{"id":1986,"date":"2016-06-09T10:31:16","date_gmt":"2016-06-09T08:31:16","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.liesdoch.de\/?p=1986"},"modified":"2016-06-09T10:31:16","modified_gmt":"2016-06-09T08:31:16","slug":"der-jargon-der-betroffenheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/?p=1986","title":{"rendered":"Der Jargon der Betroffenheit"},"content":{"rendered":"<p><em><\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/44124780z.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-1987\" src=\"http:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/44124780z-188x300.jpg\" alt=\"44124780z\" width=\"188\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/44124780z-188x300.jpg 188w, https:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/44124780z.jpg 264w\" sizes=\"auto, (max-width: 188px) 100vw, 188px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Erik Fl\u00fcgge, Der Jargon der Betroffenheit. Wie die Kirche an ihrer Sprache verreckt, K\u00f6sel 2016, ISBN 978-3-466-37155-6<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ein drei\u00dfigj\u00e4hriger Berater f\u00fcr Kommunikations-und Beteiligungsprozesse setzt sich hin und schreibt eine Streitschrift \u00fcber die Sprache, die er in der Kirche vorherrschen sieht. Solch eine M\u00fche macht sich entweder einer, der mit dem Objekt seines Themas vollst\u00e4ndig abgeschlossen hat, oder einer, der sich ihm derart verbunden f\u00fchlt, dass er leidenschaftlich auf Ver\u00e4nderung dr\u00e4ngt.<\/p>\n<p>Erik Fl\u00fcgge geh\u00f6rt zu denen, denen die Kirche und ihre Botschaft derart wichtig sind (er beschreibt am Ende des Buches, wie sie ihm durch das Schreiben wieder sehr nahe gekommen ist). Deshalb \u00e4rgert ihn die Sprache, die ihm in den allermeisten Predigten und Verlautbarungen der Kirche und ihrer Prediger entgegenkommt so. Er h\u00e4lt die Kirche sprachlich in den Achtzigern h\u00e4ngengeblieben. Wobei unklar bleibt, warum vor 30 Jahren die verschrobenen und gef\u00fchlsduselnden Wortbilder, f\u00fcr die er unz\u00e4hlige Beispiele auff\u00fchrt, noch akzeptierbar gewesen sind, und heute nicht.<\/p>\n<p>Den Predigern r\u00e4t er: \u201eEin neuer Auftritt von Kirche muss sich auch im Sprechen ausdr\u00fccken, Lassen Sie das n\u00e4chste Mal einfach die belanglose Geschichte weg, wenn Sie predigen. Sagen Sie einfach, was Sie sagen wollen, so wie Sie es einem Freund sagen w\u00fcrden. Sie w\u00e4ren \u00fcberrascht, was sich pl\u00f6tzlich ver\u00e4ndern kann.\u201c<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte als Pfarrer im Ruhestand, der mehrmals im Jahr noch gerne vertretungsweise in der \u00f6rtlichen Kirche predigt, hinweisen auf meinen schon lange verstorbenen gesch\u00e4tzten homiletischen Lehrer Gert Otto aus Mainz, von dem ich in den Siebzigern gelernt habe, Predigt als Rede zu verstehen, bei deren Verfassen die Lehren der Rhetorik beachtet werden sollten.<\/p>\n<p>Dabei war und ist die Poesie und zeitgen\u00f6ssische Literatur eine wichtige Hilfe. Sie erschlie\u00dft die Wirklichkeit neu bzw. erschlie\u00dft neue Wirklichkeit und hilft Erfahrungen und Hoffnungen zu artikulieren.<\/p>\n<p>Dass auch die Liturgie des Gottesdienstes sich einer poetischen Sprache bedienen sollte ist ebenso wichtig. Liturgie sozusagen als dramatisierte Poesie.<\/p>\n<p>Ich jedenfalls habe in den vergangenen drei\u00dfig Jahren sehr gute Erfahrungen damit gemacht und bekomme immer wieder von kirchennahen und von kirchenfremden Gottesdienstbesuchern gleicherma\u00dfen entsprechende R\u00fcckmeldungen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; &nbsp; &nbsp; Erik Fl\u00fcgge, Der Jargon der Betroffenheit. Wie die Kirche an ihrer Sprache verreckt, K\u00f6sel 2016, ISBN 978-3-466-37155-6 &nbsp; Ein drei\u00dfigj\u00e4hriger Berater f\u00fcr Kommunikations-und Beteiligungsprozesse setzt sich hin und schreibt eine Streitschrift \u00fcber die Sprache, die er in der Kirche vorherrschen sieht. 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