{"id":4226,"date":"2017-04-25T10:51:31","date_gmt":"2017-04-25T08:51:31","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.liesdoch.de\/?p=4226"},"modified":"2017-04-25T10:51:31","modified_gmt":"2017-04-25T08:51:31","slug":"der-bruch-frankreichs-gespaltene-gesellschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/?p=4226","title":{"rendered":"Der Bruch. Frankreichs gespaltene Gesellschaft"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/47204144z.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-4227\" src=\"http:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/47204144z-193x300.jpg\" alt=\"\" width=\"193\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/47204144z-193x300.jpg 193w, https:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/47204144z.jpg 270w\" sizes=\"auto, (max-width: 193px) 100vw, 193px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Gilles Kepel, Der Bruch. Frankreichs gespaltene Gesellschaft, Kunstmann 2017, ISBN 978-3-956714-188-1<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Schon in dem in Frankreich schon 2015 erschienenen und 2016 bei Kunstmann verlegten Buch \u201eTerror in Frankreich\u201c hat der bekannte Soziologe Gilles Kepel vor einer Spaltung der franz\u00f6sischen Gesellschaft gewarnt. In einer n\u00fcchternen Analyse zeigte er, dass es das erkl\u00e4rte Ziel der Dschihadisten ist, die Gesellschaft zu spalten und die bisher noch loyale Mehrheit der Muslime zu radikalisieren. Dies f\u00fchre dann dazu, dass auch Menschen, die bisher dem Islam wohlwollend bis gleichg\u00fcltig gegen\u00fcber standen, zu Gegner bzw. Feinden dieser Religion werden, rechte Bewegungen wie den Front National in Frankreich oder die AfD in Deutschland immer st\u00e4rker machen und so wiederum die Begr\u00fcndung f\u00fcr immer neue Attentate und Attent\u00e4ter schaffen. Ein b\u00fcrgerkriegs\u00e4hnliches Szenario wurde da an die Wand gemalt, das mir schon im letzten Jahr gro\u00dfe Angst machte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In seinem neuen Buch, in dem er nach einem langen Prolog und einem Vorwort f\u00fcr die deutsche Ausgabe Radiointerviews dokumentiert, die er , jeweils vier oder f\u00fcnf an der Zahl, in den Monaten von September 2015 bis Juli 2016 gegeben hat, versch\u00e4rft er seine Analyse noch und beschreibt einen \u201eidentit\u00e4ren Bruch in der Gesellschaft\u201c, ein Bruch zwischen denen die Wohlstand haben und denen, die drau\u00dfen sind, den \u201eOutsidern\u201c. Die schl\u00fcsselt er auf:<\/p>\n<p>&#8222;Es gibt zwei Typen dieser Outsider: Zum einen Jugendliche mit Migrationshintergrund in den Banlieues der Gro\u00dfst\u00e4dte, zum anderen das &#8222;wei\u00dfe Frankreich&#8220; vom Land oder in den Kleinst\u00e4dten. Die einen verfallen der Logik einer islamischen Parallelgesellschaft, die anderen den Rechtsextremen.&#8220;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Seine Thesen in &#8222;Terror in Frankreich&#8220; noch radikaler formulierend,\u00a0 f\u00fchrt Gilles Kepel aus, wie der dschihadistische Terror diese Spaltung gezielt vorantreibt. Der Aufstieg rechtsextremer islamfeindlicher Parteien geh\u00f6rt zum Kalk\u00fcl dieses Terrors. Deren islamfeindliche Propaganda macht auch bisher unauff\u00e4llige Muslime\u00a0 empf\u00e4nglich f\u00fcr islamistische Propaganda.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Noch mehr als im vergangenen Jahr scheint der einst so besonnene Soziologe selbst zu spalten, wenn er eine &#8222;Verschleierung des Dschihadismus in Europa (konstatiert) unter dem Vorwand, Islamophobie sei das bedeutendere soziale Ph\u00e4nomen&#8220;.<\/p>\n<p>Gilles Kepel steht mittlerweile selbst auf der Todesliste des IS. Das hat ihn meiner Meinung nach zu einem werden lassen, der nicht mehr nur wissenschaftlich analysiert sondern auch ungeduldig wird:<\/p>\n<p>&#8222;Man wartet auf die politische Vision, die der Versuchung des Bruchs zu widerstehen vermag.&#8220; \u00a0Doch er will sich von den Dschihadisten nicht den Mund verbieten lassen:<\/p>\n<p>&#8222;Ich habe das Buch geschrieben, w\u00e4hrend die Attentate Frankreich ersch\u00fctterten und ich selbst zum Tode verurteilt war. F\u00fcr mich war das eine Art auf die Todesdrohung zu antworten. Weil man mich mit dem Tod bedroht, werde ich nicht schweigen. Im Gegenteil: Ich schreibe erst recht noch ein Buch.&#8220;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wenn man es liest, bekommt man zunehmend den Eindruck, dass unserem Nachbarland noch sehr schwierige Zeiten bevorstehen. Entwicklungen, die ganz Europa mit nach unten ziehen k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; Gilles Kepel, Der Bruch. Frankreichs gespaltene Gesellschaft, Kunstmann 2017, ISBN 978-3-956714-188-1 &nbsp; Schon in dem in Frankreich schon 2015 erschienenen und 2016 bei Kunstmann verlegten Buch \u201eTerror in Frankreich\u201c hat der bekannte Soziologe Gilles Kepel vor einer Spaltung der franz\u00f6sischen Gesellschaft gewarnt. In einer n\u00fcchternen Analyse zeigte er, dass es das &hellip; <a href=\"https:\/\/blog.liesdoch.de\/?p=4226\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Der Bruch. 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