Die Unmöglichkeit des Lebens

 

 

Robin Stevenson, Die Unmöglichkeit des Lebens, Beltz & Gelberg 2018, ISBN 978-3-407-82294-9

 

„Zu Anfang war die ganze Selbstmordgeschichte nichts weiter als ein Spiel. Oder vielleicht nicht gerade ein Spiel, sondern eher eine Art Fantasie. Sowas wie ein makabrer Scherz. Ich würde es niemals zugeben – und jetzt schon gar nicht mehr – aber es hat tatsächlich irgendwie Spaß gemacht.“

 

Als Melody, genannt Mel, Jeremy kennenlernt, da spürt sie sofort, dass sie zu diesem Jungen ein Draht hat. Sie kann mit ihm über Tiefsinniges reden, über Dinge, die sie schon lange bewegen, über den Sinn und Unsinn des Lebens, über Schuld und immer wieder über den Tod. Je länger je mehr, spürt Melody, wie sie sich in diesen sensiblen und hochintelligenten Jungen verliebt.

 

Für sie bleiben die Gespräche über mögliche gemeinsame Selbstmordpläne nur eine Art romantisches Gedankenspiel. Doch für Jeremy scheint es der einzige Ausweg zu sein aus seinen schweren Schuldgefühlen.

 

Und er wird es tun, während Melody stehen bleibt und nicht in die Tiefe springt. Das wird gleich auf den ersten  drei Seiten des Romans klar.  In „Die Unmöglichkeit des Lebens“ erzählt Melody dann in Rückblenden ihre und Jeremys Geschichte. Die Vorgeschichte seines Suizids und die Folgen, die er für anderen unterem für Melody hat.

 

Robin Stevenson schreibt über ein Tabuthema, das in gewissen Phasen viele Jugendliche beschäftigt. Er tut das auf eine ernsthafte und sensible Weise und kann somit Jugendliche gut ansprechen.

 

Der Duft des Waldes

 

 

Helene Gestern, Der Duft des Waldes, S. Fischer 2018, ISBN 978-3-10-397343-3

 

Um es gleich vorweg zu sagen: „Der Duft des Waldes“ ist mein absolutes Lieblingsbuch dieses Sommers. Trotz monumentaler 700 Seiten und einer sehr vielsträngigen Geschichte, die sich über ein ganzes Jahrhundert erstreckt und bei der viele verschiedene historische und aktuelle Themen behandelt werden, hat mich dieser Roman aus Frankreich nicht losgelassen.

 

Die Protagonistin dieses Romans heißt Elisabeth Bathori. Sie arbeitet als Historikerin in einem Archiv für Fotogeschichtsschreibung und hat sich auf alte Postkarten spezialisiert. Zwei Jahre ist es jetzt her, dass die Liebe ihres Lebens an einem Hirntumor starb. Dieser Tod hat sie in eine lange Phase depressiver Trauer gestürzt, aus der sie ihr Chef versucht herauszuholen, indem er sie mit der hochbetagten Alix de Calendar bekannt macht, die eine unschätzbar wertvolle Sammlung alter Briefe, Postkarten und Fotos besitzt, die ihr Onkel Alban seinem besten Freund, dem berühmten Dichter Anatole Massis von der schrecklichen Front des Ersten Weltkrieges geschrieben hat.

Sofort ist Elisabeth fasziniert von diesen Dokumenten, die sie auch ganz persönlich in der Tiefe ihrer trauernden Seele ansprechen, denn es geht in ihnen um Liebe, Vertrauen, Verlust, Sehnsucht und Erinnerung. Sie beginnt sofort sich in die Briefe von Alban de Willecot einzulesen, die Helene Gestern in chronologischer Folge zwischen den einzelnen Kapiteln des Buches abdruckt, als Alix de Calendar stirbt und Elisabeth zu einem Notar gerufen wird. Alix hat ihr ein Haus im Süden Frankreichs vererbt, das nun in der nächsten Zeit zu einem Ort wird, wo ihre Seele zur Ruhe kommt.

Die aufwändige Recherche, die sie über die Briefe Albans beginnt, verleiht ihrem Leben nicht nur den Hauch eines neuen Sinnes, sondern führt sie auch nach Portugal zu einer Frau namens Violeta, die sie um Hilfe bei der Suche nach einer jüdischen Vorfahrin bittet. Dort lernt Elisabeth den Anwalt Samuel kennen, den stillen Bruder von Violeta, in den sie sich gleich verliebt. Ihre durch schwere biographische Erfahrungen geprägte komplizierte Liebesgeschichte ist ein Strang des Romans, der immer wieder durch neue Entdeckungen und Überraschungen aufwartet.

