{"id":489,"date":"2015-09-14T14:42:12","date_gmt":"2015-09-14T12:42:12","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.liesdoch.de\/?p=489"},"modified":"2015-09-14T14:42:12","modified_gmt":"2015-09-14T12:42:12","slug":"das-gift","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/?p=489","title":{"rendered":"Das Gift"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/42767441z.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-490\" src=\"http:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/42767441z-180x300.jpg\" alt=\"42767441z\" width=\"180\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/42767441z-180x300.jpg 180w, https:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/42767441z.jpg 285w\" sizes=\"auto, (max-width: 180px) 100vw, 180px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Samanta Schweblin, Das Gift, Suhrkamp 2015, ISBN 978-3-518-42503-9<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nach ihren bemerkenswerten Erz\u00e4hlungen \u201eDie Wahrheit \u00fcber die Zukunft\u201c , mit denen Suhrkamp 2010 die argentinische Schriftstellerin Samanta Schweblin einem deutschen Publikum vorstellte, pr\u00e4sentiert der Verlag nun ihren ersten Roman, der in ihrer Heimat gefeiert wurde und nicht nur deshalb wohl in \u00fcber 20 L\u00e4ndern gleichzeitig erscheint.<\/p>\n<p>Es ist ein vom Umfang her d\u00fcnner Roman, der es aber in Inhalt und Stil mit den Gro\u00dfen aufnehmen kann. Irgendwo im argentinischen Landesinneren trinkt ein wertvoller Zuchthengst , der vom Gut der Gro\u00dfgrundbesitzer Sotomayor ausgeliehen wurde, giftiges Wasser. Die Heldin des Romans namens Carla k\u00fcmmert sich um das Tier, doch sie kann nicht vermeiden, dass ihr Sohn David mit dem giftigen Wasser in Ber\u00fchrung kommt. Das Pferd stirbt, der Sohn kann gerettet werden. Hilfreich ist dabei die \u201eFrau im gr\u00fcnen Haus\u201c, eine Heilerin, die mit Transmigration arbeitet, bei der der Geist den K\u00f6rper verl\u00e4sst, sich einen anderen sucht und der K\u00f6rper wiederum von einem anderen Geist besetzt wird. So wird jedenfalls erkl\u00e4rt, warum sich das Kind nach der Vergiftung so ver\u00e4ndert hat in seinem Wesen.<\/p>\n<p>Als viele Jahre sp\u00e4ter Amanda, eine Frau aus der Stadt, die mit ihrer Familie Urlaub macht, genau diesen David trifft, versucht sie herauszufinden, was damals geschehen ist:<\/p>\n<p>&#8222;&#8218;Als ich eine Entscheidung getroffen hatte, gab es kein Zur\u00fcck mehr, und je mehr ich dar\u00fcber nachdachte, desto mehr schien es mir der einzig m\u00f6gliche Weg zu sein. Ich habe David auf den Arm genommen, und er weinte, vermutlich sp\u00fcrte er meine Angst. Dann verlie\u00df ich das Haus. Omar stand mit zwei M\u00e4nnern neben dem Pferd und diskutierte, wobei er sich unentwegt die Haare raufte. Zwei weitere Nachbarn sahen vom hinteren Teil der Koppel aus zu und mischten sich gelegentlich in das Gespr\u00e4ch ein, indem sie ihre Meinung quer \u00fcber das Feld br\u00fcllten. Ich ging weg, ohne dass sie es bemerkten, und gelangte auf die Stra\u00dfe&#8216;, sagt Carla und zeigt ans Ende meines Gartens, hinter das Tor. &#8218;Dann ging ich zu dem gr\u00fcnen Haus.'&#8220;<\/p>\n<p>Als dann auch Amandas Tochter Nina mit dem pestizidverseuchten Wasser in Ber\u00fchrung kommt, wird die ganze Sache sehr verwirrend. Diese Verwirrung , die wohl bewusst von Samanta Schweblin \u00fcber ihren Text gelegt wurde, durchzieht weite Teile des Buches und schm\u00e4lern so die Qualit\u00e4t eines Buches, das spannend h\u00e4tte sein k\u00f6nnen, spannend und kritisch.<\/p>\n<p>So aber habe ich es eher unsicher aus der Hand gelegt, bin mir aber sicher, dass das dritte Buch dieser Autorin, die derzeit in Berlin lebt, eine neue Chance verdient hat.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; &nbsp; &nbsp; Samanta Schweblin, Das Gift, Suhrkamp 2015, ISBN 978-3-518-42503-9 &nbsp; Nach ihren bemerkenswerten Erz\u00e4hlungen \u201eDie Wahrheit \u00fcber die Zukunft\u201c , mit denen Suhrkamp 2010 die argentinische Schriftstellerin Samanta Schweblin einem deutschen Publikum vorstellte, pr\u00e4sentiert der Verlag nun ihren ersten Roman, der in ihrer Heimat gefeiert wurde und nicht nur deshalb wohl in \u00fcber &hellip; <a href=\"https:\/\/blog.liesdoch.de\/?p=489\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Das Gift<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":6,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-489","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/489","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/6"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=489"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/489\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":491,"href":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/489\/revisions\/491"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=489"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=489"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=489"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}