Schlagwort-Archiv: Bilderbuch

Meine ersten Sachen

 

 

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Helmut  Spanner, Meine ersten Sachen, Ravensburger 2016, ISBN  978-3-473-43502-9

 

Spielsachen und Kleidungsstücke, ein Brötchen und ein Kuscheltier, eine Banane und eine Tasse, ein Xylophon und eine Trommel, ein Schuh und eine Bürste – all diese Gegenstände aus der Erfahrungswelt von ganz kleinen Kindern hat Helmut Spanner  für dieses kleine und handliche Büchlein akkurat gezeichnet,  damit die Kinder auf ihre „ersten Sachen“ deuten können und sie benennen lernen.

Ein schönes und preiswertes Buch für eine Bibliothek,  die im Laufe der Jahre dann wachsen möge, auch  mit den vielen tollen Sach-und Wissenslücken aus Ravensburg.

 

 

Paddington wird Gärtner

 

 

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Michael Bond, Paddington wird Gärtner, Knesebeck 2015, ISBN 978-3-86873-774-5

 

In den USA und in Großbritannien ist der sympathische kleine Bär Paddington des Illustrators Michael Bond schon lange ein Liebling vieler kleiner Kinder.

Nun da er auch vor einiger Zeit bei uns ins Kino geschafft hat wird sich sein Bekanntheitsgrad sicher noch erhöhen. Vielleicht auch durch dieses Buch „Paddington wird Gärtner“ aus dem vergangenen Jahr, nun, wenn alle mit viel Erwartung auf das nächste Frühjahr und den Sommer warten, wenn man endlich wieder draußen sein und spielen kann, vorzugsweise im eigenen Garten.

In diesem Buch beginnt Paddington am Anfang, in einer langen Liste alle die Gründe aufzuschreiben, warum es so schon ist ein Bär zu sein und bei den Browns zu leben. Fast hätte er einen der schönsten Gründe vergessen: den Garten. Und dann wird erzählt, wie die Nachbarin den Browns vorschlägt, den Kindern und auch Paddington ein kleines Stück eigenen Gartens zur Verfügung zu stellen und ihn zu gestalten.

Und Paddington hat da so seine eigenen Ideen, die ihn wieder einmal in ein großes Abenteuer stürzen. Aber mit gutem Ausgang.

Ein schönes Bilderbuch, das Eltern und Kinder motivieren kann, es mit einem eigenen Stück Garten zu versuchen.

 

 

 

 

Elefanten im Haus

 

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Stephanie Schneider, Astrid Henn, Elefanten im Haus, Ravensburger Verlag 2015, ISBN 978-3-473-44664-3

„Was müssen das für Räume sein,
wo die großen
Elefanten zur Miete wohnen
ohne sich zu stoßen.

Rechts ein Zimmer, links ein Zimmer,
und da drinnen rumpelt`s immer,
wo die großen
Elefanten zur Miete wohnen.
ohne  sich zu stoßen.“

Dieses lustige Lied singt die kleine Fine, als sie sich auf die Suche macht nach den neuen Nachbarn im vierten Stock des Hauses, im dem sie mit ihrem Vater lebt. Der sitzt immer nur über seinen Büchern, und Fine vermisst so sehr andere Kinder im  Haus, mit denen sie spielen könnte.  Als sie aus der Nachbarwohnung nach dem Einzug neuer Leute Geräusche hört, macht sie sich auf die Suche. Die anderen erwachsenen Bewohner des Hauses sind skeptisch bis ablehnend, eine Frau nennt sie gar „Elefanten“, was Fine wiederum zu ihrem lustigen Lied inspiriert.

Sie traut sich an der Wohnung der neuen Bewohner zu klopfen, und sie nimmt Kontakt mit ihnen auf. Die neue Familie hat auch Kinder, sehr zur Freude von Fine, die bislang unter all den Erwachsenen recht einsam war. Und sie schafft es, auch die anderen, zum Teil schon recht alten Bewohner und auch ihren Vater dazu zu bringen, die Neuen kennenzulernen und aufzunehmen in die Hausgemeinschaft.

Astrid Henn hat die neuen Bewohner tatsächlich als Elefanten gezeichnet, doch sie können stehen für alle möglichen Menschen, die für die Einheimischen zunächst fremd sind. Insofern ein sehr aktuelles Bilderbuch.

Großmutters Pelz

 

 

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Mara Burmester, Grossmutters Pelz, Kunstanstifter Verlag 2015, ISBN 978-3-942795-27-2

 

 

Mit düsteren Bildern und skurrilen Texten unternimmt Mara Burmester eine Reise durch die Welt der Märchen und ihrer Figuren. Doch sie bleibt nicht nur bei den klassischen bösen Wölfen und hässlichen Entlein, Sondern sie erfindet auch neue dazu.

