{"id":1885,"date":"2016-05-19T09:57:28","date_gmt":"2016-05-19T07:57:28","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.liesdoch.de\/?p=1885"},"modified":"2016-05-19T09:57:28","modified_gmt":"2016-05-19T07:57:28","slug":"wie-ich-mich-sehe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/?p=1885","title":{"rendered":"Wie ich mich sehe"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/44188693z.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-1886\" src=\"http:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/44188693z-203x300.jpg\" alt=\"44188693z\" width=\"203\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/44188693z-203x300.jpg 203w, https:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/44188693z.jpg 322w\" sizes=\"auto, (max-width: 203px) 100vw, 203px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Francis Borzello, Wie ich mich sehe. Frauen im Selbstportr\u00e4t, Brandst\u00e4tter 2016, ISBN 978-3-85033-983-4<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Dieses kunsthistorische Buch der englischen Kunsthistorikerin und Publizistin Francis Borzello schlie\u00dft eine L\u00fccke. Man wundert sich, dass es bis zum Jahr 1997 gedauert hat, als dieses Buch zum ersten Mal in England ver\u00f6ffentlicht wurde, dass jemand der Frage nachgeht, ob und wie sich weibliche Selbstportr\u00e4ts von denen von M\u00e4nnern unterscheiden. Nun ist zeitgleich mit einer \u00fcberarbeiteten Neuauflage in England auch eine deutsche \u00dcbersetzung bei Brandst\u00e4tter erschienen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Unterschied ist ganz offensichtlich. In ihrer Einleitung zeigt sich die Autorin nach wie erstaunt, dass es so viele Selbstportr\u00e4ts von Frauen quer durch die Jahrhunderte (in der Neuzeit nat\u00fcrlich immer mehr) gibt, \u201edass sie so vielf\u00e4ltig sind. Dass sie einzigartig sind, aber auch oft so sch\u00fcchtern wirken.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nach jahrelanger Besch\u00e4ftigung mit den weiblichen Selbstbildnissen sagt sie: \u201eIch gelangte zu der \u00dcberzeugung, dass wir uns sogar bei der konventionellsten Selbstdarstellung einer Frau \u00fcberlegen m\u00fcssen, warum sie so aussieht, wie sie aussieht , um ihren Geheimnissen auf die Spur zu kommen.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Von den Anf\u00e4ngen der Buchmalerei bis ins 20. Jahrhundert spannt Borzello den kunsthistorischen Bogen und zeigt 200 K\u00fcnstlerinnen und ihre Werken. Vin den unsichtbaren Frauen des Mittelalters bis zum Selfie, einer Art demokratisiertem Selbstportr\u00e4t reicht die Spanne.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Bei vielen Beispielen gelingt der Autorin eine Mischung aus Kunst- und Sozialgeschichte und der Biographie der vorgestellten K\u00fcnstlerinnen, die insbesondere ab dem 20. Jahrhundert extrem spannend wird, denn:<\/p>\n<p>&#8222;Mit dem 20. Jahrhundert trat ein neuer Typus K\u00fcnstlerin auf den Plan: unabh\u00e4ngige Frauen, die sich der herk\u00f6mmlichen Vorstellungen von weiblichen Verhalten entledigten.&#8220;<\/p>\n<p>In ihren gut zu lesenden und aufschlussreichen Texten weist Borzello schlussendlich nach, dass es sich bei diesen \u201egemalten Autobiographien\u201c um eine eigene Kunstgattung handelt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Dieses Buch zeigt \u00fcberzeugend, wie lebendig und \u00fcberraschend aktuell Kunstgeschichte sein kann.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; &nbsp; Francis Borzello, Wie ich mich sehe. Frauen im Selbstportr\u00e4t, Brandst\u00e4tter 2016, ISBN 978-3-85033-983-4 &nbsp; Dieses kunsthistorische Buch der englischen Kunsthistorikerin und Publizistin Francis Borzello schlie\u00dft eine L\u00fccke. 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