Gärten des Jahres 2017

 

 

 

 

 

Mely Kytak, Konstanze Neubauer, Gärten des Jahres 2017, Callwey 2017, ISBN 978-3-7667-2252-2

 

Eine sechsköpfige Jury, zu der unter anderem die Autorin des hier anzuzeigenden Buches gehörte, hat unter einer großen Zahl von Einsendungen von Landschaftsarchitekten und Planungsbüros in einem Auswahlverfahren die 50 schönsten Privatgärten des Jahres ausgewählt und prämiert.

 

Die Tatsache, dass es ausschließlich kommerzielle Landschafts-und Gartenplaner waren, die in diesen Gärten am Werk waren, macht deutlich, dass die privaten Auftraggeber für solche Gärten nicht nur die entsprechend großen Grundstücke um ihre nicht gerade kleinen Häuser hatten, sondern auch das nötige Geld, um nicht nur die Planer, sondern danach auch die ausführenden Gartenbaufirmen zu bezahlen.

 

Herausgekommen sind die unterschiedlichsten Gärten, von denen die besten 50 hier in diesem Buch ausführlich in Wort und Bild dokumentiert sind. Jedem Objekt  sind vier bis fünf Seiten gewidmet. Neben zahlreichen ausdrucksstarken Fotografien, die einen plastischen und farbigen Eindruck vermitteln von der Schönheit und Grazie der jeweiligen Gärten und der zu ihnen gehörenden Wohngebäude, wird der Grundriss des Gartens gezeigt, und ein kleiner Essay gibt Auskunft über die ausführenden Gartenkünstler, ihre Arbeit und die verwendeten Materialien und Pflanzen.

 

Wie oft bei solchen Büchern, ist der professionelle Nutzen der Lektüre für Landschaftsarchitekten und das Bau-und Gartengewerbe wohl am größten. Dennoch: auch hier kann der normale Haus- und Gartenbesitzer sich mehr als nur die eine oder andere Idee holen für eine Umgestaltung und Verwandlung seines eigenen Gartens.

 

Und für die, die in Miete wohnen: auch das reine Anschauen dieser privaten Gartenparadiese macht Freude.

 

 

 

 

 

Woher kommt die Liebe?

 

 

 

 

Daniela Kulot, Woher kommt die Liebe, Gerstenberg 2017, ISBN 978-3-8369-5956-8

 

Schon ganz kleine Menschenkinder erleben es jenes überwältigende Gefühl, das sie irgendwann lernen als Liebe zu bezeichnen. Sowohl aus ihren eigenen Inneren als auch hoffentlich als etwas, was ihnen von ihrem Eltern entgegengebracht wird.

 

Die bekannte Bilderbuchautorin Daniela Kulot ist in ihrem neuen Bilderbuch „Woher kommt die Liebe?“ diesem Phänomen für Kinder näher auf die Spur gekommen. Sie lässt dafür drei Freunde, das Eichhörnchen, den Elch und die Ente dem Ursprung jenes „wunderbar wohlig warmen“ Gefühls nachspüren, das sie empfinden, wenn sie beieinander sind.

 

Sie machen sich auf den Weg zu anderen Tieren. Die Schwäne glauben, dass die Liebe aus dem Herzen kommt. Die bunten Vögel im Baum denken, die Liebe komme aus der Seele. „Die Liebe fällt vom Himmel“., sagt der große alte Baum, während der Regenwurm, seiner Lebenswelt entsprechend davon überzeugt ist, die Liebe käme aus der Erde. Die Blume tippen auf die Sonne und der Schwarm der Fische auf die Gemeinschaft, Känguru und Schmetterlinge halten den Bauch für den Ursprung.

 

Doch am Ende merken die drei, es ist gar nicht so wichtig, zu wissen woher sie kommt, die Liebe, sondern sie miteinander zu spüren.  Auch wenn alle Antworten etwas von ihrer Wahrheit verraten haben.

 

 

Kunst mit Torte

 

 

 

 

The Tjong-Khing, Kunst mit Torte, Moritz Verlag 2017, ISBN 978-3-89565-333-9

 

Der 1933 in Indonesien geborene Künstler The Tjong-Khing illustriert seit den 1960 er Jahren Kinderbücher und wurde 2010 als bester Illustrator der Niederlanden ausgezeichnet. In den letzten Jahren hat er eine Bücherreihe entwickelt, in denen er jeweils ohne ein einziges Wort Geschichten erzählt, in denen immer eine Torte vorkommt,  die es zu entdecken gilt.

