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Die Geschichte vm Löwen, der nicht schwimmen konnte

 

 

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Martin Baltscheit, Die Geschichte vom Löwen, der nicht schwimmen konnte, Beltz 2016, ISBN 978-3-407-82118-8

 

Nach dem überragenden Erfolg, den der Beltz-Verlag mit der Wiederauflage jener schon 2002 zum ersten Mal erschienenen Geschichte von einem Löwen, der nicht schreiben kann, hatte, hatte Martin Baltscheit ein weiteres dem Vorgänger ähnliches Buch nachgelegt unter dem Titel „Die Geschichte vom Löwen, der nicht bis drei zählen konnte“.

Nun, 2016, überrascht er mit einen dritten  Band der Serie. In „Der Löwe, der nicht schwimmen konnte“, wieder in wunderbaren Reimen verfasst, erzählt er die Geschichte vom stolzen Löwen, der Schwimmen zunächst etwas für Schwäne hält. Als jedoch seine Löwin wegen der Schneeschmelze bei gestiegenem Wasserstand auf einer Insel im See festsitzt, die vorher ein Hügel war und sie laut nach Rettung ruft, hat der Löwe ein Problem.

Der Frosch, die Ente, das Krokodil, die Fische und der Floh geben ihm aus ihrer Praxis gute Ratschläge, die der Löwe aber alle verwirft. Er phantasiert gerade über ein Flugzeug, als ihn die Grille einen feigen Löwen nennt.

Das kann er nicht auf sich sitzen lassen. Er stürzt sich ins Wasser und schwimmt zur Insel. Doch dort erlebt er eine Überraschung…

Ein wunderschönes Bilderbuch nicht nur über die Kunst des Schwimmens, sondern auch über die Weisheit verliebter Löwinnen.

Überall Vierecke

 

 

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Yusuke Yonezu, Überall Vierecke, Minedition 2015, ISBN 978-3-86566-280-4

 

Ganz erstaunliche und überraschende Entdeckungen können schon ganz kleine Kinder mit diesem schönen und lustigen Klappbilderbuch des 1982 geborenen japanischen Illustrators Yusuke Yonezu machen.

Dieses Mal spielt er mit Vierecken, die jeweils auf ein anderes Bild hinweisen, das man entdecken kann, wenn  man eine Seite umdreht. Vorher aber werden die Kinder zum Raten aufgefordert: „Was kann das sein?“

Erstaunlich, was sich hinter den kleinen und größeren Vierecken alles verbirgt. Eine schöne Idee schon für die allerkleinsten Buchliebhaber.

Ich finde, alle Bücher des Japaners (es sind etliche bei minedition) haben ihren eigenen Reiz und werden leider zu selten wahrgenommen.

 

Raben-Baby

 

 

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John A. Rowe, Raben-Baby, Minedition 2015, ISBN 978-3-86566-226-2

 

Das kleine Rabenbaby kann zum Entsetzen seiner Eltern und seines Großvaters nicht richtig singen. Statt des für Raben üblichen „Rrrahhh!“ bringt er lediglich ein klägliches „Piep“ zustande.

Nach einer ausführlichen Nachhilfe durch den Großvater hört das Rabenbaby gar nicht auf zu singen und bald schon sehnt sich die Gemeinschaft der Raben nach seinem Piep zurück.

Das kleine Büchlein reflektiert eine Erfahrung, die auch viel Menschenkinder und ihre Eltern machen. Zunächst sind die Eltern stolz auf die musikalischen Bemühungen der Kinder, doch angenehm zu hören ist es nicht.

„Raben-Baby“ ist  humorvolle Geschichte, witzig und eindrucksvoll illustriert, in der sich Eltern und ihre talentierten Kinder wiederfinden werden.

 

Kleiner Räuber Roddi Hut

 

 

 

 

 

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Daniela Dammer, Valeska Scholz, Kleiner Räuber Roddi Hut, Thienemann 2016, ISBN 978-.3-522-.43771-4

 

Der kleine Waschbär Roddi Hut  wohnt in einer Höhle unter der alten Kastanie. Er findet, er ist ein waschechter Räuber. Hut, Maske und Flickenhosen, alles da. Was ihm fehlt, ist ein richtige Bande, so eine wie  die, von der ihm sein Großvater in echtem Räuberlatein erzählt, während sie sich am Lagerfeuer wärmen.

