{"id":4718,"date":"2017-08-18T08:08:32","date_gmt":"2017-08-18T06:08:32","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.liesdoch.de\/?p=4718"},"modified":"2017-08-18T08:08:32","modified_gmt":"2017-08-18T06:08:32","slug":"ihr-sollt-den-fremden-lieben-rabbi-kleins-vierter-fall","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/?p=4718","title":{"rendered":"Ihr sollt den Fremden lieben. Rabbi Kleins vierter Fall"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/48012363z.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-4719\" src=\"http:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/48012363z-184x300.jpg\" alt=\"\" width=\"184\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/48012363z-184x300.jpg 184w, https:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/48012363z.jpg 257w\" sizes=\"auto, (max-width: 184px) 100vw, 184px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Alfred Bodenheimer, Ihr sollt den Fremden lieben. Rabbi Kleins vierter Fall, Nage &amp; Kimche 2017, ISBN 978-3-31201033-2<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Professor f\u00fcr J\u00fcdische Literatur- und Religionsgeschichte an der Universit\u00e4t in Basel, der 1965 geborene Alfred Bodenheimer, hat vor einigen Jahren mit der Streitschrift \u201eHaut ab!\u201c seine Stimme in der damals aktuellen Beschneidungsdebatte erhoben und auf sich aufmerksam gemacht, nachdem seine bisherigen Werke zur j\u00fcdischen Literatur nur von einem kleinen Fachpublikum wahrgenommen wurden.<\/p>\n<p>Nachdem er mit\u00a0 \u201eKains Opfer\u201c \u00a02014 seinen ersten Roman vorlegte, einen Kriminalroman,\u00a0 in dem er nicht nur nachwies, dass er selbst gute Literatur schreiben kann, sondern in dem er den Leser mitten hinein in das Leben und den Alltag eines Schweizer Rabbis f\u00fchrte und in tiefsinnige theologische Reflexionen \u00fcber zentrale Fragen der Auslegung des Talmuds, hat er die Reihe mit \u201eDas Ende vom Lied\u201c (2015) fortgesetzt und im letzten Jahr den dritten Fall f\u00fcr Rabbi Klein ver\u00f6ffentlicht unter dem Titel \u201eDer Messias kommt nicht.\u201c<\/p>\n<p>Rabbi Gabriel Klein steht als orthodoxer Rabbi einer gro\u00dfen Z\u00fcricher Synagoge vor. Er predigt, unterrichtet und macht liebend gerne Besuche in Krankenh\u00e4usern und Altenheimen bei Mitgliedern seiner Gemeinde. Ein sympathischer Theologe mit Grunds\u00e4tzen ist Klein, doch er ist durchaus offen auch f\u00fcr neue Gedanken.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die F\u00e4lle, die er l\u00f6st, kommen zu ihm wie die Jungfrau zum Kind, er schlittert geradezu in sie hinein. Wie Alfred Bodenheimer seinen Rabbi die F\u00e4lle l\u00f6sen l\u00e4sst, hat auch nichts mit klassischer Krimiliteratur zu tun, wo es vor Spannung und Action nur so knistert, auch nicht mit der pastoralen Ermittlungsarbeit etwa eines Pater Brown. Wenn er allerdings mitten in seinem normalen Alltag einem Verbrechen auf die Spur kommt, da springt bei Rabbi Klein etwas an, was ihn bis zur L\u00f6sung nicht mehr zur Ruhe kommen l\u00e4sst.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Im vorliegenden neuen Buch \u201eIhr sollt den Fremden lieben\u201c Buch ist Rabbi Klein bei einer beliebten Talkshow des Schweizer Fernsehens zu Gast und wird dort von dem bekannten und beliebten Journalisten Kim Nufener interviewt. Stunden sp\u00e4ter, Gabriel Klein hat das Studio schoin verlassen als, er wegen eines liegengelassenen Handys noch einmal zur\u00fcckkehrt und sieht, wie der das Studio verlassende Kim Nufener von einem Auto angefahren und schwer verletzt wird. Rabbi Klein\u00a0 eilt zu Hilfe doch in seinem Arm stirbt der Journalist blut\u00fcberstr\u00f6mt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Kurze Zeit sp\u00e4ter meldet sich nach langen Jahren der inzwischen\u00a0 als Modedesigner ber\u00fchmt gewordene Sohn eines orthodoxen j\u00fcdischen Gelehrten, Lejser Morgenroth bei ihm, und gesteht ihm, bei diesem Unfall in der N\u00e4he gewesen zu sein.\u00a0 Er hatte eine homosexuelle Beziehung zu Kim Nufener, die jedoch kurz zuvor zerbrach, weil Kim ihn verlassen hat. Im Verlauf des Buches stellt sich heraus, warum, aber zuvor ist Lejser nat\u00fcrlich dringend tatverd\u00e4chtig. Auch weil er immer wieder Gabriel Klein\u00a0 dr\u00e4ngt ihm zu helfen, beginnt dieser nachzuforschen<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wie schon in den ersten drei B\u00e4nden verkn\u00fcpft Bodenheimer genial eine durchaus spannende und verwickelte Handlung, die schlussendlich zur \u00fcberraschenden L\u00f6sung des Falls f\u00fchrt, und eine theologische Debatte, die zun\u00e4chst parallel l\u00e4uft, deren Interpretation aber am Ende den Fall l\u00f6sen hilft.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Trotz seiner orthodoxen Grundhaltung hat der Rabbi viel Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Menschen und das allzu Menschliche. Bodenheimer hat ihm mit Rivka eine Ehefrau gegeben, die mit eigenem Profil ihm treu zur Seite steht und auch dieses Mal mit einer klugen Beobachtung den entscheidenden Hinweis zur Aufl\u00f6sung liefert.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wieder eine gelungene Mischung aus Krimi und rabbinischer Theologie mit feinen Bemerkungen \u00fcber die Konkurrenz zwischen Z\u00fcrich und Basel und vielen Beschreibungen\u00a0 j\u00fcdischen Lebens und Alltags in der Schweiz. Auf den n\u00e4chsten Fall warte ich mit Spannung.<br \/>\n&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; Alfred Bodenheimer, Ihr sollt den Fremden lieben. 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