{"id":1334,"date":"2016-02-18T10:21:22","date_gmt":"2016-02-18T08:21:22","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.liesdoch.de\/?p=1334"},"modified":"2016-02-18T10:21:22","modified_gmt":"2016-02-18T08:21:22","slug":"der-einsame-engel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/?p=1334","title":{"rendered":"Der einsame Engel"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/44034245z.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-1335\" src=\"http:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/44034245z-182x300.jpg\" alt=\"44034245z\" width=\"182\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/44034245z-182x300.jpg 182w, https:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/44034245z.jpg 289w\" sizes=\"auto, (max-width: 182px) 100vw, 182px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Friedrich Ani, Der einsame Engel, Droemer 2016, ISBN 978-3-426-28147-5<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Friedrich Ani ist ein rastloser Schreiber. Kaum hat er mit einem neuen, seinen ehemaligen Kommissar Tabor S\u00fcden in vielem \u00e4hnlichen Ermittler in \u201eder namenlose Tag\u201c (Suhrkamp) zum wiederholten Mal den Deutschen Krimipreis gewonnen, legt er bei seinem Stammverlag Droemer auch schon den n\u00e4chsten, den insgesamt zwanzigsten Roman seines schwerm\u00fctigen und seinem Autor ans Herz gewachsenen Tabor S\u00fcden vor.<\/p>\n<p>Dazwischen fand er noch Zeit f\u00fcr die Vorlage eines hervorragenden, gleicherma\u00dfen preisw\u00fcrdigen Drehbuches, das vor einiger Zeit f\u00fcr das Fernsehen in dem Drama \u201eOperation Zucker: Jagdgesellschaft\u201c verfilmt wurde.<\/p>\n<p>Der neue Roman kn\u00fcpft an die Story des letzten (\u201eM\u201c) und nimmt besonders zu Beginn Beug darauf. Dort war die Detektei Liebergesell, f\u00fcr die Tabor S\u00fcden arbeitet, nachdem er vor Jahren auf der Suche nach seinem verschollenen (!) Vater nach einer Zeit de Kellnerns in K\u00f6ln wieder nach M\u00fcnchen zur\u00fcckgelehrt ist, mit ihren Nachforschungen nicht nur auf die Spuren des verschwundenen Sohns von Edith Liebergesell gesto\u00dfen und hatte seinen Tod gekl\u00e4rt, sondern in der Auseinandersetzung mit Neonazis ist auch der Kollege Leonard Kreutzer ums Leben gekommen.<\/p>\n<p>Nun haben eben jene Neonazis in der Detektei Feuer gelegt und die Einrichtung vollst\u00e4ndig zerst\u00f6rt. Nicht nur Tabor S\u00fcden, sondern auch seine Chefin Edith Liebergesell und seine Kollegin Patricia Roos stehen vor einem Scherbenhaufen ihrer beruflichen und pers\u00f6nlichen Existenz.<\/p>\n<p>Niemand wei\u00df, wie es weitergehen soll, alles steht in Frage und insbesondere Tabor S\u00fcden versinkt in eine schier bodenlose Trauer um Leonard Kreutzer, an dessen Tod er sich die Schuld gibt und um alles andere, was er verloren glaubt.<\/p>\n<p>Der einzige Ausweg aus dieser, auch mit viel Alkohol getr\u00e4nkten Schwermut ist seine Arbeit, Ermittlungsarbeit, Suche nach Verschwundenen.<\/p>\n<p>Als Emma Fink, Angestellte des M\u00fcnchnern Obst- und Gem\u00fcseh\u00e4ndlers Justus Greve, diesen bei der Detektei als vermisst anzeigt, und die Detektei mit der Suche nach ihm beauftragen will, nimmt Tabor S\u00fcden seine Arbeit wieder auf. Mit der ihm eigenen Methode von Intuition, einer \u00fcberbordenden Empathie und einer ganz besonderen Fragetechnik, mit der er die Geheimnisse seiner Gespr\u00e4chspartner und deren Seelen erkundet, such er sich der vermissten Person wieder so anzun\u00e4hern, dass er stellenweise fast eins mit ihr wird.<\/p>\n<p>Und am Ende kommt Tabor S\u00fcden nicht nur seiner Kollegin Patricia Roos n\u00e4her, sondern auch den R\u00e4tseln des Vermissten und der Auftraggeberin. Und die Zukunft der Detektei bleibt offen. Und die die von Anis Serie auch.<\/p>\n<p>In einer Zeitungsrezension war einmal \u00fcber Anis B\u00fccher folgender Satz zu lesen: &#8222;Wer Anis Geschichten liest, lernt anders denken&#8220;. Das trifft auch und erst recht auf das neue Buch zu. Aber ich m\u00f6chte erg\u00e4nzen: er lernt auch anders mitf\u00fchlen und anders \u00fcber Menschen urteilen, die die Gesellschaft l\u00e4ngst abgeschrieben hat, die lebendig tot sind, und schon lange, bevor sie abtauchen, l\u00e4ngst in sich selbst verschwunden sind, in &#8222;leeren Zimmern&#8220; leben.<\/p>\n<p>Reich an intensiver Sprache mit starken und ausdruckskr\u00e4ftigen Bildern nimmt Friedrich Ani seine Leser wieder mit auf eine spannende Reise durch Bereiche unserer Gesellschaft, die er seinen Tabor S\u00fcden erkunden l\u00e4sst wie kaum ein anderer Krimiautor der Gegenwart. Anspruchsvolle Literatur voller Poesie und Kraft von h\u00f6chster Qualit\u00e4t.<br \/>\n&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; &nbsp; &nbsp; Friedrich Ani, Der einsame Engel, Droemer 2016, ISBN 978-3-426-28147-5 &nbsp; Friedrich Ani ist ein rastloser Schreiber. 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