So kommt Elisabeth in den Besitz eines Tagebuchs von Diane, einer damals 17-jährigen, die mit Alban an der Front korrespondierte und auch mit Anatole Massis eine Beziehung gehabt zu haben scheint. Elisabeth gelingt es, das codierte Tagebuch zu entschlüsseln und entwickelt eine Theorie über die Beziehung der drei.

 

Doch so wie der Leser durch immer neue Wendungen überrascht und ständig von Helene Gestern auf neue Wege geführt wird, ohne dass sie selbst ihren Faden verliert, muss auch Elisabeth immer wieder neu ansetzen in ihrer Forschungsarbeit.

Diese langwierige Spurensuche hilft Elisabeth aus einer Sackgasse in ihrer eigenen Biographie, sie findet dabei die Kraft, den Verlust ihres Liebsten zu verarbeiten und eine neue Perspektive für ihr Leben zu entwickeln. Diese Perspektive entwickelt sich aber erst langsam, immer wieder gestört durch Rückschläge in ihrer neuen Beziehung zu Samuel und drohenden Selbstverlust durch das rastlose Arbeiten an immer mehr historischen Dokumenten, die auf oft seltsame Weise auftauchen, obwohl sie als verloren galten.

 

Eine Menge durchaus wichtiger Charaktere können hier nicht alle erwähnt werden, es sind zu viele. Doch jeder hat für die Handlung des Romans eine wichtige Funktion, die in vielen Fällen erst am Ende des Buches offenbar wird.

 

„Der Duft des Waldes“ ist ein großes ein ganzes Jahrhundert überspannendes Werk, voller Tiefe und sich durch eine breite Themenvielfalt auszeichnend, vom Elend des Ersten Weltkrieges, über die Judenverfolgung während der deutschen Besatzung bis hin zur Flüchtlingskrise der Gegenwart. Doch es wird nie zu viel. Helene Gestern hat die Fäden ihres Stoffes immer im Griff und führt den Leser sicher durch einen spannenden und unterhaltsamen Roman, dem man hierzulande viele LeserInnen wünscht.

 

 

 

Ganz da. Einfach und kontemplativ leben

 

 

 

 

Richard Rohr, Ganz da. Einfach und kontemplativ leben, Claudius Verlag 2018, ISBN 978-3-532-62823-2

 

In seinem vor etwa 10 Jahren erschienenen wichtigen Buch „Pure Präsenz“ schrieb der Franziskanerpater Richard Rohr unter anderem:

„Alles Reden muss durch Schweigen ausbalanciert werden. Alles Wissen muss durch Nichtwissen relativiert werden. Ohne diesen Ausgleich wird Religion unweigerlich arrogant, ausgrenzend und sogar gewalttätig. Alles Licht muss austariert werden durch Finsternis und jeder Erfolg durch Leiden. Der Heilige Johannes von Kreuz nannte dies die ‚leuchtende Dunkelheit‘, der Heilige Augustinus das ‚österliche Geheimnis‘ oder das ’notwendige Pessach‘ und Katholiken proklamieren es bei jeder Eucharistiefeier ausdrücklich als das Geheimnis des Glaubens: Tod und Auferstehung gehören zusammen. Aber dieses Axiom ist nur selten der reale Kern unserer Existenz“.

Dieses Buch damals war eines der Hauptwerke Rohrs und ziemlich schwieriger Stoff. Nun hat er nach Aussage seines Freundes und Übersetzers Andreas Ebert, selbst Autor wichtiger spiritueller Bücher, „ein ganz besonderes Buch“ geschrieben. Ein Buch, in dem Rohr eine Sammlung von Übungen und Meditationen versammelt hat, mit denen der Nutzer quasi täglich sich einüben kann in eine „Art des Sehens, die viel mehr ist als bloßes Hinschauen, weil es zugleich Erkennen  und im Gefolge davon Wertschätzung beinhaltet“.

 

Ein Buch, das nicht in einem Rutsch gelesen werden sollte wie ein Roman oder ein anderes Sachbuch, sondern das einlädt zum täglichen Gebrauch.

