{"id":5277,"date":"2017-12-06T14:16:15","date_gmt":"2017-12-06T12:16:15","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.liesdoch.de\/?p=5277"},"modified":"2017-12-06T14:16:15","modified_gmt":"2017-12-06T12:16:15","slug":"schlaft-gut-ihr-fiesen-gedanken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/?p=5277","title":{"rendered":"Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/48911012z.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-5279\" src=\"http:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/48911012z-195x300.jpg\" alt=\"\" width=\"195\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/48911012z-195x300.jpg 195w, https:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/48911012z.jpg 309w\" sizes=\"auto, (max-width: 195px) 100vw, 195px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>John Green, Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken, Hanser 2017, ISBN 978-3-446-25903-4<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Lange hat eine internationale Fangemeinde, die bei weitem nicht nur aus Jugendlichen besteht, auf den neuen Roman von John Green gewartet. Nun ist er da. \u201eSchlaft gut, ihr fiesen Gedanken\u201c.<\/p>\n<p>Aza Holmes hei\u00dft seine neue Heldin, eine Halbwaise aus Indianapolis, ihr Vater lebt nicht mehr. Sie wird gepeinigt und geplagt von pathologischen Phobien. Sie ist sich zu sehr dessen bewusst, dass sie besiedelt ist von Parasiten und Mikroben. Sie sei, schreibt sie, eine wandelnde Bazillenkolonie. Nichts aber \u00e4ngstigt Aza mehr, als der Gedanke an den Saugwurm \u201eDiplostomum pseudospathaceum\u201c, der in Fischen lebt und ihnen seinen Willen aufzwingt.<\/p>\n<p>So denkt Aza Holmes den lieben langen Tag: Wer bin ich, wenn mein Organismus nicht von mir und meinem Hirn gelenkt wird, sondern von winzigen Wesen? Was wiederum dazu f\u00fchrt, dass sie nichts mehr f\u00fcrchtet als fremde K\u00f6rperfl\u00fcssigkeiten und daher nur schwer erwachsen werden kann. Sie ist seit langem in psychologischer Behandlung, aber sie nimmt die verordneten Medikamente nur selten und unregelm\u00e4\u00dfig ein. Und ihre Gedanken, haben sie einmal angefangen \u2013 und das kann jederzeit passieren, selbst wenn sie sp\u00e4ter den Jungen k\u00fcssen wird, in den sie sich verliebt hat, verselbst\u00e4ndigen\u00a0 sich und f\u00fchren ihr krudes zerst\u00f6rerisches Eigenleben.<\/p>\n<p>Der Junge, den sie kennenlernt hei\u00dft Davis, ist einer von zwei S\u00f6hnen eines verschwundenen Milliard\u00e4rs. Auf dessen Auffindung ist eine Belohnung von 100.000 Dollar ausgesetzt, was Azas beste Freundin Daisy auf die Idee bringt, gemeinsam nach ihm zu suchen und den Lohn einzustreichen. Dann w\u00e4re auch Azas Collegeausbildung gesichert. (Es ist immer wieder ein Schock f\u00fcr mich, was eine solche Ausbildung in den USA kostet!).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wie die beiden Freundinnen sich auf den Weg machen zum Haus des Milliard\u00e4rs, wie insbesondere Aza Davis n\u00e4herkommt und dennoch immer wieder von ihren \u201efiesen Gedanken\u201c gehindert wird, sich wirklich auf ihn und eine m\u00f6gliche Beziehung einzulassen, das ist die Story im Vordergrund.<\/p>\n<p>Mit vielen Zitate aus der Weltliteratur, die geschickt in die Handlung eingebettet sind, gibt John Green seinen Lesern\u00a0 (darunter werden sicher auch viele Erwachsene sein) immer wieder interessante Denkans\u00e4tze mit auf den Weg. Nie ist er belehrend, nie wird es kitschig.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Im Hintergrund geht es um Zwangsst\u00f6rungen, Trauerbew\u00e4ltigung, Freundschaft und Ehrlichkeit. Erz\u00e4hlt wird eine traurige und dennoch hoffnungsvolle Geschichte, eine bewegende, tiefgr\u00fcndige und stellenweise auch poetische Geschichte \u00fcber Einsamkeit, Verlust, Selbstzweifel, aber auch Freundschaft, Liebe und Zusammengeh\u00f6rigkeit.<\/p>\n<p>John Green, schreibt immer auch \u00fcber den Jungen, der er einmal war. In seiner ausf\u00fchrlichen Danksagung am Ende von \u201eSchlaft gut, ihr fiesen Gedanken\u201c gr\u00fc\u00dft er seine Therapeuten, die es ihm nicht nur erm\u00f6glicht haben, seine Jugend durchzustehen, sondern in Romanen auch davon erz\u00e4hlen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; John Green, Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken, Hanser 2017, ISBN 978-3-446-25903-4 &nbsp; Lange hat eine internationale Fangemeinde, die bei weitem nicht nur aus Jugendlichen besteht, auf den neuen Roman von John Green gewartet. Nun ist er da. \u201eSchlaft gut, ihr fiesen Gedanken\u201c. 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