Zukunft ist ein guter Ort. Utopie für eine ungewisse Zeit

 

 

 

Sina Trinkwalder, Zukunft ist ein guter Ort. Utopie für eine ungewisse Zeit, Droemer 2019, ISBN 978-3-426-27784-3

 

Die schlechten Nachrichten, die pessimistischen Einschätzungen von Fachleuten haben, so sieht es aus, wenn man als kritischer Zeitgenosse das Geschehen in der Welt beobachtet, in den letzten Jahren hohe Konjunktur.

 

Und tatsächlich sind nicht nur der Zustand unserer Umwelt, die jetzt schon spürbaren Folgen des Klimawandels und die prognostizierten Folgen der Digitalisierung und Automatisierung für weite Teile der Arbeitswelt etwas, was einem Angst machen kann für die Zukunft. Insbesondere wenn man wie der Rezensent als Vater eines Jugendlichen an dessen Zukunft denkt. Es ist ja nicht nur die Tatsache, dass die wirtschaftlichen Grundlagen unserer Gesellschaft wegzubrechen drohen, sondern vielleicht mehr noch, dass nicht nur weit weg an irgendeinem anderen Ende der Welt, sondern hier, mitten in Europa, die Freiheit, die Demokratie und unser Wohlergehen in einem nie für möglich gehaltenen Maß bedroht sind.

 

Der Wandel scheint ein Tempo erreicht zu haben, dem viele Menschen nicht gewachsen sind. Sie haben aus den unterschiedlichsten Gründen Angst vor der Zukunft. Bei einer Aussicht auf eine Rente, die selbst für ehemalige gute Verdiener nur hart über dem Existenzminimum liegen wird, scheint das auch mehr als berechtigt.

 

Doch Sina Trinkwalder weigert sich in diese dystopischen Überlegungen einzustimmen. In ihrem neuen Buch „Zukunft ist ein guter Ort“ zeigt sie, dass der viele beängstigende Wandel unserer Welt auch neue große Chancen bereit hält für das Miteinander der Menschen und für eine Stärkung unserer Gesellschaft.

 

Denn die Digitalisierung etwa ermöglicht eine deutlich effizientere Ressourcenverteilung einerseits und einen zielgenauen und sinnvollen Einsatz der Arbeitskraft andererseits. So können wir unsere Arbeitszeit auf 30 Stunden und weniger pro Woche senken, Berufsbilder werden sich verändern und gesellschaftlich relevante Arbeit wird zusätzlich honoriert werden.

 

An vielen weiteren Beispielen erklärt sie ihre Visionen, erläutert die großen Chancen in vielen  Bereichen der Gesellschaft. Und vor allem: sie zeigt immer wieder, wie wir alle an dieser Vision mitarbeiten können. Wie viele Menschen, da wo sie leben und arbeiten, mithelfen können, Zukunft sinnvoll und lebenswert zu gestalten.

„Wenn wir das Sein gestalten, statt zu konsumieren, wenn nicht Wachstum, sondern der Mensch an erster Stelle steht, wird Zukunft zu einem guten Ort.“

 

Ein Mut machendes, motivierendes Buch. Es bringt Farbe in eine Debatte, die nur allzu oft  von dunklen Visionen beherrscht scheint.

 

So bunt wie sein einladender Umschlag sind die Ideen dieses wichtigen Buches. Mehr davon.

 

 

 

Begeisterung. Die Energie der Kindheit wiederentdecken

 

 

 

 

 

Andre Stern, Begeisterung. Die Energie der Kindheit wiederentdecken, Elisabeth Sandmann Verlag 2019, ISBN 978-3-945543-59-7

 

Andre Stern hat sich schon mit seinen letzten beiden Büchern als ein Autor und Zeitgenosse erwiesen, der quer zum Mainstream gängiger aber auch alternativer Bildungskonzepte argumentiert.

