{"id":294,"date":"2015-07-08T15:50:11","date_gmt":"2015-07-08T13:50:11","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.liesdoch.de\/?p=294"},"modified":"2015-07-08T15:50:11","modified_gmt":"2015-07-08T13:50:11","slug":"unter-den-lebenden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/?p=294","title":{"rendered":"Unter den Lebenden"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/41857643n.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-295\" src=\"http:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/41857643n.jpg\" alt=\"41857643n\" width=\"152\" height=\"250\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Eyal Megged, Unter den Lebenden, Berlin Verlag 2015, ISBN 978-3-8270-1242-5<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Was ist das Wesen einer echten Freundschaft unter zwei M\u00e4nnern? Was h\u00e4lt sie zusammen und was trennt sie. Der israelische Schriftsteller Eyal Megged, Ehemann der in Deutschland bekannteren Zeruya Shalev erz\u00e4hlt in seinem von Ruth Achlama sensibel und lebendig \u00fcbersetzten Roman \u201eUnter den Lebenden\u201c von einer sehr au\u00dfergew\u00f6hnlichen Freundschaft und von dem was, der Tod des einen aus dem \u00fcberlebenden Anderen und aus der Freundschaft macht.<\/p>\n<p>Der Ich-Erz\u00e4hler des Buches ist ein ber\u00fchmter Chirurg und als solcher mit dem Alltag des Todes vertraut. Doch w\u00e4hrend er in der Klinik diese Sterblichkeit seiner Patienten abspalten kann und sich auf seine k\u00fchle Kunst als Operateur, der sich nach der erfolgten Operation f\u00fcr nichts mehr verantwortlich glaubt, verl\u00e4sst, ist der fr\u00fche und pl\u00f6tzliche Tod seines Freundes Boas Masor f\u00fcr ihn ein Schock, von dem er sich das ganze Buch \u00fcber nicht zu erholen scheint. Boas` Tod ist f\u00fcr ihn unfassbar, er h\u00e4lt ihn f\u00fcr einen Skandal, der sein ganzes Leben aus dem Gleichgewicht bringt. Nichts ist mehr so wie fr\u00fcher. Er kann sich nicht mehr auf seine medizinische Routine zur\u00fcckziehen und bekommt kaum noch OPs zugeteilt.<\/p>\n<p>Der Ich-Erz\u00e4hler reflektiert nicht nur seine eigenen Gef\u00fchle und erinnert sich an unz\u00e4hlige Begebenheiten einer langen gemeinsamen Freundschaft. Er versucht sie auch, gegen die, wie er glaubt, vernichtende Kraft und Macht des Todes am Leben zu erhalten. Was er nie f\u00fcr m\u00f6glich gehalten h\u00e4tte, der Tod des Freundes bedroht sein Leben, schient seinen eigenen Tod vorwegzunehmen, raubt ihm jegliche Kraft und jeglichen Lebensmut.<\/p>\n<p>Er erz\u00e4hlt von Liebe, von Streit und Vers\u00f6hnung und nicht nur an einer Stelle erinnert die Beziehung der beiden Freunde jedenfalls aus der Sicht der Erz\u00e4hlers an die alte Rivalit\u00e4t zwischen Kain und seinem Bruder Abel. Denn auch Boas wollte Arzt werden, beugte sich aber dem vernichtenden Diktum seines Vaters. Nun, da er tot ist, wird sich der Erz\u00e4hler dieser immer zwischen ihn stehenden Konkurrenz bewusst. Immer wieder geht es um Neid auf den Erfolg des anderen, gerade auch bei den Frauen.<\/p>\n<p>Eyal Megged zwingt seinen Leser, tief in die Reflexionen seines Erz\u00e4hlers einzutauchen \u00fcber das, was der \u201edie verfluchten Fragen des Lebens\u201c nennt. Sein Roman ist auf der einen Seite eine zornige Abrechnung mit dem Tod, aber auch ein psalmenartiger Lobgesang auf das Leben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; &nbsp; Eyal Megged, Unter den Lebenden, Berlin Verlag 2015, ISBN 978-3-8270-1242-5 &nbsp; Was ist das Wesen einer echten Freundschaft unter zwei M\u00e4nnern? Was h\u00e4lt sie zusammen und was trennt sie. 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