 

„Ganz da“ ist eine Sammlung von kurzen Meditationen und Übungen. Sie laden uns ein, die Schönheit des Augenblicks in seiner wunderbaren Alltäglichkeit zu erfahren und darin zu verweilen. Richard Rohr leitet dazu an, die Räume unseres Herzens offen zu halten, damit der Verstand neue, bisher verborgene Gefühle wahrnehmen kann. Der Franziskanerpater Rohr ermutigt, die Kontemplation immer mehr zur Quelle unseres Lebens werden zu lassen.

Die tägliche oder zumindest regelmäßige Kontemplation kann zur Quelle des Lebens werden. Eine Grundlage für ein gesundes Selbstverhältnis und für die Fähigkeit zu echtem Mitgefühl.

 

Burgkinder

 

 

J.R. Bechtle, Burgkinder, Frankfurter Verlagsanstalt 2018, ISBN 978-3-627-00250-3

 

J.R Bechtle erzählt in seinem neuen Roman „Burgkinder“ wort- und bildgewaltig eine Familiensaga, die von den letzten Monaten des Zweiten Weltkriegs bis ins Silicon Valley der jahrtausendwende reicht.

Hermann Fürst lebt auf einer Burg im Rheintal. Er ist einer der erfolgreichsten Schriftsteller seine Zeit, hat mehr Bücher verkauft als Thomas Mann. Wir schrieben de März 1945. Die Front ist nur wenige Kilometer von Fürsts Burg entfernt. Noch bevor die Amerikaner die Brücke von Remagen bezwingen, stirbt der alte Schriftsteller.

Die Amerikaner unter der Führung von Leutnant Rob Wiseman  verlegen ihr Frontlazarett in die Burg der Fürsts verlegen. Bald schon lässt sich Rob mit Erika, der Schwiegertochter Fürsts, ein und wird deshalb nach Kriegsende in San Francisco von der Militärpolizei vorgeladen.

 

Die Familiengeschichte der Wisemans ist nicht weniger erfolgreich als die der Fürsts. Als jüdisch-deutsche Familie in die USA eingewandert, häufen sie bald als Handelsunternehmer große Reichtümer an. Auch Rob ist an diesem Aufstieg beteiligt. Doch kurz vor Übernahme des CEO-Postens eines großen Unternehmens steigt er kurz vor dem Karrierehöhepunkt aus und macht sich als Start-up-Finanzier im Silicon Valley selbstständig.
In dieser Lebensphase, fünfundzwanzig Jahre nach dem Krieg, taucht plötzlich Friedemann Fürst, der einzige Sohn Erikas, bei ihm auf. Rob ahnt, dass Friedemann sein Sohn ist, den er in Deutschland mit Erika gezeugt hat, ein Burgkind. Und nun steht er vor einer schweren Entscheidung.

 

„Burgkinder“ ist eine lesenswerte, spannende und berührende Familiensaga, die erzählt von Absturz und Erfolg, von Mut und Schwäche aber auch von Hass und Liebe.

 

 

 

 

Bretonische Geheimnisse. Kommissar Dupins siebter Fall (Hörbuch)

 

 

Jean-Luc Bannalec, Bretonische Geheimnisse. Kommissar Dupins siebter Fall (Hörbuch), Der Audio Verlag 2018, ISBN 978-3-7424-0477-0

 

Eine neue literarische Stimme macht sich seit einigen Jahren erfolgreich auf dem hart umkämpften deutschen Krimimarkt bemerkbar. Während viele Jahre lang erfolgreiche Serien wie etwa Donna Leons Romane um den Commissario Brunetti aus Venedig schon seit langem an Langeweile und immer mehr von dem Gleichen nicht zu überbieten sind, hat der in Deutschland und in Frankreich lebende Autor unter dem Pseudonym Jean Luc Bannalec mit seinen bisher schon sechs Romanen um seinen im Finstere lebenden Kommissar Dupin auch bei der etablierten Literaturkritik erhebliche Beachtung gefunden.

 

Schon in allen bisherigen Romanen hat Bannalec, vor allem vermittelt durch Dupins Kollegen Riwal eine Menge bretonischer Geschichte und Mythen eingewoben. Doch in seinem neuen Werk geht es fast ausschließlich darum. Für Leser, die sich vor allem für die Artuslegende interessieren, ist das toll, für andere möglicherweise stellenweise etwas langweilig und langatmig.

