{"id":1128,"date":"2016-01-27T12:03:43","date_gmt":"2016-01-27T10:03:43","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.liesdoch.de\/?p=1128"},"modified":"2016-01-27T12:03:43","modified_gmt":"2016-01-27T10:03:43","slug":"das-jahrhundert-verstehen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/?p=1128","title":{"rendered":"Das Jahrhundert verstehen"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/42690699z.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-1129\" src=\"http:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/42690699z-186x300.jpg\" alt=\"42690699z\" width=\"186\" height=\"300\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Dan Diner, \u00a0Das Jahrhundert verstehen. 1917-1989, Pantheon 2015, ISBN \u00a0978-3-570-55274-2<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Welt und das was in ihr vorgeht, ist auch f\u00fcr den gut informierten und kritischen Zeitgenossen immer schwieriger zu verstehen. Zu komplex und zu widerspr\u00fcchlich erscheinen dem Beobachter die gegenw\u00e4rtigen Entwicklungen und Br\u00fcche nicht nur in bisher weit entfernt scheinenden Teilen der Welt, sondern gerade in den ersten 15 Jahren des neuen Jahrhunderts zunehmend sozusagen vor unserer Haust\u00fcr.<\/p>\n<p>Die Geschichtswissenschaft \u00a0hat die Aufgabe, aus der Analyse \u00a0der Vergangenheit \u00a0Hinweise und Aufschl\u00fcsse zu geben \u00fcber wahrscheinliche Zukunftsperspektiven. So hat auch einer der profiliertesten Historiker deutscher Sprache, der in Jerusalem lehrende und bis 2014 als Direktor \u00a0des Instituts \u00a0f\u00fcr j\u00fcdische Geschichte \u00a0an der Universit\u00e4t Leipzig fungierende Dan Diner, dem der Rezensent in den siebziger Jahren durch viele Aufs\u00e4tze in der Zeitschrift \u00a0&#8222;links&#8220; viel f\u00fcr sein politisches Leben verdankt, im Jahr 1999 ein umfangreiches Buch ver\u00f6ffentlicht, \u00a0mit dem er das 20. Jahrhundert \u00a0verst\u00e4ndlich machen wollte. Es versuchte sich der 1989\/90 abgebrochenen Gegenwart mittels eines \u00a0in weiter zur\u00fcckliegende Vergangenheit \u00a0gerichteten \u00a0Blickes \u00a0zu versichern.<\/p>\n<p>Nun legt er eine Neuauflage vor und schreibt dazu: &#8222;Die gegenw\u00e4rtige \u00a0Entwicklung scheint ihm und dem damals \u00a0diagnostizierten Paradigmenwechsel \u00a0der historischen \u00a0Wahrnehmung \u00a0Recht zu geben: Der Blick in die Vergangenheit, \u00a0vornehmlich ins 19. Jahrhundert, \u00a0bietet auch den Zeitgenossen des fortschreitenden 21. Jahrhunderts so manche Orientierungshilfe \u00a0in Gegenwart und naher \u00a0Zukunft.&#8220;<\/p>\n<p>Doch die Aussichten sind nicht rosig. Spricht Diner im aktuellen \u00a0Nachwort zur Neuauflage noch von der Wahl zwischen tieferer Integration \u00a0und dramatischer Desintegration insbesondere Europas, \u00a0lassen die Nachrichten und Entwicklungen der letzten Monate und Wochen keinen anderen Schluss \u00a0zu, als dass wir \u00a0vor dramatischen Ver\u00e4nderungen stehen, und die Menschen auf ihre Folgen \u00fcberhaupt nicht vorbereitet scheinen. Es ist auch fraglich, ob die Politik \u00a0diesen Ver\u00e4nderungen \u00a0gewachsen ist.<\/p>\n<p>Systematische und kritische Analyse ist vielleicht wichtiger als je zuvor. Daf\u00fcr ist dieses nach wie vor aktuelle Buch ein hervorragendes \u00a0Beispiel.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; Dan Diner, \u00a0Das Jahrhundert verstehen. 1917-1989, Pantheon 2015, ISBN \u00a0978-3-570-55274-2 &nbsp; Die Welt und das was in ihr vorgeht, ist auch f\u00fcr den gut informierten und kritischen Zeitgenossen immer schwieriger zu verstehen. 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