{"id":4457,"date":"2017-06-21T12:57:02","date_gmt":"2017-06-21T10:57:02","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.liesdoch.de\/?p=4457"},"modified":"2017-06-21T12:57:02","modified_gmt":"2017-06-21T10:57:02","slug":"dass-wir-uns-haben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/?p=4457","title":{"rendered":"Dass wir uns haben"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/47129880z.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-4458\" src=\"http:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/47129880z-179x300.jpg\" alt=\"\" width=\"179\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/47129880z-179x300.jpg 179w, https:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/47129880z.jpg 251w\" sizes=\"auto, (max-width: 179px) 100vw, 179px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Luise Maier, Dass wir uns haben, Wallstein 2017, ISBN 978-3-8353-3045-0<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Dieser kleine Roman der 1991 geborenen, nun in der Schweiz lebenden Luise Maier ist ein kraftvolles, ein bewegendes und ein den Leser tief ersch\u00fctterndes Buch. Es handelt in kurzen Abschnitten, teilweise wie aus einem Notizbuch, vom Familienleben der namenlosen Erz\u00e4hlerin. Zusammen mit den Eltern und dem gro\u00dfen Bruder lebt sie in einem gr\u00fcnen Haus in einem kleinen Dorf vermutlich in Bayern, wie man aus einigen Hinweisen entnehmen kann.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Es geht in dieser Familie vorrangig um gegenseitigen Terror durch Gewalt und durch Schweigen. Schon gleich zu Beginn des Buches fesselt der Vater den Bruder und misshandelt ihn \u00fcbel, weil der wiederum seine Schwester geschlagen hatte. Mutter und Tochter, die gleiches ebenfalls oft erleben in diesen grausamen Erinnerung versuche n ihn zu tr\u00f6sten:<\/p>\n<p>\u201eEr weinte den restlichen Nachmittag. Mutter und ich sa\u00dfen abwechselnd an seiner Bettkante und streichelten \u00fcber seinen R\u00fccken. Der R\u00fccken h\u00f6rte nicht auf zu zucken. Ich streichelte nur ganz vorsichtig, dort, wo ich auch am liebsten gestreichelt werde, wenn ich weine.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Diese widerspr\u00fcchliche Gleichzeitigkeit zwischen erbarmungsloser Brutalit\u00e4t gegeneinander und beeindruckender Z\u00e4rtlichkeit f\u00fcreinander, zieht sich durch die ganzen 150 Seiten des Buches, das man deshalb mehr als einmal aus der Hand legen m\u00f6chte, weil man diese Schilderung kaum aushalten kann, auch deshalb, weil die \u00c4tiologie dieser famili\u00e4ren Gewalt im Unklaren bleibt.<\/p>\n<p>Die enorme erz\u00e4hlerische Kraft und sprachliche Wucht, mit der Luise Maier diese wohl biographisch konnotierte Familiengeschichte erz\u00e4hlt, l\u00e4sst vermuten und hoffen, dass diese junge Frau mit ihrem Deb\u00fct einen ersten Schritt aus dieser verh\u00e4ngnisvollen Gewaltgeschichte heraus getan hat und der Beginn, wo sie wie in Rage immer wieder auf einen Notizzettel schreibt: \u201eIch darf keine Kinder haben\u201c irgendwann in ihrem Leben keine Bedeutung mehr haben wird.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ich hoffe, sie meldet sich bald mit einem zweiten Roman zur\u00fcck. Denn Schreiben kann\u00a0 tats\u00e4chlich heilen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; Luise Maier, Dass wir uns haben, Wallstein 2017, ISBN 978-3-8353-3045-0 &nbsp; Dieser kleine Roman der 1991 geborenen, nun in der Schweiz lebenden Luise Maier ist ein kraftvolles, ein bewegendes und ein den Leser tief ersch\u00fctterndes Buch. 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