{"id":1476,"date":"2016-03-14T12:51:22","date_gmt":"2016-03-14T10:51:22","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.liesdoch.de\/?p=1476"},"modified":"2016-03-14T12:51:22","modified_gmt":"2016-03-14T10:51:22","slug":"ein-langes-jahr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/?p=1476","title":{"rendered":"Ein langes Jahr"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/44213831z.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-1477\" src=\"http:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/44213831z-189x300.jpg\" alt=\"44213831z\" width=\"189\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/44213831z-189x300.jpg 189w, https:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/44213831z.jpg 265w\" sizes=\"auto, (max-width: 189px) 100vw, 189px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Eva Schmidt, Ein langes Jahr, Jung und Jung 2016, ISBN 978-3-99027-080-6<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Fast zwanzig Jahre hat die in Bregenz in \u00d6sterreich lebende Schriftstellerin Eva Schmidt geschwiegen und keine Zeile ver\u00f6ffentlicht. Wir kennen die Gr\u00fcnde nicht und freuen und deshalb umso mehr dar\u00fcber, dass sie nun mit dem Episodenroman \u201eEin langes Jahr\u201c mit gro\u00dfer sprachlicher Kraft und zarter Poesie zur\u00fcckmeldet.<\/p>\n<p>Das Buch beschreibt eine fiktive Stadt in der Provinz, eine Landschaft mit Berg und See, wie sie \u00fcberall vorkommen kann. Der Fokus der Autorin und ihrer feinen, einf\u00fchlsamen Beobachtungen liegt auf Menschen, von denen jeder einzelne unser Nachbar sein k\u00f6nnte, wo immer wir das Buch auch lesen und uns zuhause f\u00fchlen. Allt\u00e4gliche, manchmal regelrecht banale Ereignisse sind, die sie so erz\u00e4hlt, dass deutlich wird, was die Existenz des jeweiligen Menschen ausmacht und entscheidet. Und in immer wieder unerwarteten Wendungen wird ein ganzes Menschenleben offenbar.<\/p>\n<p>Da ist etwa Benjamin. Er lebt mit seiner Mutter allein, die Wohnung in der Siedlung am See ist klein, den Hund, den er gerne h\u00e4tte, kriegt er nicht. Als er Joachim davon erz\u00e4hlt, will der sich einen schenken lassen, am besten zwei, aber Benjamin findet, Hunde sind fast wie Menschen und kein Geschenk.<\/p>\n<p>Eines Tages begegnet Benjamin Herrn Agostini, einem alten Mann aus der Nachbarschaft, auch er wollte sein Leben lang einen Hund. Fr\u00fcher als er ist seine Frau nach einem Sturz ins Pflegeheim umgezogen, jetzt hat er endlich einen, Hemingway hei\u00dft er. Aber Herr Agostini ist nicht mehr gut auf den Beinen, er wei\u00df nicht, was aus \u00bbHem\u00ab werden soll. \u00c4hnlich wie Karin, die gerne w\u00fcsste, wer sich um ihren Hund k\u00fcmmert, wenn ihr was zust\u00f6\u00dft, wie sie sagt. Karin ist krank, sie hat Schmerzen, niemand wei\u00df davon. Im Baumarkt kauft sie eine Leiter, vom Nachbarn borgt sie eine Bohrmaschine\u2005\u2026<\/p>\n<p>Eva Schmidt l\u00e4sst mit ihren Worten diese Menschen ganz nahe an den Leser heran, so nah, dass es ihm manches Mal unbequem wird. Denn sie erinnern ihn daran, dass es auch in seinem Leben oder dem von Menschen, mit denen er lebt oder die er kennt, solche N\u00f6te und sp\u00e4rlichen Freuden gibt, Seelenzust\u00e4nde, die oft erst dann offenbar werden, wenn der Mensch pl\u00f6tzlich nicht mehr da ist oder in eine gro\u00dfe Krise ger\u00e4t. Dann\u00a0\u00a0 beginnt man zu verstehen und wird ganz leise angesichts der Vielfalt des Lebens und seiner Leiden und Freuden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; &nbsp; &nbsp; Eva Schmidt, Ein langes Jahr, Jung und Jung 2016, ISBN 978-3-99027-080-6 &nbsp; Fast zwanzig Jahre hat die in Bregenz in \u00d6sterreich lebende Schriftstellerin Eva Schmidt geschwiegen und keine Zeile ver\u00f6ffentlicht. 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