Aber weder der Bär noch der Wolf oder der Adler brauchen so etwas. Entrüstet wenden sie sich ab, als Roddi ihnen die Gründung einer Bande vorschlägt. Sie sind stark genug und kommen alleine zurecht. Mehr Erfolg hat er da bei anderen Tieren, die allerdings auf den ersten Blick alles andere ausstrahlen als Räubermentalität: ein schreckhaftes Opossum, ein tollpatschiger Vielfraß und ein nervöses Erdferkel.

Zunächst unentschlossen, begeistern sie sich aber bald von dem Bandengedanken und der Gemeinschaft, die er verspricht. Sie sind dabei. Ihre erste Handlung ist ein Beerenkompott, für das die vier Tiere Beeren sammeln. Als der Bär ihnen diese wegnehmen will, steht die neuen Bande vor ihrer ersten großen Herausforderung.

Mit ihren unterschiedlichen Fähigkeiten besiegen sie den Bär und sorgen dafür, dass sich die Mär von dieser Tat im ganzen Wald verbreitet. Und als Siegesabzeichen bekommt jeder eine neuen bunten Flicken auf die Hose.

Ein schönes Bilderbuch für alle, die sich gerne in der Vorstellung gefallen, einmal ein richtiger Räuber zu sein.

Die Suche

 

 

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Aaron Becker, Die Suche, Gerstenberg 2016, ISBN 978-3-8369-5890-5

 

Schon im Jahr 2014 in den USA erschienen, hat der Künstler Aaron Becker hier im Gerstenberg Verlag das zweite aus einer Trilogie von fantasievollen Bilderbüchern vorgelegt, das ganz ohne Worte auskommt.

Das erste Buch „Die Reise“ erzählte in immer farbenfroheren Bildern zunächst von dem grauen Alltag eines kleinen Mädchens, für das niemand Zeit hat und mit dem niemand spielen will. Der Vater sitzt vor dem PC und die Mutter spielt mit ihrem Smartphone herum. Allein in ihrem noch grauen Zimmer fällt ihr Blick auf einen magischen roten Stift, mit dem sie sich eine Tür malt, durch die sie in eine traumhafte Landschaft eintritt, in der ein kleiner Fluss durch einen dichten Wald fließt. Mit dem roten Stift den sie natürlich mitgenommen hat, entwirft sie sich ein Boot, und dann geht es ab auf eine abenteuerliche Reise durch magische Fantasiewelten. Immer wieder kann sie mit ihrem Stift das Geschehen in der Geschichte beeinflussen. Ein von ihr gerettetes Fabelwesen zeigt ihr den Weg zu einem neuen Freund.

Diese beide erleben nun in dem vorliegenden zweiten Band der Trilogie mit dem Titel „Die Suche“ ihr nächstes Abenteuer. Am Anfang sind sie mit dem Fahrrad unterwegs und suchen unter einer Brücke Schutz vor dem Regen. Mitten im Brückenpfeiler öffnet sich plötzlich eine Tür, in der ein geheimnisvoller König erscheint und den beiden Kindern eine mysteriöse Karte aushändigt. Wohin die Karte die beiden wohl führt? Und: ist der König in Gefahr? Unter der Führung eines violetten Vogels begeben sie sich auf wundersame Reise durch selbst erdachte Räume und erleben aufregende Welten und Abenteuer.

Vielleicht noch genialer gezeichnet als der erste Band, dessen Geschichte und Botschaft auch kleinere Kinder sehr gut verstehen konnten, macht  „Die Suche“ jedoch selbst beim mehrfachen Betrachten und Studieren schon Probleme beim Verständnis der Handlung. Mir jedenfalls ging das so.

Vielleicht ist es ja Kindern viel leichter möglich, sich in eine Vorstellungswelt aus Traumreisen zu begeben.

Ein ungewöhnliches Bilderbuch, das ganz ohne Worte eine große Geschichte erzählt und bei jedem neuen Betrachten neue Geheimnisse enthüllt, die man vorher nicht bemerkt hat.

Kater Clemens

 

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Max Bolliger, Jürg Obrist, Kater Clemens, Kater Clemens, Atlantis 20126, ISBN 978-3-7152-0708-7

 

Der 2013 verstorbene Max Bolliger und der Illustrator Jürg Obrist haben schon oft und erfolgreich zusammengearbeitet. Ich erinnere mich gerne an das Bilderbuch „Der Hase mit den himmelblauen Ohren“, das ich bei meinen Lesestunden in der hiesigen Kindertagesstätte oft und gerne vorgelesen habe.