 

Der Wald von Brocéliande mit seinen malerischen Seen und Schlössern ist das letzte verbliebene Feenreich – glaubt man den Bretonen. Unzählige Legenden aus mehreren Jahrtausenden sind hier verortet. Auch die von König Artus und seiner Tafelrunde. Welche Gegend wäre geeigneter für den längst überfälligen Betriebsausflug von Kommissar Dupin und seinem Team in diesen bretonischen Spätsommertagen, zumal sich mit Riwal ein absolut kundiger Kollege anbietet mit detaillierten Informationen und Führungen.

Als Dupin zu Beginn des mehrtätigen Betriebsausflug noch mit einem berühmten Artus-Forscher in einer anderen Angelegenheit en Gespräch führen will, findet er diesen ermordet vor. Schnell ist Dupin von Paris aus zum nationalen Sonderermittler ernannt mit allen Befugnissen und macht sich mit seinem Team auf die Suche nach dem Täter. Wichtig ist dabei eine Gruppe von an diesem Ort versammelten Wissenschaftlern mit zunächst undurchschaubaren Beziehungen untereinander, die, so findet Dupin bald heraus, von Konkurrenz und Stellenneid geprägt sind.

 

Aus dieser Gruppe sind bald weitere Opfer zu beklagen. Und Dupin dämmert de Erkenntnis, dass jeder aus dieser Gruppe sowohl das nächste Opfer als auch der nächste Täter sein kann.

 

Unter dem zeitlichen Druck seiner Partnerin Claire, die nach dem Ausflug die neue gemeinsame Wohnung einrichten will, ermittelt Dupin mit seinen Kollegen fieberhaft. Dabei wächst Nolwenn wieder einmal über sich hinaus, indem sie wie ein menschlicher Computer alle Infos bündelt und die ganze, dieses Mal außerordentlich gefährliche Ermittlung koordiniert.

 

Als zwischenzeitlich Kadeg und Riwal spurlos verschwunden sind, scheint sich ein Fiasko anzubahnen. Mit sehr gelungenem Spannungsbogen und psychologischer Raffinesse bei der Beschreibung der Beziehungen innerhalb der mysteriösen Wissenschaftlergruppe gelingt es Bannalec, den Leser in dem, wie ich finde, bisher besten seiner Bücher, den Leser bis zur letzten Seite zu fesseln  und ihn gleichzeitig mit einer Menge an interessanten historischen Informationen zu füttern.

 

Ein hervorragender Kriminalroman mit tiefen Einblicken in die Abgründe des Wissenschaftsbetriebs und die bretonische Mythologie.

 

In der vorliegenden ungekürzten Hörbuchfassung  gelingt es Gerd Wameling ganz hervorragend, die Stimmung des Buches einzufangen, mit seiner Stimme die Spannung des Buch noch zu verstärken und der warmherzigen Interpretation der Charaktere von Dupins Team eine ganz persönliche Note zu geben.

 

 

 

Das Feld (Hörbuch)

 

 

 

 

Robert Seethaler, Das Feld (Hörbuch), tacheles Roof Music 2018, ISBN 978-3-86484-503-1

Bei zahllosen Besuchen der Gräber meiner Verwandten auf unserem Friedhof in den letzten Jahren und bei unzähligen Beerdigungen, die ich als Pfarrer leitete, in den letzten beiden Jahrzehnten des vergangenen Jahrhunderts habe mich oft gefragt, was wohl all die Toten um mich herum erzählen würden, wenn sie auf ihr Leben nach einiger Distanz von wo auch immer zurückblicken könnten.

 

Zu Beginn des neuen kleinen Romans von Robert Seethaler, der gleich nach seinem Erscheinen die Bestsellerlisten anführt, sitzt ein alter Mann auf seiner Bank auf dem Friedhof des erdachten Städtchens Paulstadt. Immer sitzt er da und hat sehr oft den Eindruck, die Toten würden ihm ihre Geschichten einflüstern.

 

Und Robert Seethaler lässt sie erzählen. Oft sind es nur wenige Sätze, manchmal bedrückende Lebensgeschichten. Da ist der depressive Pfarrer, der eines Tages die Kirche anzündet und dabei umkommt. Viele andere Tote nehmen in ihren Berichten auf dieses unglaubliche Geschehen Bezug, von dem ganz Paulstadt noch sehr lange spricht.

