{"id":5265,"date":"2017-12-06T14:12:25","date_gmt":"2017-12-06T12:12:25","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.liesdoch.de\/?p=5265"},"modified":"2017-12-06T14:12:25","modified_gmt":"2017-12-06T12:12:25","slug":"die-koenigin-schweigt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/?p=5265","title":{"rendered":"Die K\u00f6nigin schweigt"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/48111385z.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-5266\" src=\"http:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/48111385z-186x300.jpg\" alt=\"\" width=\"186\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/48111385z-186x300.jpg 186w, https:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/48111385z.jpg 294w\" sizes=\"auto, (max-width: 186px) 100vw, 186px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Laura Freudenthaler, Die K\u00f6nigin schweigt, Droschl 2017, ISBN 978-3-99059-001-0<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In ihrem Deb\u00fctroman \u201eTraurige Freiheit\u201c\u00a0 hatte die \u00d6sterreicherin Laura Freudenthaler im Jahre 2016 \u00fcberzeugend und sehr einf\u00fchlsam das Scheitern, den Absturz und die Einsamkeit einer jungen Frau in ihrem Konflikt zwischen ihrer Beziehung und ihrer Arbeit beschrieben. Sie schilderte damals ihre Hauptfigur drastisch, gleichzeitig aber mit gro\u00dfer Sensibilit\u00e4t, viel sprachlichem Geschick ohne sentimental zu werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Dieses sprachliche Geschick hat sie auch bei ihrem zweiten Roman unter Beweis gestellt, der unter dem Titel \u201eDie K\u00f6nigin schweigt\u201c 2017 ebenfalls bei dem kleinen ambitionierten \u00f6sterreichischen Droschl Verlag erschienen ist, und der soeben mit dem Bremer Literaturpreis 2018 ausgezeichnet wurde. Die Jury schreibt dazu:<\/p>\n<p>\u201eMit dem F\u00f6rderpreis des Bremer Literaturpreises wird Laura Freudenthaler fu\u0308r \u201eDie K\u00f6nigin schweigt\u201c ausgezeichnet. Ein stiller, konzentrierter Roman, der eine alte Frau, die sich gegen das Erinnern und das Erz\u00e4hlen sperrt, auf ihr von Verlusten bestimmtes Leben zuru\u0308ckblicken l\u00e4sst. Freudenthaler zeichnet das eindringliche Portr\u00e4t einer Generation, die ein scheinbar unspektakul\u00e4res Dasein fu\u0308hrte, in dem sich aber tats\u00e4chlich die gro\u00dfe Geschichte verbirgt.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201eDie K\u00f6nigin, die schweigt\u201c\u00a0 ist Fanny. Eine Frau, die immer aufrecht bleibt, vieles f\u00fcr sich beh\u00e4lt und dennoch viele Geschichten kennt. Aus ihrem langen und bewegten Leben erz\u00e4hlt Laura Freudenthaler, und sie tut es so, als h\u00e4tte sie diese Frau gut gekannt. Sie erinnert sich an die tragischen und die sch\u00f6nen Ereignisse ihres Lebens, an das Leben mit Bruder und Eltern auf dem Bauernhof,\u00a0 an den Besuch der Wirtschaftsschule, wo sie das einzige M\u00e4dchen war.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Als der Bruder im Krieg f\u00e4llt, ist dies das erste Lebensungl\u00fcck, dem sich in den folgenden Jahrzehnten weitere anschlie\u00dfen werden. Nachdem Fanny nach dem Krieg den in der KP\u00d6 aktiven Schulmeister geheiratet hat und ins Schulmeisterhaus gezogen ist, muss trotz ihrer tatkr\u00e4ftigen Unterst\u00fctzung der elterliche Hof verkauft werden. Ihr Mann verungl\u00fcckt t\u00f6dlich und auch die Eltern sterben. Nachdem Fanny in der Gro\u00dfstadt gezogen ist, doch bald schon wieder in einer kleinen Stadt in der N\u00e4he des Heimatsdorfes se\u00dfhaft wird, bleibt ihr nur ihr Sohn Toni, der, ihr im Wesentlichen fremd, schlie\u00dflich erwachsen wird und sein eigenes Leben lebt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Irgendwann wird Toni seinem Leben ein Ende setzen und seine Tochter Hanna zur\u00fccklassen. Doch auch mit ihr kann Fanny nicht wirklich N\u00e4he aufbauen:<\/p>\n<p>\u201eFanny schaute Hanna an. Noch so eine Vergangenheitsfahrerin. Wie die Enkeltochter, wie Toni auch. Alle wollen sie hingehen, wo irgendwann einmal etwas gewesen war, und begriffen nicht, dass eine R\u00fcckkehr unm\u00f6glich war.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Erinnerungsfragmente als Momentaufnahmen eines Lebens, das Fanny zu einer unnahbaren und schweigsamen Frau gemacht hat: Laura Freudenthaler zeigt auch in ihrem zweiten Roman\u00a0 ein feinsinniges Gesp\u00fcr f\u00fcr Stimmungen und Emotionen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Hier wurde ein literarisches Talent ausgezeichnet, von dem wir sicher in den n\u00e4chsten Jahren noch mehr h\u00f6ren und lesen werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; Laura Freudenthaler, Die K\u00f6nigin schweigt, Droschl 2017, ISBN 978-3-99059-001-0 &nbsp; In ihrem Deb\u00fctroman \u201eTraurige Freiheit\u201c\u00a0 hatte die \u00d6sterreicherin Laura Freudenthaler im Jahre 2016 \u00fcberzeugend und sehr einf\u00fchlsam das Scheitern, den Absturz und die Einsamkeit einer jungen Frau in ihrem Konflikt zwischen ihrer Beziehung und ihrer Arbeit beschrieben. 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