{"id":4920,"date":"2017-09-20T08:42:23","date_gmt":"2017-09-20T06:42:23","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.liesdoch.de\/?p=4920"},"modified":"2017-09-20T08:42:23","modified_gmt":"2017-09-20T06:42:23","slug":"aristoteles-und-dante-entdecken-die-geheimnisse-des-universums","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/?p=4920","title":{"rendered":"Aristoteles und Dante entdecken die Geheimnisse des Universums"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/46972813z.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-4921\" src=\"http:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/46972813z-214x300.jpg\" alt=\"\" width=\"214\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/46972813z-214x300.jpg 214w, https:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/46972813z.jpg 299w\" sizes=\"auto, (max-width: 214px) 100vw, 214px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Benjamin Alire Saenz, Aristoteles und Dante entdecken die Geheimnisse des Universums, DTV 2017, ISBN 978-3-423-71741-0<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In einer wunderbaren, stellenweise poetischen Prosa erz\u00e4hlt der 1954 geborene Schriftsteller und Lyriker Benjamin Alire Saenz die Geschichte zweier Jungen und ihrer Freundschaft.<\/p>\n<p>\u201eWarum l\u00e4cheln wir? Warum lachen wir? Warum f\u00fchlen wir uns allein? Warum sind wir traurig und verwirrt? Warum lesen wir Gedichte? Warum weinen wir, wenn wir ein Gem\u00e4lde sehen? Warum ist unser Herz so in Aufruhr, wenn wir lieben? Was ist das Ding in unsere Magengrube, das wir Sehnsucht nennen?\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Mit diesen Fragen leitet Saenz seinen Roman ein und diese Fragen deuten schon darauf hin: es geht um m\u00e4nnliche Pubert\u00e4t, es geht um die Entwicklung der eigenen Identit\u00e4t und um das Erwachsenwerden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Da ist der f\u00fcnfzehnj\u00e4hrige Aristoteles Mendoza. Er wohnt in El Paso in Texas und ist mexikanischer Abstammung. Seine Mutter ist Lehrerin und sein Vater arbeitet als Brieftr\u00e4ger. Seine Zeit als Soldat in Vietnam hat ihn verschlossen und schweigsam gemacht. Aristoteles kann ihm einfach nicht nahe kommen. Zumal es nicht nur die Geheimnisse des Vaters gibt, die er mit sich herumtr\u00e4gt, sondern da ist noch der verschwiegene \u00e4ltere Bruder, der, als Ari vier Jahre alt war, einen Menschen get\u00f6tet hat und seitdem im Gef\u00e4ngnis sitzt. Aris zwei erwachsene Schwestern sind schon lange aus dem Haus, und spielen f\u00fcr die Handlung nur eine untergeordnete Rolle.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Eine gro\u00dfe und im Verlauf des Romans immer bedeutendere Rolle spielt allerdings Dante, der Ari eines Tages im Schwimmbad den am Rande des Beckens sitzenden Nichtschwimmer Ari anspricht und ihm anbietet, ihn\u00a0 das Schwimmen zu lehren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Er hei\u00dft Dante Quintana, ist ebenfalls mexikanischer Abstammung, wohnt mit seinen Eltern in El Paso und hat keine Geschwister. Sein Vater ist Professor f\u00fcr Literatur und seine Mutter arbeitet als Psychotherapeutin. Er hat eine Vorliebe f\u00fcr die Kunst, f\u00fcr Gedichte und kann extrem gut zeichnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wie sie sich sp\u00e4ter einander gestehen, wussten Aristoteles und Dante schon in diesem ersten Augenblick im Schwimmbad, das sie Freunde werden w\u00fcrden und auch mehr als das.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Meine Rezension soll von der Handlung nichts verraten, damit der vorhandene \u00dcberraschungseffekt beim Lesen erhalten bleibt. Erw\u00e4hnen und hervorheben will ich allerdings, dass ich selten einen Jugendroman gelesen habe, der so sensibel und poetisch die Identit\u00e4tskrisen m\u00e4nnlicher Jugendlicher in der Pubert\u00e4t beschreibt. Selten auch bin ich Eltern begegnet, die auf eine klare und doch liebevolle und selbstkritische Weise ihre Kinder in dieser schweren Krise begleiten und dabei selbst wachsen zu wirklichen Erwachsenen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>An einer Stelle am Ende des Buches, als schon zwei Jahre vergangen sind seit der Szene im Schwimmbad, sagt Ari: \u201eManchmal liebe Eltern ihre S\u00f6hne so sehr, dass sie vergessen, wie schwer es ist, fast siebzehn zu sein. Sie glauben, mithilfe unserer Jugend k\u00f6nnen wir alles \u00fcberwinden. Vielleicht vergessen sie dabei eine winzig kleine Tatsache: fast siebzehn zu sein kann brutal, schmerzvoll und verwirrend sein. Fast siebzehn zu sein kann richtig nerven.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Als Vater eines Sohnes, der diese erste gro\u00dfe Lebens- und Identit\u00e4tskrise noch vor sich hat, habe ich dieses Buch mit offenem Herzen gelesen und ich kann es nicht nur empfehlen f\u00fcr Jugendliche ab etwa 14 Jahren, sondern besonders f\u00fcr Eltern von S\u00f6hnen in diesem Alter.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; Benjamin Alire Saenz, Aristoteles und Dante entdecken die Geheimnisse des Universums, DTV 2017, ISBN 978-3-423-71741-0 &nbsp; In einer wunderbaren, stellenweise poetischen Prosa erz\u00e4hlt der 1954 geborene Schriftsteller und Lyriker Benjamin Alire Saenz die Geschichte zweier Jungen und ihrer Freundschaft. \u201eWarum l\u00e4cheln wir? Warum lachen wir? 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