Da ist die Frau, die 67 Männer hatte, aber nur einen wirklich liebte. Die Frau, die an ihren dicken Mann denkt, mit dem sie viel Spaß hatte, auch im Bett und die einfach glücklich war mit ihm.

 

Die vielen kleinen Porträts verweben sich mit der Zeit miteinander und deutlich wird so etwas wie eine kleine Sozialgeschichte einer kleinen Stadt mit all ihren Geheimnissen und kleinen und großen Geschichten. Egal, was die Toten über ihr Leben zu sagen haben: Robert Seethaler konfrontiert mit ihren Erzählungen den Leser mit existentiellen Fragen: Was macht eigentlich ein Leben aus? Was macht mein Leben aus? Wann kann man am Ende des Lebens sagen, man habe gut gelebt? Gibt es überhaupt so etwas wie ein gutes Leben, wenn es doch früher oder später mit dem Tod endet, ein Tod, der in vielen Geschichten quälend gekommen ist und für nicht wenige eine Erlösung war.

 

Robert Seethalers Buch, in dem 29 Tote auf ihr Leben zurückblicken, übt je länger je mehr einen regelrechten Sog aus auf den Leser, weil er sie so lebendig schildern lässt, was ihr Leben ausmachte. Sehr tröstlich ist, dass die meisten Erzähler ihren Tod relativ gelassen nehmen.

Einer drückt das so aus:

„Im Grunde genommen verstehe ich ja nichts von der Liebe, und vom Leben weiß ich nur, dass man es zu leben hat. Aber immerhin habe ich jetzt vom Sterben eine Ahnung: Es beendet die Sehnsucht, und wenn man stillhält, tut es gar nicht weh.“

 

Ein dichter, poetischer und philosophischer Roman, der die literarische Qualität seines Vorgängers bestätigt.

 

Die hier vorliegende ungekürzte Hörbuchfassung hat Robert Seethaler selbst eingelesen. Es ist nicht immer ein Genuss, wenn der Autor sein Buch selbst im Hörbuch interpretiert, aber Robert Seethaler macht aus seiner Lesung der Lebensreflexionen der 29 Toten  auf dem Friedhof von Paulstadt ein absolutes Hörerlebnis.

 

Selten ziehe ich das Hörbuch dem Buch vor. In diesem Fall aber ist es so. Unbedingte Hörempfehlung !

 

 

 

 

Und ewig lockt die Loreley. Sehnsuchtsziel Rheintal

 

 

 

Ulrich Metzner, Ingo Schmidt, Und ewig lockt die Loreley. Sehnsuchtsziel Rheintal, Anton Pustet 2018, ISBN 978-3-7025-0885-2

 

Unzählige Touristen, in der Neuzeit hauptsächlich aus den USA und aus Asien besuchen jedes Jahr dieses berühmte Tal und lassen sich von seiner Schönheit, dem Imposanz seiner Burgen und dem Charme seiner Sagen und Geschichten bezaubern.

Ich selbst bin vor über 60 Jahren dort geboren, wo dieses Tal seinen  Anfang nimmt, an der Mainspitze, dort wo der Main in den Rhein fließt. Als Jugendlicher habe ich es im Frühjahr und im Sommer regelmäßig mit dem Fahrrad bereist. Es lag in einer Entfernung, wo man gut am selben Tag wieder zu Hause sein konnte. Später habe ich immer am Rhein oder in seiner direkten Nähe gewohnt. Es ist mein Fluss.

 

Das vorliegende Buch von Ulrich Metzner und Ingo Schmid lässt dieses mythenreiche Tal dem Leser und Betrachter ganz nahe kommen, so nahe, dass er nicht ruhen wird, bis er mit dem Schiff, mit dem Rad oder auch zu Fuß (Rheinsteigwanderweg) sich einen eigenen, unvergesslichen Eindruck geschaffen hat.

Es ist ein Juwel der Natur, eine atemberaubende Fluss- und Berglandschaft, die sich über eine Länge von 67 Kilometern erstreckt. Die 30 Burgen und Schlösser, die pittoresken Städtchen und Dörfer an den Ufern des mächtigen Stroms lassen das Mittelalter wiederauferstehen.
 