In diesem 1993 zum ersten Mal erschienenen Buch ging es um die Entwicklung von Selbst-Bewusstsein im wahrsten Sinne des Wortes, um den Aufbau einer Ich-Identität, ohne die ein wirklich sinnvolles Menschenleben nicht möglich ist.

Zusätzlich ging es um ein Phänomen, das jeder kennt, der einmal bewusst darüber nachgedacht hat. Den Vorgang nämlich, dass Selbstausgrenzung die Ausgrenzung durch andere geradezu hervorruft und nur dadurch beendet werden kann, dass der zuvor sich selbst außerhalb der Gemeinschaft Stellende sich wieder mit vollem Bewusstsein seiner selbst in diese Gemeinschaft hineinstellt, und nicht vorsichtig und scheu wartet, bis diese ihn etwa ruft.

Auch das vorliegende Bilderbuch transportiert eine wichtige Botschaft. Es erzählt eine Geschichte über den Wunsch beliebt zu sein und was einer alles dafür tut oder lässt. Sie erzählt aber auch von Gruppendruck, und wie bei dem vorher erwähnten Buch geht es auch hier um Selbstsicherheit und um wahres Glück.

Wie allen Katzen gefällt es Clemens, durch Wiesen und Wälder zu streifen, Mäusen nachzustellen oder sich in der Sonne zu räkeln. Er genießt es aber auch, beliebt zu sein. So haben die anderen Tiere des Bauernhofs ein leichtes Spiel, ihm allerlei aufzuschwatzen: „Du solltest eine Brille tragen“, sagt das Huhn. Die Kuh meint: „Samtpfoten wie die deinen brauchen Schuhe.“ Und das Schaf schlägt ihm vor, sich doch die Krallen rot zu färben. Als Clemens aber die Ratschläge befolgt, erntet er nur schallendes Gelächter. Erschrocken läuft er davon. Als er nach einigen Tagen zurückkehrt, ist er wieder ganz er selbst und gerade darum ein liebenswerter Kater.

Im Jahr 2000 zuerst erschienen, hat das Bilderbuch nichts von seiner Schönheit und Botschaft eingebüßt. Kinder können lernen, dass sie okay sind wie sie sind, und dass sie den Erwartungen der Anderen nicht genügen müssen.

Familie Maus im Garten

 

 

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Kazuo Iwamura, Familie Maus im Garten, NordSüd 2016, ISBN 978-3-314-10327-8

Mit zauberhaften Bildern schildert der japanische Autor Kazua Iwamura eine lustige Mausfamilie bestehend aus Mama Maus, Papa Maus, Oma Maus, Opa Maus und insgesamt 10 Mäusegeschwistern. Hana Christen hat sie aus dem Japanischen übersetzt und Rose Pflock hat daraus wunderschöne Verse gedichtet, die das Vorlesen dieses Buches und das Betrachten der zauberhaften Bildern zu einem sprachlichen und phonetischen Erlebnis machen können.

Das Buch erzählt davon, wie di gesamte Familie Maus in ihrem Garten arbeitet, wie sie säen, die Pflanzen pflegen und ernten.  Und so ganz nebenbei erfahren die das Buch betrachtenden Kinder, am Beispiel eines Kürbis, wie sich eine Pflanze vom Samenkorn bis zur Ernte entwickelt. Und nicht zu vergessen: all das kann man auch essen, dafür wird es ja angebaut.

Und so heißt es nach der Ernte eines großen Kürbis`:
„Hm – so tolle  leck`re Sachen
Lassen sich mit Kürbis machen!
Opa lacht und ruft: ‚Ich spar
Kerne für das nächste Jahr!“

Ein wunderschönes Bilderbuch, das den Kindern zeigt, wie schön es sein kann einen Garten zu haben und dort sich um Pflanzen zu kümmern. Vielleicht ist es ja für die vorlesenden Eltern und ihr Kind ein Anlass, in ihrem Garten, und sei er noch so klein, eine kleine Ecke für das Kind zur Pflege und Bepflanzung zu reservieren und einzurichten.

Der schaurige Schusch

 

 

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SaBine Büchner, Charlotte Habersack, Der schaurige Schusch, Ravensburger Verlag 2016, ISBN 978-3-473-44670-4

 

In diesem neuen Bilderbuch erzählt Charlotte Habersack in einer schönen und nachdenkenswerten Parabel eine Geschichte von Vorurteilen, Abgrenzung und Ablehnung von Fremden und wie sie schlussendlich überwunden werden kann. Obwohl es keine direkten Andeutungen gibt, ist dich der Bezug zu der aktuellen Flüchtlingsdebatte überdeutlich, die auch Kinder im Kindergarten schon erleben, wenn neue Kinder zu ihnen kommen, die anders sind.

