{"id":2753,"date":"2016-10-07T10:14:32","date_gmt":"2016-10-07T08:14:32","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.liesdoch.de\/?p=2753"},"modified":"2016-10-07T10:14:32","modified_gmt":"2016-10-07T08:14:32","slug":"das-leben-ist-gut-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/?p=2753","title":{"rendered":"Das Leben ist gut"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/44942056z.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-2754\" src=\"http:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/44942056z-300x269.jpg\" alt=\"44942056z\" width=\"300\" height=\"269\" srcset=\"https:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/44942056z-300x269.jpg 300w, https:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/44942056z.jpg 475w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Alex Capus, Das Leben ist gut, Der H\u00f6rverlag 2016, ISBN 978-3-8445-2351-5<\/p>\n<p>In seinem neuen Roman l\u00e4sst der in der Schweiz lebende Schriftsteller Alex Capus seinen Ich-Erz\u00e4hler einfach und in ruhiger Sprache erz\u00e4hlen, davon, wie es sich anf\u00fchlt mit sich und seinem Leben zufrieden, im Reinen zu sein. Eher ungewohnt in der ganzen Reihe der zeitgen\u00f6ssischen Romane, die oft Lebensschicksale beschreiben, die gest\u00f6rt oder ungl\u00fccklich verlaufen. Vielleicht r\u00fchren daher auch die Verwunderung so manches Rezensenten und die oft benutzte Abwertung des Buches als belanglos.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Alex Capus hat in seinen fr\u00fcheren B\u00fcchern bewiesen, dass er ein hervorragender Erz\u00e4hler ist. Das stellt er in \u201eDas Leben ist gut\u201c erneut unter Beweis. Sein Ich-Erz\u00e4hler Max, dem er offenbar viele eigene Beobachtungen und Lebenseindr\u00fccke geschenkt hat, und der wie ein Alter Ego von Capus gelesen werden kann, hat vor einigen Jahren mit einem dicken Roman viel Geld verdient. Statt danach weiter zu schreiben, hat er von der Gemeinde, in der er wohnt, ein Haus gekauft, dessen bewegte Geschichte er eindrucksvoll beschreibt. Er richtet dort eine Bar ein, die vom sp\u00e4ten Nachmittag an zum\u00a0 Treffpunkt sehr unterschiedlicher Menschen wird, die er liebevoll beschreibt. Morgens sieht man ihn das Altglas entsorgen und in seiner Bar das eine oder andere reparieren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Er ist mit sich im Reinen und hat die au\u00dfergew\u00f6hnliche F\u00e4higkeit, alles das wahrzunehmen und auch engagiert zu verteidigen, was in der Hektik des Alltags gerne \u00fcbersehen wird.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Als seine Frau Tina zu einem Aufenthalt nach Paris aufbricht (sie hat dort eine Gastprofessur erhalten), schl\u00e4ft Max seit 25 Jahren zum ersten nicht mit seiner Frau in einem Bett. Die Tage, bis sie zum ersten Mal f\u00fcr ein Wochenende wieder nach Hause kommt, verbringt er damit, \u00fcber sein Leben nachzudenken und zu erz\u00e4hlen davon, was ihm im Leben wirklich wichtig ist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Und obwohl er am Ende von einem Aufenthalt in der Everglades tr\u00e4umt, wo Tom Stark wohnt, den er in seiner Bar kennengelernt hat, m\u00f6chte er doch nie woanders sein als in seiner Stadt, seiner Bar, mit seiner Frau und Familie und mit seinen vielen Freunden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Max erz\u00e4hlt von Freundschaften und vom Leben, wie er es sich vorstellt. Er ist zufrieden mit seinem Alltag. Da passiert nichts Spektakul\u00e4res. Indem er jeden Tag vielen seiner Kunden zuh\u00f6rt, indem er mit seiner Bar Menschen die Gelegenheit zur Begegnung gibt, erf\u00e4hrt er Sinn. Und im Leben mit seiner geliebten Frau. Eng verbunden, lassen sich die beiden die Freiheit, die sie zum gl\u00fccklichen Leben brauchen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ich habe das unaufgeregte, viele kleine Alltagsbeobachtungen in den Mittelpunkt stellende Buch gerne gelesen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Beim H\u00f6ren des hier anzuzeigenden H\u00f6rbuchs tat ich mich zun\u00e4chst mit der Stimme des Autors schwer, der die Einspielung selbst vorgenommen hat. Die ersten Minuten fand ich das wegen der schwerf\u00e4lligen, akzentbehafteten Stimme eher misslungen, doch mit weiterem Zuh\u00f6ren erschloss sich mir immer mehr die tiefe \u00dcbereinstimmung mit dieser Stimme und dem was der Autor da an selbst Verfasstem vortr\u00e4gt. Aus Alex Capus` Lesung schwingen diese Einstellung zum Leben, die Zufriedenheit mit ihm und der kleine Schalk mit dem er die Beobachtungen seiner Mitmenschen schildert, in jeder einzelnen Minute mit.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Den Roman eines anderen Autors w\u00fcrde ich Capus allerdings nicht lesen lassen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; &nbsp; &nbsp; Alex Capus, Das Leben ist gut, Der H\u00f6rverlag 2016, ISBN 978-3-8445-2351-5 In seinem neuen Roman l\u00e4sst der in der Schweiz lebende Schriftsteller Alex Capus seinen Ich-Erz\u00e4hler einfach und in ruhiger Sprache erz\u00e4hlen, davon, wie es sich anf\u00fchlt mit sich und seinem Leben zufrieden, im Reinen zu sein. 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