{"id":1701,"date":"2016-04-12T11:23:14","date_gmt":"2016-04-12T09:23:14","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.liesdoch.de\/?p=1701"},"modified":"2016-04-12T11:23:14","modified_gmt":"2016-04-12T09:23:14","slug":"vom-ende-der-einsamkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/?p=1701","title":{"rendered":"Vom Ende der Einsamkeit"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/44091007z.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-1702\" src=\"http:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/44091007z-190x300.jpg\" alt=\"44091007z\" width=\"190\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/44091007z-190x300.jpg 190w, https:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/44091007z.jpg 266w\" sizes=\"auto, (max-width: 190px) 100vw, 190px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Benedict Wells, Vom Ende der Einsamkeit, Diogenes 2016, ISBN 978-3-257- 06958-7<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In seinem neuen, wiederum sehr gelungenen Roman erz\u00e4hlt Benedict Wells die tragische und ber\u00fchrende Geschichte von drei Kindern, die bei einem Autounfall ihre Eltern verlieren und danach elternlos in einem staatlichen Internat aufwachsen.<\/p>\n<p>Der Roman beginnt damit, dass der j\u00fcngste von den dreien, Jules , in der Gegenwartsebene nach einem mysteri\u00f6sen Motoradunfall nach Tagen aus dem Koma aufwacht: \u201eIch kenne den Tod schon lange, doch jetzt kennt der Tod auch mich.\u201c\u00a0 Und sein Leben steht nackt vor ihm: \u201eWas sorgt daf\u00fcr, dass ein Leben wird, wie es wird?\u201c\u00a0 Und er beginnt sich zu erinnern an die Katastrophe, die seine Kindheit \u00fcberschattet hat.<\/p>\n<p>Er beschreibt eine gl\u00fcckliche Kindheit, Urlaube in Frankreich, bei der unbeliebten Mutter des Vaters, liebevolle und gl\u00fcckliche Eltern. Manchmal aber auch nimmt er Stimmungen und Dinge wahr, die er nicht versteht.<\/p>\n<p>Die drei Geschwister entwickeln sich sehr unterschiedlich, verlieren sich schon auf den Internat zunehmend aus den Augen und haben sp\u00e4ter kaum einen Kontakt miteinander. Doch nach vielen vergeblichen Versuchen und vielen teilweise sehr schweren Lebenserfahrungen finden sie wieder zueinander.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wie Benedict Wells im gekonnten Wechsel zwischen Gegenwart und R\u00fcckblenden in die Vergangenheit diese Entwicklung beschreibt, ist meisterhaft und nimmt den Leser so gefangen, dass er das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen m\u00f6chte. Der erfolgreiche und bescheiden- zufriedene Marty, die exzentrische Elena, die erst sp\u00e4t im Leben in die Spur kommt, und eben Jules, der melancholisch und lebens\u00e4ngstlich erst langsam, nach vielen Verirrungen zu sich selbst findet. Und zu seiner gro\u00dfen Liebe.<\/p>\n<p>Benedict Wells dekliniert die gro\u00dfen Themen Einsamkeit, tiefe Lebenstrauer und Gl\u00fcck. Sein handelt vom Leben und durch was es beeinflusst werden kann. Was sind wir geworden, und was hat dazu gef\u00fchrt? Was hat uns gef\u00f6rdert, was auch vom Weg abgebracht? Wie schmal ist er doch oft gewesen, jener Pfad, auf dem man jederzeit abst\u00fcrzen konnte? Und wieviel davon war einfach geschenkt, gesegnet, nicht durch eigenes Handeln gemacht?<\/p>\n<p>Mit diesen nachdenklichen Fragen an das eigene Leben hat mich dieser wunderbare Roman zur\u00fcckgelassen. Was kann Literatur mehr?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; &nbsp; &nbsp; Benedict Wells, Vom Ende der Einsamkeit, Diogenes 2016, ISBN 978-3-257- 06958-7 &nbsp; In seinem neuen, wiederum sehr gelungenen Roman erz\u00e4hlt Benedict Wells die tragische und ber\u00fchrende Geschichte von drei Kindern, die bei einem Autounfall ihre Eltern verlieren und danach elternlos in einem staatlichen Internat aufwachsen. 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