Etwa so: „Es war einmal ein Hase, der war im falschen Körper geboren, denn er war ein Schwein.“

Hintersinnig und mit viel versteckten Witz schaut man die Texte und die dazu passenden schwermütigen Illustrationen an und kommt zu dem Schluss, dass dieses Buch wohl für kleinere Kinder nicht so geeignet ist.

Größere Kinder und Erwachsene, die sich in der Welt der Märchen auskennen und viel Phantasie und Humor mitbringen, werden allerdings an den Texten und Illustrationen Mara Burmesters ihre helle Freude haben.

 

Ein ganz „eigenes“ Buch. Eines, wie es nur der Kunstanstifter Verlag verlegt.

Wenn du Sorgen hast, rolle einen Schneeball

 

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Sang-Keun Kim, Wenn du Sorgen hast, rolle einen Schneeball, Beltz & Gelberg 2015, ISBN 978-3-407-82091-4

 

Ein Bilderbuch aus Südkorea ist hier anzuzeigen, geschrieben und gezeichnet von dem 1986 geborenen Künstler Sang-Keun Kim. Es erzählt mit wenigen Worten, aber dafür umso eindrucksvolleren Bildern die Geschichte eines Maulwurfs, der vor Sorgen großen Kummer hat. Warum er Sorgen hat, und deshalb den Rat seiner Großmutter befolgt und einen Schneeball rollt, bleibt lange offen. Es stellt sich erst später heraus, dass er einsam und allein sich fühlt und keine Freude hat.

Vielleicht hängt es auch an seiner „Blindheit“ dass er beim Schneeballrollen nicht merkt, wie er einen potentiellen Freund nach dem anderen einwickelt. Erst nach langem Rollen hört er aus dem Inneren des mittlerweile wie eine Lawine aussehenden Schneeballs ein zartes Stimmchen und beginnt zu graben.

Und dann tauchen sie einer nach dem anderen auf, der Hase, der Fuchs, das Schwein und ein Frosch. Doch wo kommt der denn her? Eine im Buch wunderbar versteckte Suchaufgabe für die Kinder, die von diesem Buch begeistert sein werden. Ein Buch, das die Botschaft vermittelt: deine potentiellen Freunde sind ganz in der Nähe, achte darauf, dass du sie nicht übersiehst.

Das Riesenfest

 

 

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Max Bolliger, Das Riesenfest, Atlantis 2015, ISBN 978-3-7152-0691-2

 

Im Jahr 1975 wurde dieses wunderbare Märchen von Max Bolliger zum ersten Mal veröffentlicht. Seitdem ist es immer wieder von unterschiedlichen Künstlern illustriert in vielen verschiedenen Auflagen erschienen und somit immer wieder neu interpretiert worden.

Es erzählt die Geschichte eines kleinen Riesen beim Riesenfest, dem es mit seinem Witz und seiner Schlauheit gelingt, die Großen auszustechen und zu besiegen und so zum König für ein ganzes Jahr zu werden.

Die schöne Geschichte zeigt beispielhaft wie sich Kinder erleben neben den großen Erwachsenen, aber auch wie kleiner Geschwister die größeren erfahren. Seit Fazit für die Kleinen: auch wenn du klein bist, in dir steckt ein großes Versprechen.

Die aus vielen anderen Bilderbüchern bekannte Künstlerin Nele Palmtag hat diese Ausgabe des Atlantis Verlags liebevoll und mit viel hintersinnigem Witz illustriert.

Wombats erster Schultag

 

 

 

 

 

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Jackie French, Bruce Whatley, Wombats erster Schultag, Gerstenberg 2015, ISBN  978-8369-5829-5

Mit ihren beiden Büchern „Tagebuch eines Wombat“ (2007) und „Tagebuch eines Babywombat“ (2010) haben Jackie French und Bruce Whatley mit ihrer Version des australischen Beuteltieres viele Kinder begeistert.

Der Wombat frisst am liebsten Karotten, und in dxem 2012 erschienen dritten Band  begegnet der Wombat vor Weihnachten einer Menge anderer Tiere, die es, ähnlich wie er, auf die Karotten abgesehen haben.

Die Sprache des Wombat ist gewöhnungsbedürftig. Er kann kaum ganze Sätze sprechen und ist so für kleine Kinder ein liebevoller Genosse.

In dem vorliegenden neuen Bilderbuch über das sympathische Beuteltier ist die Wombatdame schon etwas größer geworden und es wird Zeit für den ersten Schultag. Dort erlebt sie allerhand Neues, begegnet interessanten Zweibeinern und lernt einen neuen Freund kennen

Für die Liebhaber der bisherigen Bücher ist dieses neue Bilderbuch eine willkommene Ergänzung und Fortsetzung. Sicher warten sie jetzt schon auf die nächste Geschichte mit dem Wombat.

