Schlagwort-Archiv: Bilderbuch

Ganz schön super

 

 

 

44190408z

 

 

Nanna Prieler, Ganz schön super, Nilpferd 2016 , ISBN 0978-3-7074-5177-1

 

In diesem außergewöhnlichen Bilderbuch hat die Graphikerin Nanna Prieler alle Register ihres Könnens gezogen und ein farbenfrohes Werk vorgelegt, das nicht nur die Kinder ab 3 Jahren ansprechen wird, für die es empfohlen wird, sondern sicher den vorlesenden Erwachsenen Freude bereiten wird.

Erzählt wird die Geschichte des eingebildeten Katers Kalle. Er hält sich für den Größten  und findet alle andern Tiere nur doof. Der Elefant ist ihm zu groß, die Katze viel zu dünn, der Pinguin zu dick, der Affe zu bunt und so weiter. Echt alles doof, findet Kalle.

Und so sondert er sich immer mehr von den anderen Tieren ab und wird bald alleine dastehen, wenn nicht die anderen Tiere eine blendende Idee hätten – sie halten Kalle einen Spiegel vor…

Ein schönes, in der Gestaltung absolut außergewöhnliches Bilderbuch zum Thema Vielfalt und Toleranz.

 

Das vergessliche Eichhörnchen

 

 

 

44324438z

 

Susanne Timbers, Das vergessliche Eichhörnchen, Minedition 2016, ISBN 978-3-86566-267-5

 

Die ist ein schönes und feinfühliges Buch, das den Kindern am Beispiel einer Geschichte aus der Tierwelt das Phänomen von Demenz und Alzheimer bei Menschen nahebringen soll. Ein Phänomen, das immer mehr Kinder bei ihren eigenen Groß- oder Urgroßeltern erleben und damit klarkommen müssen.

Das Buch erzählt die Geschichte von Eichhörnchen, das alt und vergesslich geworden ist. Es weiß nicht mehr, wo es seine Nüsse als Vorrat für den langen Winter versteckt hat. Zum Glück hat das Eichhörnchen Freunde, die ihm dabei helfen, mit einem Gedächtnistraining die Nüsse wiederzufinden

So weit so gut. Die Tiere bereiten sich auf den Winterschlaf vor. Nicht so der clevere Eichelhäher, der versucht, dem Eichhörnchen den Nussvorrat abzuluchsen. Vor lauter Aufregung im Kopf wird das Eichhörnchen ohnmächtig, und der Eichelhäher bekommt es mit der Angst zu tun und ruft die anderen Tiere um Hilfe.

Mit einem gemeinsamen Nussmahl besiegeln sie ihre zukünftige Freundschaft, denn der Eichelhäher verspricht, dem Eichhörnchen in Zukunft zu helfen.

Im Anhang hat die Biologin Tanja Dietrich alle wichtige Informationen gesammelt „ wie Tiere den kalten Winter überstehen.“

Ein schönes, lehrreiches und sensibles Bilderbuch.

 

Anna, Anton, Augenstern

 

 

44098861z

 

 

 

 

 

Kristina Dumas, Anna, Anton, Augenstern oder wie man auf er ganzen Welt zu seinem Namen kommt, Annette Betz Verlag 2016, ISBN 978-3-219-11676-2

 

Viele fremde Namen lernen unsere Kinder in diesen Zeiten in unseren Kindergärten und Schule kennen. Denn unsere Gesellschaft ist bunter geworden, Kinder aus vielen unterschiedlichen Ländern besuchen die Einrichtungen selbst in kleineren Kommunen.

Jedes Kind hat einen Namen, von seinen Eltern wohlüberlegt ausgesucht. Einen Namen mit einer Geschichte und einer Bedeutung. Das vorliegende Sachbilderbuch geht diesen Namensursprüngen in vielen Ländern und Gegenden der Welt und erklärt sie. Es gibt aber auch viel Informationen über Modenamen, Spitznamen und ganz ausgefallene Namensgebungen.

Das Buch ist lehrreich, aber witzig. Ein wenig erinnern manche großflächige Bilder an ein Wimmelbuch und laden so zum Entdecken ein.

Das Buch sollte in keinem Kindergarten fehlen.

Einer für Alle – Alle für Einen

 

14513657z

 

Brigitte Weninger, Eve Tharlet, Einer für Alle- Alle für Einen, Minedition 2016, ISBN 978-3-86566-342-9

 

In diesem schönen Bilderbuch geht es um das wichtige Thema der Inklusion. Da wird erzählt von einer Maus namens Max, die körperbehindert ist. Sein einer Fuß ist kürzer als der andere. Deshalb stolpert er oft, steht aber immer wieder auf und macht weiter.

