{"id":1725,"date":"2016-04-15T13:44:16","date_gmt":"2016-04-15T11:44:16","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.liesdoch.de\/?p=1725"},"modified":"2016-04-15T13:44:16","modified_gmt":"2016-04-15T11:44:16","slug":"eine-therapie-fuer-aristoteles","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/?p=1725","title":{"rendered":"Eine Therapie f\u00fcr Aristoteles"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/44254614z.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-1726\" src=\"http:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/44254614z-195x300.jpg\" alt=\"44254614z\" width=\"195\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/44254614z-195x300.jpg 195w, https:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/44254614z.jpg 309w\" sizes=\"auto, (max-width: 195px) 100vw, 195px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Melanie Sumner, Eine Therapie f\u00fcr Aristoteles, Dumont 2016, ISBN 978-3-8321-9796-4<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ein wahrlich ungew\u00f6hnliches Buch der Amerikanerin Melanie Sumner ist hier anzuzeigen. Ein Coming-of Age Roman aus der literarischen Feder von Aristoteles Thibodeau, einem\u00a0 zw\u00f6lfeinhalbj\u00e4hrigen M\u00e4dchen, der man eine besondere intellektuelle und sprachliche Fr\u00fchreife bescheinigen kann.<\/p>\n<p>Sie hat lange mit ihrer Familie im fernen Alaska gewohnt und ist nach dem Tod des Vaters mit der Mutter und dem kleinen hypersensiblen Max nach Georgia gezogen. Die Mutter Diane lehrt Literatur an einem streng religi\u00f6sen College und ist mit ihrem eigenen Leben und erst recht\u00a0 mit der Erziehung ihrer Kinder heillos \u00fcberfordert. Max geht regelm\u00e4\u00dfig zu einer Therapeutin mit m\u00e4\u00dfigem Erfolg.<\/p>\n<p>Aristoteles, genannt Aris, bleibt zur L\u00f6sung ihrer vielf\u00e4ltigen Teenagerprobleme (sie ist ungew\u00f6hnlich weit f\u00fcr ihr Alter \u2013 ein literarischer Kunstgriff, den man Melanie Sumner zugestehen muss, will man die witzigen und stilistischen Eigenarten des Buches wirklich genie\u00dfen) eigentlich nur ein ungew\u00f6hnliche Form der Eigentherapie. Sie schreibt ein Buch, einen Roman und bedient sich dabei eines Ratgebers \u201eRomane schreiben in 30 Tagen\u201c.<\/p>\n<p>Wie Melanie Sumners sie das tun l\u00e4sst, ist auf eine belebende und erfrischende Art anders als vieles, was man bisher zu diesem Thema lesen konnte. Es ist unterhaltsam und witzig, wie sie erz\u00e4hlt von ihrer Familie, ihrem Opa und auch von Penn, einem Nachbarn, mit dem sie ihre Mutter gerne zusammenbringen w\u00fcrde. Die versucht indes erfolglos und frustriert \u00fcber Onlinedatings ihr Gl\u00fcck zu finden, und macht manches Mal einen kindlicheren Eindruck als ihre beiden Kinder, die \u00a0sich wacker durch ihr Schicksal k\u00e4mpfen.<\/p>\n<p>Herrliche Charaktere sind da erschaffen worden und so mancher Exkurs \u00fcber philosophische und naturwissenschaftliche Themen fordert dem Leser einiges ab. Und er wird immer wieder zum L\u00e4cheln und Schmunzeln gebracht, ob der auch sprachlichen Einf\u00e4lle dieses M\u00e4dchens, dem es wie schon so vielen anderen jungen und \u00e4lteren Menschen zuvor gelingt, sich mit dem Schreiben selbst zu heilen.<\/p>\n<p>Ungew\u00f6hnlich empfehlenswert!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; &nbsp; Melanie Sumner, Eine Therapie f\u00fcr Aristoteles, Dumont 2016, ISBN 978-3-8321-9796-4 &nbsp; Ein wahrlich ungew\u00f6hnliches Buch der Amerikanerin Melanie Sumner ist hier anzuzeigen. 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