{"id":469,"date":"2015-09-07T13:15:01","date_gmt":"2015-09-07T11:15:01","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.liesdoch.de\/?p=469"},"modified":"2015-09-07T13:15:01","modified_gmt":"2015-09-07T11:15:01","slug":"drei-traenenlose-geschichten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/?p=469","title":{"rendered":"Drei tr\u00e4nenlose Geschichten"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/41759907z.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-470\" src=\"http:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/41759907z-187x300.jpg\" alt=\"41759907z\" width=\"187\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/41759907z-187x300.jpg 187w, https:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/41759907z.jpg 297w\" sizes=\"auto, (max-width: 187px) 100vw, 187px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Erich Hackl, Drei tr\u00e4nenlose Geschichten, Diogenes 2015, ISBN 978-3-257-24306-2<\/p>\n<p>Erich Hackl ist ein Schriftsteller, der die Themen seiner unter die Haut gehenden Erz\u00e4hlungen s\u00e4mtlich tats\u00e4chlichen Begebenheiten, Lebensschicksalen und Biographien verdankt. Oft mit erheblichem Rechercheaufwand gr\u00e4bt er sich tief in die Geschichten der Menschen ein, deren Schicksal sehr oft mit dem Nationalsozialismus und\/oder mit ihrer Zugeh\u00f6rigkeit zum Judentum zu tun haben.<\/p>\n<p>Auch in seinem neuen Erz\u00e4hlband \u201eDrei tr\u00e4nenlose Geschichten\u201c, von denen zwei schon vorher in \u00d6sterreich in Zeitungen und Anthologien erschienen sind, erz\u00e4hlt er von j\u00fcdischen Menschen und ihren Schicksalen.<\/p>\n<p>In \u201eFamilie Klagsbrunn\u201c (hier erstmals ver\u00f6ffentlicht) verfolgt er das Schicksal der j\u00fcdischen Familie Klagsbrunn von der Wiener Vorstadt Floridsdorf bis nach Rio de Janeiro, wohin sie vor den Nazis fl\u00fcchteten und wo die Kinder der Familie sp\u00e4ter durch ihr politisches Engagement in den revolution\u00e4ren Zellen erneut verfolgt und gefoltert wurden.<\/p>\n<p>Die Erz\u00e4hlung \u201eDer Fotograf von Auschwitz\u201c erz\u00e4hlt die Lebensgeschichte des Fotografen, der, weil er lieber Pole sein wollte als arischer Deutscher im KZ landete und dort wegen seiner Fotokunst \u00fcberlebte. Seine Tauenden von Bilder aus Auschwitz gingen nach dem Krieg um die Welt und haben nicht unwesentlich dazu beigetragen, das Grauen und die Unmenschlichkeit, die dort herrschten, \u00f6ffentlich zu machen.<\/p>\n<p>Die dritte Erz\u00e4hlung ist die Spurensuche nach der fest vergessenen \u00d6sterreicherin Gisela Tschofenig, die in Dachau ihre Hochzeit feiern musste. Hier erinnert man sich an Hackls schon 2002 erschienene Erz\u00e4hlung \u201eDie Hochzeit von Auschwitz\u201c.<\/p>\n<p>\u00c4hnlich wie sich Erich Hackl neben seiner eigentlichen literarischen Produktion immer wieder als Herausgeber von Werken unbekannter oder an den Rand gedr\u00e4ngter Autoren bet\u00e4tigt, so l\u00e4sst er in seinen eigenen Werken Menschen zur Sprache kommen, bringt Licht in das Dunkel ihres vergessenen, gequ\u00e4lten oder verachteten Lebens, deren Geschichte sonst vielleicht niemand interessieren w\u00fcrde. Es sind Originalgeschichten, die Hackl minuti\u00f6s und mit viel Empathie und Leidenschaft recherchiert hat. Es ist ein leises Schreiben, das vom Gesp\u00fcr f\u00fcr das leidenden Einzelwesen lebt, &#8222;ein Lichtblick in der ver\u00f6denden geistigen Landschaft&#8220;, wie der leider viel zu fr\u00fch verstorbene Essayist und Kritiker Lothar Baier Hackls Werk vor vielen Jahren schon charakterisiert hat.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Erich Hackl, Drei tr\u00e4nenlose Geschichten, Diogenes 2015, ISBN 978-3-257-24306-2 Erich Hackl ist ein Schriftsteller, der die Themen seiner unter die Haut gehenden Erz\u00e4hlungen s\u00e4mtlich tats\u00e4chlichen Begebenheiten, Lebensschicksalen und Biographien verdankt. 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