 

Da gab es ein Picknick, dann eine Verfolgungsjagd und einen Geburtstag. Jedes Mal wurden die Kinder, die das Buch betrachteten und sich darin regelrecht verlieren konnten, eingeladen, ganz genau hinzuschauen, und die Story zu entdecken und selbst zu erzählen, die da so ganz ohne Worte beschrieben wurde.

 

Nachdem er schon mit einem ähnlichen Buch Kinder in die phantastische Welt des Hieronymus Bosch entführt hatte, lädt er sie nun in „Kunst mit Torte“ in die Welt der modernen Kunst des 20. Jahrhunderts ein. Alles fängt damit an, dass Frau Hund ein Bild gemalt hat und ein Dieb es stiehlt.  Während alle Tiere ihr kräftig dabei helfen, ihr Bild wiederzufinden, tauchen sie zusammen mit den Kindern tief ein in die Geschichte der Kunst.

 

Ein sehr originelles Bilderbuch eines Meisters seines Faches.

Rotkäppchen und der böse Wolf

 

 

 

 

 

Kimiko, Margaux Duroux, Rotkäppchen und der böse Wolf, Moritz Verlag 2016, ISBN 978-3-89565-322-3

 

Einen ganz anderen Blickwinkel wählen die beiden französischen Bilderbuchautorinnen Kimiko und Margaux Duroux, um das alte Märchen der Brüder Grimm von Rotkäppchen und dem bösen Wolf zu erzählen.

Sie orientieren sich dabei im Text an der Erzählweise von Charles Perrault, wählen aber für die bildliche Darstellung einen neuen Zugang. Sie haben für die handelnden Personen von ihnen selbst hergestellte Filzfiguren benutzt und in Szene gesetzt. Zunächst fotografieren sie diese Figuren in der freien Natur im Wald und auf Wegen, später, als Rotkäppchen das Haus der Großmutter erreicht hat, in einem von ihnen zum Teil auch aus Filz gebastelten Haus mit entsprechenden Innenräumen.

 

Es ist den beiden ein sehr schönes Kunstwerk gelungen, das mit seiner eigenen Ästhetik Eltern und Kinder ansprechen  wird.

Tupfst du noch die Tränen ab?

 

 

 

 

Jörg Mühle, Tupfst du noch die Tränen ab, Moritz Verlag 2017, ISBN 978-3-89565-340-7

 

In vergangenen beiden Jahr hat der Kinderbuchautor Jörg Mühle im Moritz Verlag zwei sehr erfolgreiche und originelle Bilder- und Einschlafbücher für Kinder ab etwa zwei Jahren vorgelegt.  Im ersten musste ein kleines sympathisches Hasenkind muss ins Bett und die Kinder waren eingeladen durch Berührungen und eigene Aktivitäten sich das Buch anzueignen. Da muss der Schlafanzug angezogen werden, das Kissen wird zurecht geklopft. Und dann – wunderbar: noch kurz die Ohren kraulen und ganz sanft den Rücken streicheln. Das Hasenkind zudecken und ihm einen Gute-Nacht-Kuss geben und nicht vergessen: das Licht ausschalten.

 

Es war wohl der große Erfolg und vielleicht auch die Freude an weiteren Geschichten mit seinem Hasenkind, die Jörg Mühle bewegte, nun schon den zweiten Nachfolgeband zu zeichnen, in dem das Hasenkind hinfällt, weint und dann getröstet wird. Und wieder sind die das Buch betrachtenden Kinder eingeladen, das Hasenkind bei der ganzen Prozedur, die sie ja selbst allzu gut kennen, zu begleiten. Sie sollen drei Mal pusten, ihm ein Pflaster aufkleben, einen Zauberspruch „Heile, heile …“  aufsagen, es am Rücken streicheln und ihm die Tränen abwischen.

