{"id":2194,"date":"2016-07-14T11:17:21","date_gmt":"2016-07-14T09:17:21","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.liesdoch.de\/?p=2194"},"modified":"2016-07-14T11:17:21","modified_gmt":"2016-07-14T09:17:21","slug":"bretonische-flut","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/?p=2194","title":{"rendered":"Bretonische Flut"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/44566446z.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-2195\" src=\"http:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/44566446z-187x300.jpg\" alt=\"44566446z\" width=\"187\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/44566446z-187x300.jpg 187w, https:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/44566446z.jpg 262w\" sizes=\"auto, (max-width: 187px) 100vw, 187px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Jean-Luc Bannalec, Bretonische Flut. Kommissar Dupins f\u00fcnfter Fall, Kiepenheuer &amp; Witsch 2016, ISBN 978-3-462-04937-4<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Eine neue literarische Stimme macht sich seit einigen Jahren erfolgreich auf dem hart umk\u00e4mpften deutschen Krimimarkt bemerkbar. W\u00e4hrend viele Jahre lang erfolgreiche Serien wie etwa Donna Leons Romane um den Commissario Brunetti aus Venedig schon seit langem an Langeweile und immer mehr von dem Gleichen nicht zu \u00fcberbieten sind, hat der in Deutschland und in Frankreich lebende Autor unter dem Pseudonym Jean Luc Bannalec sich mit seinem ersten Roman, seinen ersten Fall f\u00fcr Kommissar Dupin 2012 mit einem sogar von der etablierten Literaturkritik beachteten Paukenschlag zu Wort gemeldet.<\/p>\n<p>\u201eBretonische Verh\u00e4ltnisse\u201c und auch der zweite Band \u201eBretonische Brandung\u201c waren Kriminalromane, die uns nicht nur einen kantigen, menschlich authentischen Kommissar mit einer eigenen, kritischen Meinung pr\u00e4sentierten, sondern auch eine \u00fcberaus spannende und anspruchsvolle Handlung. Daneben gl\u00e4nzten beide B\u00fccher mit ganz wunderbaren Beschreibungen der einzigartigen Natur des Finistere und des Atlantiks und mit jedem Buch mehr mit langen Ausf\u00fchrungen \u00fcber bretonische und keltische Kultur und\u00a0 Mythen.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der dritte Band \u201eBretonisches Gold\u201c\u00a0 viele Schw\u00e4chen und L\u00e4ngen hatte, kehrte Bannalec mit seinem vierten Band \u201eBretonischer Stolz\u201c nicht nur zur Qualit\u00e4t der ersten B\u00fccher zur\u00fcck, sondern \u00fcbertraf sie sogar.<\/p>\n<p>Leider zeigt der hier vorliegende f\u00fcnfte Fall, der unter dem Titel \u201eBretonische Flut\u201c erschienen ist, wieder einige Schw\u00e4chen. Zum einen hat er unn\u00f6tige L\u00e4ngen, obwohl die Handlung sich lediglich auf zwei Tage beschr\u00e4nkt, zum anderen sind die durchaus interessanten Hinweise auf die bretonische Kultur, die dieses Mal haupts\u00e4chlich von Kommissar Dupins Assistenten Riwal beigesteuert werden (in den anderen Romanen tr\u00e4gt auch seine Sekret\u00e4rin Nolwenn dazu bei) dieses Mal so ausf\u00fchrlich, dass sie nicht nur den Kommissar, sondern auch den Leser stellenweise nerven.<\/p>\n<p>Gelungen und lehrreich fand ich die Verkn\u00fcpfung der durchaus spannenden Handlung mit zahlreichen Hinweisen auf die \u00d6kologie des Atlantiks vor der Bretagne und des Finistere und ihren bedrohten Zustand.<\/p>\n<p>Innerhalb weniger Stunden ist Kommissar Dupin mit drei Mordf\u00e4llen konfrontiert, begangen nach derselben Methode, sodass er von einem T\u00e4ter ausgehen muss. Einer Fischerin von der Insel Sein, einer Meeresforscherin und einem ehemaliger Virologe, der dort seinen Altersitz hat, sind jeweils mit einem scharfen Messer die Kehle durchgeschnitten worden.<\/p>\n<p>Bald schon hat Dupin mehrere Personen im Verdacht, weil die sich verd\u00e4chtig benehmen bzw. f\u00fcr die jeweiligen Tatzeiten kein Alibi haben.<\/p>\n<p>Obwohl er das Meer lieber von der K\u00fcste aus anschaut, als sich ihm auf einem Boot auszusetzen, scheuen Dupin und seine kompetente Mannschaft kein Risiko bei teilweise lebensgef\u00e4hrlichen Fahrten durch heftigen Sturm von einer Insel auf die andere den Fall zu l\u00f6sen.<\/p>\n<p>Die ausf\u00fchrlichen Hinweise auf keltische Mythologie sind dieses Mal nicht nur ein Beiwerk, sondern haben mit der L\u00f6sung des Falles direkt zu tun. Diese Komposition bringt Bannalec zu einem wenig \u00fcberzeugenden und sehr unbefriedigenden Schluss des Buches.<\/p>\n<p>Dennoch: ich habe es, wie die anderen vier B\u00e4nde auch, wieder mit viel Freude gelesen, sehr viel gelernt \u00fcber die Gegend, die Menschen und ihre Kultur und der Wunsch, endlich bald einmal selbst das Finistere zu besuchen ist beim Lesen immer st\u00e4rker geworden.<\/p>\n<p>Vielleicht legt ja Bannalec, so wie es Martin Walker f\u00fcr seinen Bruno getan hat, bald einmal eine Art Reisef\u00fchrer vor, mit dem sich Leser auf Spuren Dupins an die wunderbaren Orte und Restaurants begeben k\u00f6nnen, die er in seinen B\u00fcchern beschreibt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; &nbsp; &nbsp; Jean-Luc Bannalec, Bretonische Flut. 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