{"id":1919,"date":"2016-05-24T16:06:46","date_gmt":"2016-05-24T14:06:46","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.liesdoch.de\/?p=1919"},"modified":"2016-05-24T16:06:46","modified_gmt":"2016-05-24T14:06:46","slug":"jeder-tag-ist-muttertag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/?p=1919","title":{"rendered":"Jeder Tag ist Muttertag"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/44250592z.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-1920\" src=\"http:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/44250592z-193x300.jpg\" alt=\"44250592z\" width=\"193\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/44250592z-193x300.jpg 193w, https:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/44250592z.jpg 306w\" sizes=\"auto, (max-width: 193px) 100vw, 193px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Hilary Mantel, Jeder Tag ist Muttertag, Dumont 2016, ISBN 978-3-8321-9823-7<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Sie hat sich mit historischen Romanen auch in Deutschland einen Namen gemacht. Nun erscheint mehr als 30 Jahre nach dem Erscheinen in England ihr Romandeb\u00fct unter dem deutschen Titel \u201eJeder Tag ist Muttertag\u201c. Schon hier zeigt die Schriftstellerin Hilary Mantel sich als Meisterin des leisen, b\u00f6sen und hintersinnigen Humors.<\/p>\n<p>Der Roman beginnt mit zwei Abs\u00e4tzen, die die Absenz jeglichen Mitgef\u00fchls bei den beiden Hauptpersonen des Romans zeigen:<\/p>\n<p>\u201eAls Mrs Axon von Zustand ihrer Tochter erfuhr, war sie eher \u00fcberrascht, als dass Muriel ihr leidgetan h\u00e4tte\u00a0 (\u2026.) Es war immer schwer zu sagen, was Muriel gefallen w\u00fcrde. Als der alte Mann im Winter auf der Stra\u00dfe gest\u00fcrzt war und sich die H\u00fcfte gebrochen hatte, da hatte sie sich vor Lachen kaum zu halten gewusst.\u201c<\/p>\n<p>Mr. Axon ist gestorben und Mutter und Tochter leben total abgeschottet in ihrer Geisterwelt. Evelyn Axon war fr\u00fcher als Medium t\u00e4tig. Nun aber scheint sie die Kontrolle \u00fcber ihre F\u00e4higkeiten verloren zu haben. Sie glaubt ihr Haus von h\u00f6llischen Geistern bewohnt, die immer mehr ihr Leben und das ihrer Tochter dominieren.<\/p>\n<p>Muriel, 30 Jahre alt, gilt in der Siedlung und bei den \u00c4mtern als geistig minderbemittelt, doch immer mehr wird dem Leser angedeutet, dass sie sehr genau wei\u00df, was sie tut und ihrerseits die Mutter qu\u00e4lt und mit fantasierten Geistern kontrolliert.<\/p>\n<p>Eines Tages kommt die Sozialarbeiterin Isabel Fields neu in die Familie. Sie ist engagiert und versucht, nachdem alle ihre Vorg\u00e4nger resigniert haben, einen neuen Zugang zu dem verschlossenen und kranken System der Axons zu finden.<\/p>\n<p>Doch Isabel ist auch in ihrem Privatleben in ihrer Beziehung mit einem verheiraten Lehrer, einem Mann voller Angst und Selbstmitleid, \u00e4hnlich gefangen wie die Axons in ihrem Leben.<\/p>\n<p>Man ahnt schon bald, dass das alles nicht wirklich gut ausgehen kann und liest diesen \u201erasanten Cocktail aus Grauen und wilder Schadenfreude\u201c(New York Times\u201c) am\u00fcsiert bis zum Ende.<\/p>\n<p>In England hat Hilary Mantel ein Jahr nach diesem Deb\u00fct mit den gleichen Personen einen Fortsetzungsroman unter dem Titel \u201eVacant Possession\u201c ver\u00f6ffentlicht. Vielleicht l\u00e4sst Dumont ihn dem Erstling folgen?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; &nbsp; Hilary Mantel, Jeder Tag ist Muttertag, Dumont 2016, ISBN 978-3-8321-9823-7 &nbsp; Sie hat sich mit historischen Romanen auch in Deutschland einen Namen gemacht. Nun erscheint mehr als 30 Jahre nach dem Erscheinen in England ihr Romandeb\u00fct unter dem deutschen Titel \u201eJeder Tag ist Muttertag\u201c. 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