 

Eine schöne kleine Bilderbuchreihe, die Kinder lieben werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Regenbogenfisch lernt verlieren

 

 

 

 

Marcus Pfister, Der Regenbogenfisch lernt verlieren, NordSüd 2017, ISBN 978-3-314-10381-0

 

Seit im Jahr 1992 dem Schweizer Marcus Pfister mit seinem „Regenbogenfisch“ der große Durchbruch gelang, sind von diesem und den folgenden Bänden weltweit mehr als 30 Millionen Exemplare in  rund 50 Sprachen erschienen. Es gibt wohl in Deutschland kaum ein Kind, das über mehrere Jahre eine Tageseinrichtung für Kinder besucht hat, und während dieser Zeit eines dieser Bücher nicht kennengelernt hat.

 

In den Bilderbüchern mit dem Regenbogenfisch geht es Marcus Pfister darum, Themen wie Teilen, Gemeinschaft, Nächstenliebe, Freundschaft und Solidarität auf eine Weise zu thematisieren, die schon kleine Kinder sofort verstehen und mit entsprechender Aufmerksamkeit von Erzieherinnen schon in ihrer Einrichtung praktizieren lernen.

 

Auch in seinem neuen Abenteuer mit dem Regenbogenfisch geht es Marcus Pfister darum, den Kindern zu vermitteln, dass es Werte braucht, um friedlich miteinander zu leben.  Dass jeder mal verlieren kann, das weiß jedes Kind, das schon einmal mit anderen ein entsprechendes Spiel gemacht hat. Aber es ist nicht immer einfach, ein guter Verlierer zu sein. Diese zunächst bittere Erfahrung muss der Regenbogenfisch machen, als er bei einem Versteckspiel verloren hat. Er ist beleidigt, bricht das Spiel ab und lässt die anderen Mitspieler ratlos zurück. Doch seine Freundin Rotflosse zeigt ihm mit viel Verständnis den Weg in die Gemeinschaft zurück.

 

In einer Zeit, in der schon kleine  Kinder von ihren Eltern auf das Gewinnen im Leben getrimmt werden, in einer Zeit, wo in den Kindertagesstätten Kinder unterschiedlicher Kulturen (in den das verlieren auch schon mal an die Ehre geht) lernen, zusammenzuleben und ihre Konflikte zu lösen, wird auch dieses schöne neuen Buch vom Regenbogenfisch Erzieherinnen eine große Hilfe sein.

 

Wie war das?

 

 

 

 

 

Olivier Tallec, Wie war das, Gerstenberg 2017, ISBN 978-3-8369-5960-5

 

Schon ihn seinem letzten Buch „Wer war das?“ hatte der französische Kinderbuchautor Olivier Tallec auf insgesamt zwölf im ungewohnten Querformat anzuschauenden Seiten jeweils Figuren abgebildet, witzig gezeichnet und originell verkleidet und den das Buch betrachtenden Kindern Fragen dazu gestellt, die ihr Gedächtnis trainieren sollten.

 

Auch das neue Buch „Wie war das?“ ist ähnlich aufgebaut und gestaltet. Hier geht es darum, sich vor dem nächsten Umblättern die Figuren und wie sie gekleidet sind, genau anzuschauen, weil auf der folgenden Seite eine Frage dazu gestellt wird. Es ist bereits das dritte Ratespiel, das Olivier Tallec vorlegt und dieses erfordert durch seitenübergreifende Fragen, Stanzungen und verkürzte Seiten noch mehr Konzentration.

 

Auch dieses Buch ist ein gutes Training für alle Kinder, die gerne genau hinschauen und sich Sachen merken können. Eine wirklich schöne Idee.

 

Das Jahr in dem ich lügen lernte

 

 

 

 

Lauren Wolk, Das Jahr, in dem ich lügen lernte, Hanser 2017, ISBN 978-3-446-25494-7

 