In seinem letzten 2016 ebenfalls bei Elisabeth Sandmann erschienenen Buch „Spielen, um zu fühlen, zu lernen und zu leben“  lässt er immer wieder durchblicken, dass er sich eine Kindheit ohne Schule, wie er sie selbst erlebt und in seinem ersten Buch „Ich war nie in der Schule“ beschrieben hat, für alle Kinder wünscht. Und tatsächlich sprechen seine Bücher viele Menschen an, die ähnlich denken und ihre Kinder lieber selbst unterrichten würden, gäbe es die ihnen leidige Schulpflicht nicht. Doch Andre Stern geht es schwerpunktmäßig darum, dafür zu werben, in die emotionalen, sozialen und kognitiven Potenziale der Menschen zu vertrauen und das beim Aufwachsen der Kinder in den Mittelpunkt zu stellen. Ob in der Familie, im Kindergarten  oder in der Schule:

„Das Spiel ist für das Kind die direkte Art, sich mit dem Alltag, mit sich und der Welt zu verbinden. Für Kinder ist das freie Spiel ein Bedürfnis. Eine Veranlagung, ein Hang, oft ein Drang. Es ist für das Kind eine tiefe Erfüllung.“

 

Auch in seinem neuen Buch verfolgt er diesen Weg weiter und widmet sich der Begeisterung als einer dem Menschen angeborenen Fähigkeit. Jedes Kind, so schreibt er, sei von Natur aus neugierig, an seiner Umwelt und den Dingen interessiert und voller potentieller Begeisterung. Die muss weder trainiert noch entwickelt werden, sagt er, sie sei „wie ein innerer See. Doch ist sie meistens überdeckt von Wolken und Vorhängen, die es zu entfernen genügen würde.“

 

Die Kindheit als wertvollste Ressource des Menschen anerkennen und wertzuschätzen, sie zu schützen, zu achten und zu fördern, darum geht es in der Familie, in den Kindertagesstätten und in den Schulen. Nicht die Leistung um jeden Preis in der Vordergrund der Erziehung stellen, sondern die kindliche Begeisterung und Leidenschaft.

 

Erwachsene, egal ob Eltern, Erziehrinnen oder Lehrer, die darauf achten, werden sich auch ihrer eigenen Begeisterungsfähigkeit bewusst und für ihr eigenes Leben profitieren.

Wieder zeigt sich Andre Stern als eine Art Vorbote einer neuen Lebensweise. Sein Vertrauen in die Potentiale des Menschen ist groß.

Diese emotionalen, sozialen und kognitiven Potentiale zu erkennen und zu fördern, sie zum Leben kommen lassen – eine große und spannende Aufgabe für alle, die an der Erziehung von kleinen Menschenkindern teilhaben.

 

 

Wieso.Weshalb,. Warum. Wir entdecken Feste und Bräuche

 

 

 

Andrea Erne, Susanne Szesny, Wieso.Weshalb,. Warum. Wir entdecken Feste und Bräuche, Ravensburger Verlag 2019, ISBN 978-3-473-32946-5

 

Dieses Buch aus der durchweg empfehlenswerten Sachbuchreihe Wieso? Weshalb? Warum? für Kinder von vier bis sieben Jahren aus dem Ravensburger Verlag gibt auf insgesamt acht Doppelseiten mit vielen Klappen, die Einblicke ermöglichen und  Bewegungen und Abläufe veranschaulichen, eine Einführung in ein Thema, das Kinder in etwas einführt, was in unserer schnelle modernen Zeit verloren zu gehen droht. Es geht um Feste und Bräuche bei uns in anderen Ländern.

 

Zunächst wird beschrieben, warum Menschen überhaupt Feste feiern, bevor dann dem Lauf des Jahres entlang verschiedene feste beschrieben werden. Die Begrüßung des neuen Jahres, die verschiedenen Formen des Faschings, Traditionen anlässlich des Frühlingsanfangs, besondere Kinderfeste, der Sinn von Ostern, Maifeste, Sommerfeste.