Der Gewitter-Ritter

 

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Kai Lüftner, Der Gewitter-Ritter, Klett Kinderbuch 2015, ISBN 978-3-95470-121-6

 

Ich habe schon viele Bilderbücher über Wut und den Zorn von kleinen Kindern gelesen, betrachtet und auch besprochen, aber bisher hat mich keines so berührt, so überzeigt, ja regelrecht mitgerissen in seinen Bildern und sprachmächtigen Reime wie das vorliegende neue Buch von Kai Lüftner mit dem Titel „Der Gewitter-Ritter“.

Es beschreibt einen Wutanfall eines kleinen Jungen, der auf den unteren Seitenhälften wie als Untertitel in zarten Strichen in seiner Veränderung immer wieder fortlaufend abgebildet wird.

Auf den oberen zwei Drittel der Seiten hat Kai Lüftner den Beginn, den Höhepunkt und das Abflachen seines Wutanfalls in kräftigen Farben gezeichnet und das Ganze mit wunderbaren, sprachmächtigen, fast epischen Reimen unterlegt, die, entsprechendes Vorlesen vorausgesetzt, ihre eigene Wirkung entfalten.

Ein Beispiel aus dem Höhepunkt der Wut:

„Ein Grollen, ein Gleißen, ein Dröhnen, ein Reißen,

die Wolken ergrauen, die eben noch weißen,

es rumpelt und bollert aus riesigen Röhren

und außer Gepolter ist nichts mehr zu hören.

Es wittert und wattert, es knirscht und kantert,

es rasselt und prasselt und plötzlich, da plattert –

das Wasser in Massen, aus Kübeln und Tassen,

mit Donnergetöse, ganz böse.“

Doch irgendwann hören die Tränen auf zu fließen, und nachdem sich der kleine Gewitter-Ritter mit einem lauten Schrei von seinem Elend befreit hat, beginnt auch die Sonne wieder zu scheinen und von Papas Schultern sieht die Welt wieder ganz anders aus. Dieser Vater hat, so nehme ich an, die ganze Zeit über den Anfall seines Sohnes beobachtet und ihn „gelassen“.

Ein tolles, im Übrigen preiswürdiges Bilderbuch.

 

 

 

Ich, Luisa, Königin der ganzen Welt

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Claudia Schreiber, Ich, Luisa, Königin der ganzen Welt,
Hanser 2015, ISBN 978-3-446-24934-9

Es gibt wohl kaum ein Mädchen, das nicht irgendwann in seiner Kindheit davon geträumt hätte, eine Königin zu sein. Schön, reich, begehrt – eine Königin kann alles bestimmen, was sie will.

Davon träumt auch Luisa, das Mädchen in diesem von Yayo Kawamura eigenwillig illustrierten Bilderbuch von Claudia Schreiber. Doch während ihre Mama unterwegs ist, träumt sich Luisa nicht nur in Vorstellungen von Schönheit und Berühmtheit, sondern sie würde als Königin auch viele soziale Entscheidungen treffen. Nette Gefängnisinsassen freilassen etwa und an Arme und Bedürftige Lebensmittel verteilen.

Vor allen Dingen würde sie ein großes Fest feiern, zu dem sie alle Kinder einladen würde, auch ihren Schwarm Lukas aus ihrer Straße. Doch selbst in ihrer Phantasie traut sie sich nicht, ihn zum Tanz zu bitten.

Es wird dunkel, das Fest ist vorbei, da ruft die Mutter von der Tür und findet ihre kleine Luisa vor einem Haufen Kleider vor ihrem Kleiderschrank.

Ein lustiger Ausflug in die kindliche Welt der Selbstbestimmung. Besonders geeignet für kleine Prinzessinnen.

Achtung Wolf

 

 

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Andre Bouchard, Achtung Wolf, Knesebeck 2015, ISBN 978-3-86873-756-1

 

Dieses aus dem Französischen übersetzte Bilderbuch von Andree Bouchard ist ein lustiges und so überhaupt nicht gruseliges Buch für alle Kinder, die zwar vor dem Einschlafen alle möglichen Monster sehen, aber vor ihnen gar keine Angst mehr haben. Oder doch?

Ein fürchterlich aussehender Wolf steht am Bett eines friedlich schlafenden Mädchens und will sie erschrecken. Da taucht plötzlich unter dem Bett der Albtraum des Mädchens auf, und weist den Wolf zurecht. Es sei seine Aufgabe, dem Mädchen Angst zu machen.

Sofort entwickelt sich ein Wettstreit der beiden in ihrem eifernden Zorn immer größer werdenden Monster drüber, wer der Schrecklichste ist.

Mit ganz erstaunlichen und lustigen Folgen…

Gar schröckliche Monster, die aber keine Angst machen sondern in ihrem Versuch, Angst zu erregen, besonders lächerlich wirken.