{"id":3785,"date":"2017-03-02T13:34:48","date_gmt":"2017-03-02T11:34:48","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.liesdoch.de\/?p=3785"},"modified":"2017-03-02T13:34:48","modified_gmt":"2017-03-02T11:34:48","slug":"zuckersand","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/?p=3785","title":{"rendered":"Zuckersand"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/46969647z.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-3786\" src=\"http:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/46969647z-181x300.jpg\" alt=\"\" width=\"181\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/46969647z-181x300.jpg 181w, https:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/46969647z.jpg 253w\" sizes=\"auto, (max-width: 181px) 100vw, 181px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Jochen Schmidt, Zuckersand, C.H. Beck 2017, ISBN 978-3-406-70509-0<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der neue Roman \u201eZuckersand\u201c des Berliner Schriftstellers Jochen Schmidt hat mich von der ersten Seite an verzaubert und mich mitgenommen und gleichzeitig zur\u00fcckgef\u00fchrt in eine Zeit, als es mir so \u00e4hnlich ging wie dem Ich-Erz\u00e4hler des Buches. Ich vermute, dessen Erz\u00e4hlungen von seinem Alltag mit seinem zweij\u00e4hrigen Sohn Karl haben viel zu tun mit pers\u00f6nlichen Erfahrungen des Autors, denn so z\u00e4rtlich und liebevoll kann nur einer ein kleines Kind beschreiben und seine Wahrnehmung der Welt, der es selbst beim Wachsen begleiten durfte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der Autor das Leben des kleinen Karl und seine vielf\u00e4ltigen Versuche, die Welt zu entdecken, zu benennen und zu verstehen, beschreibt, gehen seine Erinnerungen zur\u00fcck in seine eigene Kindheit. Er lebt quasi in dem Spagat, sowohl Karls Kindheitsgl\u00fcck zu gew\u00e4hrleisten und zu sch\u00fctzen vor allem, was es bedrohen k\u00f6nnte, und gleichzeitig nicht nur die Erinnerungen an seine Kindheit zu bewahren, sondern auch zahllose Gegenst\u00e4nde zu konservieren, an denen er h\u00e4ngt, die er regelrecht sammelt zum Leidwesen seiner Partnerin Klara.<\/p>\n<p>Karls Vater und seine Mutter haben eine immer noch selten vorkommende Rollenverteilung. Der Vater ist wohl seit kurz nach seiner Geburt zu Hause, k\u00fcmmert sich um Kind und Haushalt, w\u00e4hrend die Mutter vollzeit arbeiten geht. Per SMS h\u00e4lt er sie tags\u00fcber in Wort und Bild \u00fcber Karls Entwicklung, \u00fcber seine Ausspr\u00fcche und Entdeckungen auf dem Laufenden und bem\u00fcht sich tapfer, nicht nur ein guter Vater, sondern auch ein guter Hausmann und Partner zu sein. \u00a0Und er macht Erfahrungen, ist mit Gef\u00fchlen konfrontiert, die ich selbst kenne und die zu dem Wertvollsten z\u00e4hlen, auf das ich in meinem bisherigen Leben zur\u00fcckblicken kann.\u00a0 Wie konnte ich ihm zustimmen, wie viele hundert mal habe ich das selbst gef\u00fchlt, wenn er an einer Stelle, ein Versteckspiel mit seinem Sohn beschreibend, fassungslos notiert: \u201eWie sollte ich mit meinen Gef\u00fchlen f\u00fcr diesen Jungen leben, ohne davon vollkommen gel\u00e4hmt zu werden?\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Seinen Sohn dabei\u00a0 bestaunend, wie der die Welt entdeckt, erlebt er sich selbst und seine eigene Geschichte neu. Es ist ein ganz besonderes Geschenk, das uns unsere Kinder machen, wenn sie uns dergestalt mit unserem Allerinnersten konfrontieren. Wir sehen uns in ihnen neu, anders. Die Gemeinschaft mit ihnen hat heilende Wirkung. Sie kitzeln das Wertvollste aus uns heraus: bedingungslose Liebe.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201eZuckersand\u201c ist ein lustiger, witziger und ber\u00fchrender Roman \u00fcber das Vatersein. Mich hat er in eine Zeit zur\u00fcckgef\u00fchrt vor dreizehn Jahren, als mein eigener Sohn begann zu krabbeln, dann zu sprechen und dann fragend die Welt zu entdecken. Diese ersten Jahre, in denen ich rund um die Uhr mit ihm leben und lernen durfte, sind die sch\u00f6nsten meines Lebens. Eines kann ich dem Ich-Erz\u00e4hler die Romans vorhersagen: die Gef\u00fchle, die Beziehung zu unseren Kindern werden mit ihrem \u00c4lterwerden, ihrem Eintritt in den Kindergarten, dann in die Schule und ihrem zunehmenden Selbst\u00e4ndigwerden nicht weniger intensiv. Wir m\u00fcssen nur lernen, sie immer mehr loszulassen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Kinder sind das gr\u00f6\u00dfte Geschenk, das das Leben f\u00fcr uns bereith\u00e4lt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; Jochen Schmidt, Zuckersand, C.H. Beck 2017, ISBN 978-3-406-70509-0 &nbsp; Der neue Roman \u201eZuckersand\u201c des Berliner Schriftstellers Jochen Schmidt hat mich von der ersten Seite an verzaubert und mich mitgenommen und gleichzeitig zur\u00fcckgef\u00fchrt in eine Zeit, als es mir so \u00e4hnlich ging wie dem Ich-Erz\u00e4hler des Buches. 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