{"id":478,"date":"2015-09-10T10:22:24","date_gmt":"2015-09-10T08:22:24","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.liesdoch.de\/?p=478"},"modified":"2015-09-10T10:22:24","modified_gmt":"2015-09-10T08:22:24","slug":"alles-andere-als-ein-kinderspiel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/?p=478","title":{"rendered":"Alles andere als ein Kinderspiel"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/40786380z.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-479\" src=\"http:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/40786380z-189x300.jpg\" alt=\"40786380z\" width=\"189\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/40786380z-189x300.jpg 189w, https:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/40786380z.jpg 265w\" sizes=\"auto, (max-width: 189px) 100vw, 189px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Yishai Sarid, Alles andere als ein Kinderspiel, Kein &amp; Aber 2014, ISBN 978-3-0369-5703-6<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der vorliegende Roman des 1965 in Tel Aviv geborenen Yishai Sarid ist nach \u201eLimassol\u201c, ebenfalls bei kein &amp; Aber sein zweiter, in seiner israelischen Heimat strak beachteter Roman. Sarid war als Nachrichtenoffizier der israelischen Armee t\u00e4tig, hat dann Jura studiert und arbeitet als Rechtsanwalt in Tel Aviv.<\/p>\n<p>Die ich-erz\u00e4hlende Hauptfigur ist eine Naomi. Seit sie vor etwa f\u00fcnfundzwanzig Jahren mit ihrem Sohn den Kibbuz und ihren Mann verlassen hat ( die Gr\u00fcnde daf\u00fcr sind entscheidend, und werden erst im Laufe des Buches deutlich) leitet sie mit viel Herzblut und heiligem Ernst einen Kindergarten im Norden Israels. Sie ist stolz auf ihre Einrichtung und ihre Arbeit: \u201eMein Kindergarten ist der kultivierteste Ort in dieser Stadt&#8230; Er ist wichtiger als der Kulturpalast und das Museum zusammen, die Oper noch dazu genommen.\u201c<\/p>\n<p>Beim Spazierengehen hat sie vor Jahren den Kindergarten entdeckt und damals eine sichtlich \u00fcberforderte Kinderg\u00e4rtnerin \u00fcber den Zaun hinweg beobachtet. Sie fragt, ob sie helfen k\u00f6nne, und l\u00e4sst dann nicht locker.<\/p>\n<p>Sp\u00e4ter wird die \u00e4ltere Kinderg\u00e4rtnerin aufh\u00f6ren und Naomi den Kindergarten \u00fcbergeben inklusive Wohnrecht im selben Haus. Das Haus ist in wenig gutem Zustand, aber das st\u00f6rt Naomi nicht. Sein Eigent\u00fcmer ein vor Jahren nach Amerika ausgewanderter \u00dcberlebender des Holocaust, schlie\u00dft sie bei seinen Stippvisiten ebenfalls in Herz und verspricht Naomi lebenslanges Wohnrecht und Platz f\u00fcr die Kinder in der inzwischen hochbegehrten Immobilie.<\/p>\n<p>Doch dann stirbt er\u00a0und hat offenbar kein entsprechendes Testament hinterlassen oder Naomi wurde betrogen. Ein von Erfolg und Selbstbewusstsein strotzender Architekt hat das Grundst\u00fcck gekauft, will das Haus abrei\u00dfen lassen und Nobelwohnungen bauen.<\/p>\n<p>\u201eEin Rechtsanwalt teilte mir mit, &#8230; das Grundst\u00fcck&#8230; geh\u00f6re jetzt einer Firma mit dem sch\u00f6nen Namen Via Maris GmbH, die die Immobilie aus dem Nachlass von Herschel Kaplan erworben habe. Via Maris verlangte von mir, das Grundst\u00fcck zu r\u00e4umen und innerhalb von drei\u00dfig Tagen auf dieses Schreiben zu reagieren.\u201c<\/p>\n<p>Naomi beginnt um ihren Kindergarten zu k\u00e4mpfen und auch um ihren Sohn Noam, der nach langer Zeit sich ihr langsam wieder \u00f6ffnet und sich in einer Kindergartenhelferin verliebt hat. Die Eltern der Kinder reagieren auf die drohende Schlie\u00dfung mit wenig Verst\u00e4ndnis.<\/p>\n<p>Der Roman ist ein intensiv erz\u00e4hltes Portr\u00e4t des gegenw\u00e4rtigen Lebens in Tel Aviv. Gepr\u00e4gt von traumatisierten Vergangenheiten und bedrohlicher Gegenwart. Doch seine Figuren gegen die Hoffnung nicht auf. Sie stellen sich ihrem schweren Leben, \u00f6ffnen sich langsam ihrem Gl\u00fcck und werden am Ende ersch\u00f6pft, aber gl\u00fccklich, nach einem gelungenen Kampf wissen, dass in Israel schon der n\u00e4chste Tag neue Herausforderungen und Lebensbedrohungen bereithalten kann.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; &nbsp; &nbsp; Yishai Sarid, Alles andere als ein Kinderspiel, Kein &amp; Aber 2014, ISBN 978-3-0369-5703-6 &nbsp; Der vorliegende Roman des 1965 in Tel Aviv geborenen Yishai Sarid ist nach \u201eLimassol\u201c, ebenfalls bei kein &amp; Aber sein zweiter, in seiner israelischen Heimat strak beachteter Roman. 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