 

Auch Feste in anderen Ländern, Nationalfeiertag werden beschrieben, bevor es zu den Festen am Ende des Jahres geht. Laternenfest, Nikolaus und Weihnachten bilden den Abschluß eines Sachbilderbuchs für Kinder zwischen vier und sieben Jahren, dem es sehr gut gelungen ist, die Vielfalt des Themas altersgerecht darzustellen, das mit vielen Klappen zum Entdecken und Weiterfragen einlädt.

 

 

 

 

 

 

 

 

Tiefsee

 

 

 

 

Annette Neubauer, Nikolai Renger, Tiefsee, Ravensburger Verlag 2019, ISBN 978-473-41813-8

 

Ich bin 1954 geboren und kann mich gut daran erinnern, welchen Reiz in meiner Kindheit Geschichten und vor allen Dingen Bilder der Forschungsarbeiten und Expeditionen der beiden Tiefseeforscher Auguste und besonders Jacques Picard auf mich ausgeübt haben. Als Grundschüler dann habe ich alle entsprechenden Bücher, die in der Gemeindebibliothek unseres Dorfes vorhanden waren, ausgeliehen, mir die Bilder angeschaut und auch einiges dazu gelesen. Noch mehr Interesse fand ich später an ersten schwarz-weiß Sendungen in unserem neuen TV. Doch nie hatte ich die Informationen parat, die durch die neue Tiptoi- Technik den Kindern heute ganz neue Dimensionen erschließen zu dem jeweiligen Thema.
Denn dieses Produkt ist eine sensationelle Neuheit, die das Lernen für Kinder mit Büchern revolutionieren wird. Einmal angeschafft, passt der Stift zu immer mehr Produkten aus dem Ravensburger Verlag, wie zum Beispiel zu dem hier anzuzeigenden Buch für Leseanfänger

Tip Toi ist ein audiovisuelles Lernsystem für Bücher und Spiele, mit dem die Kinder die Welt spielerisch entdecken. Tippt das Kind mit dem Stift auf ein Bild oder einen Text oder ein entsprechendes Symbol, erklingen passende Geräusche, Sprache oder auch Musik. Eine intelligente Elektronik ermöglicht Kindern, Bücher und Spiele völlig eigenständig immer wieder neu zu erleben.

Ich kann das System nur empfehlen. Die TipToi Büchern sind etwa ein Drittel teurer als die herkömmlichen Wissensbücher bei Ravensburger, aber diese Investition in das Lernen und vor allem die Lernfreude ihres Kindes lohnt sich.

 

Hier im vorliegenden Buch „Tiefsee“ erhalten die Kinder auf neun Doppelseiten mit wunderbaren Illustrationen von Nikolai Renger nicht nur eine Fülle von wichtigen Informationen über die Tiere der Tiefsee und ihre Lebensgewohnheiten, sondern mit über  1000 Geräuschen und Texten wird eine fremde und für den Normalsterblichen unerreichbare Welt ganz lebendig.

Ich kann dieses Buch für alle Kinder ab etwa 7 Jahren nur empfehlen, die sich für das Meer und seine Erforschung interessieren.

 

 

 

Der Wolf und die Fliege

 

 

Antje Damm, Der Wolf und die Fliege, Moritz Verlag 2019, ISBB 978-3-89565-367-4

 

Insgesamt 8 Sachen hat Antje Damm auf den jeweils rechten Seiten  ihres neuen kleinen Bilderbuchs auf ein Regal gepackt. Eine gelbe Badeente, einen grünen Apfel, einen Fisch, eine Kaktus, ein kleines Auto, eine Fliege, einen Vogel und eine Katze.

 

Auf der jeweils linken Seite des Buches ist ein hungriger Wolf zu sehen. Mit jeder neuen Seite verschluckt er eines der Sachen und er fängt mit der Katze an. Weil er immer noch Hunger hat, verschluckt er bis zu vorletzten Seite alles außer dem Kaktus, weil Wölfe kein Grünzeug mögen. Aber die Fliege verspeist er noch. Doch das stellt sich als Fehler heraus. Denn die Fliege wehrt sich und kitzelt den Wolf so lange im Bauch, bis er alle wieder ausspuckt.