Annabelle, die in diesem Buch von dem „Jahr, in dem ich lügen lernte“ erzählt, ist zum Zeitpunkt der Handlung, die sich vom Herbst 1943 an über ein Jahr erstreckt, 12 Jahre alt. Sie lebt in einem kleinen, beschaulichen Dorf in Pennsylvania. Sie hat zwei kleinere Brüder, Henry (9) und James (7), auf die sie oft aufpassen muss und mit denen sie jeden Tag zusammen den Weg durch die Wolfsschlucht in die Schule geht. Der Vater ist Farmer, die Mutter kümmert sich zusammen mit den Großeltern um den Haushalt. Eine ledige Tante namens Lily betreibt die Poststelle im Ort und wird von der Familie trotz ihrer oft rigiden Ansichten wohlwollend toleriert.  Das Leben ist einfach dort, aber es fehlt ihnen an nichts. Die Gemeinschaft im Dorf funktioniert. Seit die USA gegen Nazideutschland in den Krieg gezogen sind, hängt aber eine unsichere Stimmung auch über dieser ländlichen Gemeinschaft und der schon seit Jahrzehnten dort lebende Deutsche Mr. Anselm sieht sich immer wieder Anfeindungen ausgesetzt.

 

Für Annabelle ändert sich ihr Leben schlagartig, als mit Betty ein schwererziehbares Mädchen auf den benachbarten Hof ihrer Großeltern zieht, weil ihre Mutter nicht mehr mit ihr klar kommt, nachdem der Vater verschwunden ist. Betty beginnt sofort Annabelle zu bedrohen und versucht sie einzuschüchtern. In der Schule ist eine bei über 40 Schülern in einer Klasse überforderte Lehrerin nicht in der Lage, der Aufsässigkeit von Betty Einhalt zu gebieten. Alle sind froh, wenn sie und der Bauerssohn Andy, mit dem sie sich angefreundet hat, nicht in die Schule kommen.

 

In der Nähe der Wolfsschlucht, wo Betty Annabelle regelmäßig auflauert, lebt der Einsiedler Toby in einer alten Hütte.  Er spricht nicht viel, aber sieht alles, was in der Umgebung geschieht. So wird er auch Zeuge mehrerer schlimmer Vergehen, die Betty in der Folgezeit begeht. Annabelle und ihre Mutter unterstützen den ehemaligen Soldaten Toby, der im Ersten Weltkrieg in Frankreich Unsägliches erlebt hat und seitdem mit seiner Schuld kämpft, immer wieder mit Kleidung und Essen.

 

Schnell jedoch gerät Toby in Verdacht, jenen Stein geworfen zu haben, der Mr. Anselm galt, aber Annabelles Schulfreundin Ruth traf und ihr ein Auge gekostet hat.

 

Annabelle kämpft mit sich und ihrer Angst. Erst recht, als Toby, mit dem sie sich angefreundet hat und der ihr von seinem Kriegserlebnissen erzählt hat, in Verdacht gerät und gejagt wird. Ein Gedanke gibt ihr Kraft:

„Wenn mein Leben nicht mehr war als eine einzige Note in einer endlosen Sinfonie, musste ich dann nicht diesen einen Ton so lang und so laut spielen, wie ich konnte?“

 

Sie versteckt Toby, offenbart sich schließlich ihren Eltern und diese wunderbaren Menschen mit ihrer klaren Lebenshaltung von Recht und Gerechtigkeit, glauben ihr und unterstützen sie.

Betty macht Erfahrungen von Mitmenschlichkeit und Zivilcourage, die sie ein Leben lang nicht vergessen wird.

 

Lauren Wolks erster Roman bei Hanser ist ein Jugendroman, der menschliche Schwächen schonungslos beschreibt. Ein Roman, der erzählt vom Band der Freundschaft über alle Widerstände hinweg, von Solidarität, von Gerechtigkeit und von der Bindungskraft einer Familie, in der sich Erwachsene und  Kinder ernst nehmen und achten.

1517. Weltgeschichte eines Jahres

 

 

 

 

 

Heinz Schilling, 1517. Weltgeschichte eines Jahres, C.H. Beck 2017, ISBN 978-406-70069-9

 

In diesem Jahr begehen die protestantischen Kirchen der Welt die 500. Wiederkehr des Thesenanschlags von Wittenberg, mit dem der Mönch und Theologe Martin Luther nach herkömmlicher Lesart die Reformation einleitete, einen Prozess, der für die weitere Entwicklung in Europa und der Welt eine wichtige Bedeutung bekommen sollte.

