{"id":5672,"date":"2018-04-10T15:20:39","date_gmt":"2018-04-10T13:20:39","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.liesdoch.de\/?p=5672"},"modified":"2018-04-10T15:20:39","modified_gmt":"2018-04-10T13:20:39","slug":"nussschale-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.liesdoch.de\/?p=5672","title":{"rendered":"Nussschale"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/48238699z.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-5673\" src=\"http:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/48238699z-188x300.jpg\" alt=\"\" width=\"188\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/48238699z-188x300.jpg 188w, https:\/\/blog.liesdoch.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/48238699z.jpg 298w\" sizes=\"auto, (max-width: 188px) 100vw, 188px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ian McEwan, Nussschale, tb,Diogenes 2018, ISBN 978-3-257-24415-1<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Idee ist genial, der Plot klassisch und seine Ausf\u00fchrung an manchen Stellen unglaubw\u00fcrdig \u00fcbertrieben. In seinem neuen Roman \u201eNussschale\u201c erz\u00e4hlt der britische Bestsellerautor Ian McEwan die Geschichte eines Vaters, einer Mutter und deren Liebhabers. Mutter und Liebhaber wollen den Vater t\u00f6ten (auch wenn er der leibliche Bruder des Vaters ist), dessen auf viele Millionen gesch\u00e4tztes altes heruntergekommenes Haus mitten in bester Londoner Lage verkaufen und sich dann aus dem Staub machen. So weit so gut. W\u00e4re da nicht die Tatsache, dass die Mutter im neunten Monat schwanger ist (von ihrem Mann?) und man nicht genau wei\u00df, was man mit dem Baby tun soll, das in zwei Wochen zur Welt kommen soll.<\/p>\n<p>Das alles irritiert das Ungeborene, das McEwan als wirklich ungew\u00f6hnlichen Ich-Erz\u00e4hler auftreten l\u00e4sst.\u00a0 Dieser nat\u00fcrlich noch namenlose Erz\u00e4hler erlebt nicht nur das Drama seiner Mutter Trudy , seines Vaters John, seines Zeichens ziemlich erfolgloser Dichter und Verleger und seines nebenbuhlerischen Onkel Claude, und schildert es mit immer gr\u00f6\u00dferer Besorgnis (was soll aus ihm werden?), sondern ist durch das Mith\u00f6ren unz\u00e4hliger Radiosendungen auf BBC und Podcasts, die seine Mutter zur Ablenkung laufen lie\u00df, auch so etwas wie ein weitl\u00e4ufiger Analyst der Welt geworden, in die er noch gar nicht hineingeboren ist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Seine Kenntnis geht sogar so weit, dass er den Wein, den seine Mutter in immer gr\u00f6\u00dferen Mengen in sich hineinsch\u00fcttet, bis auf den Jahrgang und das Weingut bestimmen kann.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Und das ist nat\u00fcrlich unglaubw\u00fcrdig. Aber diese Kritik geht fehl, weil McEwan gar nicht davon ausgeht, dass sein Erz\u00e4hler das wirklich wei\u00df.<\/p>\n<p>Ein F\u00f6tus hat ein Erleben, bekommt \u00fcber den Stoffwechsel seiner Mutter und deren Herzschlag viel mit, ist aber nat\u00fcrlich noch kein Wesen mit einem ausgebildeten Bewusstsein und Sprachkompetenz.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Es geht McEwan in seinem neuen Roman, der voller philosophischer und aktuell politischer Reflexionen steckt, um diese ungew\u00f6hnliche Perspektive. Wie k\u00f6nnte, w\u00fcrde er es wirklich alles verstehen, ein ungeborener F\u00f6tus die Welt wahrnehmen in die er hineingeboren wird?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Mich hat das Buch gut unterhalten, mich nicht selten schmunzeln lassen. Doch an seine letzten drei B\u00fccher \u201eKindeswohl\u201c, \u201eHonig\u201c und \u201eSolar\u201c kommt \u201eNussschale\u201c leider nicht heran.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; Ian McEwan, Nussschale, tb,Diogenes 2018, ISBN 978-3-257-24415-1 &nbsp; Die Idee ist genial, der Plot klassisch und seine Ausf\u00fchrung an manchen Stellen unglaubw\u00fcrdig \u00fcbertrieben. In seinem neuen Roman \u201eNussschale\u201c erz\u00e4hlt der britische Bestsellerautor Ian McEwan die Geschichte eines Vaters, einer Mutter und deren Liebhabers. 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