Und wenn am Schluss alles, was verschluckt wurde, wieder ans Tageslicht kommt, kann das Spiel von neuem beginnen.

 

Ein lustiges kleines Pappbilderbuch, das keine Kinder mit Sicherheit immer wieder anschauen mögen.

 

 

 

 

Hinter Glas

 

 

Julya Rabinovich, Hinter Glas, Hanser 2019, ISBN 978-3-446-26218-8

 

Als Alice, die jugendliche Ich-Erzählerin des vorliegenden Jugendromans (aber für Erwachsene geeignet!) der Schriftstellerin Julya Rabinovich zu Beginn des Romans auf einem Flohmarkt ihren einstigen Freund Niko wiedersieht und ihr vor lauter Schreck ein vorher gekaufter Spiegel aus der Hand fällt und in Scherben zerfällt, da ist die Geschichte von Alice` Befreiung schon zu Ende.

 

Die einzelnen Spiegelscherben langsam wieder zusammensetzend erinnert sie sich an ihre Emanzipation. Und so sind die einzelnen Kapitel auch überschrieben: Erste Spiegelscherbe, zweite Spiegelscherbe usw.

 

Der zerbrochene Spiegel ist ein Symbol für ihr in tausend Scherben zerbrochenes Leben. Ein tyrannischer Großvater hat nicht nur ihr Leben, sondern auch das ihrer Eltern voll im Griff. Alice lebt in wohlhabenden Verhältnissen, dennoch hält sie die Enge und die Stille im großen Haus nicht mehr aus. Sie weiß nicht mehr aus und ein, fühlt sich wie ein in einem Glas gefangenes Insekt. Dieses Leben voller Gewalterfahrung nimmt ihr die Luft.

 

Bis sie eines Tages in der Schule Niko kennenlernt, der ihre große Liebe wird. Bei ihm und von ihm erhofft sie sich die Sicherheit und Geborgenheit, die sie zu Hause nie erfahren hat. Sie flüchtet sich zu ihm und gemeinsam verbringen sie einen wunderbaren Sommer voller Ausgelassenheit und Freiheit. Die Eltern und auch der Großvater kümmern sich nicht um ihr Verschwinden, was einen zunächst ziemlich irritiert.

 

Zwischendrin meldet sich, in einer anderen Schrift gedruckt, immer wieder eine Stimme zu Wort, eine Stimme, die alles genau beobachtet, Alice sehr genau zu kennen scheint und auch schon weiß, wie alles ausgehen wird, aber nichts verrät. Schließlich wird sich herausstellen, wer oder was sich hinter dieser allwissenden Stimme verbirgt.

 

Doch bald schon mischen sich in die sommerliche Ausgelassenheit der beiden jungen Liebenden erste Misstöne. Niko zeigt zunehmend Charakterzüge und Verhaltensweisen, denen Alice doch entfliehen wollte. Sein aggressives und unbeherrschtes Verhalten stürzen Alice in einen Strudel widerstrebender Gefühle. Ihre alte Vorsicht kehrt zurück.

 

Doch dann schafft sie es (mithilfe der schon erwähnten Stimme, so viel sei verraten) sich aus dem Sog der Gewalt zu befreien, der sie wieder hinabzuziehen droht.

 

Ein eindringlich und mit großer poetischer Kraft erzählter Jugendroman, ähnlich beeindruckend wie Julya Rabinovichs erstes Jugendbuch „Dazwischen: Ich“, in dem sie 2016 die Geschichte eines Flüchtlingsmädchens erzählte.