 

Der emeritierte Professor für Europäische Geschichte der frühen Neuzeit an der Humboldt-Universität  in Berlin, Heinz Schilling, der zuletzt 2012 ebenfalls bei C.H. Beck in München eine viel beachtete Biographie über Martin Luther veröffentlichte, hat nun sozusagen querströmend zu den Dutzenden von Veröffentlichungen, die sich alleine mit der Reformation und ihrer Bedeutung damals und heute befassen ( man kann in der Flut den Überblick verlieren), ein Buch geschrieben, das die zweifelsohne wichtigen Elemente der lutherschen Erkenntnis und des Beginns der Reformation in einen sozusagen globalen Zusammenhang stellt.

 

In zunächst sechs Hauptkapiteln verfolgt er wichtige und zentrale Veränderungen und Bewegungen in Europa und in anderen Teilen der Welt, die 1517 relevant sind:

  1. Zwei Weltreiche und ein Drittes Rom kündigen sich an, aber auch Sturm gegen Unterdrückung und Willkür
  2. Um Frieden und Stabilität des Geldes
  3. Europa und die weitere Welt
  4. Die Renaissance und ein neues Weltwissen
  5. Kollektive Ängste und Sehnsucht nach Sicherheit
  6. Der Papst in Rom- italienischer Souverän und universeller Pontifex

 

Erst dann beschreibt er in einem letzten Kapitel die Ereignisse in Wittenberg und ordnet sie in „einer globalhistorischen Aneignungstheorie“. Im Rahmen dieser Theorie schlägt er vor, „die nicht selten unmittelbar mit Luther und der Reformation in Verbindung gebrachte Rede von den ‚westlichen Werten‘ aufzugeben. Vielmehr ist zum Ausdruck zu bringen, dass längst die globale Aneignung eingesetzt hat, die Werte somit nicht mehr exklusiv westliche, sondern allgemeine Werte der Humanität und Freiheit sind.“

 

Auf diesem Weg der Aneignung, so Schillings Hoffnung, könne auch die bedrohliche fundamentalistische Gewalt der Gegenwart einmal überwunden werden, „so wie es seit Mitte des 17. Jahrhunderts mit der 1517 geborenen fundamentalistischen Feindseligkeit der christlichen Konfessionen gelungen ist.“

 

So wie damals und durch die weltweite Vernetzung für jeden Menschen beängstigend wahrnehmbar, ist auch heute die Welt in Bewegung. Wir spüren, dass das Jahr 2017 der Beginn von ähnlich schwerwiegenden Umwälzungen sein könnte wie damals.

 

Die langfristige Sicht des Historikers, wie sie Heinz Schilling hier vorlegt, zeigt, dass heutige Verwerfungen und Konflikte durchaus nicht das Ende dessen bedeuten müssen, was wir als westliche Zivilisation und Demokratie für wertvoll und wichtig erachten, sondern möglicherweise der Beginn einer völlig neuen Ordnung.

 

 

 

 

 

 

Ein Jahr mit den Buntspechten

 

 

 

 

Thomas Müller, Ein Jahr mit den Buntspechten, Gerstenberg 2017, ISBN 978-3-8369-5917-9

 

Nach seinen wunderbaren Sachbilderbüchern über die Schwalben,  die Spatzen, die Eulen und die Störche, die Thomas Müller in den letzten Jahren bei Gerstenberg in Hildesheim veröffentlicht hat,  folgt nun mit „Ein Jahr mit den Buntspechten“ der fünfte Band einer wirklich außergewöhnlich schönen und lehrreichen Sachbilderbuchreihe, wie es sie in ihrer Mischung aus naturwissenschaftlichen Informationen und detailgetreuen Illustrationen nur selten zu finden gibt.

 

Das Buch verfolgt das Leben eines Buntspechtpaares über ein ganzes Jahr von der Partnersuche, dem Höhlenbau in einem Baum, der gemeinsamen Sorge um das Gelege und die Aufzucht der Jungen. Dem Lernen der Jungen und ihrem Weg in ein eigenständiges Leben mit eigenem Revier und der veränderten Nahrungssuche im Winter ist der ganze zweite Teil des schönen Buches gewidmet

 

Auf den letzten beiden Seiten hat Thomas Müller Wissenswertes über den Buntspecht und seine Artverwandten den Grünspecht, den Schwarzspecht und den Mittelspecht zusammengestellt.