Unterwegs auf seinem Weg in die Welt (seine Mama hat ihn mit den schönen Worten verabschiedet: „Geh immer deinen Träumen nach und vergiss nie, dass du etwas Besonderes bist. Dann wirst du auch besonders gute Freunde finden!“) begegnet er einem Maulwurf, der nicht gut sehen kann, einem Frosch, der schlecht hört und spricht und einer Amsel und einem ängstlichen kleinen Igel.

Als ein Gewitter im Anzug ist, da spüren die Freunde etwas von ihrem Zusammenhalt und welche Kraft das ihnen gibt. Sie können ihre Angst vor dem Gewitter besiegen und sogar der kleine Igel trägt etwas dazu bei.

Jeder kann etwas Besonders und alle zusammen unendlich viel. Einer für Alle und Alle für Einen!

Ein schönes Bilderbuch zu einem wichtigen Thema.

 

 

 

Haltet den Die!

 

 

 

 

44190072z

 

Horst Klein, Haltet den Dieb, Klett Kinderbuch 2016, ISBN 978-3-95470-132-2

So kann man auch das ABC lernen. Und mit viel mehr Spaß! In Horst Kleins witzigem und frechem Bilderbuch für Kinder ab sechs Jahren taucht immer wieder ein Buchstabendieb auf. Die Polizei sucht ihn dringend und wirft ihm Wortspielerei und Buchstabenklau vor.

Die jungen Leser des Buches sind eingeladen, dabei mitzuhelfen. Sie können mitreimen (alle Texte sind in Reimen gefasst), miträtseln und vor allen Dingen – immer wieder mitlachen.

So wie in diesem Buch wird das Erlernen des ABC nicht nur eine reine Technik, sondern es vermittelt vom ersten Buchstaben an die Freude am Reichtum der Sprache und ihrer Ausdrucksmöglichkeiten.

Sehr zu empfehlen für alle, die in diesem Jahr die Schule beginnen werden.

Der Troll und die wilden Piraten

 

44236565z

 

Julia Donaldson, David Roberts, Der Troll und die wilden Piraten, Knesebeck 2016, ISBN 978-3-86873-827-8

 

„Wer wagt es, über meine Brücke zu trappeln?“

Der grimmige Troll träumt von einem saftigen Ziegenbraten – aber immer gibt es nur langweiligen Fisch. Käpt’n Hank und seine Piratencrew dagegen lieben Fisch, aber keiner von ihnen kann kochen. Wenn sie doch nur den vergrabenen Schatz fänden! Dann könnten sie sich endlich einen richtigen Koch leisten. Aber es scheint, dass sie schon wieder zur falschen Insel gesegelt sind …

Als diese beiden Welten schließlich aufeinandertreffen, ist das Chaos vorprogrammiert.

Ein großer Spaß von der erfolgreichen Autorin des Grüffelo Julia Donaldson. Wer weiß, vielleicht tritt dieser sympathische Troll in seiner Fußstapfen.

Opa Bär und sein langer bunter Schal

 

 

44144744z

 

Gillian Heal, Angela Holzmann, Opa Bär und sein langer bunter Schal, Patmos 2016, ISBN 978-3-8436-0586-1

 

Das Leben ist ein Fluss, in dem nicht nur die Gegenwart eine Bedeutung hat, sondern auch die Vergangenheit mit ihren dunklen und hellen, ihren fröhlichen und traurigen, ihren glücklichen und unglücklichen Zeiten.

Kinder wissen das noch nicht, können es aber von den Erwachsenen in ihrer Familie erfahren, besonders die Großeltern können diese Aufgabe übernehmen, indem sie ihren Enkeln erzählen von ihrem Leben und was da schwer und auch schön war.

Die jüngst verstorbene Oma unseres Sohnes hat das immer auf eine Weise getan, die nicht nur lehrreich war, sondern auch lustig. Sie hat ihm und auch seinen Eltern immer wieder gezeigt, dass auch ganz schlimme Erlebnisse wie Krieg und Flucht nicht die Lebensfreude trüben müssen in der Gegenwart, dass sie aber ein Leben prägen und man sich besonders im Alter immer wieder daran erinnert.

