{"id":2528,"date":"2016-09-08T12:42:32","date_gmt":"2016-09-08T10:42:32","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.liesdoch.de\/?p=2528"},"modified":"2016-09-08T12:42:32","modified_gmt":"2016-09-08T10:42:32","slug":"der-garten-der-verlorenen-seelen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/?p=2528","title":{"rendered":"Der Garten der verlorenen Seelen"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/43902233z.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-2529\" src=\"http:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/43902233z-188x300.jpg\" alt=\"43902233z\" width=\"188\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/43902233z-188x300.jpg 188w, https:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/43902233z.jpg 298w\" sizes=\"auto, (max-width: 188px) 100vw, 188px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nadifa Mohamed, Der Garten der verlorenen Seelen, DTV 2016, ISBN 978-3-423-14516-9<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Im Jahr 1981 wurde die Autorin des vorliegenden Romans, den C.H. Beck dankenswerterweise in sein Programm genommen hat, in Hargeisa, einer Stadt in Somalia geboren. Schon als Kind emigrierte sie mit ihrer Familie nach London und studierte in Oxford Geschichte und Politik. Mit ihrem ersten Roman \u201eBlack Mamba Boy\u201c erfuhr sie in Gro\u00dfbritannien eine ungew\u00f6hnliche Beachtung, die ihr hier in Deutschland mit ihrem Buch \u201eDer Garten der verlorenen Seelen\u201c nur zu w\u00fcnschen ist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Mit ihm kehrt Nadifa Mohamed in ihr Heimatland zur\u00fcck und verortet die Handlung ihres Buches zeitlich Ende der achtziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Der Diktator Siad Barre hat seine Herrschaft ausgebaut, doch die Bev\u00f6lkerung leidet, und der B\u00fcrgerkrieg, der dann ausbrechen wird (und vor dem Nadifa Mohameds Familie geflohen ist) ist in seinen Vorl\u00e4ufern schon zu sp\u00fcren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Vor diesem Hintergrund erz\u00e4hlt Nadifa Mohamed die bewegende Geschichte dreier Frauen, die unterschiedlicher nicht sein k\u00f6nnten. Ihr Schicksal scheint sie unwiderruflich miteinander zu verbinden, aber nicht in Freundschaft, sondern in Feindschaft. Am Ende werden sie in einer besonderen Form von alters\u00fcbergreifender Frauensolidarit\u00e4t nicht nur ihr Leben retten, sondern auch ihre jeweilige W\u00fcrde.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das Buch ist so aufgebaut, dass in einem ersten Teil die drei Frauen sich konflikthaft begegnen. Da ist das aus einem Fl\u00fcchtlingslager entkommene M\u00e4dchen Deqo, die versucht, sich in der Stadt durchzuschlagen, die weise und alte Kawsar und Filsan, etwa drei\u00dfig Jahre alt, die als Offizierin f\u00fcr das herrschende Regime arbeitet und seiner Ideologie treu ergeben ist, bevor sie langsam in Ungnade f\u00e4llt<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In einem zentralen, sich \u00fcber 180 Seiten hinziehenden zweiten Teil erz\u00e4hlt Nadifa Mohamed abwechselnd die Geschichten dieser drei sehr unterschiedlichen Frauen und ihr jeweiliges Schicksal, bevor sie sie in einem abschlie\u00dfenden dritten Teil erneut zusammenkommen und sie miteinander ihr Leben retten l\u00e4sst.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201eDer Garten der verlorenen Seelen\u201c ist ein Roman \u00fcber das Leben von Frauen in einem Land, das schon damals innerlich zerrissen war. Er h\u00e4lt fest daran, dass es auch in der gr\u00f6\u00dften Not, mitten im Krieg und im Elend so etwas wie W\u00fcrde gibt, die man verlieren, aber auch erhalten kann. Und er strahlt so etwas aus wie Sch\u00f6nheit und Liebe, die seine handelnden Personen leidenschaftlich an ihrem Leben festhalten lassen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das Buch ist eine Liebeserkl\u00e4rung an eine verlorene Heimat. Ein Ausdruck der Hoffnung, dass es vielleicht irgendwann in Somalia so etwas geben k\u00f6nnte wie die Solidarit\u00e4t der drei vorher verfeindeten Frauen aus unterschiedlichen Generationen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Und es ist ein Zeugnis daf\u00fcr, dass das Leben oft aus Kampf und reinem \u00dcberleben besteht und dass gerade darin sein Sinn verborgen ist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; Nadifa Mohamed, Der Garten der verlorenen Seelen, DTV 2016, ISBN 978-3-423-14516-9 &nbsp; Im Jahr 1981 wurde die Autorin des vorliegenden Romans, den C.H. Beck dankenswerterweise in sein Programm genommen hat, in Hargeisa, einer Stadt in Somalia geboren. 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