 

 

 

 

 

 

Die Natur. Entdecke die Wildnis vor deiner Haustür

 

 

 

 

Maria Ana Peixe Dias, Die Natur. Entdecke die Wildnis vor deiner Haustür, Beltz & Gelberg 2019, ISBN 978-3-407-81214-8

 

Dieses außergewöhnliche Natursachbuch für Kinder wurde in Spanien, wo es zuerst erschien, mit dem Bologna Ragazzi Award ausgezeichnet. In einfachen, nur in den Farben Schwarz, Grau und Blau gehaltenen Zeichnungen des vielfach ausgezeichneten Illustrators Bernardo P. Carvalho werden ein Mädchen und ein Junge stellvertretend für alle jungen Nutzer dieses Sachbuchs eingeladen, sich auf die Suche nach der „Wildnis vor deiner Haustür“ zu machen.

 

Nicht nur die Erwachsenen, auch die Kinder sind in ihrem Alltag oft so abgelenkt, dass sie die sie umgebenden Phänomen der Natur gar nicht bemerken. Dieses schöne und lehrreiche Buch will Abhilfe schaffen und lenkt den Blick auf viele Details, die man mit dem bloßen Auge erkennen kann, wirft aber auch immer einen Blick auf die Phänomene dahinter und erklärt sie. Zum Beispiel, wie Ameisen sich mit ihren Antennen verständigen und warum wir die Sterne tagsüber nicht sehen können.

„Die Natur“ ist ein Buch für die ganze Familie, randvoll mit Wissen zu Bäumen und Blumen, Insekten, Amphibien, Vögeln, Reptilien und Säugetieren, Gesteinen, Gewässern, Wolken und Sternen.

 

Es will aber nicht nur zu Hause auf der Couch der am Schreibtisch gelesen werden, sondern es hält vielfache Anregungen und Tipps für Streifzüge und Erkundungen in der näheren Umgebung bereit, lädt ein die Natur im Großen und im Kleinen selbst zu entdecken und zu erforschen.

 

Die sparsame Farbgebung mag nicht unbedingt jedermanns Sache sein, doch ihr Vorteil ist, dass sie vom Wesentlichen nicht ablenkt.

 

 

 

Der Schusch und der Bär

 

 

 

SaBine Büchner, Charlotte Habersack, Der Schusch und der Bär, Ravensburger Verlag 2019, ISBN 978-3-473-44710-7

 

In „Der schaurige Schusch“ haben die beiden Autorinnen im Jahr 2016  ein schönes Bilderbuch über Vorurteile vorgelegt. Kinder sollten lernen im Gespräch über dieses Buch, dass man niemand beurteilen soll, den man nicht kennt.

 

Nun haben sie eine Art  Fortsetzung veröffentlicht, eine neue Geschichte, die für ein offenes Miteinander eintritt und mit den Kindern darüber ins Gespräch kommen will.

 

Es erzählt von einem reichen Bär, der sich mit harter Arbeit beim Honigsammeln viel Geld verdient hat den Sommer über und sich nun im Simmelsgebirge davon eine große und schicke Höhle kauft.

 

Doch kaum hat er sich in seiner Höhe eingerichtet, sieht er in vorbeikommenden Tieren nur potentielle Diebe, die ihm sein Hab und Gut wieder wegnehmen wollen.  Er baut eine hohe Mauer um seine Höhle, vergittert die Fenster und fühlt sich dennoch nicht wirklich sicher vor den imaginierten Dieben.

 

Eine schöne Fortsetzung. Vielleicht wird ja eine Bilderbuchrehe daraus.

 

Da kommt der Schusch vorbei und fragt den Bär, warum er denn in einem Gefängnis lebe.  Es gelingt dem Schusch, den Bär aus seiner verbarrikadierten Höhle herauszulocken zu den anderen Tieren an den Fluß, wo sie mit den anderen Tieren einen lustigen Ausflug unternehmen. Und der Bär spürt, dass sie alle nett zu ihm sind und ihm nichts wegnehmen wollen.

 

Bist du der Frühling?

 

 

Chiaki Okada, Ko Okada, Bist du der Frühling, Moritz Verlag 2019, ISBN 978-3-89565-372-8

 

In diesem schönen Bilderbuch aus Japan geht es um eine Hasenfamilie, die in einem kleinen Häuschen im Wald wohnt. Dieser Wald im hohen Norden des Landes ist noch tief verschneit und alle, Tiere und Pflanzen, warten sehnsüchtig auf den Frühling, der allen neues Leben einhauchen wird. So haben sie es unzählige Male erlebt. Nur das jüngste Kind der Hasenfamilie hat den Frühling noch nie gesehen und erlebt.

