{"id":2939,"date":"2016-11-12T12:06:02","date_gmt":"2016-11-12T10:06:02","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.liesdoch.de\/?p=2939"},"modified":"2016-11-12T12:06:02","modified_gmt":"2016-11-12T10:06:02","slug":"sehr-geehrter-afd-waehler","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/?p=2939","title":{"rendered":"Sehr geehrter AfD-W\u00e4hler"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/45798821z.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-2940\" src=\"http:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/45798821z-182x300.jpg\" alt=\"45798821z\" width=\"182\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/45798821z-182x300.jpg 182w, https:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/45798821z.jpg 289w\" sizes=\"auto, (max-width: 182px) 100vw, 182px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Stephan Hebel, Sehr geehrter AfD-W\u00e4hler, w\u00e4hlen Sie sich nicht ungl\u00fccklich, Westend 2016, ISBN 978-3-86489-170-0<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Geschrieben im Erschrecken nach dem gro\u00dfen Wahlerfolg der AfD in Mecklenburg-Vorpommern f\u00fcr die Frankfurter Rundschau und f\u00fcr dieses B\u00fcchlein erweitert, versucht der nach eigenen Angaben eher politisch links einzuordnende Journalist und Publizist Stephan Hebel, der f\u00fcr zahlreiche linke und linksliberale Printmedien schreibt, einen gedachten AfD \u2013W\u00e4hler anzusprechen und ihn mit vielen Argumenten, die sich haupts\u00e4chlich im Bereich von Zahlen und Statistiken bewegen, zu \u00fcberzeugen, dass nicht die aktuelle Argumentation der AfD. Sondern vor allem ihr Wahlprogramm sich gegen seine ureigensten Interessen richtet. Nebenbei hofft er, mit seinem Text auch Menschen Argumente an die Hand zu geben f\u00fcr die Debatten mit evtll. AfD \u2013Sympathisanten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>So weit, so l\u00f6blich. Doch sein ganzer Text bewegt sich auf der rationalen Ebene. Gef\u00fchle und \u00c4ngste, die potentielle der AfD besch\u00e4ftigen, \u00c4ngste vor weiterem sozialen Abstieg, \u00c4ngste, dass sie sich im eigenen Land nicht mehr zu Hause f\u00fchlen und dass man sie selbst vor lauter Engagement f\u00fcr Randgruppen und andere Benachteiligte schon l\u00e4ngst vergessen hat, ja, sich sogar \u00fcber sie lustig macht.<\/p>\n<p>Die Wahl in den USA hat gezeigt, wie gro\u00df diese Angst ist von Menschen, die eben nicht alle ungebildet und dumm sind. Und sie hat gezeigt, was passiert, wenn ihre Stimme nicht mehr ernst genommen wird. Damit meine ich nicht die, die am 3. 10. in Dresden gep\u00f6belt haben. Ich meine all die Menschen, denen ich fast jede Woche begegne und die sich nicht trauen, ihre wirkliche Meinung zu sagen zu bestimmten Themen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Boris Palmer schreibt am 10.11.2016 im Blog der linksliberalen \u201eHuffington Post\u201c:<\/p>\n<p>\u201eEs ist zu einfach, 49 Prozent der amerikanischen W\u00e4hler f\u00fcr rassistische Dumpfbacken zu hakten. Dass Trump in den Umfragen so weit hinten lag und praktisch als erledigt galt, ist ein Fingerzeig.<\/p>\n<p>Viele Menschen sagen bei Umfragen nicht, was sie denken, wenn sie glauben es sei gesellschaftlich unerw\u00fcnscht. Das Ph\u00e4nomen hei\u00dft\u00a0 \u201aunderreporting\u2018\u201c.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ich erlebe das in meiner Umgebung fast t\u00e4glich. Es findet aus Angst gegen die PC zu versto\u00dfen, kein wirklicher Diskurs mit anderen statt.<\/p>\n<p>Diese Menschen in den USA und auch bei uns sehen sich aus vielerlei Gr\u00fcnden gegen den gro\u00dfst\u00e4dtischen, gr\u00fcn-alternativ gepr\u00e4gten Mainstream (vgl. die Debatte in der ZEIT, nach dem Essay von Bernd Ulrich) in die innere Opposition gedr\u00e4ngt und machen dann an der Wahlurne ihrem Herzen Luft. Umso mehr, als ihre bis vor kurzen noch \u201enormale\u201c Haltung nun offensiv als r\u00fcckst\u00e4ndig und engstirnig oder gar schlimmer gebrandmarkt wird.<\/p>\n<p>Palmer schreibt dazu: \u201eWir haben auch in Deutschland eine \u00f6ffentliche Kultur entwickelt, unerw\u00fcnschte \u00c4u\u00dferungen durch Schm\u00e4hung und Ausgrenzung unterdr\u00fccken zu wollen. Das kann dazu f\u00fchren, dass sich eine Mehrheit der Menschen f\u00fcr jemanden wie Trump entscheidet, weil ihnen da nur noch auf die Nerven geht. Wenn wir vermeiden wollen, dass wir durch eine intolerante und aggressive Verteidigung der offenen Gesellschaft irgendwann auch in rechtspopulistisch regierten Gesellschaften aufwachen, sollten wir das dringend \u00fcberdenken.\u201c<\/p>\n<p>Stephan Hebels Buch belehrt. Es nimmt die wirklichen \u00c4ngste der Menschen nicht wahr, weil diese schon lange nicht mehr wirklich gefragt werden. Und \u00fcber den Islam verliert er nur wenige Worte. Dabei sind viele \u00c4ngste der Menschen genau damit verbunden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; Stephan Hebel, Sehr geehrter AfD-W\u00e4hler, w\u00e4hlen Sie sich nicht ungl\u00fccklich, Westend 2016, ISBN 978-3-86489-170-0 &nbsp; Geschrieben im Erschrecken nach dem gro\u00dfen Wahlerfolg der AfD in Mecklenburg-Vorpommern f\u00fcr die Frankfurter Rundschau und f\u00fcr dieses B\u00fcchlein erweitert, versucht der nach eigenen Angaben eher politisch links einzuordnende Journalist und Publizist Stephan Hebel, der f\u00fcr &hellip; <a href=\"https:\/\/blog.liesdoch.de\/?p=2939\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Sehr geehrter AfD-W\u00e4hler<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":6,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-2939","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2939","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/6"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2939"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2939\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2941,"href":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2939\/revisions\/2941"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2939"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2939"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2939"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}