 

 

 

Soul Fuel

 

Dirk Mangartz, , teNeues 2018, ISBN 978-3-96171-051-5

 

In diesem für Motorradfreunde und speziell für BMW –Fans absolut faszinierenden Buch von Dirk Mangartz werden 17 internationale Customizer porträtiert und ihre Interpretationen der BMW R nineT. Es bietet damit einen individuellen Zugang zum Thema Customizing.

 

Ein Custom Bike ist vor allem eins: einzigartig. Nicht nur für die Hardware der Motorräder, sondern auch die Software des damit verbundenen Lifestyles sind die Subkultur der Custom Bike-Community und ihre Trends von großer Bedeutung. Einer digitalisierten und perfektionierten Welt setzen Customizer bewusst etwas Handgemachtes und Rohes entgegen. Es ist ein Kickstart für die Fantasie aller Freigeister.

 

Zur Markteinführung der BMW R nineT im Jahr 2013 startete das einmalige Projekt Soul Fuel. Erste ausgewählte Customizer erhielten im Zuge der entstehenden Kooperation von BMW Motorrad eine R nineT, die sie nach ihren Vorstellungen umbauen und individualisieren konnten. Bis heute schufen 17 Customizer unter dem Label Soul Fuel faszinierende Umbauten mit der R nineT. Im Jahr 2018 sollen fünf weitere Projekte folgen.

Das Buch Soul Fuel stellt die bislang realisierten Umbauten vor und liefert eine Hommage an das Lebensgefühl Customizing. Dirk Mangartz lässt den Leser und Betrachter einen Blick in die Werkstätten dieser Individualisten werfen. Jedes Bike ist ein Unikum.

 

Das Buch bietet beeindruckendes Bildmaterial, informative Porträts der Customizer sowie innovatives Design.

 

Für alle Motorradfreunde interessant.

Weißt du, wie viel Sternlein stehen. Mein Gute-Nacht –Buch

 

 

 

Sigrid Leberer, Weißt du, wie viel Sternlein stehen. Mein Gute-Nacht –Buch, Butzon & Bercker 2018, ISBN 978-3-7666-2520-5

 

Abendgebete, Segensgebete (mit Gestenanleitung), kurze biblische Geschichten, Märchen (etwa den „Sterntaler“) sind in diesem wunderbaren Buch versammelt und wollen von Eltern und Kindern entdeckt werden. Sein Reichtum besteht aus der Unterschiedlichkeit seiner Texte, mal für ganz kleine Kinder, mal für Kinder, die schon im Kindergarten sind.

 

Es hilft, etwas am Leben zu erhalten, was in vielen Familien leider unterzugehen droht: abendliche Einschlafrituale mit christlicher Prägung und christlichem Inhalt.

 

Alle Texte und Lieder vermitteln den Kindern Geborgenheit und lassen sie behütet einschlafen.

Into the Light

 

 

 

Tom Jacobi, Into the Light, Hirmer 2018, ISBN 978-3-7774-3184-0

 

Die Farbe Weiß hat in der Geschichte der Menschheit schon immer eine besondere Bedeutung. Die Reinheit gleißender Helligkeit und die Symbolik der Farbe Weiß hat für die Menschen  seit jeher eine magische Anziehungskraft. Aus den meisten Religionen und Weltanschauungen ist sie nicht wegzudenken. In der Schöpfungsgeschichte der Genesis spricht Gott, „Es werde Licht!“, und bei den alten Ägyptern war Weiß die Farbe der Freude. Als »ein Kind der weißen Henne« bezeichneten die Römer jemanden, der immer Glück hatte. Die weiße Lotusblüte ist im Buddhismus das Symbol der Erleuchtung. Doch auch in der Natur wirkt Weiß auf den Menschen: der antarktische Sommer zeigt eine der ergreifendsten Landschaften in Weiß.

 

Sieben Kontinente hat der Fotograf TomJacobi bereist und vom Licht erfüllte Landschaften festgehalten, in denen die Zeit stilzustehen scheint.

Seine Landschaftsaufnahmen zelebrieren die Farbe Weiß auf beeindruckende Weise: monumental, magisch, als das Gegenteil von Schwarz, als Licht gegenüber dem Nichts und dem Chaos. Sie bieten dem Betrachter eine Menge Raum für das Staunen und die Kontemplation.

 

Sie geben einen Eindruck davon, „was das Licht des Göttlichen uns auf unserem Planeten offenbart“. (Satjiv Singh Chalil)