{"id":4643,"date":"2017-07-19T14:50:45","date_gmt":"2017-07-19T12:50:45","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.liesdoch.de\/?p=4643"},"modified":"2017-07-19T14:50:45","modified_gmt":"2017-07-19T12:50:45","slug":"was-wir-dachten-was-wir-taten-hoerbuch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/?p=4643","title":{"rendered":"Was wir dachten, was wir taten (H\u00f6rbuch)"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/48037379z.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-4644\" src=\"http:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/48037379z-300x300.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/48037379z-300x300.jpg 300w, https:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/48037379z-150x150.jpg 150w, https:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/48037379z.jpg 475w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Lea-Lina Oppermann, Was wir dachten, was wir taten (H\u00f6rbuch), H\u00f6rcompany 2017, ISBN 978-3-407-945709-52-8<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Um es vorweg zu sagen: dieses literarisches Deb\u00fct der 1998 in Berlin geborenen Lea-Lina Oppermann ist eine Sensation. Es wurde schon vor seinem Erscheinen mit dem Hans-im-Gl\u00fcck-Preis f\u00fcr Jugendliteratur ausgezeichnet und zeigt im Handlungsaufbau, im Spannungsbogen, in seiner sprachliche Dichte und in der Charakterdarstellung der drei erz\u00e4hlenden Hauptpersonen eine Qualit\u00e4t, wie man sie bei jungen Schriftstellerinnen dieses Alters kaum f\u00fcr m\u00f6glich gehalten h\u00e4tte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Mark Winter und Fiona Nikolaus sind Sch\u00fcler einer achten oder neunten Klasse. Ihr Lehrer A.Filler hat gerade mit dem Matheunterricht begonnen in dem die Sch\u00fcler eine Klausur schreiben, als durch den Schullautsprecher folgende Durchsage zu h\u00f6ren ist:<\/p>\n<p>\u201eEs ist ein schwerwiegendes Sicherheitsproblem aufgetreten. Bitte bewahren Sie Ruhe. Begeben Sie sich sofort in einen geschlossenen Fachraum und warten Sie auf weitere Anweisungen.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Mark, der als erster zu Wort kommt (danach immer im Wechsel mit Fiona und Herrn Filler), bekommt von Herrn Filler die Anweisung, die T\u00fcr zuzuschlie\u00dfen. Sofort ist klar, alle gehen davon aus, dass ein Amokl\u00e4ufer in der Schule ist. W\u00e4hrend Herr Filler darauf besteht, dass die Sch\u00fcler ihre Arbeit weiterschreiben, um einer Panik vorzubeugen, wirft ein Sch\u00fcler nach dem anderen dem Lehrer den angefangenen Test auf das Lehrerpult. Angst, Aufstand, Protest, Feigheit und Wut paaren sich zu einem seltsam dichten Gef\u00fchlskonglomerat, das einen Lehrer zeigt, der gerne mutiger w\u00e4re. Schon hier stellt die junge Autorin einzelne Sch\u00fcler vor und beginnt mit ihrer Charakterisierung, die sp\u00e4ter noch eine Bedeutung haben wird. Es haben schon etliche Sch\u00fcler ihre Arbeit vorzeitig beendet, als es zwischendrin an der T\u00fcr klopft und von au\u00dfen die Stimme einer wohl viel j\u00fcngeren Sch\u00fclerin um Einlass bittet, um sie vor dem Amoksch\u00fctzen zu retten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Eine heftige Diskussion beginnt, ob man es verantworten kann die T\u00fcr zu \u00f6ffnen. Weil Fiona heftig auf Mark einredet, \u00f6ffnet der schlie\u00dflich die T\u00fcr. Sie sind beide sicher, etwas Richtiges zu tun. Die T\u00fcr geht auf. \u201eDavor stand ein schniefendes M\u00e4dchen mit zwei kurzen Z\u00f6pfen. Und einer Pistole an der Schl\u00e4fe.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Sie haben nun den Attent\u00e4ter mitten im Klassenraum. Und nun beschreibt Lea-Lina Oppermann eine etwa zwei Stunden dauernde Dynamik, in der der v\u00f6llig stumme und maskierte T\u00e4ter einzelnen Menschen in der Klasse schriftliche Anweisungen erteilt.\u00a0 Anweisungen, die die einzelnen auf eine Weise blo\u00dfstellen, dass sich einige bald fragen, woher der T\u00e4ter all diese Informationen hat, die er f\u00fcr diese blamierenden, erniedrigenden und besch\u00e4menden Aufgaben braucht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Immer abwechselnd Fiona, Mark und A. Filler zu Wort kommen lassend, gelingt der Autorin eine Art Psychothriller als Kammerspiel. Da werden Geheimnisse an die Oberfl\u00e4che gezerrt, L\u00fcgen offenbart und hinter den so sorgsam gepflegten Fassaden der Einzelnen tun sich wahre Abgr\u00fcnde auf.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wie eine Klasse und die einzelnen Sch\u00fcler am Ende dieses 143 Minuten dauernden Dramas weiterleben k\u00f6nnen, ist offen und der Phantasie der jugendlichen Leser dieses wunderbaren Buches \u00fcberlassen. Und so bricht der Bericht auch ab:<\/p>\n<p>\u201eWas bleibt\u2026.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ein sensationelles Deb\u00fct. Ich w\u00fcnsche der jungen Autorin, dass sie den Mut und die n\u00f6tige Unterst\u00fctzung findet, weiter zu schreiben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die vorliegende Einspielung als H\u00f6rbuch haben die drei Schauspieler des Hamburger Thalia \u2013Theaters Birte Schn\u00f6ink, Julian Greis und Sebastian Rudolph eingelesen und haben diesem packend komponierten psychologischen Kammerspiel nicht nur ihre wunderbaren Stimmen geliehen, sondern es auch geschafft, die Dynamik, die beim Lesen des Buches deutlich wird, noch einmal auf eine Weise zu steigern, die dem H\u00f6rer vor Spannung das Blut in den Adern gefrieren l\u00e4sst.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Charaktere von Fiona, Mark und A. Filler sind auf eine ganz bemerkenswerte Weise getroffen und eingefangen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; Lea-Lina Oppermann, Was wir dachten, was wir taten (H\u00f6rbuch), H\u00f6rcompany 2017, ISBN 978-3-407-945709-52-8 &nbsp; Um es vorweg zu sagen: dieses literarisches Deb\u00fct der 1998 in Berlin geborenen Lea-Lina Oppermann ist eine Sensation. Es wurde schon vor seinem Erscheinen mit dem Hans-im-Gl\u00fcck-Preis f\u00fcr Jugendliteratur ausgezeichnet und zeigt im Handlungsaufbau, im Spannungsbogen, &hellip; <a href=\"https:\/\/blog.liesdoch.de\/?p=4643\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Was wir dachten, was wir taten (H\u00f6rbuch)<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":6,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-4643","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4643","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/6"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4643"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4643\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4645,"href":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4643\/revisions\/4645"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4643"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=4643"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=4643"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}