Genau das ist Gillian Heal und Angeln Holzmann mit ihrem hier vorliegenden Bilderbuch auch gelungen. Es erzählt von dem kleinen Bär und seinem Opa. Der hat einen  bunten Schal und der kleine Bär möchte von seinem Opa wissen, was die verschiedenen Farben in dem Schal bedeuten.  Und der Großvater erklärt es ihm. Da waren dunkle Zeiten in seinem Leben, dafür stehen die Farben Schwarz und Grau. Rot und Gelb sind reserviert für die fröhlichen und glücklichen Tage. Und da gibt es noch einen silbernen Faden, der immer wieder durch den Schal schimmert: der steht für die ganze besonderen Momente im Leben des Großvaters.

Und dann erklärt der Opa  dem Enkel, dass er jeden Tag an dem Schal webt. Jeder ist selbst für die Bewertung der einzelnen Lebenserfahrungen und -Begegnungen verantwortlich. Das kann keiner für einen tun und man sollte es auch nicht zulassen. Wichtig ist, zu klären, wie  man die unterschiedlichen Ereignisse bewertet, einordnet und in den bisherigen Schatz der Lebenserfahrungen integriert. Dazu wählt man die spezifischen Farben. Der alte Bär sagt ermutigend  zu seinem Enkel: „Hab keine Angst vor Veränderung oder davor, Fehler zu machen. Denn das gehört dazu, wenn man Weben lernt.“

Ein schönes, lebenskluges Bilderbuch mit Tiefgang.

 

 

 

Luftkinder

 

 

44202983z

Ysabel Fantou, Antonia Simon, Luftkinder, Susanna Rieder Verlag 2016, ISBN 978-3-943919-98-1

 

Anna und Antonia sind beste Freundinnen. Manche würden vielleicht sagen: Sie waren beste Freundinnen. Denn Anna ist gestorben. Sie wurde schon krank, als sie noch ein Baby war und die Leukämie kehrte immer wieder zurück, Als sie sieben Jahre alt war, starb sie.

Und doch sind Anna und Antonia noch immer beste Freundinnen, denn Antonia trägt Anna weiter im Herzen. Und eines Tages begegnet sie ihr beim Spaziergang mit ihrem Hund Henry wieder. Hoch oben in den Bäumen lebt Anna – als Luftkind.

„Luftkinder“ erzählt eine ebenso traurig wie tröstliche Geschichte vom Leben und Sterben, basierend auf einer wahren Vorgeschichte. Ein berührendes Bilderbuch. Ein Bilderbuch, das nicht nur Kindern, die unter dem Tod von jemand, den sie liebten, leiden, sondern auch Erwachsenen eine Vorstellung geben kann, wie sie ihre Verstorbenen im Herzen tragen und ihnen nahe bleiben können.

 

Kleine Indianerin

 

 

41949009z

Geraldine Elschner, Mone Schliephack, Kleine Indianerin, Minedition 2015, ISBN 978-3-86566-227-9

 

Das Indianermädchen Tanzendes Blatt hat es nicht leicht in ihrem Stamm. Sie ist sehr klein und mit ihrer besonnenen und ruhigen Art wird sie von den anderen Kindern nicht für voll genommen. Doch als der Sohn des Häuptlings vermisst wird, ist „Tanzendes Blatt“ die Einzige, die helfen kann.

 

In dieser wunderschön illustrierten und spannenden Geschichte wird erzählt, wie sich vermeintliche Schwächen am Ende als Stärken erweisen. Denn gerade durch ihre ganz besonderen Eigenschaften kann Tanzendes Blatt den Sohn des Häuptlings aus großer Gefahr retten.

Will aber!

 

42804131z

 

Ingmar Wendland, Nina Dulleck, Will aber, Coppenrath  2015, ISBN 978-3-649-61989-5

 

Es gibt bei jedem Kind eine Phase, in der sie das eigene Ich entdecken, ihren Willen und auch die entsprechenden Sprache um das auszudrücken. Für die Eltern ist diese Phase nicht immer leicht, denn es soll alles nach dem Kopf der Kinder gehen, was diese nicht selten mit ihrer eigenen, vielleicht damals strengeren Erziehung konfrontiert oder auch nur ihren Sinn nach Ordnung oder ihren Zeitplan durcheinander bringt.

Das vorliegende in schönen Reimen gefasste Bilderbuch für Kinder bis etwa 2 Jahren erzählt von alltäglichen Situationen und bietet jeweils eine mögliche Lösung an. Auf diese Weise wird auf eine liebevolle und humorvolle Weise die erste Auseinandersetzung mit den eigenen Gefühlen geübt.

Ein Menschenkind, das bei dieser Entwicklung von Eltern liebevoll und mit Bindung begleitet wird, wird später besser mit seinen Gefühlen umgehen können.