In dem Bergort Doppelspitz wohnen nur wenige Tiere. Das scheue Huhn, der bockige Hirsch, die garstige Gams das maulige Murmeltier und der Party-Hase. Als sie eines Tages erfahren, dass der Schusch zu ihnen ziehen soll, dem es weiter unter zu warm geworden ist, geraten sie alle fünf in helle Aufregung. Und sie überbieten sich mit ihren Vorurteilen über ihn, obwohl sie ihn gar nicht kennen. Das kennt man ja.

Doch als der Schusch, oben angekommen on Doppelspitz eine Einweihungsparty gibt, geraten nicht nur die Vorurteile ins Wanken….

Ein schönes Bilderbuch über Vorurteile. Kinder lernen im Gespräch über dieses Buch, dass man niemand beurteilen soll, den man nicht kennt.

 

 

 

Wolfi der Hase

 

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Ame Dyckman, Zachariah Ohora, Wolfi der Hase, NordSüd 2016, ISBN 978-3-314-10332-2

 

Dies ist ein absolut empfehlenswertes Buch über Vorurteile, Anderssein und Freundschaft. Von Zachariah Ohora einfach und ansprechend illustriert, erzählt Ame Dyckman eine Geschichte, die Ohora im New Yorker Park Slope Viertel ansiedelt, wo sie lange in einer Wohnung im Untergeschoss wohnte.

Dort wohnt auch Familie Hase, die eines Tages vor ihrer Haustür in einem Bastkorb ein Wolfsbaby findet. Während die Eltern ohne Vorurteile das kleine Baby aufnehmen und Wolfi nennen, ist die Tochter Nora davon überzeugt, dass der Wolf sie früher oder später alle fressen wird.

Nora und Wolfi müssen in einem Zimmer schlafen. Zur Sicherheit montiert sie sich eine Taschenlampe auf ein Stirnband. Als ihre Freunde sie besuchen, sind auch die davon überzeugt: der Wolf wird sie fressen. Sie wollen fortan nicht mehr bei Nora spielen. Darüber ist Wolfi sehr traurig und weicht Nora nicht mehr von der Seite. Er wächst auf und verhält sich wie ein Hase. Wird auch von Noras Mutter wie ein Hase verkleidet als sie eines Tages, als keine Lebensmittel mehr im Haus sind, in einem Laden einkaufen gehen. Dort will ein Bär die Kinder verdrängen und greift Wolfi an. Doch Nora schlägt den Bär brüllend in die Flucht.

Als Geschwister gehen sie glücklich zurück. Ein schönes Bilderbuch, das auf eine witzige Weise das Thema Anderssein behandelt.

 

Die Rückkehr

 

 

 

 

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Natalia Chernysheva, Die Rückkehr, Atlantis 2015, ISBN 978-3-7152-0695-0

 

Ein Bus in der Großstadt, ein Bus, der aufs Land fährt. Mitten in der scheinbaren Einöde steigt eine junge Frau aus. Sie geht zu einem Hof, der nur so groß wie ein Damenschuh ist, bewirtschaftet von einer alten Frau, so groß wie ein Daumen. Doch die beiden scheinen sich zu kennen, sehr herzlich ist das Wiedersehen und als der Hut der Alten auf dem Kopf der Jungen landet, ist alles plötzlich ganz anders. Nun ist die Junge so winzig, dass sie gar nicht vom Stuhl auf den Tisch schauen kann und die Alte wird zur Riesin. Gleich geblieben ist nur die stille Freude der beiden, sich zu haben.

Es geht in diesem bezaubernden Bilderbuch , das völlig ohne Worte auskommt, um die Rückkehr in die Heimat, zur Oma, aber auch die Rückkehr in die Kindheit, in alte Beziehungsmuster, das Paradies der Kindheit,  in eine fremdgewordene Welt.

Deshalb ist es nicht nur für Kinder zu empfehlen, auch die Erwachsenen, die es zusammen mit ihren Kindern anschauen und darüber mit ihnen sprechen, werden spüren, dass es vielfältige Emotionen in ihnen auslöst. Denn Rückkehr ist im Leben vieler Menschen ein wundes Thema.