 

Das kleine Hasenkind ist sehr lebendig, möchte bei allen Spielen der großen Brüder mitmachen und fragt neugierig immer, wann denn der Frühling endlich kommt und es das Meer sehen kann, wie die Mutter es so oft schon versprochen hat.

 

Eines frühen Morgens, als alle anderen Brüder noch schlafen, hört er stapfende Geräusche von draußen. Er denkt, dass muss bestimmt der Frühling sein, verlässt das Haus und macht sich auf die Suche nach ihm.

 

Er begegnet einem netten riesigen Eisbären, der auf dem Weg in den Norden ist, wo es länger kalt ist. Der setzt den Hasen auf einen hohen Baum, von wo der kleine Hase einen wunderbaren Blick auf die aufgehende Sonne über dem Meer hat.

 

Mit dem Versprechen sich im nächsten Winter wiederzutreffen verabschieden sich die beiden neuen Freunde voneinander und der kleine Hase läuft schnell nach Hause.

„Mama, ich habe den Frühling getroffen!“

 

Eine schöne und ansprechende Bilderbuchidee mit bezaubernden Figuren.

Vielleicht wird morgen alles besser

 

Fabio Geda, Vielleicht wird morgen alles besser, Knaus 2018, ISBN 978-3-8135-0790-4

 

In seinem neuen Roman erzählt der italienische Erfolgsautor Fabio Geda eine poetische und warmherzige berührende Geschichte über einen Jungen namens Ercole, der notgedrungen seinen Platz in dieser Welt finden muss.

 

Ercole ist sechs Jahre alt, als seine Mutter die junge Familie verlässt. Für jedes Kind eine Katastrophe. Ercole hat eine ältere Schwester namens Asia. Zusammen ziehen sie nach Turin und wachsen dort beim Vater auf.

 

Doch auch der Vater lässt die beiden Kinder schamlos im Stich, Er ist schwerer Alkoholiker, hat sein Leben überhaupt nicht im Griff und zwingt so die beiden Kinder in eine Rolle, die eigentlich für ihr Alter viel zu früh ist. Weil er sich überhaupt nicht um den Haushalt und die Kinder kümmert und nur sehr spärlich durch Gelegenheitsjob mal etwas Geld mit nach Hause bringt, wenn er es nicht schon vorher in Alkohol umgesetzt hat, sind die Kinder auf sich allein gestellt. Asia übernimmt für dne kleinen  Ercole die Mutterrolle, kocht und führt den Haushalt und schaut, dass die Rechnungen und die Miete bezahlt werden.

 

Die beiden Kinder schaffen es trotz dieser Umstände nach außen hin, insbesondere gegenüber dem Jugendamt die Fassade zu wahren. Keiner dieser Gutmenschen, die sich angeblich um sie sorgen, soll  erfahren, wie es ihnen wirklich geht.

 

Obwohl die Verhältnisse, in denen er aufwächst eigentlich zum Himmel schreien, ist Ercole ein zufriedener und unbeschwerter Junge. Er verliebt sich irgendwann in Viola, die so alt ist wie er und aus wohlhabenden Verhältnissen stammt. Er ist glücklich.

 

Doch als sein Vater eines Tages von der Polizei verhaftet wird und Asia verkündet, mit ihrem Freund zusammenzuziehen, türmt Ercole mit seinem Fahrrad und macht sich auf die Suche nach seiner Mutter. Und so beginnt eine turbulente Zeit für Ercole.

Doch nie gibt er seine Hoffnung auf, die dem Buch seinen Titel gab: vielleicht wird morgen alles besser.

 

Das zu Herzen gehenden Buch ist ein poetische Werk über die große Kraft der Wünsche.