalautor aus der Feder des unermüdlichen Andrea Camilleri (Jahrgang 1925) spielt mit etlichen  Rückblenden in die Vergangenheit im Jahr 32010, ist aber in Italien erst 2016 erschienen.

Kurz bevor ihr erster eigener Roman erscheinen soll, verschwindet Laura Garaudo die Ehefrau des berühmten Romanautors Mattia Todini spurlos. Sie ist kein unbeschriebenes Blatt und so muss der mit den Ermittlungen beauftragte Commissario Maurizi aktuelle und ehemalige Liebhaber der Verschwundenen quasi im Dutzend befragen. Auch ihre beste Freundin und die Kellner des von Laura Garaudo frequentierten Cafes werden ausführlich befragt.

 

Das Bild, das sich dem Commissario bietet, wird mit jedem Gespräch vielschichtiger und undurchsichtiger.

Schließlich entdeckt der Commissario im Bildmotiv einer biblischen Szene die entscheidende Spur. Eine Szene der Hingabe, die offenbar für Laura eine ganz eigene, neu interpretierte Bedeutung hat.

 

Das Buch ist spannender Krimi und kunstvoll arrangiertes Psychogramm einer starken Frau zugleich. Wohin sie, hin- und hergerissen zwischen der Suche nach Ekstase und dem Absoluten hält Camilleri in einen tollen Spannungsbogen bis zum Ende offen.

 

 

Kerkerkind

 

 

 

Katja Bohnet, Kerkerkind, Knaur 2018, ISBN 978-3-426-52093-2

Dies ist der zweite Fall für das neue Ermittlerpaar Rosa Lopez und Viktor Saizew vom LKA in Berlin. Nach dem 2015 „Messertanz“ schon aufhorchen ließ, zeigt Katja Bohnet mit ihren zweiten Buch, dass sie drauf und dran ist, sich langsam in die erste Riege der deutschsprachigen Thrillerautoren hineinzuschreiben.

 

Während einer unerträglichen Hitzewelle wird im Wannseeforst die verbrannte Leiche einer schwangeren Frau aufgefunden. Sie erstochen und dann angezündet worden.  Rosa Lopez und Viktor Saizew, die unter enormen Druck für das LKA diesen Fall der verbrannten Türkin aufklären sollen, dürften selbst eigentlich gar nicht arbeiten, zumindest nicht unter solchen Bedingungen. Denn Rosa erwartet ihr drittes Kind und Viktor leidet immer noch schwer unter den Spätfolgen eines überstandenen Hirntumors

 

Der Verdacht fällt auf den Mann des Mordopfers, der kein Alibi vorweisen kann. Doch dann tauchen weitere männliche Leichen auf, unter ihnen auch der Verdächtige, die Köpfe abgehackt und ausgestellt. Die Ermittlungen führen Viktor nach Dänemark, wo er auf einmal spurlos verschwindet. Lopez bleibt nur wenig Zeit, ihren Partner zu finden, bevor vielleicht auch er seinen Kopf verliert.

 

Mit hoher sprachlicher Qualität und einer außerordentlichen Dichte gelingt es der Autorin einen Spannungssog zu erzeugen, in den sie den Leser bis zum Ende an ihr Buch bindet.  Ein Ermittlerpaar, originell und irgendwie neu, von dem man 2019 mehr lesen kann, denn unter dem Titel „Krähentod“ erscheint am 1. März ihr dritter Band einer Reihe mit Zukunft.

 

Orte der Stille 2019

 

 

Frank Krahmer, Orte der Stille 2019, Dumont Kalenderverlag 2018, ISBN 978-3-8320-3920-2

 

Der Kalender, mittlerweile haben ihn die meisten auf dem Handy oder Smartphone, ist leider für viele Menschen zu einem Instrument geworden, das ihnen nicht etwa anz9iegt, wann Sonntag und damit Ruhetag ist, welche Feiertage es zu begehen gilt oder wenn das Frühjahr und andere Jahreszeiten beginnen, sondern etwa, was sie mit Terminen füllen, bis sie nicht mehr wissen, welcher Tag heute ist.

 

Wandkalender aus dem Dumontkalenderverlag wollen ihrem Nutzer durchaus auch Orientierung geben, in welchem Monat, und welcher Woche sie sich befinden, ein schneller Blick auf einen ganzen Monat schafft Durchblick.

 

Doch Wandkalender wie der vorliegende „Orte der Stille“ des mittlerweile sehr bekannten Naturfotografen  Frank Krahmer wollen mehr. Sie laden den Nutzer ein, sozusagen beim Blick auf ihre Bilder die Zeit anzuhalten, sich inspirieren zu lassen von der Schönheit der Bilder und damit auch von  der Schönheit der Welt und des Lebens.

 

Orte der Stille mitten im oft hektischen Alltag: die wunderschönen Bilder Krahmers aus dem Allgäu, aus China, Neuseeland, Australien, Slowenien und immer wieder aus zauberhaften Landschaften Deutschlands laden ein zum Innehalten, zum Nachdenken und vielleicht zu der Frage, ob der Termin, der da gerade im Kopf Gestalt annahm beim Blick auf den Kalender, wirklich sein muss.