{"id":3022,"date":"2016-11-17T10:42:52","date_gmt":"2016-11-17T08:42:52","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.liesdoch.de\/?p=3022"},"modified":"2016-11-17T10:42:52","modified_gmt":"2016-11-17T08:42:52","slug":"truemmerkind","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/?p=3022","title":{"rendered":"Tr\u00fcmmerkind"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/44936492z.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-3023\" src=\"http:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/44936492z-182x300.jpg\" alt=\"44936492z\" width=\"182\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/44936492z-182x300.jpg 182w, https:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/44936492z.jpg 289w\" sizes=\"auto, (max-width: 182px) 100vw, 182px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Mechthild Borrmann, Tr\u00fcmmerkind, Droemer 2016, ISBN 978-3-426-28137-6<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Mit dem Deutschen Krimipreis ist sie ausgezeichnet worden, die Autorin des hier vorliegenden Romans \u201eTr\u00fcmmerkind\u201c. Der ist zwar nicht als ausgesprochener Kriminalroman konzipiert, aber deswegen nicht weniger spannend.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Sie nimmt die zwischen dem 20.1. und 12 Februar 1947 in Hamburg aufgefundenen Leichen, die damals einem nie entdeckten \u201eTr\u00fcmmerm\u00f6rder\u201c zugeordnet wurden, und konstruiert daraus eine Geschichte, die sie bis zur Mitte des Buches in drei zun\u00e4chst v\u00f6llig voneinander unabh\u00e4ngigen Str\u00e4ngen, die sie dann, f\u00fcr den Leser bis zuletzt die Spannung aufrechterhaltend langsam zusammenf\u00fchrt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der eine Strang spielt im Jahr 1947 und erz\u00e4hlt vom schwierigen Leben von Agnes Dietz, deren Mann in Russland vermisst ist, ihrem 14 -j\u00e4hrigen Sohn und dessen kleiner Schwester Wiebke.\u00a0 Im Januar 1947, die Familie ist nach der Bombardierung Hamburgs 1943 nach Pinneberg zum Onkel gezogen und nun wieder zur\u00fcckgekehrt &#8211; entdecken die beiden Kinder auf ihrem Weg durch die Tr\u00fcmmerfelder, die erst langsam einem Weideraufbau weichen mitten\u00a0 in einer Zeit gro\u00dfer Not und Hungers, einen\u00a0 kleinen stummen Junge, den sie mit nach Hause nehmen. Dass Hanno auch eine nackte Leiche gesehen hat, wird er Jahrzehnte verschweigen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Agnes Dietz nennt den Jungen Joost, und macht ihn zu einem Mitglied der Familie. Als sehr \u00fcberraschend Im Dezember 1947 ihr Mann Gustav aus der Gefangenschaft zur\u00fcckkehrt, f\u00e4llt es ihm erst schwer, seiner Frau zu glauben, dass der Junge nein Findelkind ist und ihn als Familienmitglied zu akzeptieren. Sohn und Vater finden Arbeit bei Blohm und Voss und Mutter er\u00f6ffnet eine eigene Schneiderei.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In einem zweiten Strang, der in der Uckermark 1945 spielt, wird die Geschichte und die Flucht der Familie Anquist erz\u00e4hlt, und die literarischen Grundlagen eines Geheimnisses werden gelegt, das sich f\u00fcr den Leser erst am Ende aufl\u00f6sen wird.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Dazu ist allerdings ein\u00a0 dritter Strang die Voraussetzung, der in Gegenwartsebene des Romans im K\u00f6ln des Jahres 1992 spielt. Dort lebt die etwa 40 Jahre alte Lehrerin Anna Meerbaum getrennt von ihrem ehemaligen Mann Thomas. Als der von einem Klienten erz\u00e4hlt, der auf R\u00fcckgabe seines Eigentums in der ehemaligen DDR klagt, schl\u00e4gt er ihr vor, dass sie sich auch um den Gutshof ihres Gro\u00dfvaters in der Uckermark k\u00fcmmern soll.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Anna ist war nicht geldgierig, aber Thomas Idee legt die Lunte an eine Schnur, die zu ungew\u00f6hnlichen Eruptionen in ihrem Leben f\u00fchren wird. Nachdem sie einmal dort hingefahren ist, findet sie Spuren ihrer eigenen Geschichte und die ihrer Mutter, mit der sie schon lange im Streit lebt. Und sie lernt Joost Dietz kennen, einen Architekten, der mit Restaurierungen von gro\u00dfen Geb\u00e4uden befasst ist \u2026.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Spannend geschrieben wie ein Krimi geht es in diesem Buch um deutsche Vergangenheit und um die schmerzliche Suche einer Frau nach der Wahrheit, eine Frau, die erkennen muss, dass ein Verbrechen auf schicksalhafte Weise mit der Geschichte ihrer Familie verbunden ist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ein sehr gelungener Roman.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; Mechthild Borrmann, Tr\u00fcmmerkind, Droemer 2016, ISBN 978-3-426-28137-6 &nbsp; Mit dem Deutschen Krimipreis ist sie ausgezeichnet worden, die Autorin des hier vorliegenden Romans \u201eTr\u00fcmmerkind\u201c. 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