{"id":4523,"date":"2017-06-29T11:02:11","date_gmt":"2017-06-29T09:02:11","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.liesdoch.de\/?p=4523"},"modified":"2017-06-29T11:02:11","modified_gmt":"2017-06-29T09:02:11","slug":"ruhige-zeiten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/?p=4523","title":{"rendered":"Ruhige Zeiten"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/46969524z.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-4524\" src=\"http:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/46969524z-189x300.jpg\" alt=\"\" width=\"189\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/46969524z-189x300.jpg 189w, https:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/46969524z.jpg 264w\" sizes=\"auto, (max-width: 189px) 100vw, 189px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Lizzie Doron, Ruhige Zeiten, DTV 2017, ISBN 978-3-423-14574-9<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Dies ist die Geschichte von Leale, genannt Lea, einer \u00dcberlebenden der Shoah, die von Mordechai, einem Mitarbeiter der Jewish Agency nach dem Krieg in einem polnischen Waisenhaus entdeckt und nach Israel gebracht wird.<\/p>\n<p>Nach dem Tod von Srulik, den sie als junges M\u00e4dchen heiratet und mit dem sie einen Sohn hat, wird sie Manik\u00fcre im Friseursalon von Sajtschik. Auch Sajtschik kommt \u201evon dort\u201c und lebt mit Mordechai in einer versteckten homosexuellen Beziehung, die Lea aber nicht wahrhaben will.<\/p>\n<p>Sie liebt Sajtschik \u00fcber all die langen Jahre, die sie bei ihm arbeitet, und als auch er stirbt, erinnert sich Lea in einer langen Zeit der Trauer an \u201eMenschen, an die sich niemand erinnern wird\u201c ( Widmung der Autorin).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Schon in ihrem ersten Buch \u201eWarum bist du nicht vor dem Krieg gekommen?\u201c ist es Lizzie Doron gelungen, das Unaussprechliche in eine eigene Sprache zu fassen, das Schweigen h\u00f6rbar zu machen und den \u00dcberlebenden der Shoah eine ganz eigene W\u00fcrde zu geben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In ihrem neuen Buch \u201eRuhige Zeiten\u201c l\u00e4sst sie Lea in genau demselben Tel Aviver Viertel leben, in dem auch ihre Mutter Helena aus dem ersten Buch ihr Leben verbracht hat. Die Rabbinerfrau Guta taucht wieder auf und auch \u201eFrau Helena\u201c wird in einer kurzen Sequenz erw\u00e4hnt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Und sie l\u00e4sst die Menschen sprechen, erz\u00e4hlen von ihrem Leben im neuen Land, von ihrem Kampf mit einem Gott, an den sie nicht mehr glauben k\u00f6nnen und dessen Rituale sie dennoch befolgen, von ihrem t\u00e4glichen Kampf der Entscheidung zwischen Leben und Tod. Sie tut das mit einer wundervollen Sprache, die von Mirjam Pressler wie auch beim ersten Buch sehr sensibel ins Deutsche \u00fcbertragen wurde.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In Sajtschiks Friseursalon passieren seltsame Dinge mit den Menschen.<\/p>\n<p>\u201eIm Friseursalon, hatte Sajtschik einmal zu mir gesagt, k\u00f6nnen die Tauben h\u00f6ren, die Blinden sehen und die Stummen sprechen.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Mit einer tiefen menschlichen W\u00e4rme und einem ganz eigenen\u00a0 Witz schildert Lizzie Doron den schwierigen Balanceakt von \u00dcberlebenden, trotz aller unaussprechlichen Erfahrungen sich den Herausforderungen und Zumutungen des Lebens und Weiterlebens zu stellen, und sich dabei gegenseitig zu st\u00fctzen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ich habe auch dieses zweite Buch von Lizzie Doron mit gro\u00dfer innerer Erregung gelesen. Die Ersch\u00fctterung, die es ausgel\u00f6st hat, wird lange anhalten. Bleiben wird aber auch eine genuine Form von Hoffnung, die diese beiden B\u00fccher ausstrahlen, Hoffnung darauf, dass nichts und niemand den Kern der menschlichen Seele wirklich ausl\u00f6schen kann.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; Lizzie Doron, Ruhige Zeiten, DTV 2017, ISBN 978-3-423-14574-9 &nbsp; Dies ist die Geschichte von Leale, genannt Lea, einer \u00dcberlebenden der Shoah, die von Mordechai, einem Mitarbeiter der Jewish Agency nach dem Krieg in einem polnischen Waisenhaus entdeckt und nach Israel gebracht wird. 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