{"id":3289,"date":"2017-01-02T11:37:31","date_gmt":"2017-01-02T09:37:31","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.liesdoch.de\/?p=3289"},"modified":"2017-01-02T11:37:31","modified_gmt":"2017-01-02T09:37:31","slug":"familienbild-mit-dickem-kind","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/?p=3289","title":{"rendered":"Familienbild mit dickem Kind"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/44916924z.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-3290\" src=\"http:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/44916924z-192x300.jpg\" alt=\"44916924z\" width=\"192\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/44916924z-192x300.jpg 192w, https:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/44916924z.jpg 304w\" sizes=\"auto, (max-width: 192px) 100vw, 192px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Margherita Giacobino, Familienbild mit dickem Kind, Kunstmann 2016, ISBN 978-3-95614-119-5<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Um die insgesamt vierb\u00e4ndige \u201eNapolitanische Saga\u201c der Napolitanerin\u00a0 Elena Ferrante, deren zweiter Band im Januar 2017 bei Suhrkamp erscheint (die B\u00e4nde drei und vier folgen noch im Jahr 2017) gab es in den letzten Monaten eine erregte Debatte, die sich leider manchmal mehr um die Aufdeckung des Pseudonyms drehte, unter dem die Autorin schreibt als um die literarische Qualit\u00e4t der B\u00fccher.<\/p>\n<p>Die ganze Reihe ist von der Literaturkritik gelobt worden, wie ich finde zu Recht. Ich halte es f\u00fcr ein mit gro\u00dfer Kraft geschriebenes Meisterwerk \u00fcber die gro\u00dfe Macht und Kraft einer lebenslangen Freundschaft.<\/p>\n<p>Ich war atemlos begeistert von diesem auch sprachlich anspruchsvollen Buch.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Doch nicht weniger begeistert \u2013 und deshalb setze ich es in eine Beziehung \u2013 war ich von dem hier anzuzeigenden Buch der in Turin lebenden Schriftstellerin und Regisseurin Margherita Giacobino, das unter dem Titel \u201eFamilienbild mit dickem Kind\u201c bei Kunstmann erschienen ist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ebenso autobiographisch gepr\u00e4gt und authentisch wie Ferrantes Saga, erz\u00e4hlt sie eine mehr als ein Jahrhundert umspannende Familiengeschichte aus Piemont. Ein altes Familienbild steht am Anfang:<\/p>\n<p>\u201eIch sehe dieses Bild wie durch flie\u00dfendes Wasser. Wer waren diese Frauen und M\u00e4nner wirklich? Waren sie so rau und streng, wie sie aussahen? Liebten oder ertrugen sie sich? Was w\u00fcrden sie erz\u00e4hlen, wenn sie die Gewohnheit h\u00e4tten, von sich zu erz\u00e4hlen, die ihnen gewiss fehlt?\u201c<br \/>\nImmer waren da die Frauen, die Margherita schon als Kind um sich hatte und die sie ausdrucksvoll charakterisiert, Tanten und Gro\u00dftanten, die die Familie am Laufen hielten, w\u00e4hrend die M\u00e4nner oft weit weg waren um Geld zu verdienen. Da ist die sanfte Polonia, die als Hebamme alle im Dorf auf die Welt gebracht hat, Michin, die Seelenverwandte mit dem scharfen Witz, die schon als junges M\u00e4dchen mit ihren Schwestern in die Fabrik arbeiten geht, und vor allem Ninin.<\/p>\n<p>Gro\u00dftante Ninin ist die Konstante in dieser Familiensaga. Ihr setzt die Autorin ein besonderes Denkmal, da sie drei Generationen erzogen hat und eine pr\u00e4gende Gestalt in ihrem eigenen Leben war. Nach dem Tod der Mutter hatte Ninin f\u00fcr ihre Geschwister gesorgt.<\/p>\n<p>Nachdem Ninins Schwester in die USA ausgewandert war und deren Tochter Maria, die sp\u00e4tere Mutter der Autorin, als Waise in das Heimatdorf ihrer Eltern zur\u00fcckkehrte, nahm sich Ninin auch dieses Kindes an. Auch die Autorin selbst wird haupts\u00e4chlich von Ninin gro\u00df gezogen, weil die Mutter &#8211; bei einem spiel- und alkohols\u00fcchtigen Vater &#8211; f\u00fcr die Familie sorgen muss. Die Autorin erz\u00e4hlt die verschiedenen Abschnitte ihres Lebens jeweils passend aus der Sicht des Kindes, der Heranwachsenden und sp\u00e4ter aus der R\u00fcckschau der Erwachsenen, die \u00fcber ihre Heimat und die Menschen, die sie pr\u00e4gten, dankbar nachdenkt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das Buch ist eine Hommage der Autorin an die emanzipierten Frauen ihrer Familie und an das Bergdorf im Piemont ihrer Kindheit. Aus der Begegnung mit diesen Frauen und auch ihren Eltern, f\u00fcr die sie ein urteilsfreies Verst\u00e4ndnis zu finden sucht, rekapituliert sie ihr eigenes Leben heute.<\/p>\n<p>Ein leider bisher viel zu wenig beachteter Roman, der den Vergleich mit Ferrantes B\u00fcchern nicht zu scheuen braucht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; Margherita Giacobino, Familienbild mit dickem Kind, Kunstmann 2016, ISBN 978-3-95614-119-5 &nbsp; Um die insgesamt vierb\u00e4ndige \u201eNapolitanische Saga\u201c der Napolitanerin\u00a0 Elena Ferrante, deren zweiter Band im Januar 2017 bei Suhrkamp erscheint (die B\u00e4nde drei und vier folgen noch im Jahr 2017) gab es in den letzten Monaten eine erregte Debatte, &hellip; <a href=\"https:\/\/blog.liesdoch.de\/?p=3289\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Familienbild mit dickem Kind<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":6,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-3289","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3289","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/6"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3289"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3289\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3291,"href":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3289\/revisions\/3291"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3289"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3289"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3289"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}